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Galerie: Erster Test Nissan GT-R

Erster Test: Nissan GT-R

Godzilla ist wieder da

14.10.2016

Es gibt Autos, die sind was für Praktiker. Und es gibt Autos, für die man einfach unvernünftig sein muss. Der Nissan GT-R zählt eindeutig zu letzteren. Das 570-PS-Geschoss aus Fernost, von seinen Fans liebevoll Godzilla genannt, fährt in der neuesten Generation mit 20 Pferdestärken mehr vor. Allein wegen dieses Aufschlags aber wird sich niemand für den ansonsten eher unpraktischen Japaner entscheiden. Wer hier zuschlägt, hat nur einen Grund: Er will Fahrspaß!

Zwei Sitze im hinteren Abteil, die eigentlich nur für die Kleinsten der Kleinen ausreichend Platz bieten und ein Kofferraum mit nur 315 Liter Ladevolumen und extrem hoher Ladekante sind wahrlich alles andere als praktisch im Alltag. Aber, 570 PS lesen sich nun mal äußerst verlockend. Und auch 637 Newtonmeter Drehmoment sind nicht zu verachten – so wie im Nissan GT-R. Ein weiteres, gutes Argument: die Maximalgeschwindigkeit von 315 km/h. Da kann man hier und dort schon mal Abstriche machen, oder? Auch beim Preis, denn mindestens 99.990 Euro werden für den GT-R fällig – allerdings für einen fast komplett ausgestatteten Wagen. Und im Vergleich mit ähnlichen starken Boliden ist der Japaner sogar ein Schnäppchen.

Frischer Wind

Galerie: Erster Test Nissan GT-R

Beim neuen Modelljahr hat sich Nissan vor allem  um die Gestaltung des Innenraums gekümmert. Größter Minuspunkt beim Alten war der Dschungel an Knöpfen, durch den man sich schlagen musste – die Anzahl hat man zwar zurückgefahren, aber dennoch zählen wir am Lenkrad immer noch 15 Drücker. Dem Armaturenbrett spendierte man einen neuen, edlen Überzug aus Nappaleder und die Mittelkonsole versuchte man mit einer Carbon-Optik-Plastik-Verkleidung aufzuwerten. Erfreulich: Die neu geformten Sportsitze bieten richtig guten Halt auf kurviger Strecke und sind trotzdem nicht, wie bei vielen Asiaten, zu eng geschnitten.

Galerie: Erster Test Nissan GT-RNach wie vor ist die Devise: „Jeder soll das Auto immer und überall fahren können.“ Das Handling steht also wie bei den bisherigen Auflagen klar im Fokus: Das Lenkrad lässt sich mit einer beeindruckenden Leichtigkeit dirigieren,  ist ausgesprochen präzise, und der Fahrer bekommt eine ordentliche Rückmeldung über jede Straßenbeschaffenheit. Die Schaltwippen wurden in der Neuauflage nun direkt am Lenkrad angebracht und nicht wie beim Vorgänger an der Lenksäule. Endlich kann der Fahrer den Gangwechsel vollziehen, und dabei das Steuer stets fest im Griff behalten. Doch stellt sich uns die Frage: Warum überhaupt selber schalten! Die Automatik weiß stets den richtigen Gang einzulegen und werkelt sehr zielstrebig.

Godzilla brüllt

Galerie: Erster Test Nissan GT-RBei so viel Power und Sportlichkeit verwundert es nicht, dass auch aus den Endrohren des Nissan GT-R gerne einmal ein bisschen mehr Krach kommen darf. Wer ihm ordentlich die Sporen gibt, den belohnt der asiatische Sportler mit einem Ohrenschmaus aus satten Wummern und neckischem Frotzeln. Schon das Erwachen des Motors ruft ein angenehmes Kribbeln in der Magengegend hervor. Wer mit ihm frühmorgens zur Arbeit muss und  in einer kleinen Wohnsiedlung wohnt, für den hält Nissan die Option bereit, die Rohre zu schließen. Dann startet der GT-R angenehm leise und die Nachbarn werden nicht aus dem Tiefschlaf gerissen – muss man aber nicht machen...

Flinkes Äffchen

Galerie: Erster Test Nissan GT-RGerade einmal 2,8 Sekunden nimmt sich der aktuelle Nissan GT-R um die Hundertermarke zu knacken. Das ist zwar ein Hundertstel langsamer als sein Vorgänger, aber das fällt nicht weiter ins Gewicht. Zwischen 3.300 und 5.800 Umdrehungen packt die gesamte Kraft beherzt zu und macht dem Äffchen ordentlich Dampf unterm Hintern. Wie von der Tarantel gestochen prescht Godzilla los und scheint unermüdlich zu sein im. Seine ganze Power überrascht umso mehr, wenn man den Aspekt Gewicht mit einfließen lässt. Für einen Renner sind rund 1,8 Tonnen wahrlich keine Glanzleistung – er ist eher der Sumo-Hochleistungssportler. Doch das ist gar keine schlechte, wenn auch eigentlich widersprüchliche Mischung. Das Ergebnis: Die Kombination aus etwas Übergewicht, einem gut abgestimmten Fahrwerk und überarbeiteter Aerodynamik lassen den Nissan selbst bei flotter Gangart souverän über den Asphalt gleiten.

  • Technische Daten – Nissan GT-R

Länge: 4,71 Meter, Breite (ohne Außenspiegeln): 1,90 Meter, Höhe: 1,37 Meter. Radstand: 2,78 Meter, Wendekreis: 12,10 m. Leergewicht: 1.750 kg, Kofferraumvolumen: 315 Liter.

Antrieb: Sechszylinder-Benziner mit Bi-Turbo, Hubraum: 3.799 ccm, 419 kW/570 PS, maximales Drehmoment: 637 Nm bei 3.000 – 5.800 U/min., Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb. Vmax: 316 km/h, 0-100 km/h in weniger als 3 Sekunden, Durchschnittsverbrauch: 11,8 l/100 km,CO2-Ausstoß: 275 g/km, Effizienzklasse G.

Grundpreis: ab 99.900 Euro

Wer nicht genug vom GT-R bekommen kann, für den hält Nissan auch den GT-R Nismo bereit. Das Flaggschiff der Marke wiegt rund 50 Kilogramm weniger als der Normalo und fährt mit einem 3,8-Liter-Twin-Turbo-Sechszylinder mit 600 PS vor. Ein bisschen Abspecken und ein paar Pferde mehr unter der Haube heben den Einstiegspreis aber auch gleich mal um fast das doppelte an. Für einen Einstiegspreis von 184.950 Euro ist er beim Händler erhältlich.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Nach unserer Ausfahrt steht fest: Wer nur auf den reinen Fahrspaß aus ist, der kann hier und dort getrost mal Abstriche machen. Der Sound überzeugt, der Durchzug ebenso, das Handling nicht weniger, der Innenraum ist schicker geworden. Dass der Kofferraum eine kleine Katastrophe mit einer megahohen Ladekante ist – was soll’s. Und für mehr Gepäck gibt es ja zur Not die Rückbank. Sitzen will man hier ohnehin nicht gerne, es sei denn man ist Schlangenmensch und beherrscht die Kunst, sich elastisch zu verbiegen.
 
 

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