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Galerie: Erster Test Nissan Micra

Erster Test: Nissan Micra

Guck nicht so

13.12.2007

Die großen Kulleraugen gucken sooo lieb, dass viele Frauen einfach nicht widerstehen können. Laut Nissan sind daher auch mehr als 70 Prozent aller Micra-Käufer weiblich. Daran wird auch das zarte Minimal-Facelift für 2008 nichts ändern.

Die von außen sichtbaren „Neuheiten“ des Nissan Micra – Modelljahr 2008 – sind schnell aufgezählt: Anderer Kühlergrill-Einsatz mit Chromrahmen, blau eingefärbte Blinkergläser und neue Kulleraugenscheinwerfer. Und, ganz wichtig, die schwarze Folie entlang der B-Säule. Diese soll bewirken, dass die Silhouette des Micra nun im Vergleich zum Vorgänger geduckter erscheint. Ach ja, eine neue Außenfarbe gibt es auch noch, sie nennt sich Murano-rot und erscheint irgendwie orange. Das war’s dann.

Innen gibt’s was Neues

Galerie: Erster Test Nissan MicraInnen verströmen neue, attraktivere Stoffe und das noble Armaturenbrett, das bis dato nur in Verbindung mit der Top-Version Active Luxury erhältlich war, echte Wohlfühl-Atomsphäre. Die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf. Die Logik der Klimaautomatik (Serie ab Tekna) ist supereinfach, das MP3-CD-Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung koppelt sich schnell mit den gängigen Mobiltelefonen und bietet einen vernünftigen Klang beim Musik hören und Telefonieren. Die gesamte Armaturenbrettarchitektur wirkt nun in allen Ausstattungsvarianten hochwertig und fein.

Das Platzangebot ist für einen 3,72 Meter kurzen Fünfsitzer gut. Wenngleich der Micra eher als Viersitzer durchgeht und nur Kinder zu dritt hinten sitzen können. Am Kopf wird es nicht nur für Lange etwas eng, noch knapper wird der Kopfraum, wenn man das Glasschiebdach gewählt hat. Die Rückbank ist längsverschiebbar, so dass entweder mehr Platz für die Passagiere oder das Gepäck zur Verfügung steht. 251 Liter fasst das knackige Heck (bei vorgeschobener Rückbank 371 Liter). Genug für die Klamotten-Shoppingtour. Bei umgeklappten Rückenlehnen sind dann sogar Baumarkt-taugliche 982 Liter möglich.

Technische Schmankerl  

Galerie: Erster Test Nissan MicraAls nicht selbstverständliches Ausstattungsdetail in dieser Fahrzeugklasse besitzt der Micra (ab Tekna) das „InetlligentKeySystem“. Es ermöglicht den schlüssellosen Zugang ins Fahrzeug mit anschließendem Motorstart mittels Drehschalter, wo bei anderen Autos das Zündschloss sitzt. In der Praxis erweist sich das System als überflüssig. Vorteil: Der Schlüssel bleibt in Hosen- oder Jacken- oder Handtasche oder sonst irgendwo. Das ist dann auch gleich der Nachteil. Wer suchet, der findet heißt es dann oft. Seit 2003 bietet Nissan das System im Micra an. Viele Frauen lieben es, so Nissan.

Männer wünschten sich dagegen vielleicht lieber einen „echten“ Tempomat. Im Nissan gibt es nämlich nur einen Geschwindigkeitswarner, der bei beliebigem Tempo ab 30 km/h aktiviert werden kann und dann jedes Mal, wenn die Geschwindigkeit überschritten wird, nervig bimmelt.

Im Tekna, der mittleren und pfiffigsten Ausstattungsversion, sind zudem Regen- und Lichtsensor sowie die akustische Einparkhilfe hinten und ein Lederlenkrad Standard.

Diesel mit Bumms

Galerie: Erster Test Nissan MicraDie Kombination aus Dieselmotor und Kleinwagen ist im Falle des Micra gelungen. Nicht verwunderlich, denn der 86 PS starke 1,5-Liter-dCi ist ein alter Bekannter aus dem Renault-Programm. Der Motor hat Druck, 200 Newtonmeter ab 2.000 Umdrehungen, und soll den rund 1.200 Kilogramm schweren Viertürer (gibt es auch als Zweitürer) in 11,5 Sekunden auf Tempo 100 bringen. Das Nageln des Selbstzünders ist stets hörbar aber nie störend. Ab Autobahn-Richtgeschwindigkeit sind dann nur noch Windgeräusche präsent. Für ganz Eilige lassen sich 171 km/h bei freier Bahn realisieren.

Der Vorteil von Dieselaggregaten ist bekannt: Der Spritverbrauch hält sich in Grenzen. Selbst im Stop-and-go-Stadtverkehr laufen im Micra selten mehr als sechs Liter durch die gemeinsame Leitung (Common-Rail) in die Brennräume. Im Schnitt sollen es laut Nissan 4,7 Liter sein. Wehrmutstropfen: Einen Rußfilter sucht man vergebens.

Das seilzugbetätigte Füngang-Schaltgetriebe passt gut zum Selbstzünder. Es stammt ebenfalls von Renault und ermöglicht präzise Gangwechsel mit verhältnismäßig kurzen Wegen. Die Abstimmung ist gelungen, denn selbst im Stadtverkehr ist der fünfte Gang fahrbar, damit sinkt der Kraftstoffkonsum.

Rollt gut

Galerie: Erster Test Nissan MicraDer Micra ist grundsätzlich knackig abgestimmt. Das liegt zum Teil an den ab der Tekna-Version serienmäßig vorhandenen 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit 185/50er-Pneus. Die Abstimmung entspricht dennoch den Erwartungen, die Mann (und auch Frau) an den knuddeligen Knirps hat.

10,5 Meter beträgt der Wendekreis für den dCi und damit 70 Zentimeter mehr als bei den Benzinern. Nicht hitverdächtig, aber klein genug um schnelle U-Turns im Großstadtdschungel zu drehen. Nicht gut: Ein elektronisches Stabilitätsprogramm ist für den Diesel nicht erhältlich.

Billig gibt’s woanders

Galerie: Erster Test Nissan Micra10.890 Euro beträgt der Einstiegspreis für den 1.2 mit 65 PS als Zweitürer. Empfehlenswert ist die Ausstattung Tekna, die es allerdings erst mit 80 PS gibt. Vier Türen sollten es auch sein. Macht somit mindestens 16.590 Euro. Wer den gefahrenen Tekna 1.5 dCi bevorzugt, muss 17.690 Euro hinblättern.  Ob der 86 PS-Diesel im Einzelfall eine gute Wahl ist, muss anhand der persönlichen Jahres-Kilometerleistung errechnet werden. Bei den im Vergleich zu Benzin stark gestiegenen Diesel-Preisen ist das bei dieser Fahrzeugklasse fragwürdig.

Fazit

Der neue Micra hat eine homöopathische Verjüngungskur erhalten, die ihn vor allem im Interieur attraktiver macht. Motoren und Fahrwerk sind auch ohne Neuerungen auf Höhe der Zeit. Neue Technik-Gimmicks, wie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, sind in dieser Fahrzeugklasse richtungsweisend. Eher altbacken: ESP und Dieselpartikelfilter gibt’s für den dCi gar nicht.

Ach ja, der hohe Frauenanteil wird sich wohl auch in den letzten beiden Lebensjahren des Micra nicht mehr ändern.

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