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Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback

Erster Test: Mitsubishi Lancer Sportback

Kurven-Gott

26.09.2008

Evo, was sonst! Wenn der Name Lancer fällt, denken sportlich Orientierte sogleich an diese Höllenmaschine. Mit ebenfalls ausdrucksstarker Jetfighter-Front und Haifischnase bringt Mitsubishi jetzt den Sportback – ein deutlich günstigeres Lancer-Derivat mit Schrägheck, viel Platz, potenten Motoren und ebenfalls gehobener Agilität.

Mit seiner Front hat der Sportback einen ähnlich großmauligen Auftritt wie der Evo. Anders und eigenwillig ist jedoch das coupéhaft abfallende Heck mit großer Klappe. Mit diesem Hinterteil wirkt der Sportback nicht mehr so bieder wie noch die Lancer Limousine (…mehr).

Im geräumigen Innenraum des fast 4,60 Meter langen Viertürers dominiert schwarzes Hartplastik. Chrom- und Alu-Akzente sowie Zierleisten in Karbonoptik sorgen für Abwechslung und Sport-Flair. Alles ist sauber verarbeitet und übersichtlich. Die Zahl der Knöpfe und Schalter ist trotz gehobener Funktionalität eher spartanisch. Obwohl das Lenkrad nicht in Länge verstellbar ist, findet man bei hoher Kopffreiheit eine gute Sitzposition, die Lehnen der straff gepolsterten Vordersitze bieten zudem eine gute Seitenführung.

Geräumig

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackAuch im Fond ist das Platzangebot fürstlich. Passagiere ab 1,80 Meter Körperlänge kommen allerdings dem Dachhimmel schon recht nah. Sollten drei Passagiere hinten mitreisen, muss der mittlere Fondgast aufgrund des Kardantunnels mit geringer Fußraumtiefe klarkommen.

Gut zugänglich und zudem groß und variabel ist das Gepäckabteil. Der Kofferraumboden ist zweistufig in Höhe verstellbar und so in der oberen Position mit der Ladeschwelle bündig. Entsprechend müssen schwere Gegenstände nicht mühsam über eine hohe Schwelle gewuppt werden. Braucht man mehr Platz, kann man mit kurzem Handgriff den Boden um einige Zentimeter senken.

Mit Megabass

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackGenial sind direkt hinter der Kofferraumöffnung links und rechts in den Seitenwänden platzierte Hebel. Einmal kurz ziehen und ein Teil der asymmetrischen Rückbank fällt nach vorne. Der ebene Kofferraum lässt sich so spielerisch von 344 Liter auf maximal 1,4 Kubikmeter vergrößern.

Beeindruckend ist ein in der linken Kofferraumwand verbauter Basslautsprecher. Er sorgt bei der besonders klanggewaltigen Audio-Anlage der Top-Ausstattung Instyle für Kribbeln in der Magengegend. Wird der Bass voll aufgedreht und mit entsprechender Musik provoziert, vibriert der Lancer markerschütternd. Mit Airbrush-Graffiti auf der Motorhaube und Low-Rider-Fahrwerk wäre der Pimp-Lancer perfekt.

Lust nach mehr

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackZum Glück verzichtet Mitsubishi auf solche Mätzchen und bietet ein konventionelles Fahrwerk, das gehobenen Agilitätsansprüchen gerecht werden kann. Wer im Lancer nahe der Haftungsgrenze durchs Kurvenkarussell jagt, dem bietet das Cockpit eine visuelle Untermalung seines Wagemutes. Zwischen den tunnelartigen Rundinstrumenten befindet sich nämlich ein Bordcomputer-Display. Wer nun zügig durch Biegungen fegt, wird häufiger die eigentlich rote Bordcomputeranzeige in Signalgelb und symbolhafter Darstellung eines Autos auf Schlingerkurs leuchten sehen.

Zwar handelt es sich hierbei um eine Warnung, doch wirklich gefährlich wird es auf trockenem Untergrund im Lancer Sportback nicht. Vielmehr wächst das Bedürfnis, das Warnsignal aufleuchten zu sehen. Es ist ähnlich wie mit fettigem Junk-Food: Man weiß, das es nicht gut ist, doch steigern die kleinen Lichtblitze zwischen den Schläfen einfach die Lust nach mehr.

Handlich

Dabei waren die ersten Meter im Lancer Sportback mit dem Zweiliter-Diesel zunächst ernüchternd. Das nur noch wenige Monate erhältliche Pumpe-Düse-Aggregat von VW dieselt etwas aufdringlich, die Lenkung wirkt straff und das Fahrwerk mit 18-Zoll-Felgen und 215er-Reifen gibt kurze Unebenheiten wie Schienen oder Gullideckel polternd an die Insassen weiter.

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackDoch bereits auf den ersten Landstraßenkurven werden die Vorteile dieser Abstimmung spürbar. Die Lenkübersetzung gibt eine präzise Rückmeldung, der Wagen klebt förmlich auf dem Asphalt. Auch der Wendekreis von nur zehn Metern lässt den über 1,4 Tonnen schweren Sportback handlich wirken. Das Stabilitätsprogramm toleriert sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten. Oft wirken die Reifen dabei fast schon überfordert und künden quietschend vom nahenden Grenzbereich und das gelbe Symbol im Display flackert immer wieder auf.

Die Lancer-Karosserie wankt selbst bei hoher Querbeschleunigung kaum und liegt der Wagen selbst bei groben Unebenheiten und hoher Geschwindigkeit stets gut auf der Straße. Der Fahrer hat eigentlich immer eine ziemlich klare Vorstellung davon, was das Fahrzeug als nächstes tun wird. Zwar ist der Wagen als Untersteuerer ausgelegt, doch nur selten erlebt man es, dass er über die Vorderräder schiebt.

Zunächst zwei Motoren

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackAuch der Diesel unterstützt sportliches Fahren. Zwar bietet der VW-Motor nur ein kurzes Drehzahlband, setzt sich dafür aber mit mächtigem Drehmoment-Punch lustvoll in Szene. Soll es stets mit Wucht nach vorne gehen, muss man häufig das Sechsgang-Schaltgetriebe betätigen. Die guten Fahrleistungen quittiert der Motor mit recht niedrigem Verbrauch. Rund sechs Liter sind möglich, wer besonders schnell sein will, muss mit bis zu 50 Prozent Aufschlag rechnen.

Alternativ bietet Mitsubishi vorläufig nur einen 1,8-Liter-Benziner mit 143 PS. Der Vierzylinder läuft wesentlich kultivierter, wobei ein röhriger Auspuffsound für eine angenehm sportliche Note sorgt. Von unten raus nicht ganz so spektakulär, hängt der Motor bei höheren Drehzahlen recht spontan am Gas, reicht aber nicht ganz an die Fahrleistungen vom Diesel heran. Wer sich ambitioniert auf der Landstraße bewegen will, sollte im dritten von fünf Gängen bleiben und das breite Drehzahlband nutzen. Dann wird aus den rund acht Litern Normverbrauch allerdings ein zweistelliger Wert.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mitsubishi Lancer Sportback 1,8 MIVEC Instyle
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe in mm   4.585 / 1.760 / 1.515
Radstand in mm   2.635
Wendekreis in m   10
Leergewicht in kg   1.430
Kofferraum in l   288
Bereifung Testwagen   215/45 R18
Motor    
Hubraum in ccm   1.798
Leistung in PS   143
Drehmoment in Nm   178
Verbrauch    
Kombiniert laut Werk l/100km   7,9
Co2-Emissionen in g/km   188
AS24-Verbrauchsrunde in l/100km   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h in s   10,6
AS24-Sprint 0-100km/h in s   k.A.
AS24-Stop 100-0km/h in m   k.A.
Höchstgeschwindigkeit in km/h   196
Preise    
in € ab   26.150
AS24-Extra-Empfehlung   Top-Ausstattung Instyle wegen der Audio-Anlage
 
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Wer mehr Leistung im Sportback wünscht, muss bis nächstes Jahr auf eine 240 PS starke Benzin-Version warten. Zur etwa gleichen Zeit wird Mitsubishi im Lancer den VW-Diesel durch einen eigenen Selbstzünder ersetzen.

Attraktive Top-Ausstattung

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer SportbackÄhnlich übersichtlich wie die momentane Motorenpalette sind auch die Ausstattungsoptionen. Zu den vier Paketen bietet Mitsubishi so gut wie kein Sonderzubehör an. Die Basis Inform ist bereits gut ausgestattet, der Einstiegspreis für ein Kompaktmodell mit über 19.000 Euro allerdings etwas hoch. Dafür bekommt man unter anderem den 143-PS-Benziner, Klima, sieben Airbags, ESP und vieles mehr.

Wer mehr will, sollte die von uns getestete Top-Version Instyle ordern. Dann kostet der Lancer Sportback mit Benziner 26.000 Euro, der Diesel kostet weitere 2.000 Euro Aufpreis. Die Ausstattung umfasst dann unter anderem 18-Zöller, die Premium-Audioanlage, DVD-Navi, Ledersitze, Bi-Xenon-Scheinwerfer und Klimaautomatik. Für einen vergleichbar ausgestatteten VW Golf müsste man einige tausend Euro mehr hinblättern.

Fazit

Es braucht keinen Evo, um im Lancer sportlich unterwegs zu sein. Auch mit dem schicken Sportback kann man viel Spaß haben. Mit 140 PS und einem etwas unkomfortablen Fahrwerk lässt sich dieser sehr flott und sicher um Kurven jagen. Darüber hinaus bietet der Schrägheck-Lancer ein großzügiges Platzangebot und eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Optional bietet Mitsubishi zudem umfangreiche Ausstattungspakete mit viel Komfort zu attraktiven Preisen.

Galerie: Erster Test Mitsubishi Lancer Sportback

 
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