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Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-D

Erster Test: Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-D

Zwei neue Herzen

13.10.2010

Der zum Modelljahr 2009 eingeführte Mitsubishi Lancer Sportback gehört angesichts seiner Verkaufszahlen zu den Unterschätzten der Kompaktklasse. Ein zunächst hoher Einstiegspreis von 20.000 Euro und eine kleine Auswahl an Antrieben dürfte wohl einige Kunden abgeschreckt haben. Jetzt hat Mitsubishi nachgebessert und mit einem neuen 1.6er-Benziner den Basispreis auf 15.000 Euro gesenkt. Parallel wurde gleich noch der Innovativ-Diesel 1.8 DI-D mit 116 und 150 PS eingeführt.

Mit der Version Sportback hat Mitsubishi eigentlich eine interessante Alternative zur etwas biederen Stufenheck-Limousine der Lancer-Baureihe im Programm. Doch trotz ausdrucksstarker Jetfighter-Front vermag der Schrägheckler optisch nicht ganz überzeugen. Dem Sportback fehlt durch den üppigen Karosserie-Überhang am Heck ein knackig proportioniertes Blechkleid. Und bei unserem Testexemplar mit 16-Zoll-Rädern sind die Radkästen nicht richtig ausgefüllt.

Sein eigenwilliges Heck sorgt allerdings für eine in der Kompaktklasse erstaunliche Fahrzeuglänge von fast 4,60 Meter. So lang ist auch die C-Klasse von Mercedes. Im weitgehend in Schwarz gehaltenen und mit einem sehr übersichtlich gestalteten Cockpit versehenen Innenraum des Lancer ist deshalb das Platzangebot fürstlich. Vor allem die Kniefreiheit im Fond des grundsätzlich nur mit vier Einstiegstüren erhältlichen Sportbacks ist grandios. Passagiere ab 1,80 Meter Körperlänge kommen allerdings dem Dachhimmel schon recht nahe. Sollten drei Passagiere hinten mitreisen, muss der mittlere Gast aufgrund des Kardantunnels zudem mit geringer Fußraumtiefe klarkommen, auch wenn kein Allrad wie beim Ralliart an Bord ist.

Clever gemacht

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-DGut zugänglich, ebenfalls groß und variabel nutzbar ist das Gepäckabteil. Der Kofferraumboden ist zweistufig in Höhe verstellbar und so in der oberen Position mit der Ladeschwelle bündig. Entsprechend müssen schwere Gegenstände nicht mühsam über eine hohe Schwelle gewuppt werden. Braucht man mehr Platz, kann man mit kurzem Handgriff den Boden um einige Zentimeter absenken und dort arretieren.

Genial gelöst sind direkt hinter der Kofferraumöffnung links und rechts in den Seitenwänden platzierte Hebel zum Erweitern der Stauraumkapazität. Einmal kurz ziehen und ein Teil der asymmetrischen Rückbank fällt nach vorne. Der ebene Kofferraum lässt sich so spielerisch und ohne weiteres Zutun von 288 auf maximal 1.349 Liter vergrößern.

Neuer Basisbenziner

Doch kommen wir vom Stauraum zum Hubraum. Im Fall des neuen Basisbenzin-Aggregats sind dies rund 1,6 Liter auf vier Zylinder verteilt. Damit ist der neu von Mitsubishi entwickelte 1.6 MIVEC (variable Ventilhübe und Steuerzeiten) genannte Ottomotor, der ohne Aufladung oder Benzindirekteinspritzung auskommt, immerhin 117 PS stark und mobilisiert 154 Newtonmeter Drehmoment bei 4.000 Touren. Die Fahrleistungen des 1,3-Tonners sind in Kombination mit dem alternativlosen Fünf-Gang-Schaltgetriebes angemessen: Der Sprint von null auf 100 km/h soll 11,1 Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit bei 188 km/h liegen.

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-DAuch der Spritkonsum bewegt sich auf zeitgemäßem Niveau. Die Basisversion soll 5,9 Liter auf 100 Kilometer verheizen, während bei den beiden höheren Ausstattungsvarianten Inform und Invite dank der dann serienmäßigen Start-Stopp-Automatik AS&G einen sogar um 0,2 Liter niedrigeren Normverbrauch bieten. Hier ist ein Vergleich mit dem VW Golf und seinen aufgeladenen Downsizing-Motoren interessant. Als 122 PS starker 1.4 TSI liegt der Normverbrauch des Klassenprimus bei 6,2 Liter, bei allerdings besseren Fahrleistungen. Von der Performance her vergleichbar mit dem 1.6er-Lancer ist der Golf 1.2 TSI mit 105 PS. Dieser bescheidet sich in der Eco-Version mit Bluemotion Technology mit 5,2 Liter. So gesehen ist der Lancer mit neuem Basismotor weder besonders sparsam noch durstig.

Was man dem Vier-Zylinder ankreiden kann, ist sein gefühlt etwas verhaltener Vortrieb aus dem Drehzahlkeller heraus. Wer zügiger unterwegs sein will, darf mit Drehzahlen nicht geizen. Der 1.6er dreht dabei sehr willig hoch, hängt ab etwa 3.500 bis jenseits der 6.000 U/min richtig gut am Gas und sorgt im höheren Drehzahlbereich sogar für eine kernig-sportliche und dennoch unangestrengte Akustik. Ist man allerdings betont flott unterwegs, dann zeigt der Bordcomputer, wie in unserem Fall, einen zweistelligen Verbrauchswert an. Doch fordert man vergleichbar starke Benzin-Modelle der Mitbewerber in ähnlicher Weise, neigen auch diese ausnahmslos zum Saufen.

Neuer Diesel

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-DWesentlich effizienter und dank des hohen Drehmoments (300 Newtonmeter bei 2.000 U/min) ist der 116 PS starke 1.8 DI-D, den Mitsubishi ab 20.000 Euro anbietet. Eine Gangwahl-Empfehlung und eine Start-Stopp-Automatik gehören hier grundsätzlich zur Serienausstattung. Dank der niedrigsten Verdichtung aller Pkw-Diesel und einer auf der Einlassseite variablen Ventilhubsteuerung beeindruckte die Mitsubishi-eigene Neuentwicklung im SUV-Modell ASX mit einem besonders niedrigen Verbrauchsniveau. (Siehe hierzu unseren Vergleichstest.)

Im Lancer Sportback kann der 1.8 DI-D mit einem Normverbrauch von 5,3 Litern im Segmentvergleich allerdings keine Bestmarke mehr setzen. Hier steht der VW Golf mit vergleichbaren Dieselvarianten (1.6 TDI und 2.0 TDI) und mit Bluemotion-Technology-Paket gerüstet beim Normverbrauch deutlich besser da. So konsumiert der 1.6 TDI mit 105 PS bei etwas schlechteren Fahrleistungen 1,1 Liter weniger, der sogar flottere 2.0 TDI ist immerhin noch um 0,9 Liter sparsamer.

Zwei Leistungsversionen

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback 1.6/1.8DI-DDennoch vermag der 1.8 DI-D in der Praxis durchaus gefallen. Neben dem fülligen Drehmoment und entsprechender Durchzugsstärke zeichnet er sich noch durch einen kultivierten Lauf aus, der allerdings von einem recht präsenten Turbopfeifen begleitet wird. Den Sprint absolviert er in 10,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 189 km/h. Bei einem ähnlich flotten Fahrstil wie zuvor mit dem Lancer 1.6 zeigte der Bordcomputer recht erfreuliche 6,3 Liter an. Alternativ bietet Mitsubishi den 1.8 DI-D übrigens noch in einer 150-PS-Version an, die bei deutlich besseren Fahrleistungen den gleichen Spritkonsum an den Tag legt.

In beiden Motorvarianten fielen uns noch die vergleichsweise komfortabel abgestimmten Fahrwerke positiv auf. Bei unseren Erstkontakt Ende 2008 rollte der Lancer Sportback auf optisch ansprechenderen 18-Zoll-Rädern bei Kurvenfahrten zu Höchstform auf, gab aber Unebenheiten in etwas ungehobelter Weise an die Insassen weiter. Allerdings vermittelt der Lancer mit dem 1.6er-Benziner nicht ganz das Kurvengaudi-Niveau, wirkt hier die Lenkung etwas ungenauer, synthetischer. Mit dem schwereren Diesel 1.8 DI-D liegt der Sportback satter auf dem Asphalt, hinterlässt auch beim flotten Kurvenstrich einen ausgewogeneren Eindruck.

Attraktive Preisgestaltung

Für vergleichsweise bescheidene 15.000 Euro bietet Mitsubishi den Lancer Sportback 1.6 in der namenlosen Basisausstattung an. Dieser bietet sogar einige Ausstattungsdetails: Elektrische Fensterheber, elektrische Außenspiegel, die asymmetrisch umlegbare Rückbank, der zweistufige Kofferraumboden, sieben Airbags und ESP sind bereits an Bord. Für 2.000 Euro Aufpreis gibt es die Ausstattung Inform, die zusätzlich AS&G, Klimaanlage und CD-Radio bietet. Für nochmal 1.000 Euro mehr gibt es die Version Invite mit 16-Zoll-Alus, Lederlenkrad, Klimaautomatik sowie Regen- und Lichtsensor. Als jeweils einzig verfügbare Option kann man jeweils nur einen Metallic-Lack ordern.

Den Lancer Sportback 1.8 DI-D gibt es in der 116-PS-Version ab 20.000 Euro in der bereits etwas üppigeren Ausstattung Inform. Die höherwertigen Ausstattungsniveaus Invite, Intense und Instyle sind der bereits erwähnten, stärkeren Version mit 150 PS vorbehalten, die zwischen 22.000 bis knapp über 27.000 Euro kosten.

Für vergleichbar motorisierte und ausgestatte Versionen des VW Golf muss man übrigens mehrere tausend Euro mehr zahlen. Wer viel Auto für wenig Geld verlangt, findet im Fall des Lancer Sportback also eine interessante Alternative und nunmehr auch eine breitere Motorenpalette und einen günstigen Einstiegspreis.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mitsubishi Lancer Sportback 1.6   Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D (116 PS)
    Inform   Inform
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.590 / R4   1.798 / R4
Leistung (kW / PS)   86 / 117   85 / 116
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   154 / 4.000   300 / 2.000 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Fünf-Gang-Getriebe   manuelles Fünf-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.585 / 1.760/ 1.505   4.585 / 1.760/ 1.505
Radstand (mm)   2.635   2.635
Wendekreis (m)   10   10
Leergewicht (kg)   1.300   1.480
Kofferraum (Liter)   288 - 1.349   288 - 1.349
Bereifung Testwagen   205 / 60 R 16   205 / 60 R 16
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,7 (mit Stopp-Start)   5,3 (mit Stopp-Start)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   133 / Euro 5   139 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,1   10,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   188   189
Preise        
ab (Euro)   16.990,00   19.990,00
Empfohlene Extras   Es gibt keine Extras, sondern ausschließlich Ausstattungspakete.   Es gibt keine Extras, sondern ausschließlich Ausstattungspakete.
 
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Fazit

Viel Platz innen, ein gut durchdachtes Kofferraum-Konzept und im Vergleich zum Golf bemerkenswert günstige Preise – der Mitsubishi Lancer Sportback ist ganz sicher eine Überlegung wert. Mit dem besonders attraktiv eingepreisten Einstiegsmodell 1.6 und den beiden Dieselversionen des neuen 1.8 DI-D hat Mitsubishi zusätzliche Kaufanreize geschaffen.

 
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