Cabrio-Special 2011
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)

Erster Test: Mercedes SL 63 AMG (Facelift)

Gefühlssache

19.03.2008

Wer auf pure Emotion steht, ist bei AMG richtig. Mit dem Facelift des Mercedes SL feiert eine weitere Hochleistungsvariante des Roadsters ihre Premiere. Der SL 63 AMG mit 6,2-Liter-V8. Sein Highlight: Das neu entwickelte, superschnelle Getriebe Speedshift MCT.

Für alle die nicht genug SL bekommen können hält Mercedes jetzt zwei AMG-Versionen bereit. Neben dem bekannten SL 65 ist fortan auch der SL 63 AMG in den Schauräumen zu finden. Und um ihn dort rauszuholen, ist einiges an Kleingeld nötig: 145.239,50 Euro verlangt  Mercedes als Gegenleistung für den Sport-Roadster. Immerhin: Gegenüber dem SL 600 spart man noch mehr als eineinhalb Tausend Euro.

Emotion

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)Wer gewillt ist, die Summe zu investieren, bekommt den berühmt-berüchtigten 6.208 Kubizentimeter großen V8-Motor. Aus eigener Kraft, also ohne Turbolader oder Kompressor, entwickelt das Aggregat eine Leistung von 525 PS und stemmt bis zu 630 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Zu erwähnen, dass der Standardsprint nur noch 4,6 Sekunden dauert, ist leidige Pflicht.

Der Achtzylinder schert sich nämlich nicht um trockene Zahlen, er verkörpert pure Emotion. Aufgeweckt durch den Startknopf, jault das Aggregat kurz auf, um seinen Fahrer standesgemäß zu begrüßen. Um dann aber auch so gleich - ganz Gentleman - in einen kultivierten Leerlauf zu verfallen, der nur mehr von einem harmonischen Brummeln begleitet wird. Zurückhaltend, aber jederzeit bereit, alles zu geben!

Auf Drehzahljagd

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)Ein sanftes Antippen des Gaspedals genügt, um die Drehzahlnadel nach oben zucken zu lassen. Unverzüglich werden die Befehle des Fahrers in Vorwärtsbewegung umgesetzt. Hungrig nach Drehzahlen steigt der V8 bis auf 7.000 Touren, begleitet von einem tief blubbernden Konzert aus vier Endrohren. Wie gut, dass man offen Fahren kann. So dringt der Klang unverfälscht an die Ohren der Passagiere.

Verwaltet wird die üppig vorhandene Kraft von einem neu entwickelten Getriebe, dass im „63er“ seine Weltpremiere feiert. Sieben Gänge, vier Fahrprogramme, sowie Zwischengas- und „Race Start“-Funktion zeichnen das neue „AMG Speedshift MCT“-Getriebe aus.  

Ohne Drehmomentwandler

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)MCT steht für Multi-Clutch-Technology, also Mehrkupplungs-Technik, und weist auf den nicht mehr vorhandenen Drehmomentwandler hin. Dieser wird von einer nassen Anfahrkupplung ersetzt, die in einem Ölbad läuft und spontan und schlupffrei agiert. Das Ergebnis: unmittelbarer Vortrieb und keine Zugkraftunterbrechung.

Per Drehschalter kann der Fahrer den Automaten beeinflussen: Modus „C“ ist komfortorientiert und sorgt für weiche Gangwechsel, im Sportmodus „S“ agieren Motor und Getriebe wesentlich spontaner. Um bis zu 20 Prozent schneller sollen die Gänge durchgeschaltet werden, als im Komfort-Betrieb. Noch mal um das gleiche flotter agiert der Sport Plus-Modus „S+“. Und im manuellen Modus bestimmt der Fahrer per Schaltwippen selbst den Zeitpunkt der Gangwechsel vor. Diese dauern dann gerade mal 100 Millisekunden.

Extrem schnelle Gangwechsel

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)Auf kurvigen Bergstraßen rund um Palm Springs musste das MCT-Getriebe in unserem ersten Test seinen Dienst unter Beweis stellen - und konnte auf der ganzen Linie punkten. Die schnelleren Gangwechsel gegenüber dem herkömmlichen Automaten steigern Fahrspaß und Performance, vor allem im „S+“-Betrieb hämmert der AMG die Gänge regelrecht rein.

Die „Race Start“-Funktion sorgt für optimale Beschleunigung aus dem Stand, indem sie die bestmögliche Traktion der Hinterräder sicher stellt. Gerade mal 4,6 Sekunden braucht der SL 63 im Idealfall auf Tempo 100. Das dreistufige ESP (Normal, Sport und komplett aus) erlaubt es dem Fahrer, sich noch näher an den Grenzbereich ran zu tasten. Das Stahlfeder-Sportfahrwerk auf Basis des ABC-Systems schaltet auf Knopfdruck in eine noch sportlichere Abstimmung, als sie der AMG ohnehin schon mitbringt.

Keine Direktlenkung

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)Die im SL neu eingeführte Direktlenkung ist für die AMG-Modelle nicht verfügbar. Doch kein Grund zur Sorge, das Volant im SL 63 reagiert auch so sehr direkt und gibt dem Fahrer exakte Rückmeldung, so dass einem präzisen Kurvenstrich nichts im Wege steht. Wie auf Schienen folgt der Mercedes der vorgegebenen Ideallinie. Wer es sich zutraut, kann - dank des Heckantriebs - den Benz auch mit einem beherzten Gastritt um die Kurve schleudern.

Doch nicht nur die Fahrdynamik entspricht einem reinrassigen Sportwagen, auch die Optik hat die Affalterbacher Abteilung entsprechend angepasst: Schwarzer Kühlergrill, spezielle Motorhaube, größere Kühlluftöffnungen  und  extra gestaltete Außenspiegel sind nur ein paar Beispiele für die aggressive Optik.

Auto oder Reihenhaus?

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)Der SL 63 AMG ist, keine Frage, mehr als potent. Doch das Ende der Fahnenstange ist damit immer noch nicht erreicht. Ganz oben dominiert der SL 65 AMG die Preisliste. Technisch unverändert, aber optisch an das überarbeitete Modell angepasst, kostet er ab satten 221.518,50 Euro.

Dafür gibts den von einem Biturbo beatmeten Zwölfzylinder mit 612 PS und Sage und Schreibe 1.000 Newtonmeter. Das die zwischen 2.000 und 4.000 Touren anliegen, sei nur der Chronistenpflicht halber erwähnt. Über Durchzugschwächen kann sich bei diesem Geschoss wahrlich keiner mehr beschweren, nach 4,2 Sekunden zeigt der Tacho 100 km/h. Ähnlich schnell bewegt sich die Tanknadel nach unten - die versprochenen 15,1 Liter je 100 Kilometer sind auch mit dem sensibelsten Gasfuß kaum zu erreichen. Da gibt sich der 63er mit nur 13,9 Liter laut Datenblatt richtig zurückhaltend…

Fazit

Rationalisten sind bei AMG fehl am Platz - wer seine Entscheidung für oder gegen ein Auto im Kopf fällt, findet hier kein passendes Modell. Gefragt sind Bauch-Entscheider: Der SL 63 AMG weckt Emotionen, er fordert seinen Fahrer jeden Tag neu heraus. Spritverbrauch oder Anschaffungskosten sind Nebensächlichkeiten. Der 6,2-Liter-V8 präsentiert sich noch sportlicher als der Power-V12 im SL 65. Dazu trägt auch das neue Getriebe einen großen Teil bei. Spürbar schneller schaltet es durch die sieben Gänge, stellt so eine noch direktere Verbindung zwischen Mensch und Maschine her.

Galerie: Erster Test Mercedes SL 63 AMG (Facelift)

 
3
43

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.