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Galerie: Erster Test Mini e

Erster Test: Mini e

Jetzt geht’s ab...

12.12.2008

Eine kleine Firma in Kalifornien hat vorgemacht, wie man ein neues Fahrzeugkonzept auf die Strasse bringt. Doch wurde das Startup-Unternehmen Tesla Motors anfangs vor allem von den Branchengrößen belächelt. Hinter verschlossenen Türen jedoch arbeiteten auch die deutschen Hersteller fieberhaft an einer ähnlichen Lösung. BMW zeigt jetzt, unter seiner dritten Konzernmarke, den „Mini e“.

Besser gut kopiert als schlecht erfunden mag man beim ersten Blick auf den Mini e denken. Ein kultiges, britisches Auto wird seines Motors entledigt, das Fond mit vielen kleinen Lithium-Ionen Akkus (genau: Ihr Handy hat auch einen) voll gestopft, der Elektromotor legt Drehmoment bis zum Abwinken auf und einen Kofferraum gibt es praktisch nicht: Was für den Tesla Roadster zutrifft stimmt auch beim Mini. So weit zu den Gemeinsamkeiten.

Eine Idee setzt sich durch

Galerie: Erster Test Mini eZu den Unterschieden gehört, dass Tesla, als sehr kleines Unternehmen, nur recht wenige Autos (zu einem hohen Preis) zu bauen und verkaufen braucht um ein Geschäft zu machen. Bei einem Volumenhersteller wie BMW geht das nicht ganz so schnell, bevor ein fertiges Auto auf die Kundschaft losgelassen wird. Und so ist der Mini e – wiederum anders als der Tesla – nicht zu kaufen. Der in Handarbeit aufgebaute und von uns gefahrene Prototyp kostet immerhin rund eine viertel Million Euro. Kein vernünftiger Mensch (und für die ist der Mini e konzipiert) würde so viel Kohle für einen nur zweisitzigen Mini ohne Kofferraum locker machen.

Vielmehr werden die ersten paar hundert Elektro-Minis für 850 US-Dollar monatlich an Interessierte vermietet. Dieser Betrag ist zwar auch kein Schnäppchen – muss man doch auch eine Garage, eine abschließbare, sein Eigen nennen, in welcher ein spezieller Starkstromanschluss installiert werden muss. Doch für diesen Preis gestaltet man Zukunft mit.

Hallo Zukunft!

Galerie: Erster Test Mini eGehört man zum Kreis der Auserwählten, fährt man ein Auto, das einen Zeitsprung vollzieht. Keine Kupplung, kein Ganghebel, kein Geräusch und keine Schadstoffe. Das wird die Zukunft sein.

Im Detail muss sich der Fahrer umstellen. Das geht mit dem Starten schon los: Es fällt aus, denn der Motor wartet nur auf Strom. Den gibt es über das „Gas“pedal. Das fungiert gleichzeitig auch als Bremse, wie sich schon bei der ersten roten Ampel zeigt: Die Verzögerung bei „Gas“wegnahme ist erstaunlich deutlich, BMW nennt einen Verzögerungswert von 0,3g. Das ist das Dreifache an Rekuperation (Energierückgewinnung), wie man es von Hybridautos gewohnt ist. Der E-Motor fungiert im Schubbetrieb als Generator, der Strom produziert und in die Akkus zurückspeist – beim Elektro-Mini wie auch im Voll-Hybrid Auto. Im Mini e hätte man aber am liebsten eine Fußschlaufe am Pedal, um noch feinfühliger die nächste Ampel zu rekuperieren.

Praxis

Galerie: Erster Test Mini eDas Drehmoment des Motors ist beachtlich und man kann so ziemlich jeden anderen Mini an der Ampel gehörig verblasen (0-100km/h in 8,5 Sekunden). 220 Newtonmeter powern den Elektroflitzer trotz Mehrgewicht von 300 Kilogramm so nachdrücklich nach vorne, dass man unwillkürlich in den nächsten Gang schalten möchte. Doch der über 200 PS starke Stromer dreht bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h einfach weiter. In Kurven bettelt der drehmomentstarke Fronttriebler gerne um Grip, das ASR (Antriebs-Schlupf-Regelung) maßregelt die Kraft fein portioniert.

In der Praxis ergeben sich Reichweiten von 150 bis 250 Kilometern pro Ladung. Je nach Leistungseinsatz versteht sich, ein schwerer „Gas“fuß rächt sich also auch im Mini e. Doch ist der durchschnittliche Kilometerpreis, der an der Ladestation entrichtet werden muss, viel leichter zu verschmerzen: BMW spricht von Stromkosten in Höhe von etwa 2 Euro pro 100 Kilometer – vergleicht man das mit einem flotten Mini Cooper (8 Liter/100km, 1,20 pro Liter Super) fährt man den E-Mini zu einem Fünftel der Energiekosten!

Dabei kann der Mini e an der normalen Steckdose über Nacht aufgeladen werden oder auch innerhalb von nur zwei Stunden per Starkstrom.

Fazit

Stromautos gehört die Zukunft. Nach dem Tesla Roadster als ersten, überzeugenden Serienstromer ziehen die großen Hersteller endlich nach. Zwar bedeutet der Mini e laut Mutterkonzern BMW auf absehbare Zeit nicht den Tod des Verbrennungsmotors. Und nebenbei treibt BMW auch noch den Wasserstoff-Motor weiter. Doch wer die Zeichen lesen kann, weiß, dass es hier nicht um das ob, sondern nur das wann geht.

Der Mini e ist ein Versuchsträger, der im Testbetrieb wertvolle Felddaten an den Hersteller zurückliefern wird. Und in der von uns gefahrenen Version wird es auch keinen Mini e geben. So weit die schlechte Nachricht. Die gute ist: Ein E-BMW wird kommen - wobei man sich im Hauptquartier noch die Köpfe heiß redet in welcher Form das sein wird. Denkbar ist ein Zweisitzer, ein Dreirad, ein aufgebohrter Roller, Microcar oder Alternativantrieb in einem Serien-BMW. Für diese Zukunftsideen ist der Mini e der wichtigste Ideenlieferant.

Galerie: Erster Test Mini e

 
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