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Galerie: Erster Test Mitsubishi i-MiEV

Erster Test: Mitsubishi i-MiEV

100 Kilometer für unter zwei Euro

02.10.2009

Mitsubishi wird der erste Autohersteller sein, der in Europa ein Elektro-Fahrzeug mit einer großen Verbreitung anbieten kann. Der i-MiEV könnte sich pro Jahr alleine in Deutschland rund 1.000 Mal verkaufen – und das schon ab Ende 2010. Weltweit rechnet Mitsubishi mit rund 30.000 Elektro-Flitzern jährlich ab 2013 und nochmal 25.000 Modellen von den Peugeot- und Citroën- Derivaten. Die beiden Franzosen sollen kurz nach dem Original erhältlich sein. Einige Knackpunkte gibt es aber noch.

Der i-MiEV ist eine Mischung aus vielen Fahrzeugen. Mit einer Länge von 3,40 Metern ist er Kleinstwagen, mit einem Radstand von mehr als 2,50 Metern liegt er gleichzeitig auf Golf-Niveau. Mit seiner Breite von nur 1,475 Metern ist er 8,5 Zentimeter schmaler als ein Smart und wirkt auf europäischen Straßen ungewohnt.

In Japan Tradition

Mitsubishi i-MiEVIn Japan ist das anders. Hier fährt der „i“, wie sein eigentlicher Name lautet, in seiner jetzigen Form schon seit zirka drei Jahren rum. Allerdings als 660 Kubikzentimeter kleiner Turbo-Benziner. Kurze und schmale Autos haben in Japan Tradition, werden sie doch steuerlich begünstigt und haben spezielle Parkflächen in den oft überfüllten Innenstädten.

Das Konzept geht. Denn der i wurde als Unterflur-Fahrzeug erdacht und gemacht. Hintergrund: Man kann diese Bauweise ideal für Elektro-Antriebe nutzen. Das bedeutet: Motor, Antrieb und Nebenaggregate sitzen unter den Insassen. Im Bug befinden sich meist nur Service-Module oder Steuergeräte. Die Mercedes A-Klasse besitzt ebenfalls das Unterflur-Konzept, wurde der Stuttgarter doch schon in der ersten Serie für den Elektromotor-Einsatz vorbereitet. Mercedes hat jedoch bis heute lediglich Elektro-Forschungsfahrzeuge im Einsatz. Mitsubishi hat dagegen mit dem i das erste Serienfahrzeug.

Der Zusatz MiEV macht aus dem i das Elektromodell und steht  für nichts anderes als Mitsubishi innovative Electric Vehicle. Und innovativ ist der Elektrorenner in vieler Hinsicht.

Überragendes Raumangebot

Für ein 3,40-Meter-Autochen bietet der i aufgrund des im Heck installierten Elektromotors samt Antrieb und dem Akkupack direkt unter den Passagieren großzügige Platzverhältnisse im Innenraum. Vier Personen können kommod von A nach B transportiert werden. Haken an der Sache: Die Entfernung zwischen A und B sollte nicht weiter als 144 Kilometer betragen. Denn das die maximale Kilometerleistung, die der i-MiEV mit einer „Tankfüllung“ schafft, gefahren nach dem europäischen Messzyklus. Das Interessante: Die Kosten für diese Strecke liegen bei nicht einmal drei Euro.

Mitsubishi i-MiEVDas Strom-Nachladen gelingt im i-MiEV mittels zweier Systeme. Entweder innerhalb von rund sieben Stunden an eine haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdose (Anschluss rechts am Heck Kostenpunkt knapp drei Euro) oder mittels Starkstrom (Anschluss links hinten) innerhalb von nur 30 Minuten. Dann sind allerdings bestenfalls 80 Prozent der Akkus gefüllt. Um die letzten 20 Prozent zu vervollständigen, müsste der i-MiEV trotz Starkstrom noch zwei weitere Stunden am Netz hängen. Grund: Die Hitzeentwicklung ist am Schluss so hoch, dass die Ladeleistung runtergefahren werden muss. Weltweit stehen derzeit aber lediglich gut 20 solcher Schnellader im Einsatz. Mitsubishi spricht von einer Lebenserwartung der bis dato etwa 20.000 Euro teuren Spezial-Akkus von rund 140.000 Kilometer – egal wie geladen wird.

Er fährt

Mitsubishi i-MiEVDas Fahren im Elektro-Mitsubishi ist unspektakulär. Wie bei Stromern üblich, setzt sich auch der i-MiEV dank 180 Newtonmeter Drehmoment vom Start an geräuschlos und flott in Bewegung. Ein Tritt aufs Strompedal gibt die Maximalenergie von umgerechnet 64 PS frei und beschleunigt den etwa 1.100 Kilogramm schweren Viersitzer auf bis zu 130 km/h und 8.500 Umdrehungen pro Minute. Dort wird dem Vortrieb elektronisch Einhalt geboten. Schneller wäre möglich, jedoch würde sich der absolut wartungsfreie Elektromotor von da an dramatisch mehr Energie gönnen und die Reichweite extrem verringern. Umdenken ist also angesagt.

Das Umdenken gilt zum Glück nicht bei der Bedienung. Denn wie bei Mitsubishi nicht unüblich, ist auch der i-MiEV mit einem schlüssellosen Zugangs- und Motorstartsystem ausgestattet. Ein Dreh am „Zündschloss“ aktiviert die Elektronik. Automatik-Wähl-Hebel auf „D“ ziehen und der bürstenlose Motor (daher wartungsfrei) gibt seine volle Kraft an das Eingang-Getriebe ab. Die Position „Eco“ bewirkt effizienteren Umgang mit der Energie und kappt die Maximalleistung. Im Stadtverkehr ist das kaum spürbar, auf der Autobahn ist dieser Modus weniger ratsam. „B“ bedeutet so viel wie Bremsen und nutzt beim Bergabfahren die volle Energierückgewinnung und verzögert das Auto, ohne die Radbremsen zu betätigen.

Mitsubishi i-MiEVSatte Straßenlage

Aufgrund der tiefen Lage der rund 200 Kilogramm wiegenden Lithium-Ionen-Akkus lässt sich der i-MiEV trotz rollwiderstandsarmer Minimalbereifung recht flott ums Eck bewegen. Vom Fahrkomfort darf man hingegen keine Wunder erwarten. Der i-MiEV hoppelt auf Unebenheiten ein wenig und neigt zum Stuckern. Schwamm drüber, ein Smart kann das nicht besser und mit dem Toyota iQ  liegt man der Mitsubishi auf einer Ebene.

Tief Luft holen

Wie oben schon ersichtlich – der Akkupreis liegt bei rund 20.000 Euro – ist der i als MiEV kein Schnäppchen. Das funktioniert laut Mitsubishi bei keiner Technologie am Anfang. Die Erstkäufer müssen somit in den sauren Apfel beißen und die zu erwartenden Innovationen (höhere Reichweite, kürzere Ladezeit, geringere Preise) sozusagen vorfinanzieren.

Mitsubishi i-MiEVSo kostet der i-MiEV in Japan, wo er ab Oktober 2009 ausgeliefert wird, umgerechnet rund 34.000 Euro. Um ihn nach Deutschland zu schippern, kommen Frachtkosten, Zoll und Mehrwertsteuer oben drauf, so dass der Elektrorenner wohl nicht unter 45.000 Euro zu haben sein wird. Das ist neben der bislang noch fehlenden Infrastruktur der große Knackpunkt aller Elektrofahrzeuge. Daher bietet sich der i-MiEV eher für Großkunden wie Flughäfen, große Speditionen oder Nahverkehr-Lieferdienste an. Mitsubishi reagiert prompt auf diese Erkenntnis und bietet den i-MiEV demnächst auch als Mini-Transporter an.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mitsubishi i-MiEV
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.395/1.475/1.600
Radstand (mm)   2.550
Wendekreis (m)   unter 9
Leergewicht (kg)   ab 1.100
Kofferraum (Liter)   k.A.
Bereifung Testwagen   VA: 145/65 R 15; HA: 175/55 R15
Motor    
Bauart   permanentmagnetisierter Magnet-Synchronantrieb
Leistung (PS)   64
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   180 / ab 0
Antriebsart   Heck
Getriebeart   1-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Öko-Strom
Reichweite in km laut EU-Messzyklus   144
CO2-Emissionen (g/km)   0
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   130
Preise    
ab (Euro)   ca. 45.000
 
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Fazit

Wenn man den Worten der Entwickler und der Politiker trauen kann, sollte es mit der Elektrifizierung des Personenverkehrs schnell vorwärts gehen. Subventionen seitens des Staates sind schon heute in einigen Ländern üblich und würden dem Ziel der emissionsfreien Auto-Zukunft dienlich sein.

Zu bedenken ist jedoch immer: Das Nutzen von Elektro-Automobilen alleine hilft der Umwelt nichts, wenn nicht der Strom aus regenerativen Energien stammt. Daher müssen Fahrer von Elektro-Autos auf Ökostrom umsteigen. Alles andere ist Augenwischerei und verursacht in der Gesamtrechnung einen ähnlichen CO2-Ausstoß wie ein verbrauchsarmer Verbrennungsmotor.

Mitsubishi i-MiEV

 
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