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Galerie: Erster Test Mitsubishi L200

Erster Test: Mitsubishi L200

Lonesome Cowboy

19.05.2006

Mit Pick-Ups ist das so eine Sache. In Amerika will sie jeder haben, zu tief sind die Planwagen der ersten Siedler und Cowboys dort wohl noch verwurzelt. Bei uns dagegen fristen Pick-Ups bis heute (trotz gestiegener Modellvielfalt) ein Nischendasein. Zu wenige Autofahrer können im dicht besiedelten Deutschland etwas mit einer offenen Ladefläche anfangen. Und als Statussymbol sind diese „Work-Horses“ einfach zu einfach. Mitsubishi will das ändern und hat sich beim neuen L 200 einiges einfallen lassen.

Für den Gelegenheitsleser sei daher einer der wichtigsten Nachteile der in Deutschland erhältlichen Pick-Ups genannt: Sie sind als 4x4-Variante bisher ausschließlich mit zuschaltbarem Allradantrieb zu bekommen. Das ist unpraktisch, denn bei Kurvenfahrt fehlt ein Drehzahlausgleich zwischen den Achsen.

Gesperrt oder schlüpfrig

Galerie: Erster Test Mitsubishi L200Auf trockener Strasse gibt es dann üble Verspannungen in den Kardanwellen, auf rutschigem Straßenbelag - zum Beispiel im Winter - ist der Wendekreis beträchtlich und auf der Straße schlicht nicht zu gebrauchen. Schaltet man den Antrieb jedoch auf die Hinterräder, drehen diese gerne und dauernd durch, weil Pick-Ups außer dem bisschen Blech ihrer Ladefläche praktisch kein Gewicht - und damit Anpressdruck - auf die Antriebsräder bringen. Damit sind sie bei widrigem Wetter eigentlich auch nicht zu gebrauchen.

Da wundert es sehr, dass es seit dem Datsun KingCab 20 Jahre dauerte, bis jemand einen alltagtauglichen Pick-Up mit permanentem Allradantrieb nach Deutschland bringt.

Hallo L 200

Galerie: Erster Test Mitsubishi L200Um so mehr ist der neue L 200 zu begrüßen. In der „Intense“-Ausstattung (als Doppelkabine und „Club-Cab“) findet sich der aus dem Pajero bekannte „Super-Select“ Allradantrieb, der dem deutschen Cowboy die Wahl lässt: Im normalen Straßenbetrieb mit Hinterradantrieb, im Skiurlaub oder bei Platzregen mit zugeschaltetem Permanent-Allrad. Wenn’s ganz dicke kommt, also im Gelände oder auf steilen Waldwegen, ist das Zentraldifferenzial sperrbar und eine Geländereduktion für die wirklich fiesen Passagen ist auch noch an Bord.

Auch als Auto nutzbar

Galerie: Erster Test Mitsubishi L200Dabei ist der Rest des L 200 auch noch alltagstauglich. Die hier getestete Doppelkabine bietet laut Mitsubishi den längsten Fahrgastraum seiner Klasse, große Fahrer finden eine ordentliche Sitzposition und auch hinten sitzt es sich beileibe nicht schlecht.

Die Fahreigenschaften sind auf den ersten Metern die eines Geländewagens: Man merkt die Solidität des Fahrwerks (vorne Einzelradaufhängung, hinten eine ungewohnt komfortabel blattgefederte Starrachse) bei der ersten Unebenheit, die gegenüber einem PKW indirekt ausgelegte Lenkung gefällt durch ihre dennoch vorhandene Präzision. Beim Einparken und Rangieren jedoch die erste Überraschung: Der gut fünf Meter lange Pick-Up (das ist S-Klasse-Niveau!) hat einen alltagstauglichen Wendekreis von 11,8 Metern.

Geländefähig

Für leichteres Gelände bieten die 245er Reifen mit 65er Querschnitt auf 17-Zoll Felgen eine ordentliche Bodenfreiheit von gut 20 Zentimetern. Trotz des langen hinteren Überhangs ist der L 200 erstaunlich weit ohne Bodenkontakt zu bekommen, die gute Verschränkung der Hinterachse ist in üblen Querpassagen hilfreich.

Der 2,5-Liter-Common-Rail-Diesel zieht mit gut 300 Newtonmetern Drehmoment sauber an und leistet 136 PS. Die Herstellerangaben zum Verbrauch (EU-Zyklus) von 7,4 bis 10,7 Litern konnten wir erwartungsgemäß nicht erreichen. Wir pendelten uns bei zügiger Fahrt und einem hohen Geländeanteil (unter Mitwirkung der Reduktion) bei elf bis 13 Litern ein. Ein Partikelfilter wird ab Juni gegen Aufpreis (€ 650) verfügbar sein.

Helferlein an Bord

Galerie: Erster Test Mitsubishi L200Die „Intense“-Version des L 200 verfügt noch über ein ESP und eine über einen radselektiven Bremseingriff wirkende Traktionskontrolle. Die einfacheren Ausstattungen „Inform“ und „Invite“ können dafür mit einer 100-Prozent-Hinterachssperre ausgerüstet werden - Arbeitstiere halt. Das Fahrverhalten ist problemlos und neutral ausgelegt, selbst provozierte Lastwechsel bringen es selten aus der Ruhe.

Das dynamisch gestaltete Cockpit gefällt durch einfache Bedienung ohne Firlefanz, die bequemen Sitze verbreiten Wohlfühlatmosphäre. Allen L 200 sind zwei Airbags, elektrische Fensterheber sowie ABS und Zentralverriegelung gemein.

Schönling

Galerie: Erster Test Mitsubishi L200Doch nach all diesen rationalen Tugenden des L 200 ist auch sein Design erwähnenswert. Es bricht mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass Pick-Ups sich gleichen sollen wie ein Ei dem anderen: Dieser hier sieht völlig anders aus. Die mutig geschwungene Kabine harmoniert dabei vorzüglich mit dem montierten Hard-Top, die Front gleicht dem erfolgreichen Dakar-Pajero.

Aufrüstbar

Ein echter Pick-Up muss sich aufrüsten lassen, sonst ist er für Freizeit und Handwerkeralltag nur halb so viel wert. Und da bietet Mitsubishi eine Fülle an Möglichkeiten: Seilwinde auf der Ladfläche (€ 1.325), Ladeflächenverlängerung (€ 395), Lastenquerträger (€ 249), Leiterhalter (€ 65), Überrollbügel (€ 665), Sitzheizung (€ 129 pro Sitz), Freisprecheinrichtung (€ 256), Hardtop (ab € 2.450).

Fazit

Eine willkommene Überraschung ist er, der neue Mitsubishi L 200. Er sieht frisch und modern aus und bietet als einziger Pick-Up in Deutschland einen empfehlenswerten permanenten Allradantrieb. Beruhigend auch, dass er mit zeitgemäßem ESP zu haben ist, was ihm zusätzlich eine Alleinstellung sichert.

Leider gilt das auch für die unpersönliche Typbezeichnung „L 200“. Da hätte er eigentlich mehr verdient. Bei Grandis, Lancer, Colt, Outlander, Pajero und Evo ging’s ja auch

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