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Galerie: Erster Test Mitsubishi Outlander

Erster Test: Mitsubishi Outlander

Glatter Neustart

27.06.2012

Kaum hat man sich an einen Outlander gewöhnt, rollt schon der nächste vor. Nach der Ersteinführung in 2003 folgte bereits 2007 die zweite Generation, die zudem 2010 noch ein komplett neues Gesicht erhielt. Für September 2012 steht die nunmehr dritte Auflage in den Startblöcken, die optisch radikal mit den Vorgängern bricht und die sich, abgesehen von einer eigenwilligen Designsprache, noch durch besonders gute Verbrauchsmarken einen Namen machen könnte.

Die Front des Outlander war es, die in der Vergangenheit für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Vom Nasenbär bis zur Jetfighter-Gesicht reichten hier die Analogien. Alles Schnee von gestern. Im gänzlich neuen, schnörkellosen Outlander-Gesicht wird neuerdings die Horizontale stark betont, und ist dieser recht eigenwillige Stil Vorbote für eine gänzlich neue Designsprache der Marke. Bei dieser soll künftig besonderer Wert auf eine geglättete, aerodynamisch optimierte Außenhaut gelegt werden.

Der mit 4,66 Meter im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert lange Outlander wirkt dabei ungewöhnlich kubisch, mit allerdings stark abgerundeten Ecken und Kanten. Etwas Schärfe und Dynamik bringen lediglich die seitlichen Sicken ins Blechkleid. So richtig zum Verlieben ist das neue, fast schon futuristisch anmutende Design auf den ersten Blick vielleicht nicht, abstoßend aber auch nicht. Solide, sicher, einfach – so lauten die von Mitsubishi verwendeten Attribute, denen das neue Outlander-Design fraglos gerecht wird. Und mit dem Verzicht auf klassische SUV-Elemente macht der japanische Allradler optisch auch noch auf hochbeinige Kombi-Alternative.

Vollwertiger Siebensitzer

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderEs handelt sich in jedem Fall um eine stattliche Erscheinung, die auch mit einem entsprechenden Raumangebot überzeugen kann. Mitsubishi spricht sogar von einem vollwertigen Siebensitzer, was man beim Vorgänger trotz dritter Sitzreihe nicht behaupten konnte. Ungeachtet der verbesserten Raumökonomie bleibt der Zustieg in den Kofferraum zur dritten Sitzreihe weiterhin beschwerlich und können zwar Erwachsene dort Platz nehmen, allerdings dann in einer unschönen Zwangshaltung. Für Kinder reicht das Platzangebot auf kurzen Strecken aber allemal.

Alternativ kann man die hintere Rückbank versenken oder den Outlander grundsätzlich als Fünfsitzer bestellen. Dann bietet der Kofferraum 591 Liter Stauraum, der sich dank der in Länge verschieb- und etwas fummelig geteilt umleg- sowie wickelbaren mittleren Sitzreihe auf mehr als 1.700 Liter erweitern lässt. In den hochvariablen und geräumigen Fond kann man durch die optional elektrisch öffnende Heckklappe also einiges einladen und dank einiger Verzurrösen und Gepäckhaken auch arretieren. Abgesehen von einem 23-Liter-Staufach im Unterboden bietet der Outlander aber keine echten Laderaumknüller. Ernüchternd ist auch die Kopffreiheit, die besonders in Kombination mit dem eigentlich schönen Glasschiebedach für größere Passagiere doch etwas knapp bemessen ist.

Schick, aber nicht edel

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderAnsonsten sitzt man vorne auf mäßig konturierten Sitzen in einem modernen und recht übersichtlichen, leicht fahrerzentrierten Cockpit. Ganz nach Mitsubishi-Art dominiert hier die Farbe Schwarz, sind die Kunststoffe zumeist hart und überlagert lediglich eine Softtouch-Oberfläche den vorderen Armaturenbrettbereich. Hochglanzoberfläche in der Mittelkonsole oder feine Zierleisten in Metalloptik sollen ebenfalls für etwas Glanz sorgen. Eine gehobene Premium-Anmutung kann der Innenraum aber dennoch nicht versprühen.

Ausstattungstechnisch schon eher. In den uns zur Verfügung gestellten, umfangreich aufgerüsteten Varianten fiel im Kombiinstrument ein farbiges Multifunktionsdisplay auf, darüber hinaus verleihen auch der große Touchscreen des Navi-Multimedia-Alleskönners und die Schaltkulisse der Klimaautomatik dem Cockpit einen technisch modernen Schick. Und auch sonst zeichnet sich der Outlander durch ein üppiges Arsenal an Nettigkeiten und sicherheitsrelevanten Ausstattungsdetails aus: Abstandstempomat, Unfallwarner- und verhinderer, Lichtsensor, schlüsselloses Schließ- und Startsystem, Spurhalteassistent, Bluetooth-Freisprechanlage, Bedientasten am Lenkrad, Regensensor, Rückfahrkamera oder Start-Stopp-Automatik – wer sich etwas leisten will, wird auch bei Mitsubishi auf seine Kosten kommen.

Stark und sparsam

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderAntriebsseitig hat Mitsubishi einen bemerkenswerten 2,2-Liter-Diesel im Angebot, der sich unter anderem durch ein extrem niedriges Verdichtungsverhältnis (14,9:1) auszeichnet, welches wiederum für Bestmarken beim Verbrauch sorgt. Das 150 PS und in Kombination mit manuellem Schaltgetriebe 380 Newtonmeter starke Triebwerk soll den nur noch zwischen 1,4 und 1,6 Tonnen wiegenden Japan-SUV in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 wuchten und bis zu 200 km/h schnell machen. Der Normverbrauch soll trotz dieser guten Fahrwerte bei nur glatt fünf Liter liegen – eine Bestmarke unter den D-Segment-SUVs

Manierlich ist nicht nur der Verbrauch, sondern auch die Geräuschentwicklung, denn der Diesellärm des Vierzylinders hält sich in akzeptablen Grenzen. Zusammen mit den niedrigen Windgeräuschen kann der Outlander also einen durchaus überzeugenden Akustikkomfort bieten. Der Motor ist aber auch in einigen Punkten etwas ernüchternd. Dazu gehört der kurze nutzbare Drehzahlbereich, denn erst bei 1.750 Touren liegt das volle Drehmoment an, während die Höchstleistung bereits bei 3.500 Umdrehungen erreicht wird und der Begrenzer spätestens bei 4.250 U/min zum Hochschalten zwingt. Selbst für einen Dieselmotor ist das ein schmales Band.

Drei Modi für den Allradantrieb

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderImmerhin setzt der Outlander die üppige Dieselpower dank des optionalen Allradantriebs auf Wunsch sauber und ohne scharrende Vorderräder in Vortrieb um. Bei der intelligenten und variablen Kraftverteilung kann der Fahrer per Knopfdruck zwischen drei verschiedenen Modi wählen: 4WD Eco, 4WD Auto und 4WD Lock. Während es sich bei Eco weitgehend um einen Frontantriebsmodus handelt (bei dem dennoch bis zu 15 Prozent der Kraft nach hinten geleitet werden kann), aktiviert man mit Auto einen hochvariablen permanenten Allradantrieb. Schließlich wird im Lock-Modus über ein Lamellen-Sperrdifferenzial der Drehmomentanteil an der Hinterachse erhöht, was in schwierigem Gelände hilfreich sein kann.

Der Eco-Modus empfiehlt sich eigentlich in allen On-Road-Alltagssituationen, da er beim Spritsparen hilft und im 2WD-Traktion stets ausreichend Traktion für den Alltag vorhanden ist. Allerdings störte uns auf der Autobahn im Eco-Modus eine gewisse Unruhe in der ansonsten eigentlich gut abgestimmten elektromechanischen Lenkung, die nach dem Wechsel in 4WD-Auto nicht mehr zu spüren war. Gut möglich, dass hier bei den zur ersten Ausfahrt zur Verfügung gestellten Vorserienfahrzeuge noch ein finaler Feinschliff beim Antriebsstrang nötig ist. Der Wechsel in den Auto-Modus vollzieht sich übrigens unmerklich, ebenso wie die Kraftverteilung, die sehr geschmeidig und blitzschnell angepasst wird. Ein kurzer Ausflug auf einen geschotterten Feldweg hat uns eindrucksvoll die gehobene 4WD-Kompetenz des Outlander angedeutet.

Komfortables Fahrwerk

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderHierbei zeigte sich außerdem das Fahrwerk überraschend komfortabel, hat der Unterbau selbst grobe Unebenheiten souverän weggefiltert. Wer es also eher weich und gemütlich mag, wird im Outlander in hohem Maß verwöhnt. Lediglich bei größeren Querfugen haben wir eine Neigung zum Poltern vernommen. Allerdings leidet unter der komfortablen Fahrwerksauslegung in Kombination mit dem Diesel das querdynamische Potenzial. Wer ein kurvenaktives SUV à la BMW X3 wünscht, wäre mit dem Outlander schlecht beraten. Mit ordentlich Schlagseite und wild regelndem ESP kann man auch flotter ums Eck, doch ein sauberer Kurvenstrich ist bei verschärftem Tempo kaum möglich.

Besser hat sich im ambitionierten Kurveneinsatz übrigens der Outlander in Kombination mit dem Zwei-Liter-Benziner geschlagen, der immerhin 175 Kilogramm weniger auf die Waage bringt und sich entsprechend handlicher verhält. Und insgesamt schien das fast französisch weich anmutende Fahrwerk grundsätzlich besser auf die Benziner-Version  abgestimmt zu sein.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mitsubishi Outlander   Mitsubishi Outlander
Version / Ausstattung   2.2 DI-D 4WD, Siebensitzer   2.0 MIVEC 4WD, Siebensitzer
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   2.268 / R4-Turbodiesel   1.998 / R4-Benziner
Leistung (kW / PS)   110 / 150   110 / 150
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   380 / 1.750 - 2.500   195 / 4.100 - 4.200
Antriebsart   Allradantrieb variabel   Allradantrieb variabel
Getriebeart   manuelle Sechs-Gang-Schaltung   stufenlose CVT-Automatik
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.655 / 1.800 / 1.680   4.655 / 1.800 / 1.680
Radstand (mm)   2.670   2.670
Wendekreis (m)   10,6   10,6
Leergewicht (kg)   1.590   1.450
Kofferraum (Liter)   591 - 1.742   591 - 1.742
Bereifung Testwagen   225/55 R 18   225/55 R 18
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,6   7,1
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   140 / Euro 5   161 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,7   12,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   200   185
Preise        
ab (Euro)   Basisversion ab ca. 31.000   Basisversion ab ca. 25.000
Empfohlene Extras        
 
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Zweiliter-Benziner mit CVT-Automatik

Längsdynamisch ist der Benziner in Kombination mit der stufenlosen CVT-Automatik und Allradantrieb allerdings keine Offenbarung. 12,6 Sekunden dauert hier der Sprint und lässt sich die Tachonadel auf maximal 185 km/h treiben. Zumal beim CVT der Gummiband-Effekt nervt, denn wenn man viel Leistung abfragt, schrammelt der ansonsten recht ruhige Vierzylinder aufdringlich im höheren Drehzahlbereich bis zum Erreichen der gewünschten Geschwindigkeit. Wer es allerdings gelassen angeht, wird sich an der Geschmeidigkeit des stufenlosen CVTs erfreuen, denn hier gibt es im automatischen Modus keine Schaltvorgänge. Wer etwas sportlicher fahren möchte, kann alternativ über Wipptasten hinterm Lenkrad auch fest definierte Gänge manuell anwählen.

Als entspannter Cruiser macht der Benziner mit CVT in jedem Fall die bessere Figur und könnte so auch verbrauchstechnisch recht nahe an den Sieben-Liter-Normwert herankommen. Beim Spritsparen hilft übrigens noch der Eco-Modus, der das Ansprechverhalten des Motors und die Kühlarbeit der Klimaanlage herabsenkt. Ebenfalls der Effizienz förderlich ist die serienmäßige Start-Stopp-Automatik. Angesichts von Fahrzeuggröße, Allradantrieb und Automatik sind die sieben Liter Normverbrauch ein durchaus guter Wert. Allerdings gibt es mit dem Mazda CX-5 Skyactiv G einen starken Konkurrenten, der mit gleicher Motorleistung und deutlich besserer Performance rund einem halben Liter weniger verbraucht.

Rund 25.000 Euro

Galerie: Erster Test Mitsubishi OutlanderDie Preise für den im September 2012 startenden Outlander wird Mitsubishi Deutschland erst im Juli offiziell bekanntgeben. Vorläufig gibt es nur die Aussage, dass man das Preisniveau des Vorgängers in etwa halten will. Dieser startet bei 24.490 Euro als 2WD-Benziner mit manuellem Fünfgang-Getriebe, während der Diesel ab 30.890 Euro zu haben ist. Mit Vollausstattung dürfte der Selbstzünder knapp jenseits der 40.000 Euro liegen. Wie bei Mitsubishi üblich, wird der Kunde zwischen den Ausstattungsniveaus Inform, Invite, Intense und Instyle wählen können, die dann mit jedem höheren Niveau auch jeweils satte Preisvorteile bieten dürften.

Ab 2013 wird es übrigens beim Outlander eine noch teurere Alternative geben, denn dann wird das SUV noch als Plug-in-Hybrid-Variante an den Start gehen. Hier werden dann zusätzlich zum Zwei-Liter-Benziner noch zwei E-Motoren zum Einsatz kommen, an jeder Achse einer. Neben besonders niedrigen Verbrauchswerten wird sich diese Antriebsversion noch durch eine längere rein elektrische Reichweite auszeichnen.

 
Fazit

Mario Hommen

Der Outlander kann auf eine immerhin schon fast 10jährige Karriere auf dem deutschen Markt zurückblicken. Ein durchschlagender Erfolg ist ihm allerdings verwehrt geblieben. Mit der nun anstehenden dritten Generation bietet der Outlander mehr Eroberungspotenzial als seine Vorgänger.

Sein angenehm komfortables Fahrwerk, ein großer und variabler Innenraum, viele attraktive Ausstattungsdetails, ein hohes Sicherheitsniveau und ein kraftvoller wie besonders effizienter Dieselmotor sowie attraktive Preise sprechen für den großen Allradler. Höhepunkte finden sich einige, wirklich ernste Schwachpunkte hingegen keine.

Bleibt allerdings die Frage, wie das ungewöhnliche Design ankommen wird, denn dieses ist zwar mutig, doch wollte bei uns der Funke nicht so richtig überspringen.
 

 

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