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Galerie: Erster Test Mercedes R-Klasse

Erster Test: Mercedes R-Klasse

Weniger ist mehr

26.10.2005

Die R-Klasse von Mercedes wird in Amerika für Amerika gebaut. Folgerichtig testeten wir im Juli zunächst die US-Version, die sich auch genau so fuhr. Nun hatten wir Gelegenheit, die Europa-Version zu testen, das heißt: "kurzer" Radstand, strafferes Fahrwerk, Dieselmotor.

Die Mercedes-Mannen hatten im Sommer viel Wert darauf gelegt, die Europa-Version des US-Reisewagens deutlich dynamischer abzustimmen. Vor allem Lenkung, und Fahrwerksdämpfung würden spürbar straffer ausfallen, hieß es.

Galerie: Erster Test Mercedes R-KlasseEbenfalls neu für die Europa-Version ist der 3,0-V6-Diesel im R 320 CDI, der in Deutschland die wohl beliebteste Variante werden dürfte. Wie auch die beiden Benziner (R 350 und R 500) ist der Selbstzünder serienmäßig mit der 7-Gang-Automatik kombiniert. Ebenso serienmäßig ist der permanente Allradantrieb, der die Bullenkraft des Diesels (224 PS, 510 Newtonmeter) in standesgemäße Fahrleistungen verwandeln soll.

Knackige Proportionen

Der etwas kürzere Radstand (2,98 Meter gegenüber 3,20 Meter) resultiert in etwas kompakteren Ausmaßen (knapp unter fünf Meter Außenlänge) und - viel wichtiger - in gelungeneren Proportionen: hintere Seitenfenster und Fondtüren fallen deutlich kürzer aus. Dadurch wirkt der Wagen viel weniger "dickschiffig" als es die knapp 24 Zentimeter geringere Länge erwarten lassen.

Galerie: Erster Test Mercedes R-KlasseFür die hinteren Passagiere bedeutet das kaum Einschränkungen. Ihnen steht bei altruistisch eingestellten Vornesitzern immer noch großzügiger Beinraum zur Verfügung. Das in unserem Testwagen verbaute Panorama-Glasdach (€ 2.494) schränkte allerdings die Kopffreiheit auf der zweiten Sitzreihe spürbar ein. Menschen über Einsachzig müssen dann die Rückenlehne flacher einstellen, was auf Dauer wegen der etwas zu kurzen Sitzfläche nicht wirklich komfortabel ist.

Die dritte Sitzreihe lässt sich bei Bedarf komplett im Wagenboden versenken. In dieser Viersitzer-Konfiguration bietet der Reisewagen fast 900 Liter Ladevolumen (als Sechssitzer reicht es für ein Golf-Bag, als Zweisitzer sind es fast 2.000 Liter).

Spaß an Kurven

Galerie: Erster Test Mercedes R-KlasseTestwagen haben es an sich, dass sie opulent ausgestattet sind. So findet sich in unserem R 320 CDI auch die Luftfederung (1.276 Euro), die verschiedene Dämpferkennlinien anbietet. Vor allem der Sport-Modus mit straffer Auslegung bringt der R-Klasse Agilität bei. Die Seitenneigung ist dank verstärkter Stabilisatoren deutlich reduziert, dadurch ergibt sich für den Fahrer ein besseres Gefühl der Kontrolle. Auch die Passagiere goutieren das, indem sie - trotz flotter Kurvenfahrt - von unfreiwilliger Besudelung der edlen Oberflächen absehen.

Die Lenkung erweist sich auch in der Europa-Version als etwas indifferent. Die überstrapazierte Floskel "schwammig um die Mittellage" kann hier einmal zu recht angewendet werden. Gerade bei sportlich eingestelltem Fahrwerk fällt die sehr leichtgängige Lenkung auf, auch ist in engen Passagen etwas zu viel Kurbelei nötig. Positiv fällt dagegen der für die Fahrzeugdimensionen überraschend kleine Wendekreis auf.

Wolke Sieben

Galerie: Erster Test Mercedes R-KlasseEinen durchweg stimmigen Charakter offenbart der kurze "R" auf der Autobahn: In Komfortstellung bügelt die Luftfederung jede Unebenheit weg und lässt den Cruiser wie auf Wolken über die Bahn schnurren. Die Fahrleistungen können dabei ebenso überzeugen, bis Tempo 180 geht es zügig und danach bis 230 (Tacho) weiter. Dabei gefällt der Sechszylinder-Common-Rail durch ruhigen Motorlauf und gute Geräuschdämmung. Lediglich von außen ist er als Diesel vernehmbar.

Erster seiner Art

Der kurze "R" kann überzeugen. Die Fahrwerksabstimmung ist gelungen und verbindet (zumindest mit der optionalen Luftfederung) Langstreckenkomfort mit Agilität auf Bergstrecken. Er verwöhnt seine Passagiere mit viel Platz auf Business-Class-Sitzen inklusive Armlehnen und einstellbaren Rückenlehnen rundum. Ganz nebenbei verfügt der Reisewagen auch über einen permanenten Allradantrieb, der sogar die eine oder andere Böschung meistern hilft - von glitschigem Herbstlaub, Eis und Schnee ganz zu schweigen.

Der R passt genau zwischen die E-Klasse und den neuen ML und ist damit eine sinnvolle Ergänzung der Mercedes-Modellpalette. Preislich rangiert er mit gut 52.000 Euro wenige hundert Euro über einem E 320 CDI T-Modell mit Allradantrieb, doch fast 3.000 Euro über einer vergleichbaren M-Klasse.

Galerie: Erster Test Mercedes R-Klasse

 
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