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Galerie: Erster Test Mini Cooper S

Erster Test: Mini Cooper S

Rennsemmel reloaded

09.10.2006

Darf man? Kann man überhaupt? Oder muss man nicht sogar etwas verändern? Designern stellen sich diese Fragen unweigerlich, wenn es darum geht, eine Automobil-Ikone zu erneuern. Mini hat sie für sich mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Der Neue sieht aus wie der Alte, obwohl er in Details durchaus verfeinert wurde. Ein klares „Ja“ folgt auf die Frage, ob der Neue besser ist als der Vorgänger. Sogar in Sachen Fahrspaß wurde kräftig nachgelegt - obwohl es daran bei Gott nie mangelte.

Der Reihe nach. Punkt eins, Design: „Klar, der Mini, na und?“, entfleucht es einem, wenn man die typischen Proportionen und das freundliche Gesicht erblickt. „Der“ Mini ist es aber nicht, es ist der neue Mini. Der mit der höheren Haube, der höheren Schulterlinie, den geringeren Fensterflächen und den etwas längeren Überhängen.

Notwendig war das Größenwachstum nur an der Front, da den härteren Bestimmungen des Fußgängeraufprallschutzes Rechnung getragen werden musste und die neuen Motoren zudem etwas mehr Platz benötigen. Die übrigen optischen Veränderungen dienen nur einem Zweck: die Proportionen zu halten. Damit sich an dem „Klar, der Mini“ ja nur nichts ändert.

Daran sollt ihr mich erkennen

Galerie: Erster Test Mini Cooper SUnd woran erkennt man nun den Neuen? Zuallererst am einteiligen Kühlergrill. Beim Vorgänger war er „in der Mitte zerschnitten“, kritisiert Exterieur-Designer Marcus Syring. Zudem rückten die Blinker in die Hauptscheinwerfer. Anstelle von zwei „Beauty-Spots“ unter den „Augen“ gibt es dort ab sofort nur noch eine zusätzliche Leuchte, die die Positionslichter und die Nebelscheinwerfer beinhaltet.

Die Interieurmaßnahmen kommen ebenfalls eher einem Facelift gleich: Der große Tacho in der Mittelkonsole, der Drehzahlmesser auf der Lenksäule, hier die runden Belüftungsdüsen, da die Kippschalter für Fensterheber. Kennt man. Ein Mini halt. Auch an den Platzverhältnissen hat sich nichts Wesentliches getan.

Spiel mit dem Emblem

Galerie: Erster Test Mini Cooper SUnd doch wurde vieles verändert, das meiste davon fällt in die Kategorie „Verbesserung“. Das Lenkrad etwa ist nun nicht nur in der Höhe, sondern auch längs verstellbar, was eine entspanntere Sitzposition erlaubt. Dazu trägt auch die schmalere Mittelkonsole bei, die nun nicht mehr latent ins Knie des Fahrers drückt. Nur: Die effektvollen Längsbügel, ein prägnanter Design-Gag beim Vorgänger, mussten weichen.

Neuer Hingucker ist die Klimaautomatik-Bedieneinheit in Form des Mini-Emblems. Schade, dass die silbernen Plastiktasten selbst nicht sonderlich ansprechend wirken. Trotzdem: Insgesamt ist die Anmutung der Materialien gestiegen. Bleibt zu hoffen, dass die Verarbeitungsqualität auch mehrjähriger Beanspruchung standhält.

Bayerischer Motor

Galerie: Erster Test Mini Cooper SDenn beansprucht werden wird der Mini, besonders der Cooper S. Um es vorweg zu nehmen: Die Rennsemmel ist zurück - stärker, schneller, agiler, souveräner denn je. Der größte Fortschritt ist unter der Haube zu finden. Das neue, komplett von BMW entwickelte 1,6-Liter-Vierzylinder-Aggregat hat es in sich: Benzindirekteinspritzung, vollvariable Ventilsteuerung und ein aufwendiger Twin-Scroll-Turbolader sorgen für Kraft im Überfluss. Die Spitzenleistung beträgt 175 PS, beeindruckender aber noch ist das maximale Drehmoment von 240 Nm, das von 1.600 bis 5.000 Touren voll zur Verfügung steht.

Galerie: Erster Test Mini Cooper SDamit geht der serienmäßig mit einem knackigen Sechsganggetriebe ausstaffierte Mini so, wie man es sich vom Vorgänger immer gewünscht hat. Der Motor hängt wunderbar am Gas, zieht bereits bei niedrigen Touren kräftig durch und jubelt freudig hoch. Die Vokabel „Turboloch“ kann man getrost aus dem Wortschatz streichen. In 7,1 Sekunden hechtet der Cooper S auf 100 km/h und rennt bei Bedarf 225 Sachen. Unter Last klingt der Motor angenehm kernig, und hin und wieder verzückt er mit Schub-Blubbern. Tipp: Fenster auf, dann hört man das „Brabblbababb“ intensiver.

Aufhorchen lässt auch der Verbrauch. Laut Herstellerangabe konsumiert der Turbomotor durchschnittlich 6,9 Liter Super Plus - fast zwei Liter weniger als der aktuelle Kompressor. Bei unseren ersten, mitunter sehr sportlichen Testfahrten errechnete der Bordcomputer einen Schnitt zwischen sieben und zehn Liter.

Unerwartete Verbesserung

Galerie: Erster Test Mini Cooper SDas Fahrwerk wurde nur leicht verändert, Spurweite und Radstand nicht angefasst. Einen Tick komfortabler wirkt es nun, besonders beim Überfahren von Querfugen. Das gilt auch für das empfehlenswerte Sportfahrwerk, das einmal mehr beweist, dass Sportlichkeit nichts mit übertriebener Härte zu tun hat. Muss über das Fahrverhalten eines Mini überhaupt etwas gesagt werden? Die bekannten Stichworte sollten reichen: Go-Kart, Karnickel, Brett, oder einfach: Reinerpurerechterfahrspaß.

Ein spürbarer Fortschritt wurde an einer Stelle erreicht, die nie zur Kritik stand: Die Lenkung. Mit dem neuen Mini wird der Wechsel von der elektrohydraulischen auf die elektromechanische Servolenkung vollzogen. Vorteile des geschwindigkeitsabhängig arbeitenden Systems sind unter anderem ein verbesserter Geradeauslauf, eine noch höhere Lenkpräzision und erstaunlich geringe Antriebseinflüsse. Letztere filtert die Lenkung derart überzeugend heraus, dass Otto-Normal-Fahrer kaum auf die Idee kommen wird, einen Fronttriebler zu fahren. Nicht nachvollziehbar: Der grundsätzlich empfehlenswerte Schleuderschutz DSC kostet selbst beim Topmodell extra.

Die Grundpreise bleiben nahezu unverändert. 21.050 Euro verlangt Mini für den Cooper S und damit 50 Euro mehr als für den Vorgänger. 150 Euro teurer ist der Cooper mit nun 120 statt 115 PS (ebenfalls ein neues Aggregat). Ergänzt wird die Modellpalette im Frühjahr 2007 mit dem Mini One, der einen 1,4-Liter-Benziner mit 95 PS bekommen wird. Auch ein Turbodiesel ist in der Pipeline.

Fazit

Klassisches Design, bessere Innenraummaterialien, überragende Handlingeigenschaften, die mit Abstand beste Lenkung im Segment und endlich ein Motor, der den Cooper S zum Sportwagen macht: Der neue Mini ist der beste Mini, den es je gab. Da der Preis kaum erhöht wurde, stieg das Preis/Leistungsverhältnis. Objektiv ist die Rennsemmel freilich nach wie vor teuer, zumal die elfseitige Aufpreisliste viel Luft nach oben lässt. Typisch Mini halt.

 
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