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Galerie: Erster Test Mercedes C-Klasse Cabrio

Erster Test: Mercedes C-Klasse Cabrio

Aller guten Dinge sind sieben

27.06.2016

Früher gab es die Mercedes-Benz C-Klasse als Limousine und als Kombi, inzwischen ist die Stuttgarter Mittelklasse-Baureihe aber zum Vollsortiment geworden. Neben den beiden Klassikern steht das zweitürige Coupé bereit, dazu die beiden Offroad-Varianten GLC und GLC Coupé und der erst kürzlich aufgefrischte Roadster SLC. Und nun kommt mit dem Cabriolet noch Nummer sieben ins Spiel. Allerdings steht die Open-Air-Version erst zum Ende der Frischluft-Saison im September beim Händler. Bis dahin kann man aber schon mal sparen: Mit mindestens 42.215 Euro ist das Cabriolet nämlich gut 7.000 Euro teurer als das Coupé.

Galerie: Erster Test Mercedes C-Klasse CabrioFür den happigen Aufschlag gibt es ein dreilagiges Stoffverdeck, das auch geschlossen eine gute Figur macht; gleichzeitig schützt es hervorragend vor Wind, Regen und sorgt sogar für eine angenehm ruhige Atmosphäre im Innenraum. Noch schicker aber ist das Cabrio, das die Rückleuchten des Coupés geerbt hat und damit deutlich sportlicher wirkt als die Limousine, freilich oben ohne. Also weg mit der Mütze: Per Knopfdruck verschwindet sie in rund 20 Sekunden hinter den Sitzen und reduziert dabei den Kofferraum von ohnehin nicht gerade üppigen 360 auf nur mehr 285 Liter Stauraum. Genug für den Ausflug zu See, aber fast zu wenig für den Wochenendtrip. Hier muss wie so oft also wieder die Rückbank herhalten, auf der freiwillig sowieso niemand sitzen will.  

Das wohltemperierte Cabrio

Mit dem Öffnen des Dachs schaltet gleichzeitig die Klimaanlage in den Offen-Modus und dreht die Temperatur etwas höher. Außerdem trägt der Nackenfön Airscarf zum Wohlfühlambiente bei, der nun wider Erwarten doch angeboten werden darf – kurzzeitig hatte Daimler den Verkauf aufgrund von Patentstreitigkeiten stoppen müssen. Mit der warmen Luft am Hals lässt es sich auch ohne Sonnenschein und bei weniger warmen Temperaturen gut offen fahren.

Galerie: Erster Test Mercedes C-Klasse CabrioAußerdem gibt es zwischen den Kopfstützen der Rücksitze noch ein elektrisch ausfahrbares Windschott, das zusammen mit einem Windabweiser am Dachholm ausklappt. Während das Windschott noch einigermaßen gut aussieht, wirkt der sogenannte Aircap allerdings ziemlich albern und ist auch nicht übermäßig nützlich. Auch ohne den Spoiler hält die Frisur nämlich recht gut.

Auch AMG durfte wieder ran

Es sei denn, man greift zur AMG-Version. Wer dem offenen C 63 S die Sporen gibt, kann dank 510 PS und satten 700 Newtonmeter Drehmoment schon für einen kleinen Sturm sorgen – auch akustisch, denn der Achtzylinder brabbelt laut vor sich hin. Für standesgemäße Fahrdynamik gibt es einen Sportmodus, der wie üblich Lenkung, Gaspedal, Getriebe und das adaptive Fahrwerk strafft. Außerdem haben die Affalterbacher PS-Profis dem S-Modell eine spezielle Hinterachse mit Sperrdifferenzial spendiert, das den Kurvenspaß merklich steigert.

Galerie: Erster Test Mercedes C-Klasse CabrioNicht wegdiskutieren kann aber auch die AMG-Version die zusätzlichen Pfunde: 125 Kilogramm mehr als das Coupé bringt das Cabrio auf die Waage und wirkt im direkten Vergleich schon ein bisschen schwerfälliger. Beim entspannten Cruisen stört das freilich nicht, und das lässt sich auch mit den schwächeren – und günstigeren – Motoren gut genießen. Denn für die Top-AMG-Version muss man fast 100.000 Euro auf den Tisch legen.

Auch ausreichend

Das über die Hälfte günstigere Einstiegsmodell C 180 bietet 156 PS und vermag es mit 250 Newtonmetern immerhin, das Cabrio in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen und maximal 222 km/h schnell werden zu lassen. Das reicht im Alltag genauso aus wie der 170 PS starke Basisdiesel C 220 d, der zudem mit einem sparsamen Verbrauch von nur 4,5 Litern punktet. Allerdings macht der Selbstzünder, wie auch sein größerer Bruder C 250 d (204 PS), keinen Hehl aus seinem Brennverfahren und gerade beim Offenfahren stört das Dieseln schon ein wenig.

Galerie: Erster Test Mercedes C-Klasse CabrioBei den Ottomotoren ergänzen vier weitere Aggregate das Angebot, darunter ein 333 PS starker Sechszylinder im C 400, der serienmäßig mit Allradantrieb vorfährt. Der kleine Diesel sowie der C 200 können damit optional ausgestattet werden. Beim zweiten AMG-Modell, dem C 43 mit 367 PS, ist er ebenfalls standardmäßig an Bord – dort unterbindet er gekonnt das Schwänzeln mit dem Heck, das sein größerer Bruder nur allzu gern zur Schau stellt. Außerdem steht für alle Modelle die Neungangautomatik bereit, bei den meisten gehört sie sogar zur Standardausstattung. Dass Mercedes auch im C-Klasse Cabrio das ganze Arsenal an Assistenzsystemen sowie die neuesten Infotainment-Geräte anbietet, versteht sich von selbst. Auch hier muss man allerdings durchaus 10.000 bis 20.000 Euro für Sonderausstattung einkalkulieren.

  • Technische Daten

Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,81 Meter (Breite mit Außenspiegeln: k. A.), Höhe: 1,41 Meter, Radstand: 2,84 Meter, Kofferraumvolumen: 360 bis 285 Liter

Motoren:

C 180

1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.200–4.000 U/min, 0-100 km/h: 8,9 s, Vmax: 222 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,0 Liter, CO2-Ausstoß: 135 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 42.215,25 Euro

C 250

2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 155 kW/211 PS, maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1.200–4.000 U/min, 0-100 km/h: 6,9 s, Vmax: 244 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter, CO2-Ausstoß: 140 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: k. A.

C 400 4Matic

3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner, 245 kW/333 PS, maximales Drehmoment: 480 Nm bei 1.600–4.000 U/min, 0-100 km/h: 5,2 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,0 Liter, CO2-Ausstoß: 181 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 59.767,75 Euro

C 220 d

2,1-Liter-Vierzylinder-Diesel, 125 kW/170 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.400–4.200 U/min, 0-100 km/h: 8,3 s, Vmax: 231 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,5 Liter, CO2-Ausstoß: 116 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: k. A.

C 250 d

2,1-Liter-Vierzylinder-Diesel, 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1.600–1.800 U/min, 0-100 km/h: 7,2 s, Vmax: 243 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter, CO2-Ausstoß: 121 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 52.211,25 Euro

AMG C 43 4Matic

3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner, 270 kW/367 PS, maximales Drehmoment: 520 Nm bei 2.000–4.200 U/min, 0-100 km/h: 4,8 s, Vmax: 250/280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,3 Liter, CO2-Ausstoß: 190 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 67.919,25 Euro

AMG C 63 S

4,0-Liter-Achtzylinder-Benziner, 375 kW/510 PS, maximales Drehmoment: 700 Nm bei 1.750–4.500 U/min, 0-100 km/h: 4,1 s, Vmax: 250/280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,9 Liter, CO2-Ausstoß: 208 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 91.689,50 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Um jeden Preis scheint Mercedes verhindern zu wollen, dass Kunden nicht das Passende finden und zu einer anderen Marke wechseln. So besetzen die Stuttgarter eine Nische nach der nächsten und spalten ihr Portfolio immer weiter auf. Mit nunmehr sieben C-Klasse-Ablegern dürfte kaum ein Wunsch offen bleiben. Das Cabrio erweitert die Baureihe um eine zusätzliche Lifestyle-Variante, die den Offenfahr-Spaß des SLC mit der Eleganz des Coupés verbindet.
 


 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Mit 1,6 Tonnen Leergewicht ist das C-Klasse Cabriolet allerdings kein Leichtgewicht, was man ihm beim Fahren durchaus anmerkt. Zwar haben die Motoren durchweg kein Problem, den Benz in die Gänge zu bringen – erst recht nicht die hochpotenten AMG-Modelle –, doch lässt sich die Masse bei der Kurvenhatz nicht verheimlichen. Beim Cruisen allerdings stört dies überhaupt nicht, und so empfiehlt sich der siebte C-Klasse-Ableger insbesondere für diejenigen, die auch mal sieben gerade sein lassen wollen und einfach nur entspannt Cabrio fahren wollen.
 
 

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