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Galerie: Erster Test Mercedes S-Klasse

Erster Test: Mercedes S-Klasse

"S" macht einfach Spaß

22.09.2005

Eine neue S-Klasse ist und war immer etwas ganz Besonderes. Die Stuttgarter Spitzenmodelle fungierten stets als Technologieträger, vor allem in Sachen Sicherheit. Und bei Fahrkomfort und Luxus wurde die Messlatte ebenfalls jedes Mal aufs Neue angehoben. Nicht anders ist das bei der jüngsten Generation zu erwarten. Zusätzlich soll sie nun auch dort punkten, wo bislang die Konkurrenz ihre Stärken hatte: beim Fahrspaß.

Doch was heißt „Fahrspaß“ bezogen auf einen über fünf Meter langen Zweitonner? Die Antwort ist simpel, weil unabhängig von Größe und Gewicht: Gefragt sind agiles Handling und das gewisse Gefühl der Leichtigkeit.

Wie ernst es Mercedes damit meint, zeigt der Ort der Fahrvorstellung: Nicht im schicken Südfrankreich, nicht auf freien deutschen Autobahnen soll die Journaille den neuen Stern am Luxushimmel Probe fahren. Die Teststrecke liegt in den Schweizer Alpen: Pässe über Pässe, darunter so bekannte wie der haarnadelige San Bernardino- und der gewundene Julierpass.

Weil wir es dem Mercedes-Flagschiff nicht zu einfach machen wollten, haben wir uns für die Version mit langem Radstand entschieden. Statt 5,08 Meter kommt der Big-Benz so auf eine Gesamtlänge von stattlichen 5,21 Meter.

„S“-Modus

Galerie: Erster Test Mercedes S-KlasseAls Motorisierung stand uns der neu entwickelte 5,5-Liter-V8 im S500 zur Verfügung. Dieses Sahnestück von einem Motor leistet 388 PS und wuchtet 530 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Müßig zu erwähnen, dass der Vortrieb überragend ist. Überraschend ist allerdings der satte Klang. Obwohl bei jeder Drehzahl mustergültig zurückhaltend, wurde das typische V8-Bollern nicht gänzlich weggekapselt. Ein schöner Zug, ganz nach der Devise: Wer einen Achtzylinder fährt, soll ihn auch hören dürfen.

Doch zurück zur Eingangsfrage nach dem Fahrspaß, bisher klar die Domäne der Konkurrenten BMW 7er und Audi A8. Die neue S-Klasse hat mehr als nur aufgeholt. Sie wurde mit einer äußerst präzisen Servolenkung aufgerüstet und erhielt ein voll vernetztes Sportprogramm. Dieser „S“-Modus nimmt Einfluss auf die Schaltcharakteristik der Siebengang-Automatik, das Ansprechverhalten des Motors und auf das Fahrwerk. Die in allen Modellen serienmäßige Luftfederung ist in dieser Einstellung deutlich straffer.

„S“-Kurvenklasse

Galerie: Erster Test Mercedes S-KlasseZusammen ergibt sich ein in jeder Hinsicht überzeugendes Handling. Selbst in engste Kehren lässt sich die S-Klasse werfen wie ein sportlicher Mittelklassewagen. Die Karosserieneigung bleibt erstaunlich gering auch ohne optionalem Wankausgleich (ABC). Im Grenzbereich dann schiebt die Limousine sanft untersteuernd über die Vorderräder. Auffällig: Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP lässt dem versierten Fahrer durchaus „Spielraum“. Besser gelöst wurde zudem die manuelle Schaltmöglichkeit am Lenkrad: Anstelle von Wipptasten, die einhändig aber unhandlich zu bedienen sind, wurden die Tasten an der Rückseite des Lenkradkranzes nun eindeutig belegt: Links Herunterschalten, rechts Hochschalten.

Trotz der deutlich sportlicheren Auslegung haben auch die bekannten Stärken - allen voran der Fahrkomfort - gewonnen. Im „C“-Modus gleitet der Sternenkreuzer schwerelos durch den Raum. Unabhängig vom Fahrprogramm ist die souveräne Akustikabschirmung: Umweltgeräusche bleiben da, wo sie hingehören: draußen. 170 Isolierbauteile und viel Knowhow vom Maybach - darunter die Akustikfolien an den Scheiben - sorgen für erhabene Stille.

„S“ werde Licht

Galerie: Erster Test Mercedes S-KlasseDie dritte selbst auferlegte Kardinaltugend einer S-Klasse - die Übernahme der Technologieführerschaft - erfüllen Neuerungen wie etwa der radarbasierte Bremsassistent Plus, das Abstandsradar, das nun auch im Stop-and-go-Verkehr benutzt werden kann (€2.668), und der Nachtsicht-Assistent (€ 1.740): Eine Infrarot-Kamera nimmt die Umgebung vor dem Fahrzeug auf und sendet ein Livebild direkt ins Zentraldisplay am Cockpit. Ein Bildschirm, der in der Regel einen herkömmlichen Rundtacho projiziert, ersetzt die klassische Runduhr (weitere Technikdetails vergleiche Vorstellung).

Dass Mercedes insgesamt sparen muss, ist der S-Klasse zum Glück nicht anzusehen. Die Materialien im modern gestylten Innenraum sind von höchster Güte. Alleine die Tasten und Schalter in Aluoptik sind von nie gekannter Qualität. Das Platzangebot ist, vor allem in der Langversion, staatsgasttauglich. Andererseits wirkt vom Fahrerplatz aus nichts wuchtig oder protzig. Stilvolles Detail ist die formschöne Analoguhr zentral im Armaturenbrett.

„S“ wirkt bekannt

Galerie: Erster Test Mercedes S-KlasseDie Bedienung ist angesichts der Fülle von Möglichkeiten (u.a. Navi, Radio, Massagesitze, Innenbeleuchtung, Klimaverteilung) vergleichsweise simpel. Das neue Comand-System mit einem Wählrad im Stile des BMW 7er erlaubt jedenfalls schnelles und zielsicheres Navigieren in den klar gegliederten Kapiteln. Ob es nun besser oder schlechter ist als die BMW-Erfindung muss ein ausführlicher Praxistest zeigen.

Preislich baut die neue S-Klasse wieder ganz auf Tradition, ist also durch die Bank etwas teurer als die Konkurrenz. Los geht es bei 70.760 Euro für den bereits gut ausgestatteten S350. Für Ledersitze muss hier allerdings noch Aufpreis bezahlt werden. Serienmäßig sind diese im S500, der 89.668 Euro kostet. Die von uns gefahrene Langversion mit erweiterter Serienausstattung kommt auf 95.236 Euro.

Fazit

Galerie: Erster Test Mercedes S-KlasseMercedes hatte ein nobles Problem. Weltweit gesehen war die alte S-Klasse bis zuletzt mit Abstand das meistverkaufte Oberklasseautomobil. Und es ist nie leicht, ein Erfolgsmodell zu toppen. Gelungen ist es trotzdem - mit Bravour. Denn die jüngste S-Klasse ist in allen Belangen besser als der viel gelobte Vorgänger: Komfortabler, sicherer, stärker und dabei sparsamer, hochwertiger und optisch präsenter.

Die wichtigste Neuerung aber ist das hervorragend umgesetzte Bekenntnis zum Fahrerauto. So gemütlich die Rückbank auch ist, so prestigeträchtig ein Chauffeur auch sein mag im neuen Mercedes-Flagschiff hält man das Volant am liebsten selbst in der Hand. Denn “S“ macht einfach Spaß.

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