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Galerie: Erster Test Mercedes GLK

Erster Test: Mercedes GLK

G-Vaters Erbe

17.07.2008

Ein Kompakt-SUV suchte man bei Mercedes bisweilen vergebens. Lange nach Toyota RAV4, BMW X3 oder VW Tiguan steigt Mercedes jetzt in das Segment mittelgroßer Softroader ein. Anders als der ebenfalls kürzlich präsentierte, dynamisch gestylte Audi Q5, setzten die Stuttgarter beim GLK auf klassisch-kantige Offroad-Optik nach Vorbild der G-Klasse.

Geschwungene Linien und sanfte Übergänge sind beim Mercedes GLK Mangelware. „Macho statt Softie“ lautet die Devise des kantigen Stuttgarters, mit dem Mercedes im Herbst gegen den frischen Audi Q5 sowie den in die Jahre gekommenen BMW X3 antreten wird.

Optische Anleihen

Galerie: Erster Test Mercedes GLKNicht ohne Stolz vergleichen die Entwickler und Designer ihr jüngstes Kind mit seinem Ur-Ur-Großvater, der Mercedes G-Klasse. Zwar bedienen beide eine grundverschiedene Klientel - der G ist ein wahrer Geländewagen, der GLK ein vorrangig für die Straße konstruiertes SUV. Doch der Enkel trägt selbstbewusst die kantigen Gesichtszüge seines Vorfahren.

Anders als seine großen Brüder M- und GL-Klasse wird der kleinste Offroad-Benz nicht im amerikanischen Tuscaloosa gebaut, sondern in Bremen. Dort läuft auch die C-Klasse vom Band, und die bildet schließlich die Basis für den GLK.

Bekanntes Cockpit

Galerie: Erster Test Mercedes GLKDie Verwandtschaft mit dem Mittelklassemodell wird sichtbar, sobald man das viereinhalb Meter lange SUV betritt und hinter dem wohlbekannten Cockpit Platz nimmt. Das Gestühl  ist komfortabel, bietet aber nur mäßigen Seitenhalt und für größere Fahrer zu wenig Schenkelauflage. Anders als in der ersten Reihe ist die Beinfreiheit im Fond spürbar eingeschränkt.

Anordnung, Bedienbarkeit und Funktionalität aller Schalter, Tasten sowie des metallenen Drehknubbels für das Comand-System bieten wie in der C-Klasse keinerlei Grund zur Beanstandung. Wohl aber die verwendeten Materialien und deren Verarbeitung.

Verbesserungswürdig

Galerie: Erster Test Mercedes GLKUngenaue Spaltmaße, unschöne Türverkleidungen sowie billig wirkende Dekorelemente - wohlgemerkt aus echtem Holz und Aluminium – werden dem Premiumanspruch der Marke nicht ganz gerecht. Schade, dass es am Gesamteindruck hapert, wo doch die Konstrukteure in Details, wie etwas den kleinen Chromspangen um die elektrischen Fensterheber, gute Arbeit leisteten.

An den Start geht der GLK ab Mitte Oktober mit zunächst drei Motoren und stets serienmäßigem Allradantrieb 4Matic. Günstigste Möglichkeit das SUV zu fahren ist der GLK 280. Für 43.554 Euro bekommen Käufer einen 231 PS starken Dreiliter-Sechszylinder geliefert. Zweieinhalbtausend Euro mehr kostet der 350er, die momentan souveränste Motorisierung. Mit 272 PS und 350 Newtonmeter (zwischen 2.400 und 5.000 Umdrehungen) bewegt das Triebwerk den 1,8-Tonner mühelos. Beide V6-Aggregate konsumieren laut Hersteller rund zehneinhalb Liter, in der Praxis dürfte der Verbrauch aber bei knapp zwölf Litern liegen.

Vorerst nur ein Diesel

Galerie: Erster Test Mercedes GLKDieselseitig steht zunächst nur der 320 CDI im Regal, er kostet wie der große Benziner 46.053 Euro. Der bewährte Sechszylinder leistet 224 PS und stemmt schon bei 1.600 Touren 540 Newtonmeter an die Kurbelwelle. Ihn zeichnen vor allem sein äußerst ruhiger Lauf, die harmonische Kraftentfaltung und der souveräne Durchzug aus dem Drehzahlkeller aus. Den angegebenen Verbrauch von nur 7,9 Litern konnten wir bei unserer ersten Testfahrt allerdings nicht bestätigen, der Bordcomputer wies einen Wert von knapp zehn Litern aus.

Zu Beginn des Jahres 2009 legt Mercedes mit dem GLK 220 CDI BlueEfficiency nach. Der nagelneue Vierzylinder-Selbstzünder senkt den Einstiegspreis auf 40.341 Euro und soll dank intelligenter Sparmaßnahmen wie etwa eine Unterbodenverkleidung aber auch Gewichtseinsparungen mit weniger als sieben Litern je 100 Kilometer auskommen. Eine Start-Stopp-Automatik, wie zum Beispiel in der A-Klasse, wird es aber nicht geben.

Ausreichend sparsam

Galerie: Erster Test Mercedes GLKAuf einer ersten Testrunde überzeugten wir uns davon, dass  der GLK mit dem 170 PS starken Aggregat ausreichend mobilisiert ist. Weniger als neun Sekunden dauert der Sprint auf Tempo 100 und mehr als 200 km/h Spitze sollten den Ansprüchen der meisten Fahrer gerecht werden.

Ebenso serienmäßig wie die Siebengang-Automatik 7G-Tronic ist bei allen Motorvarianten das Agility-Control-Fahrwerk. Der mit herkömmlichen Stahlfedern ausgerüstete Unterbau passt binnen Sekundenbruchteilen die Stoßdämpferkräfte an die jeweilige Fahrsituation an. So wird etwa in Kurven die Seitenneigung deutlich reduziert, während der GLK im Geradeauslauf hohen Federungskomfort bietet.

Durchaus dynamisch

Galerie: Erster Test Mercedes GLKDie Kombination von Allradantrieb und Agility-Control-Fahrwerk erlaubt neben dem SUV-typischen Cruisen auch eine dynamischere Gangart. Selbst in flott angegangenen Kurven bleibt der GLK trotz seines erhöhten Schwerpunkts der vorgegebenen Linie treu. Die Lenkung arbeitet direkt und unterstützt den Fahrer mit exakter Rückmeldung.

Auf der Straße schlägt sich der GLK also bestens und kann sowohl bei Komfort als auch bei Dynamik problemlos mit einer Mittelklasselimousine mithalten. Wie aber sieht es im Gelände aus? Der Maßstab bei der Entwicklung war der große Bruder, die M-Klasse. Und diese Zielsetzung erfüllt das Kompakt-SUV weitgehend.

Gerüstet fürs Gelände

Galerie: Erster Test Mercedes GLKNeben einem optionalen Offroad-Styling, dass mehr Schein als Sein bietet, gibt es auch ein Offroad-Technik-Paket für rund 700 Euro. Neben einem robusten Unterbodenschutz umfasst es einen Bergabfahrassistenten (DSR) sowie ein Offroad-Fahrprogramm. Letzteres nimmt Einfluss auf Getriebeschaltpunkte, Gaspedalkennlinie und das ESP.

So gerüstet bahnt sich der GLK seinen Weg durch schweres Gelände und meistert selbst Hürden, die man ihm auf den ersten Blick nicht zutraut. Spielend erklimmt er steile Hänge und schreckt auch vor heftigen Verschränkungen nicht zurück. Einzig die relativ geringe Bodenfreiheit von 18 (Diesel) bis 20 Zentimetern (Benziner) schränkt seine Möglichkeiten ein.

Fazit

Wie in dem Segment der Kompakt-SUV üblich, werden auch die meisten GLKs nie die geteerte Straße verlassen. Trotz dieser Tatsache hat Mercedes den kleinen Bruder der M-Klasse mit hervorragenden Offroad-Fähigkeiten versehen. Doch auch auf der Straße macht der GLK eine mindestens ebenso gute Figur: Fahrwerk und Motoren sind top, und mit dem bald kommenden 220 CDI BlueEfficiency schickt Mercedes eine zudem äußerst sparsame Variante ins Rennen. Einziger Wehrmutstropfen: die Verarbeitungsqualität im Interieur. Sie erfüllt nicht ganz den hochpreisigen Premiumanspruch von Mercedes.

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