Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Mitsubishi Outlander PHEV

Erster Test: Mitsubishi Outlander PHEV

Mal E-Mobil, mal Solarstrom-Speicher

23.09.2015

Der Outlander PHEV, den Mitsubishi auf die Räder gestellt hat, kombiniert SUV, Hybridtechnik und Allradantrieb derart ausgeklügelt, dass er gefragt ist wie kaum ein anderes Hybridmodell. Europaweit entscheidet sich rund die Hälfte der Outlander-Käufer für diese Variante, in Deutschland, einem klassischen Diesel-SUV-Land, immerhin fast ein Drittel.

Daran dürfte sich nichts ändern, denn auch nach der soeben erfolgten Modellpflege werden die Händler für die Hybridvariante je nach Ausstattungsgrad – von reichhaltig bis üppig, zahlreiche Assistenzsysteme einschließend – nicht mehr als 39.990 bis 50.990 Euro verlangen. Diese Beträge erscheinen nur denjenigen unangemessen hoch, die noch nie über die Anschaffung eines teilelektrifizierten SUV nachgedacht haben: Für das nach Mitsubishi-Einschätzung einzige einigermaßen vergleichbare Modell, den BMW X5, sind nicht weniger als 68.400 Euro zu zahlen.

Hybrid mit Doppelnutzen

Dabei kann der japanische sogar noch ein bisschen mehr als der bayerische Hybrid-SUV. Der Stromvorrat im Outlander, erkennbar am Kürzel PHEV, reicht für maximal 52 Kilometer (BMW laut Werksangabe: 31 Kilometer) und damit für einen Großteil der Alltagsfahrten, so dass der Verbrennungsmotor bei diesem Modell wirklich nur auf längeren Strecken dauerhaft in Aktion treten muss.

Galerie: Erster Test Mitsubishi Outlander PHEVEs gibt aber noch einen zweiten Kaufanreiz, wenigstens für Leute mit Photovoltaikanlage auf dem Hausdach: Der Mitsubishi-SUV ist bidirektional ausgelegt. Damit lässt sich der stehende Wagen als Strom-Zwischenlager nutzen, wenn beispielsweise die installierten Sonnenenergie-Sammler mehr Strom erzeugen als benötigt wird. Meldet der Haushalt später Bedarf, kann er auf die im E-Mobil gespeicherte Energie zurückgreifen. Der Strom-Rückfluss lässt sich dabei so steuern, dass genug Vorrat fürs elektrische Fahren im Bord-Akku verbleibt.

Das Mitsubishi-Plug-in-Hybrid-Konzept mit Doppelnutzen überzeugt aber auch im Fahrbetrieb durch hoehn Alltagstauglichkeit: Im rein elektrischen Fahrmodus, der immerhin eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h erlaubt, treiben zwei jeweils 82 PS starke Elektromotoren Vorder- und Hinterachse an. Dadurch wird der 4,7 Meter lange, 1,8 Meter breite und 1,71 Meter hohe Outlander zum Allradler, der - typisch für E-Mobile - vom Start weg maximale Zugkraft entwickelt. Was wiederum ein im Topmodell der Baureihe serienmäßig vorhandenes Assistenzsystem namens Fehlbeschleunigungsschutz interessant macht: Er verhindert, dass ein zu schnell losspurtender Outlander einem langsamer anfahrenden Vordermann ins Heck knallt.

Geht der Energievorrat in den 80 Zellen der Lithium-Ionen-Batterie zur Neige, füllt der 121 PS starke Benzinmotor in Generatorfunktion den 12-Kilowattstunden-Speicher wieder auf. Außerdem schaltet er sich zu, wenn kurzzeitig viel Leistung abgerufen wird, beispielsweise bei Überholvorgängen. Und dann gibt es noch den Modus für hohes Tempo oder konstant hohen Leistungsbedarf: Dann wird die vom Benziner erzeugte Antriebskraft direkt an die Vorderräder geleitet, und die Elektromotoren steuern nur bei Bedarf Energie bei.

Kurze Ladezeiten

Kraftstoff sparen kann man bei dieser Art der Hybridtechnik-Nutzung freilich nicht, weshalb Mitsubishi Kunden mit diesem Einsatzprofil den Outlander mit Dieselantrieb empfiehlt. Sind die meisten im Auto zurückgelegten Wege jedoch kurz (was bei SUV in Privathaushalten oft der Normalfall ist), kann die Hybridtechnik punkten. Als E-Tankstelle genügt eine einfache Haushaltssteckdose; dockt der Outlander dort an, ist die Batterie nach fünf Stunden vollständig regeneriert.

An Schnellladestationen, die allerdings aus Sicherheitsgründen schon bei 80 Prozent Füllgrad den Energienachschub einstellen, kann das Kabel bereits nach 30 Minuten abgestöpselt werden. Will der Fahrer nicht so lange verweilen, obwohl er, weiß, dass er im Verlauf der Tour in den E-Modus wechseln kann, bietet sich Option 3 an: Er drückt während der Fahrt die Charge-Taste und gibt dem Verbrennungsmotor so den Auftrag zum Nachladen. Auch im Schubbetrieb und beim Bremsen wird wieder Energie ins System eingespeist. Wie intensiv die Rückgewinnung per Motorbremse ausfallen soll, kann der Fahrer selbst entscheiden: Die Regelung per Paddel am Lenkrad ist sechsstufig ausgelegt.

In Anbetracht der vielen Betriebsarten ist der im Test nach EU-Norm ermittelte Verbrauch von 13,4 Kilowattstunden plus 1,8 Liter Super-Kraftstoff je 100 Kilometer wenig aussagekräftig, genauso wie der offizielle Kohlendioxid-Ausstoß von 42 Gramm pro Kilometer. Fakt ist: Wer die meiste Zeit elektrisch fährt, braucht kaum noch Benzin; wer schnell vorankommen und vielleicht sogar mit Höchstgeschwindigkeit - 170 km/h - über die Autobahn brausen will, wird hingegen bald erkennen, dass er nichts gespart hat, sondern - ganz im Gegenteil - den Tank häufig mit Super-Kraftstoff befüllen muss.

Neues Gewand für alle Outlander

Galerie: Erster Test Mitsubishi Outlander PHEVWarum Mitsubishi dem Hybrid-Outlander schon nach etwas mehr als einem Jahr Laufzeit ein neues Gewand verpasst und rund 130 Änderungen vorgenommen hat, ist damit zu erklären, dass der Outlander ohne PHEV-Technik bereits seit 2012 auf dem Markt ist und nach einer Auffrischung verlangte. Zu den Verbesserungen gehört, dass Fahrwerk und Lenkung straffer abgestimmt sind als früher, die Geräuschdämmung optimiert wurde und neue Sitze mehr Komfort bieten. Außerdem treten die SUV jetzt serienmäig mit LED-Tagfahrlicht an, und auch die Inneneinrichtung wurde aufgewertet. Erkennbar sind Diesel und Benziner, die beide maximal 150 PS bereitstellen, unter anderem an der mit viel glänzendem Chrom aufwartenden Frontpartie. Bei der PHEV-Version ist das Metall hingegen dunkel beschichtet; außerdem sind die Stoßfänger größer geraten.

Ausgedehnte Herstellergarantie

Das renovierte Einstiegsmodell mit 150 PS-Benziner, Sechsgang-Handschaltgetriebe und Frontantrieb kostet 23.990 Euro, einen Tausender mehr als bisher. Wird diese Motorisierung mit Allradantrieb bestellt, sind 31.690 Euro fällig, denn die 4WD-Variante tritt nie mit Basisausstattung an. Dasselbe gilt für den preiswertesten Diesel mit 2WD-Antrieb; 31.490 Euro soll er kosten. Die Selbstzünder erfüllen ab sofort die Euro6-Schadstoffnorm, und zwar, wie Mitsubishi betont, ohne dass ein Harnstofftank zwecks Stickoxide-Reduzierung ins System integriert werden musste.

Diesel: Immer siebensitzig

Im Diesel-Preis inbegriffen ist eine dritte Sitzreihe, die weder in der Benzin- noch in der Hybrid-Version erhältlich ist. 4WD-Technik und Sechs-Stufen-Automatik lassen den 2.2-Di-D-Preis auf 35.290 Euro steigen; die Entscheidung für die Top-Ausstattung, die unter anderem LED-Scheinwerfer, mit Leder bezogene Sitze (vorne beheizt) und ein Navigationssystem einschließt, schlägt mit weiteren 6200 Euro zu Buche. Wie alle Mitsubishi- Fahrzeuge werden auch die neuen Outlander mit fünf Jahre Herstellergarantie ausgeliefert; Käufern der PHEV-Variante wird darüber hinaus eine Acht-Jahre-Garantie für den Stromspeicher gewährt.

 
4
150

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.