Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Mini Cabrio

Erster Test: Mini Cabrio

Heizer zum Abkühlen

30.01.2009

Kärnten im Januar – da denkt man eigentlich an Tiefschnee, Jagertee und Pistengaudi. Oben-Ohne-Spritztouren im Cabrio passen hingegen nicht ins Bild. Doch Mini will immer auch provokant und anders sein und lud deshalb zur ersten Ausfahrt im völlig neuen Stoffdach-Cooper in eben jenes tief verschneite Kärnten. Mit der feurigen S-Version erlebten wir ein erfrischend sportliches Open-Air-Vergnügen in, um und auf Schnee.

Seit Ende 2006 ist der Mini der zweiten Generation als Limousine auf dem Markt. Das weiterhin parallel angebotene Cabrio war seither noch mit alter Technik und Optik unterwegs. Jetzt hat BMW auch die Frischluft-Variante rundum erneuert und in vielen Details verbessert. Zwar sind die Änderungen umfangreich, der optische Wandel ist aber nur dezenter Natur. Das neue Mini Cabriolet kommt erwachsener, moderner und dynamischer daher, ist aber dennoch ein Klon des Vorgängers.

Der ebenfalls vom Vorgänger weiterentwickelte Innenraum wurde in so ziemlich jedem Detail attraktiver. Schickere Softoberflächen betonen den zuvor schon erwarteten Premiumanspruch des Kleinen. Obwohl einige Funktionseinheiten und Schalter sehr anders gestaltet und angeordnet sind, ist dennoch alles weitgehend funktional und intuitiv bedienbar. Es dauert lediglich einige Augenblicke, bis man beispielsweise die Klimaautomatik wunschgemäß einstellen kann oder den Knopf zum Dachöffnen findet. Letzterer versteckt sich in einer Kippschalter-Batterie zwischen Dachhimmel und Frontscheibe.

Der Kälte zum Trotz

Galerie: Erster Test Mini CabrioDank warmer Winterkleidung entscheiden wir uns bei klirrender Kälte für den Offen-Modus. Insgesamt beansprucht dieser Vorgang kurzweilige 15 Sekunden – übrigens auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Zunächst zieht sich auf Knopfdruck vollelektrisch der vordere Verdeckabschnitt gut 40 Zentimeter zurück. Diese neue Schiebedachfunktion gab es bei der ersten Cabrio-Generation übrigens nicht. Drückt man ein weiteres Mal den Verdeckknopf, lösen sich die Holme aus Verankerung der A-Säule und faltet sich das Dach vollständig und flach hinter den Fondsitzen zusammen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mini Cabrio
Ausstattungsvariante   Cooper S
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.714/ 1.683 / 1.414
Radstand (mm)   2.467
Wendekreis (m)   10,7
Leergewicht (kg)   1.305
Kofferraum (Liter)   125 - 660
Bereifung Testwagen    
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598 / 4, Reihe
Leistung (PS)   175
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   240 / 1.600 - 5.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,4
CO2-Emissionen (g/km)   153
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   222
Preise    
ab (Euro)   26.500
Empfohlene Extras   Ausstattungspaket Chili (3.040 Euro) mit Klima, schicken 17-Zoll-Rädern, Xenon-Licht und mehr
 
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Das geschlossen sehr straff gespannte Stoffdach hinterlässt einen hohen Qualitätseindruck. Auch die Geräuschentwicklung bleibt im geschlossenen Modus selbst bei höheren Tempi moderat. Doch wesentlich beeindruckender sind die wenigen Luftverwirbelungen im offenen Innenraum. Sind Windschott und Seitenfenster hochgestellt, kann man selbst bei frostigen Temperaturen in recht entspannter Weise offen fahren, ohne das beißend kalte Fahrtwinde die Insassen schock gefrieren. Auch bei 160 km/h kann man sich dabei zudem noch mit normaler Stimme unterhalten.

Nur für Beinamputierte

Galerie: Erster Test Mini CabrioDas Platzangebot ist weiterhin keine Stärke des Mini. Die vorderen Passagiere reisen noch sehr kommod, der enge Fond lädt jedoch weiterhin nicht zum Verweilen ein. Höchstens Beinamputierte sollten hier Platz nehmen. Alternativ bietet die Rückbank viel Stauraum. Der je nach Dachzustand 120 oder 170 Liter kleine Kofferraum kann dank der umlegbaren Rückbank auf respektable 660 Liter wachsen. Vorne könnte der Mini noch ein paar mehr Ablagen für Kleinkram bieten, dafür baut die Mittelkonsole vorbildlich schmal, so dass das rechte Fahrerknie in entspannter Stellung angewinkelt werden kann.

Doch nach entspanntem Dahingleiten steht uns kaum der Sinn. Der Cooper S ist ein quirliges Geschoss. Aus nur 1,6 Liter Hubraum mobilisiert er dank eines Twin-Scroll-Turboladers satte 175 PS. Herausragende Eigenschaften des kleinen Vierzylinders sind seine hohe Drehfreudigkeit und Kultiviertheit sowie das zwischen 1.600 und 5.000 Umdrehungen anliegende Drehmoment von 240 Newtonmetern.

Theoretisch sparsam

Galerie: Erster Test Mini CabrioMit dem leichtgängig und knackig schaltenden Sechsgang-Getriebe und einem griffsympathischen Schaltknauf ist jeder Gangwechsel ein haptisch-mechanischer Verwöhnvorgang. Im sechsten Gang kann man den Mini auf bis zu 222 km/h treiben. Der 100-km/h-Sprint wird in 7,4 Sekunden abgespult. Besonders bemerkenswert: Der Durchschnittsverbrauch des Cooper S ist trotz enormer Leistung mit 6,4 Liter Benzin theoretisch sehr genügsam.

Praktisch wird man häufig den Verbrauch in zweistellige Regionen treiben. Der spritzige Antrieb verführt dazu, das Gaspedal nach Kräften zu bearbeiten. Selbst noch das Lupfen des Geschwindigkeitsreglers sorgt für gesteigerte Laune. Dann nämlich feuert ein dumpfer Bass und leichtes Brabbeln die Fahrgäste mit toller Sportakustik an. Und lässt man die Drehzahlnadel wieder nach oben jubeln, wird dies mit kehligem Röhren kommentiert. Im Offen-Modus erfreut dieser Wohlklang die Mini-Fahrgäste auf ganz besondere Weise.

Stabil und agil

Galerie: Erster Test Mini CabrioGroße Freude lässt auch das Fahrwerk aufkommen. Cabriozittern spürt man eigentlich nicht, selbst bei groben Unebenheiten hinterlässt die offene Karosserie einen bombig steifen Eindruck. Und trotz einer sportlichen Abstimmung und des gegenüber der Limousine um 100 Kilo höheren Gewichts gibt der Federungskomfort kaum Anlass zur Kritik. Dank der direkten Lenkung, souveränen Bremsen und dem betont kurvenwilligen Verhalten führt jede Biegung geradewegs in das lustbetonte Reich erhöhter Querdynamik.

Droht in Biegungen der Wagen ein kritisches Maß seitlicher Führungskräfte zu unterschreiten, regelt das serienmäßige DSC durch automatische Bremseingriffe den Mini wieder aus der turbulenten Zone. Wem das normale DSC zu streng regelt, kann per Knopfdruck in den toleranteren Untermodus DTC wechseln. Auf einem Handlingparcours auf Schnee und Eis beeindruckte der Cooper S mit seinem Driftpotenzial. Obwohl als gutmütiger Untersteuerer ausgelegt, schlug zumindest auf dem glatten Untergrund das Hinterteil oft ähnlich spaßbetont wie bei einem Hecktriebler aus.

Happige Preise

Galerie: Erster Test Mini CabrioZwar überzeugt der Mini vor allem mit ausgeprägten dynamischen Talenten, bietet aber außerdem auch ein gehobenes Sicherheitsniveau. Neben vielen elektronischen Regelsystemen gibt es Überrollbügel hinter den Fondsitzen. Diese sind, anders als beim ersten Mini Cabrio, nun versteckter und fahren erst beim drohenden Überschlag automatisch aus. Besonders stabile A-Säulen und vier Airbags runden das Programm sinnvoll ab.

Etwas die Freude trübt lediglich der Blick in die Preisliste. Los geht es Ende März 2009 ab 22.500 Euro für den Cooper. Der von uns gefahrene Cooper S kostet in der Basis sogar 26.500 Euro. Trotz der deftigen Basispreise ist die Liste der Optionen sehr lang und bietet noch viel Begehrenswertes. Eine völlig neue wie sinnfreie Option ist übrigens eine Analoguhr links vom Lenkrad, die die offen gefahrene Zeit anzeigt. Auf dieses Bonmot kann man gut verzichten, auf anderes hingegen nur schwer. Für ein ordentlich ausgestattetes Mini Cabrio sollte man also in jedem Fall noch ein paar tausend Euro mehr einkalkulieren. Eindrucksvoll hoch ist auch der Werterhalt des Mini. Sowohl Limousine als auch Cabriolet gehören zu den wertstabilsten Autos überhaupt.

Fazit

Beim neuen Mini Cabrio trifft gehobener sportlicher Fahrspaß auf ein ganzjahrestaugliches Frischluft-Vergnügen. Am Ende der Testfahrt überwiegt vor allem die Begeisterung. Die praktischen Nachteile eines Minis verdrängt man dabei gerne. Allein sein Preis kann den so vielfach positiven Eindruck trüben. Doch ein Kultmobil wie der Mini muss sich wohl auch preislich vom Kleinwagen-Einerlei abheben.

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