Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 Facelift

Erster Test: Mercedes CL 500 Facelift

Luxusprobleme

16.09.2010

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Probleme macht der CL eigentlich keine. Die schlechte Übersicht ist einem Coupé nun mal eigen und die Parkplatzsuche ist, dank Valet-Parking, dort wo CL-Käufer in der Regel anreisen, hinfällig. Nur ein Problem bleibt, ein großes, und für die meisten ein Grund, sich nicht für den CL zu entscheiden. Der Preis.

Es gibt viele teurere Automobile. Doch das Coupé aus Mercedes großer Baureihe markiert, abgesehen von Exoten wie Maybach oder Rolls-Royce, durchaus das obere Ende der Preisskala. 118.345 Euro kostet der neue CL 500 in der Basisausstattung. Und der ist, wohlgemerkt, das günstigste Angebot.  Treibt man es mit dem Bi-Turbo-V12 im CL 65 AMG auf die Spitze, stehen 228.000 Euro auf der Rechnung, plus etwaige Sonderausstattung, für die man nochmal gut und gern 25.000 Euro ausgeben kann.  Für die meisten Autokäufer schlicht unerreichbar.

Für die erste Ausfahrt mit dem frisch überarbeiteten Coupé entlang der südfranzösischen Route Napoléon griffen wir zum Einstiegs-Modell. Und das nicht nur aus Bescheidenheit. Arbeitet im CL 500 doch Mercedes neuer Acht-Zylinder, der Ende 2010 zusammen mit einem ebenfalls neuen V6-Benziner auch in der S-Klasse einzieht. Und von diesem schon im Vorfeld hochgelobten Stück schwäbischer Motorenbaukunst wollten wir uns schließlich überzeugen.

Im Detail verfeinert

Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 FaceliftAuf Hochglanz poliert wartet das Coupé der S-Klasse vor dem Hotel an der Croisette auf uns und strahlt mit der Morgensonne um die Wette. Besondere Aufmerksam zieht der Luxus-Liner in dieser Gegend allerdings nicht auf sich, und auch dass es sich dabei um die überarbeitete Version handelt, fällt den meisten der vorbei flanierenden Spaziergänger wohl kaum auf. Nur dezent wurden Scheinwerfer und Rückleuchten, Kühlergrill und Motorhaube überarbeitet. Am augenscheinlichsten ist noch das LED-Tagfahrlicht, das nach und nach das gesamte Stuttgarter Portfolio ziert – oder verunstaltet, wie böse Zungen behaupten.

Unverändert gediegen bleibt der Innenraum, mit schweren Ledersesseln und feinen Hölzern, die übrigens allesamt aus Europa und nicht etwa dem Regenwald stammen. Zwar haben die Entwickler hier und da noch mal an der Qualitätsschraube gedreht, wirklich zu spüren ist dies jedoch nicht. Zu hoch war der Standard, den die alte Generation setzte.

Downsizing im Luxus-Segment  

Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 FaceliftWas man dagegen sehr wohl spürt, ist das neue Triebwerk, das unter der langen Motorhaube seinen Dienst verrichtet. Statt fünfeinhalb Liter Hubraum, wie im alten CL 500, schöpft der neue Acht-Zylinder seine Kraft nur noch aus 4,6 Litern. Downsizing macht eben auch vor der Luxus-Klasse nicht halt. Dank Doppelturbo-Aufladung legt der neue Motor, wie könnte es anders sein, bei der Leistung freilich ordentlich zu und entwickelt mit 435 PS fast 50 Pferdestärken mehr als der Vorgänger.  

Mit deutlich mehr Enthusiasmus geht der neue V8 ans Werk. Auf beeindruckende Art und Weise entfalten sich seine 700 Newtonmeter Drehmoment, die den Zweitonner in nur 4,9 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren. Und das alles mit überragender Laufruhe, leise und gar nicht brachial. So, wie es sich für das große Coupé aus dem Hause Mercedes eben ziemt.

Stopp-Start serienmäßig

Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 FaceliftTut man das, was die meisten hier mit ihrem CL machen, nämlich gemütlich cruisen, ist von dem voluminösem Triebwerk kaum etwas zu hören. Nur wenn es der Fahrer darauf anlegt, nach dem Ampelstopp – bei dem der neue CL 500 dank serienmäßiger Stopp-Start-Automatik übrigens den Motor abstellt – den Bentley Continental oder Aston Martin DB9 neben sich in seine Schranke zu verweisen, faucht das Triebwerk kurz auf.

Ob der Motor an der Ampel nun an bleibt oder aus geht, spielt in der Praxis natürlich keine Rolle. Zumal er im Stand ohnehin nicht hörbar ist. Immerhin trägt es aber auf dem Papier dazu bei, dass der höchstpotente CL 500 nur neuneinhalb Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrennen soll. Das ist mehr ein politisches Zeichen denn ein tatsächlicher Beitrag zum Umweltschutz oder gar eine finanzielle Entlastung. Doch braucht sich so niemand seines Luxus-Coupés zu schämen.  Ganz gleich, ob ihn die Spritkosten überhaupt interessieren.

Kein Sportwagen

Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 FaceliftSo Leistungsstark der neue Motor auch ist; eins ist der fünf Meter lange CL auch mit dem Facelift nicht geworden: ein Sportwagen. Das offenbart der Koloss, als wir die gemütliche Küstenstraße in Richtung Hinterland verlassen. Auf den kurvenreich mäandernden Bergstraßen muss der Benz seinem Gewicht Tribut zollen und auch das komfortorientiert abgestimmte Fahrwerk sperrt sich gegen übertriebene Kurvendynamik – selbst im Sportmodus. Wer unbedingt mit dem Coupé auf Kurvenhatz gehen mag, kann immerhin zu einer der beiden AMG-Versionen greifen, als CL 63 oder 65 AMG, die neben mehr Leistung auch ein sportlicheres Setup mitbringen.     

In der Regel wird allerdings, wer einen CL in der Garage stehen hat, auch noch das ein oder andere Spielzeug für das Landstraßenvergnügen am Sonntag morgen besitzen. Und hat man sich ausgetobt, kann es danach wieder komfortabel, und dafür umso stilvoller im großen Coupé zum Lunch gehen. Den Weg in sein Lieblingsrestaurant sollte man allerdings auswendig kennen. Denn Mercedes ist sich nicht zu fein, im 118.000 Euro teuren CL 500 das Navigationssystem nur gegen zweieinhalbtausend Euro Aufpreis zu verbauen.  Fast doppelt so viel kostet übrigens der ausschließlich für den V8-CL erhältliche Allradantrieb. Dann darf das Restaurant allerdings auch in den verschneiten Seealpen liegen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mercedes CL 500
     
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   5.095 / 1.871 / 1.419
Radstand (mm)   2.955
Wendekreis (m)   11,6
Leergewicht (kg)   2.070
Kofferraum (Liter)   490
Bereifung Testwagen   255/45 R 18
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   4.663 / V8-Bi-Turbo
Leistung (kW / PS)   320 / 435
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   700 / 1.800 - 3.500
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   automatisches 7-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   224 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   4,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250 (abgeregelt)
Preise    
ab (Euro)   118345,5
Empfohlene Extras   Ambientebeleuchtung (380 Euro), beheiztes Lenkrad (310 Euro), Navigationssystem (2.440 Euro), Digital-Radio (480 Euro), TV-Empfang (1.300 Euro), schlüsselloser Zugang (1.200 Euro), Nachtsichtgerät (1.900 Euro), aktiver Multikontursitz mit Massage (1.900 Euro)
 
Vergrößern
Verkleinern
 

Fazit

Nahezu perfektes noch besser zu machen, fällt auch Daimler schwer. Und so beschränken sich die Maßnahmen beim CL-Facelift auf Detailarbeiten, die nur absoluten Kennern auffallen dürften. Umso mehr begeistert der neue Acht-Zylinder mit beindruckender Kraftentfaltung und Laufruhe wie aus dem Bilderbuch. Und mit der serienmäßigen Stopp-Start-Automatik setzt Mercedes auch in der Luxus-Klasse ein Zeichen.

Galerie: Erster Test Mercedes CL 500 Facelift

 
3
163

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.