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Galerie: Erster Test Nissan Juke Facelift

Erster Test: Nissan Juke Facelift

Schräger Typ, neu eingekleidet

20.05.2014

Ob ein neues Modell den Kunden gefällt oder nicht, hängt ganz davon ab, ob es zur rechten Zeit auf den Markt kommt. Anders als der Fiat Multipla, der vor etlichen Jahren als hässliche Erscheinung in Deutschland ge- und verschmäht wurde, hat sich der gut zehn Jahre später gestartete, fast genauso gewöhnungsbedürftig geformte Juke derart gut verkauft, dass Nissan sein Äußeres im Rahmen der Modellpflege nur wenig verändert hat.

Ganz im Gegenteil: Künftig wird der schrullige Typ mit den aus der Motorhaube herausquellenden Knubbelleuchten noch stärker auffallen und polarisieren als bisher, denn Nissan hält für den 4,14-Meter-Crossover neue, kräftige Lackfarben und dazu passende, genauso farbenfrohe Individualisierungspakete bereit.

Galerie: Erster Test Nissan Juke FaceliftUnter dem Motto „Alles schön bunt“ lassen sich beispielsweise Außenspiegel-Kappen, Seitenschweller, Dachspoiler, Türgriffe und die Einsätze in den Leichtmetallrädern rot oder gelb einkleiden. Und auch in der Kabine können die Käufer rund um den Schalthebel, die Lüftungsdüsen und in den Türinnenverkleidungen farbige Akzente setzen. Schwarz und Weiß statt des serienmäßigen Grau sind ebenfalls im Angebot, jedoch längst nicht so blickfangtauglich.

40 Prozent mehr Kofferraum

Galerie: Erster Test Nissan Juke FaceliftDie Modellpflege ging jedoch auch in die Tiefe, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Das Ladeabteil des 1,77 Meter breiten und 1,57 Meter hohen Juke, dessen Enge immer wieder bemängelt wurde, fasst dank Formmodifikation in den in den Varianten mit Frontantrieb jetzt 40 Prozent mehr als bisher, nämlich ordentliche 354 Liter, und verfügt in drei von vier Ausstattungslinien über eine variabel anzuordnende Bodenplatte. Werden die Rücksitze flach gelegt, sind im Heck bis zu 1.189 Liter zu verstauen. Eine Schwachstelle des alten Juke-Kofferraumkonzepts wurde allerdings nicht beseitigt: Koffer, Kisten et cetera müssen weiterhin über eine hohe Kante gehievt werden.

Ein 900 Euro teures Glasschiebedach gehört zu den begehrenswerten Posten auf der Liste der verfügbaren Extras. Für Kunden, die sich für die höchste Ausstattungsklasse, Tekna genannt, entscheiden, erfüllen sich die meisten Sonderwünsche ansonsten automatisch. Zu Preisen ab 20.950 Euro haben die Fahrzeuge unter anderem das neue Infotainment- und Navigationssystem Nissan Connect an Bord, das per Smartphone den Zugriff auf eine Vielzahl von Apps ermöglicht. Außerdem verursachen beim Juke mit Bestausstattung weder "Around ViewMonitor" für eine 360-Grad-Rundumsicht noch das "Nissan Safety Shield" Zusatzkosten. Es fasst Spurhalte- und Totwinkelwarner sowie ein System zusammen, das Alarm schlägt, wenn sich im Fahrzeugumfeld etwas bewegt.

1.2 DIG-T auch im Juke

Galerie: Erster Test Nissan Juke FaceliftNeue Töne werden auch unter der Motorhaube erzeugt, wenn der Juke, nach Qashqai-Art, mit direkteinspritzendem 1,2-Liter-Turbobenziner antritt. Dieser Vierzylinder mobilisiert in Zusammenarbeit mit einem Sechsgang-Getriebe 115 PS bei 4.500 Touren und ein bei 2.000 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute abrufbares Drehmomentmaximum von 190 Newtonmeter.

18.800 Euro wird diese Variante mindestens kosten. Sie beschleunigt Werksangaben zufolge in 10,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h und verbraucht im Test nach EU-Norm, also theoretisch,  5,6 Liter Super je 100 Kilometer. Um eine ähnlichen Wert auf der Straße zu erzielen, darf man allerdings nicht das dynamische Potenzial ausreizen. Es ist dank knackiger Fahrwerksabstimmung höher, als die Form erwarten lässt: Der hohe Aufbau neigt bei schneller Kurvenfahrt kaum zum Wanken.

Einstiegspreis und -motor unverändert

Galerie: Erster Test Nissan Juke FaceliftFür Kunden, die fürs Auffallen weniger Geld ausgeben wollen, hat Nissan den an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelten, 94 PS mobilisierenden 1,6-Liter-Vierzylinder beibehalten. Er ist nur mit der Basisausstattung, die ein CD-Radio mit AUX-Anschluss und LED-Tagfahrlicht einschließt, lieferbar; ohne Klimaanlage kostet dieses Modell - wie bisher - 15.450 Euro; ist sie, ergänzt um Leichtmetallfelgen, Bordcomputer und variablen Kofferraumboden, installiert, sind 16.750 Euro fällig.

Allradantrieb nur mit Automatik

Zwei weitere 1,6-Liter-Benziner hat Nissan auserkoren, das  Xtronic genannte stufenlose Automatikgetriebe zu begleiten. 117 PS leistet der schwächere, 190 PS der stärkere. Letzterer ist, falls der Kunde magere 207 Liter Kofferraum akzeptiert, auch mit Allradantrieb zu bekommen, der  die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse und bei Bedarf auch zwischen den Hinterrädern verteilt. Das Kürzel DIG-T kennzeichnet ihn als Starkmodell und damit als modernes Aggregat mit zeitgemäßem Zugkraftangebot: Zwischen 2.000 und 5.600 Touren kann der Fahrer 240 Newtonmeter Drehmoment abrufen.

Mit Sechsgang-Schaltgetriebe ist die Topmotorisierung gleichfalls zu bekommen, dann jedoch nur mit Frontantrieb. Dieselbe Antriebskonfiguration und akkurat dasselbe Drehmoment stellt auch der 1,5-Liter-Turbodiesel bereit. Seine Höchstleistung liegt mit 110 PS hingegen deutlich unter 1.9 DIG-T-Niveau. Dass diese Feststellung auch für den Verbrauch gilt, spricht wiederum für den dCi: 4,0 Liter je 100 Kilometer stehen beim Diesel zu Buche, zwei Liter mehr beim Benziner.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Der neue Juke ist, wie der alte, ein typischer Vertreter des Crossover-Konzepts: Ein höher gelegter Kombi, der dank der soeben vollzogenen Kofferraumvergrößerung wirklich vielseitig einsetzbar ist, obwohl sein Aussehen Anderes vermuten lässt.

Die wilde Stil-Mischung - auf ein SUV-Fahrwerk haben die Designer ein viertüriges Coupé aufgesattelt und zwischen beiden Lagen etwas Micra verteilt - kann man schrecklich finden oder toll. Für Nissan hat sich das polarisierende Design jedenfalls ausgezahlt: Ihm zuliebe haben in der Vergangenheit 80 Prozent der Juke-Käufer die Marke gewechselt.
 
 
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