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Galerie: Erster Test Nissan Micra

Erster Test: Nissan Micra

Klein war gestern

27.01.2017

Neues Auto, alter Name, obwohl er nicht mehr so richtig passt: Der Micra, der ab Frühjahr 2017 bei den Nissan-Händlern steht, ist immerhin vier Meter lang, 1,73 Meter breit und damit aus dem Kleinwagen-Segment herausgewachsen. Das neue, üppigere Format erklärt Nissan damit, dass der neue Fünftürer auf den europäischen Markt zugeschnitten wurde, wo er dort nicht nur das alte Modell ersetzen soll, das für enge asiatische Innenstädte konzipiert war, sondern auch den größeren Note.

In Deutschland wird dieses Modell noch bis Mitte 2017 erhältlich sein; danach wird der einzige Kompaktvan aus dem Nissan-Angebot verschwinden und damit bedauerlicherweise auch die praktischen Seiten dieses Konzepts. Speziell was die Variabilität des Ladeabteils anlangt, ist der Ersatz nämlich viel einfacher gestrickt: Einen zusammenfaltbaren Beifahrersitz gibt es im Micra nicht; einzig und allein eine geteilte Rückenlehne hilft, den 300-Liter-Kofferraum abschnittweise zu vergrößern. Außerdem erschwert die hohe Ladekante das Verstauen gewichtiger Gegenstände, und beim Reinschieben voluminöser Fracht stört, dass die Ladefläche die nicht völlig eben ist.

Galerie: Erster Test Nissan MicraDie gründlich veränderte Optik samt Neuformatierung stuft Nissan forsch als „Revolution“ ein, was denn doch übertrieben ist: Die fünfte Micra-Generation sieht immer noch aus wie ein Auto - wenngleich sie zugegebenermaßen dynamischer daherkommt und markantere Züge zur Schau stellt als die bisherigen Träger dieses Namens.

Wenig Sicht nach hinten

Galerie: Erster Test Nissan MicraUnübersehbar ist, dass die Designer von derselben Muse geküsst wurde, die auch in der Formgebungsphase von Qashqai und Note über den Zeichenbrettern schwebte. Mit dieser Inspirationsquelle wurden leider ein paar Nachteile ins kleinere und flachere Fahrzeugformat transferiert: Die im Stadtverkehr wichtige Sicht nach hinten ist durch die ansteigende Fensterlinie und die dazwischen liegende hochgesetzte Heckscheibe so stark eingeschränkt, dass das Ein- und Ausparken ohne Hilfsmittel einem Vorstoß ins Ungewisse gleicht. Auf Nummer Sicher geht, wer den Wagen mit einem ausreichend Überblick verschaffenden Kamerasystem bestellt. Bedauerlicherweise ist es jedoch nicht in allen Modellvarianten verfügbar, sondern erst ab der dritten von fünf Ausstattungslinien und verursacht nur in den Tekna-Versionen (ab 19.990 Euro) keine zusätzlichen Kosten.

Galerie: Erster Test Nissan MicraFür die Händler hat das den Vorteil, dass sie kaum einen Micra zum Basispreis verkaufen werden. Dass die neue Micra-Optik ansprechend und gegen Zuzahlung weiter aufzupeppen ist, dürfte ebenfalls umsatzsteigernde Wirkung entfalten: Attraktive Außendesigns lassen sich mit zweifarbigen Interieurpaketen kombinieren und das Blechkleid ist mit so genannten Akzentfolierungen zu individualisieren. In diesem Umfeld finden Fahrer und Beifahrer viel Raum und eine gute Sitzposition hinter einem ansprechend gestalteten Instrumententräger vor - samt einem zehn Liter fassenden Handschuhfach mit Platz für zwei 2,0-Liter-Flaschen. Im Fond geht es enger zu; wer dort sitzt und lange Beine hat, muss ein paar Zentimeter Kniefreiheit bei Vordermann oder -frau einfordern.

Basismodell ohne Klimaanlage

Galerie: Erster Test Nissan MicraDie Aussage von Nissan, der Micra biete jetzt Sicherheitsfeatures, die zuvor höheren Fahrzeugklassen vorbehalten waren, ist nicht falsch, schließt aber das Basismodell aus: Bis auf den serienmäßigen Notbremsassistenten hat die Visia genannte Variante nichts an Bord, was heutzutage unter die Rubrik „fortschrittliche Sicherheitstechnologien“ fällt, und nicht einmal die Klimaanlage gehört zur Grundausstattung. Mit steigendem Preis wird die Auswahl an Extras - wie auch der Ausstattungsumfang an sich - größer; unter anderem hält Nissan Spurhalte-, Fernlicht- und Totwinkel-Assistenten, Verkehrszeichen-Erkennung und das bereits erwähnte Rundumsicht-System bereit, in der Preisliste als Intelligenter Around View Monitor geführt.

Galerie: Erster Test Nissan MicraAufpreisfrei findet der Käufer diese Finessen allerdings nur vor, wenn er um die 20.000 bis 22.000 Euro in einen Micra mit Tekna-Ausstattung investiert. Dann sind sogar Kopfstützen mit integrierten Lautsprechern an Bord; der neue Micra, verkündet Nissan stolz, sei der erste Vertreter der Kleinwagen-Klasse mit „Bose Personal Sound System“. Ob der Fahrer viele Fahrzeugfunktionen über die Infotainmenteinheit steuern kann, hängt ebenfalls vom Preis ab. Optional ist die mittlere Ausstattungslinie damit erhältlich, serienmäßig sind die nur die teureren Tekna- und N-Connecta-Versionen damit ausgerüstet.

90 PS als Volumenmotorisierung

Galerie: Erster Test Nissan MicraIn puncto Geräuschdämmung und Fahrverhalten gibt sich der Micra keine Blöße. Einen wichtigen Beitrag leisten der mit dem Wagen gewachsene Radstand, die serienmäßige Fahrkomfortregelung und die Spurkontrolle, die das sichere Durchfahren von Kurven unterstützt, indem sie durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder die Tendenz zum Unter-steuern unterdrückt.

Galerie: Erster Test Nissan MicraDie beiden Direkteinspritzer, mit denen Nissan startet, stellen maximal 90 PS bereit. Den stärksten Eindruck hinterlässt der vierzylindrige Diesel, für den sich jedoch erfahrungsgemäß nur etwa zehn Prozent der Kunden entscheiden. Die am häufigsten georderte Motorisierung wird wohl der neue Turbobenziner sein. In der Ebene ist er flott unterwegs, während in bergigen Regionen die Schaltempfehlungsanzeige gut zu tun hat - und der über fünf Vorwärtsgänge gebietende Fahrer ebenso. Ein zweiter Dreizylinder-Benziner - ohne Turbolader, mit 1,0 Liter Hubraum – wird das Angebot in Kürze ergänzen.

Demnächst im Test: Micra-Sharing

Galerie: Erster Test Nissan MicraMit dem Micra will Nissan übrigens eine neue Form des Carsharing etablieren: Wer will, kann sich mit Hilfe einer digitalen Plattform einer Nutzergemeinschaft anschließen. Durch den Abgleich der Profile und Geo-Daten registrierter Interessenten, erläutert Nissan, wer-de man Kunden mit sich ergänzenden Fahrbedürfnissen zusammenführen und so die Standzeiten der Fahrzeuge verringern. Je mehr Leute zueinander finden und gemeinsame Sache machen, desto weniger zahlt der einzelne pro Monat fürs Intelligent Get&Go. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der persönlichen Fahrzeugnutzung und schließt unter anderem Versicherung, Service, Zugang zur Online-Vermittlung und Smartphone-App ein. Noch in diesem Jahr soll die Erprobung dieses neuen Diensts in Paris anlaufen. Sollte das Modell funktionieren wie gedacht, verspricht Nissan, werde es schnellstmöglich auch anderswo in Europa eingeführt.

  • Technische Daten Nissan – Micra

Länge: 4,0 m, Breite (mit Spiegel): 1,94 m; Höhe: 1,46 m; Radstand: 2,53 m. Kofferraum-volumen: 300-1004 l; Leergewicht: 977-1242 kg; Zuladung: 353-513 kg.

Motoren

0,9 l, Dreizylinder-Turbobenziner: 66 kW/90 PS bei 5500/min; 140 Nm bei 2250/min; Beschleunigung 0-100 km/h: 12,4 s; Höchstgeschwindigkeit 145 km/h; Verbrauch nach NEFZ-Norm 4,3-5,1 l/100 km. Preis: ab 15.790 Euro.

1,5 l, Vierzylinder-Turbodiesel: 66 kW/90 PS bei 4000/min; 220 Nm bei 2000/min; Beschleunigung 0-100 km/h: 11,9 s; Höchstgeschwindigkeit 145 km/h; Verbrauch nach NEFZ-Norm 3,2-3,8 l/100 km. Preis: ab 16.190 Euro.

1.0 l, Dreizylinder-Benziner, 54 kW/73 PS bei 6300/min; 95 Nm bei 3500/min; keine weite-ren Angaben, Preis ab 12.990 Euro.

 
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