Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper S

Erster Test: Mini Cooper/Cooper S

Mehr BMW denn je

31.01.2014

BMWs Mini war eigentlich nie ein BMW. Klein, frontgetrieben, mit Peugeot-Motoren bestückt und vor allem betont unkonventionell gestylt und auf britische Traditionen pochend, ist er meilenweit von der klassischen Wertewelt der Münchner entfernt. Doch zumindest unterm Blech ist der neue Mini ein echter und vor allem auch für kommende Modelle technisch wegweisender BMW geworden, denn die hier eingesetzte Architektur wie auch die Dreizylindermotoren werden bald in vielen anderen BMW-Baureihen verfügbar sein. Und darauf darf man sich freuen, wie die erste Ausfahrt belegt.

Freuen dürfen sich auf den neuen Mini aber vor allem die Fans, die sich noch immer nicht an seinem expressiven Design satt gesehen haben, denn auf den ersten Blick nimmt man einen Generationswechsel gar nicht wahr. Tatsächlich hat sich jedoch vieles verändert und das vielleicht nicht nur zum Positiven. So ist die Karosserie leicht gewachsen und dabei vor allem der Vorderwagen wuchtiger geworden, denn die Konzessionen an den Fußgängerschutz führten zu einem höheren und längeren Vorbau, während sich bei den Vorgängern die Blechhaut noch äußerst knapp um die Vorderräder geschlungen hat.

51 Liter mehr Gepäckraum

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SDer jetzt mit etwas über 3,80 Meter immer noch recht kurze Mini hat mit dem Größenzuwachs einhergehend auch beim Innenraum etwas mehr Entfaltungsspielraum zu bieten. Doch im Kern bleiben auch hier die bekannten Verhältnisse bestehen: Vorne sitzen die Gäste unvermindert gut, hinten bleibt es trotz eines leichten Raumgewinns unverändert eng und der dreitürige Mini somit weiterhin ein Zweisitzer mit zwei zusätzlichen Notsitzen im Fond. Für Handtäschchen gibt es noch einen Kofferraum, der um 51 Liter vergrößert nunmehr 211 Liter fasst und der sich dank einer jetzt etwas leichter umlegbaren Rückbanklehne klassisch erweitern lässt.

Die Optimierung der Kofferraumerweiterung ist nur ein kleines Detail der insgesamt sehr umfangreichen Aufwertungsoffensive im Innenraum. Dabei wurde innen einerseits weiterhin dieser besondere Mini-Style gepflegt, doch qualitativ in jedem Detail aufgewertet und zudem deutlich in seiner Bedienbarkeit verbessert. Zum Beispiel bieten die Sportsitze jetzt eine deutlich langstreckentauglichere Ergonomie, die Fensterheber sind in den Armlehnen der Türen gewandert und das Kombiinstrument direkt hinterm Lenkrad besteht aus analogem Tacho und Drehzahlmesser und einem farbigen Bordcomputer-Display. Noch besser: Optional kann man sich Geschwindigkeit und Navigationsinformationen auch direkt ins Blickfeld projizieren lassen, denn eine aus dem Armaturenbrett herausfahrbare kleine Scheibe wird dann als Head-up-Display der unvermindert steil stehenden Frontscheibe vorgelagert.

Twitter, Facebook und mehr

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SNeu gestaltet wurde auch die Infotainment-Navi-Einheit, die über ein mittelgroßes Farbdisplay zentral in der Mittelkonsole dargestellt und über einen einigermaßen gut erreichbaren Dreh-Rückstellknopf im Stile des BMW iDrive-Controllers in der Mittelkonsole gesteuert wird. Neben klassischen Audio- und Navifunktionen ermöglicht das Mini Connected genannte System bei Einbindung eines Smartphones außerdem viele Online-Funktionen. Facebook und Twitter, ein Webradio oder eine Kalender-Darstellung sind dann möglich. Es gibt sogar eine Fahrspaß-Analyse-App, die anhand verschiedener Parameter darstellen kann, wie spaßorientiert man unterwegs war.

Fahrspaß steht bei der dritten Mini-Generation selbstverständlich wieder im Vordergrund. Sein fahraktives Ansinnen wird schon durch den zentral in der Mittelkonsole inszenierten Startknopf deutlich. Statt eines schnöden Zündschlüssel-Drehs wird hier wie bei einem Raketenabschuss ein großer, roter Kippschalter umgelegt.

Erwachsener Dreizylinder

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SErstmalig zum Leben erwecken kann man in dem von uns getesteten Cooper einen Dreiyzlinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum. Das mag nach Verzicht klingen, entpuppt sich allerdings als das genaue Gegenteil. Dem Downsizing-Aggregat, das dank Ausgleichswelle übrigens erstaunlich laufruhig ist, verhilft eine Twinturbo-Aufladung zu schon recht verheißungsvollen 136 PS und 220 Newtonmeter.

Besonders eindrucksvoll dabei: Das Drehmoment steht bereits bei 1.250 Umdrehungen voll zur Verfügung. Von einem Turboloch kann also nicht mehr die Rede sein und kommt der Motor entsprechend spritzig aus dem Drehzahlkeller und kann so eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden ermöglichen. Maximal sind 210 km/h möglich. Zwar beeindruckt der Dreizylinder mit seinem stets spontanen Ansprechverhalten, nach oben raus, so jenseits der 6.000 Touren, passiert allerdings nicht mehr viel und wird man wohl selten das volle Drehzahlband ausnutzen, um möglichst schnell voranzukommen.

Nur theoretisch sparsam

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SDem Fahrspaß mindert dieser Umstand keineswegs und hat man auf den ersten Metern bereits den Eindruck, dass der im Vergleich zum Vorgänger geringfügig leichter gewordene Cooper das Mini-Feeling in absolut überzeugender Weise auf die Straße bringt. Dieses Feeling hat dann aber auch einen Preis, denn die viereinhalb Liter Normverbrauch haben sich auf unserer Testfahrt mehr als verdoppelt. Bei aufgeladenen Downsizing-Motoren gilt einmal mehr: Den Verbrauch bestimmt der Gasfuß.

Noch etwas mehr längsdynamischen Fahrspaß bietet der Cooper S, bei dem BMW auf einen Zweiliter-Vierzylinder mit Twinturbo setzt. Der etwas kerniger und frecher klingende Benziner schafft mit seinen 192 PS den Standardsprint in immerhin 6,8 Sekunden, kann aber vor allem bei der Endgeschwindigkeit mit 235 km/h den Cooper deutlich abhängen. Zumindest längsdynamisch ist die vorläufige Topversion klar im Vorteil, bei Kurvenfahrten wird man hingegen kaum dem schwächeren Cooper enteilen können.

So geht Fahrwerk

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SSein größtes Lob hat sich der neue Mini ob seiner Fahrwerkskonstruktion verdient. Dieser gelungene Unterbau wird in modifizierten Versionen später auch dem 2er Active Tourer oder der nächsten 1er-Generation als Basis dienen. Bereits die Ausfahrt im Mini macht deutlich: Den Ingenieuren ist es mit dieser neuen UKL-Architektur (das steht für „untere Klassen“) in sehr überzeugender Weise gelungen, Komfort mit Fahrspaß in Einklang zu bringen. Neben dem hervorragend austarierten und für wilde Kurven-Experimente gutmütigen Setup konnte beim Mini zugleich der Komfort im Vergleich zum Vorgänger deutlich gesteigert werden.

Doch entscheidender ist das hervorragende Handling in Kurven: Extrem willig, mit diesem verblüffenden Hang, sich regelrecht in Biegungen hinein zu saugen, mit steifer Karosserie und einer vorzüglich abgestimmten elektromechanischen Lenkung bietet der Mini weit mehr Fahrfreude als sonst im Kleinwagen-Segment üblich.

Kleines Auto, großer Preis

Kleinwagen? „Nun ja“ würde man bei BMW sagen: Zwar rangieren die Abmessungen des Mini zwischen Kleinst- und Kleinwagen, doch ansonsten will der Mini so gar nicht mit Autozwergen konkurrieren und spricht man deshalb in der BMW-Presseabteilung über den Mini auch von einem Kompakten, denn zumindest ausstattungstechnisch und preislich hebt er sich von den unteren Segmenten deutlich ab.

Galerie: Erster Test Mini Cooper/Cooper SWie gehabt, ist der Mini ein teures Vergnügen, welches im vorläufig günstigsten Fall, dem Cooper, bei 19.700 Euro und damit deutlich überm Golf startet. Allerdings bekommt man dann schon immerhin 136 PS und die damit einhergehenden eindrucksvollen Fahrleistungen. Die Ausstattung ist hingegen noch ausbaufähig: 15-Zoll-Alus, Fensterheber, Keyless Go, USB-Anschluss und ein Radio – das war’s im Wesentlichen. Doch der Markt der Möglichkeiten ist dafür sehr üppig und verführerisch: LED-Lichter, Abstandstempomat, Einparkhilfe, Highend-Navi, Head-up-Display, Rückfahrkamera, 6-Gang-Automatik, dynamische Dämpferkontrolle und das übliche Individualisierungsprogramm machen Preissteigerungen im fünfstelligen Bereich möglich.

Wer einfach nur einen Mini will, aber möglichst wenig bezahlen, muss noch ein Weilchen warten, denn etwas dauert es noch, bis das Basismodell One kommt, welches dann über einen 1,2-Liter-Dreizyinder verfügen wird, der 102 PS leisten wird. Preise nennt Mini hierfür noch nicht, doch dürfte sich die neue Basis an der der 15.700 Euro teuren Vorgängers orientieren.

 
Fazit

Mario Hommen

Eigentlich ist alles beim Alten geblieben, und doch ist alles neu: Der auf den ersten Blick kaum veränderte Retro-Flitzer offenbart auf den zweiten Blick und vor allem beim Blick unter das Blechkleid eine tiefgreifende Rund-um-Erneuerung. Die Höhepunkte sind dabei das unverändert fahrspaßorientierte Fahrwerk, welches endlich auch erwachsenen Komfort bieten kann, sowie der 1,5-Liter-Dreizylinder des Coopers, der mit seiner spritzig-kultivierten Art überrascht.

Außerdem hat Mini viele Neues zu bieten. Abstandstempomat oder ein Head-up-Display, neue Sportsitze oder der Qualitätsschub im Innenraum – in vielen Aspekten ist der Mini moderner und besser geworden. Wer also von der besonderen Art des Mini schon immer angetan war, wird künftig noch mehr Gründe finden, auch die Neuauflage zu mögen.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.