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Galerie: Erster Test Mercedes S 400 Hybrid

Erster Test: Mercedes S 400 Hybrid

Erster

14.05.2009

Im September 2008 durften wir mit einem S-Klasse-Hybrid-Protoypen zu einer ersten Ausfahrt starten. Mit dem Facelift des Flaggschiffes zieht der S 400 Hybrid jetzt, im Juni 2009, ins Serienprogramm ein: Als weltweit erster Hybrid mit Lithium-Ionen-Batterie.

Mit dem Hybrid haben sich die deutschen Hersteller - sieht man vom wenig ruhmreichen Audi Duo Ende der Neunziger Jahre ab - reichlich Zeit gelassen, und kassierten dafür die ein oder andere Medienschelte. Jetzt aber startet Mercedes durch: Der S 400 Hybrid ist nicht nur der erste Benz mit dem kombiniertem Antrieb, sondern weltweit auch der erste Hybrid mit Lithium-Ionen-Batterie.

Platzsparend und leicht

Die hat gegenüber den von der Konkurrenz eingesetzten Nickel-Metallhydrid-Akkus wesentliche Vorteile: Sie bietet eine höhere Energiedichte und einen besseren elektrischen Wirkungsgrad bei kompakteren Abmessungen und geringerem Gewicht. In der Praxis heißt das, dass der Hybrid-Aufschlag in der S-Klasse gerade mal 75 Kilogramm beträgt und durch den Einbau des Toaster-förmigen Batterieblocks zwischen Motor und Sieben-Gang-Automatik weder Gepäckabteil noch Innenraum Platzeinbußen hinnehmen müssen.

Galerie: Erster Test Mercedes S 400 HybridAls Antriebsbasis für den S 400 Hybrid dient der bekannte V6-Benziner aus dem S 350, der dort ohne elektrischen Beistand 272 PS sowie 350 Newtonmeter mobilisiert und nach 7,3 Sekunden die 100-km/h-Marke reißt. Im Hybrid kommt der leicht modifizierte Sechs-Zylinder auf 279 PS und der Elektromotor gibt weitere 20 PS dazu. Bedeutender ist sein Drehmoment: Aus dem Stand schickt der E-Motor 160 Newtonmeter an die Hinterräder, kombiniert kommt der S 400 Hybrid so auf 385 Newtonmeter, die zwischen 2.400 und 5.000 Touren anliegen.

Nicht rein elektrisch

Nur mit Strom kann der S 400 allerdings nicht fahren, der Elektromotor unterstützt und entlastet lediglich den Benziner und dient als Generator, um im Schubbetrieb und beim Bremsen Energie zurück zu gewinnen und damit die Batterie aufzuladen. Außerdem übernimmt er die Funktion des Anlassers und ermöglicht damit eine Start-Stopp-Funktion, die den Kraftstoffverbrauch weiter reduzieren soll.

Galerie: Erster Test Mercedes S 400 HybridIm Normzyklus soll der Hybrid so auf einen Verbrauch von acht Litern je 100 Kilometer kommen - das sind zwei Liter weniger als der konventionelle S 350 konsumiert. Nur: Der Spareffekt stellt sich vor allem im Stadtverkehr ein, wo viel beschleunigt und gebremst wird und an roten Ampeln der Motor aus geht.

Die meisten S-Klassen - und so wird es auch beim S 400 Hybrid sein - sind aber als Geschäftswagen vor allem auf Autobahnen unterwegs. Und beim Dahingleiten im Schubbetrieb kann der E-Motor nur wenig zur Entlastung des Benziners beitragen. Im Schnitt hat ein moderner Dieselmotor also die Nase vorn: Der überarbeitete S 320 CDI - jetzt 350 CDI BlueEfficiency genannt - soll sich dank einer aerodynamischen Unterbodenverkleidung und einer Stand-Abkopplung der Automatik mit 7,6 Litern zufrieden geben. Allerdings stößt der Selbstzünder mit 200 Gramm rund fünf Prozent mehr CO2 aus als der Hybrid.  

Kein Unterschied

Galerie: Erster Test Mercedes S 400 HybridFür den Fahrer macht es kaum einen Unterschied, ob er nun im 235 PS starken S 350 CDI oder im S 400 Hybrid Platz nimmt. Ersterer überzeugt durch bauartbedingt kräftigen Durchzug, seine 540 Newtonmeter liegen zwischen 1.600 und 2.400 Umdrehungen an. Beim Hybrid sorgt dagegen die Boost-Funktion des Elektromotors, also der Extra-Schub, für einen geschmeidigen Antritt.

Beide haben allerdings kein leichtes Spiel mit der rund zwei Tonnen schweren Luxus-Limousine, die beim Facelift mit neuem Kühlergrill, modifizieter Frontschürze und optionalen LED-Tagfahrlichtern sowie -Rückleuchten ausgestattet wurde. Das merkt der Fahrer vor allem beim Rausbeschleunigen aus der Kurve, wo beide etwas Zeit brauchen, um aus dem Knick zu kommen. Allerdings: Von einer echten Schwäche kann nicht die Rede sein - es wirkt nur eben weniger souverän als etwa im 517 PS starken S 600.

Komplettes Sicherheitspaket

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Neben der Hybridtechnik zählen die umfangreichen, aus der aktuellen E-Klasse bekannten Sicherheitssysteme zu den Neuheiten des Facelifts: Adaptives Fernlicht, Übermüdungswarner (Serie), Pre-Safe-Bremse, Spurhalte-Asssistent, Tot-Winkel-Überwachung, Nachtsichtgerät und Verkehrsschilderkennung gehören jetzt auch zum Repertoire der S-Klasse.

Komplett neu ist die so genannte Torque-Vectoring-Bremse, die durch sanfte Bremseingriffe an den Hinterrädern das Eigenlenkverhalten der Limousine beeinflusst und so zum einen präzisere Lenkmanöver ermöglicht und gleichzeitig einem Untersteuern entgegenwirkt. Zudem wurde das für alle Acht- und Zwölfzylinder erhältliche ABC-Fahrwerk (3.510 Euro) um eine Seitenwindstabilsierung angereichert: Durch eine variable Verteilung der Radlast über die Federbeine wird der Einfluss von Seitenwinden kompensiert und so ein exakterer Geradeauslauf bei stürmischem Wetter garantiert.

Neues Entertainment-System

Während sich die Designer innen wie außen zurückhielten, haben die Techniker sanft aber wirkungsvoll Hand angelegt: Mit der neuen Generation zieht nun auch modernste Multimedia-Technik in die S-Klasse ein. Bluetooth- und USB-Anschluss sowie ein Aux-Eingang sind fortan serienmäßig, auf Wunsch gibt es auch einen iPod-Anschluss und eine 7,2 Gigabyte große Festplatte für Musik.

Galerie: Erster Test Mercedes S 400 HybridEine kleine Revolution ist die so genannte Split-View-Technik: Auf Wunsch können sich Fahrer und Beifahrer auf dem großen, zentralen Display unterschiedliche Inhalte darstellen lassen. So kann der Fahrer die Navigationskarte im Blick behalten während sein Nebenmann fernsehen kann. Und da der Beifahrer einen eigenen Kopfhörer mitgeliefert bekommt, können beide sogar unterschiedliche Radiosender hören.

Umfangreiches Angebot

Diese wirksame Technik zur Vermeidung eines Ehestreits lässt sich Mercedes allerdings mit 2.100 Euro bezahlen, inklusive Surround-Soundsystem und 6-fach DVD-Wechsler. Wer auch noch den Fondpassagieren Unterhaltung gönnen will, muss nochmals 2.250 Euro drauflegen. Überhaupt erfüllt die lange Aufpreisliste so ziemlich jeden Wunsch: Von wärmedämmendem Glas (1.350 Euro) über Klimasitze (1.250 Euro) bis hin zu Klapptischen im Fond (1.900 Euro) ist alles erhältlich, was das Herz begehrt und das Portemonnaie zulässt.   

Galerie: Erster Test Mercedes S 400 HybridLetzteres wird übrigens beim Kauf einer S-Klasse um mindestens 73.000 Euro erleichtert, dafür gibt es den S 350 CDI BlueEfficiency. Der kleinste Benziner startet bei 76.200 Euro, für den Hybrid werden 85.300 Euro fällig und die V12-Version S 600 steht mit 155.400 Euro in der Preisliste. Aber, es geht noch teurer: Wer zu der 612 PS starken AMG-Version S 65 greift, ist auf einen Schlag um über 220.000 Euro ärmer.

Fazit

Mit dem S 400 steigt Mercedes ins Hybrid-Geschäft ein und präsentiert mit der Lithium-Ionen-Batterie gleich eine Weltneuheit. Ob sich der angegebene Normverbrauch in der Praxis allerdings realisieren lässt, muss sich zeigen. Und auch, ob die Kundschaft die neue Technik zu würdigen weiß: Zwar verkauft Mitbewerber Lexus seinen LS 600h recht erfolgreich, allerdings fehlt den Japanern auch eine sparsame Dieselalternative. Die aber hat Mercedes mit dem S 350 CDI im Programm - und diese kostet über 10.000 Euro weniger als der S 400 Hybrid.

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