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Galerie: Erster Test Mini Paceman John Cooper Works

Erster Test: Mini Paceman John Cooper Works

Popcornzert

19.03.2013

Würde ich beim Blick in den Rückspiegel eine Popcorn-Fontäne aus dem Heck sprühen sehen, wäre das eigentlich nur konsequent, denn das Sprotzel-Konzert meines Krawallo-Paceman erinnert ans massenhafte Platzen von Puffmais. Fast so, als würde im Kofferraum ein großer Topf gefüllt mit Öl und dem gelben Getreide bei 200 Grad dem schmackhaften und lautstarken Schaum-Finale entgegen köcheln.

Um mich dieser Klanggewalt hinzugeben, muss ich im neuen Mini Paceman John Cooper Works lediglich per Wippschalter den Sportmodus aktivieren und kann dann mit pubertärer Fahrweise dem Motor immer wieder Gänsehaut-Sound entlocken. Am herrlichsten ist es, in engen Stadtgassen bei 50 km/h im dritten Gang kurz auf 60 zu beschleunigen und das Gaspedal zu lupfen – dann darf man sich fast wie ein WRC- Pilot fühlen, der beim heißen Rallye-Ritt mit dem Wettbewerbs-Mini wilde Fehlzündungs-Fanfanren den Zuschauern entgegen schmettert. Zuschauer? Ja, meinem Paceman blicken auffällig viele Passanten hinterher.

Der fällt auf

Galerie: Erster Test Mini Paceman John Cooper WorksAllein optisch kann sich mein Testwagen in recht auffälliger Weise in Szene setzen. Der Paceman an sich ist ja bereits eine Erscheinung wie keine andere, seine Mischung aus Retro-Mini-Anleihen, bulligem Geländewagen und knackigem Coupéheck ist schon eine Show für sich. Das Ganze wurde in der JCW-Version noch mit knalligen Farbakzenten wie den Rallye-Streifen auf die Spitze getrieben. Zusammen mit markanten Leichtmetallrädern und einem Muskeln suggerierenden Spoiler-Werk schreit der Kleinwagen auch ganz still nach Aufmerksamkeit.

Was der dramatische John-Cooper-Works-Fummel verspricht, kann sein potenter 1,6er-Benziner im Bug auch längsdynamisch umsetzen. Der Vierzylinder verfügt unter anderem über eine Benzindirekteinspritzung, Turbolader und der variablen Ventilsteuerung Valvetronic, die eine Drosselklappe überflüssig macht. Ein großer Ladeluftkühler und weitere Optimierungen sorgen dafür, dass der Motor in dieser Ausbaustufe satte 218 PS frei gibt; noch einmal 34 Pferdchen mehr als im Cooper S.

Allradantrieb bringt Kraft sauber auf die Straße

Galerie: Erster Test Mini Paceman John Cooper WorksWürden die 280 beziehungsweise im Sportmodus zwischenzeitlich sogar 300 Newtonmeter Drehmoment allein über die Vorderachse herfallen, hätte das einige unschöne Reaktionen zur Folge. Doch der reichlich gepimpte Motor ist zwangsgekoppelt an den für andere Paceman-Versionen optionalen Allradantrieb, der einen sauberen Vortrieb garantiert. Die Kraftverteilung auf alle vier Räder bringt allerdings auch Nachteile mit sich: Beim Rangieren stören leichte Verspannungen im Antriebsstrang und der Wendekreis ist nicht gerade Kleinwagen-würdig.

Egal, denn der Fahrspaß steht ja im Vordergrund. Der Schub des kleinen Schreihalses, der erst bei 6.000 Umdrehungen mit heiserem Röhren die volle Leistung zur Verfügung stellt, ist in jedem Fall imposant. So ist der Sprint nach nur 6,9 Sekunden abgehakt. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings aufgrund von Allradantrieb und einer aerodynamisch wenig vorteilhaften Karosserie mit 225 km/h nicht ganz so berauschend. Jenseits der 200 km/h ist der Geschwindigkeitszuwachs des 1,4-Tonners zudem recht zäh.

Straff, aber nicht zu hart

Galerie: Erster Test Mini Paceman John Cooper WorksTop-Speed-Autobahnetappen bereiten in dem Paceman JCW ohnehin nicht ganz so viel Laune, denn die Windgeräusche nehmen dann erheblich zu. Und die Reichweite verkürzt sich außerdem noch drastisch. Statt der 7,4 Liter Normverbrauch muss man bei flotten Autobahn-Etappen mit höheren zweitstelligen Werten rechnen. Und beim Langstrecken-Einsatz könnten viele Autofahrer das Fahrwerk als zu straff empfinden, denn der Mini liegt zumindest bei hohen Geschwindigkeiten etwas unruhig auf der Straße. Allerdings: Für eine rassige Tuning-Kiste ist diese Abstimmung nicht einmal zu hart ausgefallen.

Vor allem auf der Landstraße kann der nassforsche Paceman sein Potenzial ausspielen und Freunde des flotten Kurvenstrichs begeistern, denn der JCW ist mit Allradantrieb, Tieferlegung und Sportfahrwerk für ambitioniertes Kurvendurchstechen bestens gerüstet. Allerdings haben die Winterbereifung und die winterlich-feuchten Straßen den Fahrspaß etwas getrübt. So beeindruckte mich im Spätherbst 2012 auf den bergigen Straßen Mallorcas der sommerbereifte Pacemann Cooper S noch mit atemberaubender Präzision, die ich aufgrund der Winterbereifung diesmal fast schmerzlich vermisste, denn die Lenkung verlangte dieses Mal immer wieder nach leichten Korrekturen. Dennoch präsentierte sich mir auch der JCW von seiner spaßigen Seite und sind Kurven ganz klar sein bevorzugtes Metier. Und ebenfalls versöhnlich stimmte der Verbrauch: Am Ende einer über 200 Kilometer langen Ausfahrt lag dieser bei knapp unter zehn Liter.

Teuer

Galerie: Erster Test Mini Paceman John Cooper WorksDen größten Spaß bereitete mir der JCW jedoch mit seiner Hammer-Akustik im Sportmodus. Dieser Sound dürfte so ziemlich alle PS-Jünger in den Bann ziehen. Allerdings muss man für dieses immer wieder abrufbare „Popcornzert“ etwas tiefer in die Tasche greifen, denn ein Mini Paceman John Cooper Works verlangt nach einer recht hohen Investitionsbereitschaft. Bereits die Basis, also der Paceman mit 122-PS-Benziner, kostet rund 24.000 Euro. Mindestens 36.000 Euro werden für den JCW fällig, dessen Preis sich angesichts der vielen Optionen im Mini-Programm auch locker über 40.000 Euro treiben lässt.

Es gibt in jedem Fall viele günstigere Alternativen. So bietet der neue VW Golf GTI mehr PS und bessere Fahrleistungen sowie ein deutlich besseres Raumangebot und kostet dennoch nur 28.350 Euro. Immerhin: Mini gehört zu den besonders wertstabilen Marken, und erfährt man beim Verkauf zumindest eine gewisse Wiedergutmachung.

 
Fazit

Mario Hommen

Extravagant, extra-sportlich und mit einem genialen Sportsound – mit diesen Eigenschaften kann sich der Mini Paceman John Cooper Works eindrucksvoll in Szene setzen.
 

Um diese durchaus reizvolle Mischung fahren zu dürfen, muss man allerdings tief in die Tasche greifen. Die Apotheker-Preise der Kultmarke dürften dann doch viele sportlich orientierte Fahrer abschrecken, denn in einigen Dynamikaspekten ist der Paceman JCW den zudem noch meist deutlich günstigeren Mitbewerbern unterlegen.

 

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