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Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK Facelift

Erster Test: Mercedes-Benz GLK Facelift

Teilweise sauber

16.05.2012

Mit dem GLK ist Mercedes-Benz 2008 in das Segment der Kompakt-SUV eingetreten, nun ist es Zeit, dem Modell in einem weiterhin wachsenden Markt frischen Schwung zu verleihen. Das geschah vor allem optisch und mit nur wenigen technischen Detail-Änderungen. Saubere Sache: Zwei der vier angebotenen Diesel erfüllen bereits jetzt die Euro-6-Abgasnorm.

Nein, ein richtiges Facelift hat der GLK nicht bekommen; so manche Dame sah nach einer Schönheitsoperation deutlich veränderter aus als das neuerdings nicht mehr nur in Bremen, sondern für den chinesischen Markt auch in Peking produzierte SUV. Fein haben die Designer den Lidstrich nachgezogen, die Scheinwerfer tragen nun Lichtbögen, quasi die neuen Mercedes-Insignien; die Mundwinkel wurden ebenfalls etwas gestrafft, eine Art silberfarbener Kuhfänger ist nun Serie. Und auch am Hintern retuschierte man ein wenig, hier hat LED-Technik in Form von Leuchtbändern Einzug gehalten.

Runde Lüftungsdüsen

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK FaceliftEbenso behutsam nahm man sich des Innenraums an; auffälligstes Novum sind die nun runden Lüftungsdüsen, die aus anderen Stern-Modellen bekannt sind. Die Bedientasten für das Command-System wurden erneuert, das Kombiinstrument gegen das farbige aus der C-Klasse ausgetauscht und auch das neue Lenkrad mit Multifunktionstasten stammt aus dem Mittelklasse-Technikspender.

Für etwas mehr Stauraum sorgt bei den Automatik-Versionen ein zusätzliches Fach auf dem Mitteltunnel, denn der Gangwählhebel ist ans Lenkrad gewandert; als Handschalter gibt es ohnehin nur die beiden Einstiegsdiesel ohne Allradantrieb. Eine neue Ambientebeleuchtung soll das Wohlfühlen im GLK noch einfacher machen und um stets mit der Welt in Kontakt zu bleiben gibt es nun auf Wunsch auch Internetzugang; im Fond lassen sich außerdem Docking-Stationen für iPads installieren.

Serienmäßig tiefer

Mit der Modellpflege hat Mercedes die Fahrzeuge mit Standardfahrwerk um 20 Millimeter tiefer gelegt – auf das Niveau des Sportfahrwerks; die beiden Varianten unterscheiden sich zukünftig nur noch durch eine straffere Dämpfer-Abstimmung und die direktere Lenkung bei der Sport-Version. Mehr Lifestyle und mehr Dynamik soll die serienmäßige Absenkungen dem GLK verleihen, vor allem aber beschert sie Fahrer und Passagieren weniger Komfort, da Unebenheiten jetzt spürbarer den Insassen mitgeteilt werden. Besser hätte Mercedes daran getan, die etwas ungenaue Lenkung durch die per se präzisere Variante des Sportpakets zu ersetzen.  

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK FaceliftKompensieren lässt sich die Feder-Straffung mit dem für die Allradler optionalen Offroad-Paket: das bringt 30 Millimeter mehr Bodenfreiheit und eine dementsprechend kommodere Federung. Hinzu kommen eine Bergabfahrhilfe und ein spezielles Fahrprogramm, das die Schaltpunkte der Automatik ein wenig nach hinten verschiebt und die Gaspedalkennlinie entschärft; verzichten muss man dafür auf den Sportmodus der Siebengang-Automatik.   

Wer sich mit dem GLK tatsächlich ins Gelände traut, was ob seiner ordentlichen Kraxl-Fähigkeiten durchaus möglich ist, wird die Offroad-Anzeige des Comand-Systems praktisch finden, die, neben einem Kompass, den genauen Lenkwinkel darstellt. Für eine bessere Rundumsicht gibt es außerdem erstmals bei Mercedes eine 360-Grad-Kamera, die den Wagen aus der Vogelperspektive im Display darstellt. Sie dürfte auch abseits von Stock und Stein, beim Einparken, wertvolle Dienste leisten. Traut man es sich trotzdem nicht zu, den GLK in die Lücke selbst zu manövrieren, gibt es im Paket mit der Rund-Um-Kamera einen Assistenten, der diese Aufgabe übernimmt und den Wagen auf Wunsch sogar wieder ausparkt.

Euro-6, aber nicht für alle

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK FaceliftBasismotor ist weiterhin der 143 PS starke GLK 200 CDI, den es ausschließlich mit Hinterradantrieb gibt. Der ist auch beim 220 CDI mit 170 PS Serie, Allrad gibt es hier aber auf Wunsch. Neu ist die für die 4Matic-Version verfügbare Abgasnachbehandlung, mit der der Mercedes der ab September 2014 geltenden Euro-6-Norm gerecht wird. Die Harnstoff-Einspritzung (AdBlue) lässt sich Mercedes bei dieser Leistungsvariante mit knapp fünfzehnhundert Euro extra bezahlen, dafür gibt es bis 2013 eine Kfz-Steuervergünstigung in Höhe von 150 Euro pro Jahr.

Beim stärkeren GLK 250 CDI (204 PS), der vom gleichen 2,1-Liter-Vierzylinder angetrieben wird, ist das Ad-Blue-System zukünftig automatisch dabei. Eine Leistungssteigerung hat lediglich der Top-Diesel erfahren, der V6 im 350 CDI leistet mit einem Plus von 34 PS nun 265 PS, wie er es seit vergangenem Jahr unter anderem auch in der C- und E-Klasse tut. Die Euro-6-Norm erfüllt der Sechszylinder allerdings noch nicht.  

Den Löwenanteil der Verkäufe wird sich wie bisher hierzulande der GLK 220 sichern, den wir in der neuen Sauber-Version getestet haben. Erkenntlich ist sie am Namenszusatz BlueTec, der die bisherigen Diesel-Initialen CDI verdrängt. Auf die Fahrleistungen wirkt sich die Abgasnachbehandlung nicht aus, der mit 400 Newtonmeter bei nur 1.400 Touren ausstaffierte Motor tritt kraftvoll an und hat keine Mühe, den nur knapp unter zwei Tonnen wiegenden Benz leichtfüßig voranzutreiben. Von einem Turboloch ist, auch dank der formidablen Siebengang-Automatik, ebenso wenig zu spüren, wie vom Brennverfahren des Triebwerks zu hören ist. Nur den beherzten Tritt aufs Gaspedal quittiert der Vierzylinder mit einem Grummeln.

Empfehlung: GLK 220 BlueTec

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK FaceliftFür den Standardsprint muss man 8,8 Sekunden berechnen, maximal schafft der GLK 220 BlueTec 205 km/h. Sein stärkerer Bruder im 250er sprintet 0,8 Sekunden schneller auf Tempo 100 und schafft bei der Höchstgeschwindigkeit gerade mal fünf Zähler mehr. Dafür müssen allerdings fast 2.000 Euro mehr bezahlt werden, gegenüber der EU-5-Version sogar 3.500 Euro – ohne das es mehr Ausstattung gäbe. Überhaupt sind alle GLK gleich ausgestattet, mit Ausnahme der Automatik, die nur bei den 4x4-Modellen Serie ist und einem mit 66 Liter sieben Liter größeren Tank für den Benziner.

Mit mindestens 8,1 Liter ist der einzig angebotene Ottomotor, ein 306 PS starker V6-Sauger im GLK 350, der bei uns ein Nischendasein fristet, auch die durstigste Version; mit maximal 238 km/h aber auch die schnellste. Der V6-Diesel nimmt sich 6,9 Liter, die Vierzylinder-Selbstzünder mit Allradantrieb mindestens 6,1 Liter auf 100 Kilometer. Nur die beiden Diesel mit manuellem Getriebe und Heckantrieb bleiben mit fünfeinhalb Litern deutlich unter der Sechs-Liter-Marke. Weniger als 143 Gramm CO2 pro Kilometer stößt allerdings kein GLK aus.

Mit Allrad ab 43.000 Euro

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz GLK FaceliftWählt man die günstigste Möglichkeit, GLK zu fahren, muss man für das ab 29. Juni 2012 beim Händler stehende, überarbeitete Modell 36.236 Euro kalkulieren, für einen Allrad-Benz werden mindestens 42.721 Euro fällig. Die beiden V6-Motoren kosten 49.742 Euro beziehungsweise 50.099 Euro, wobei der Benziner der teuerste GLK ist. Die wie bereits erwähnt durchgängig identische Ausstattung umfasst neben der Stopp-Start-Funktion und Komfort-Standards (elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Aluräder, CD-Radio, automatisches Fahrlicht) keine außergewöhnlichen Aufmerksamkeiten.

Ledersitze (2.237 Euro), das schon des Komforts wegen empfehlenswerte Offroadpaket (702 Euro), ein einfaches Navigationssystem (ab 892 Euro) oder das große Comand-System mit Internetzugang (3.118 Euro) erscheinen ebenso gesondert auf der Rechnung wie Xenonlicht (1.660 Euro), die Ambientebeleuchtung (262 Euro), Sitzheizung (381 Euro), der Parkassistent mit 360-Grad-Kamera (1.547 Euro) oder das Fahrassistenz-Paket Plus mit Abstandstempomat, einem zur Not eingreifenden Spurhalteassistenten, Toter-Winkel-Sensor und Presafe-Bremse (2.553 Euro).

 
Fazit

Michael Gebhardt

Die meisten Änderungen im Zuge der Modellpflege sind kosmetischer Natur, die etwas rundlicheren Scheinwerfer und die neuen Rückleuchten lassen den GLK ein bisschen gefälliger, weniger kantig auftreten. Als besonders praktisch erweist sich von den neuen Extras die 360-Grad-Kamera, die das Rangieren deutlich leichter macht.

Motorenseitig geht die Empfehlung klar zum Volumenmodell GLK 220 CDI, der gleichzeitig ausreichend stark und dennoch sparsam ist. Auch wenn die Euro-6-Norm erst im September 2014 in Kraft tritt, sollte man sich schon jetzt die BlueTec-Variante sichern; sie tut der Umwelt gut und bis 2013 gibt es außerdem eine Kfz-Steuerermäßigung von 150 Euro pro Jahr. Auch zukünftig sind Vergünstigungen nicht unwahrscheinlich.

Dass mit dem Facelift das Standardfahrwerk tiefer gelegt wurde, dürfte nicht alle begeistern. Wer es komfortabler will, sollte auf jeden Fall zum Offroad-Paket greifen: Voraussetzung ist dann allerdings der Allradantrieb. Einen Teil des Aufpreises von 4.340 Euro für die 4Matic macht immerhin die dann serienmäßige Automatik wett, sie schlägt sonst mit 2.380 Euro zu Buche. Und eigentlich gehört der Vierradantrieb zu einem SUV schon dazu – gleichwohl ihn sicher kaum ein Kunde wirklich bräuchte.
 
 

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