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Galerie: Erster Test Nissan Note

Erster Test: Nissan Note

Ansichtssache

05.07.2013

Nissan startet im Oktober 2013 mit der zweiten Generation des Note. Angesichts neuer Optik, neuer Plattform, neuer Motoren und einiger Innovationen darf man von einer echten Neuauflage sprechen, die sich gleich noch den Weg in ein anderes Segment bahnen soll: Statt wie bisher als Mini-Van will Nissan den neuen Note nämlich im klassischen Kleinwagen-Segment positionieren, um ihn dort künftig direkt gegen Ford Fiesta und VW Polo antreten zu lassen.

Womit diese Segment-Verschiebung sich begründen lässt, ist von außen betrachtet allerdings nicht so recht nachvollziehbar. Der neue Note kommt richtig fesch daher, vor allem seine Squash-Linie genannte Lichtkante in der Flanke sorgt für einen attraktiven Auftritt. Damit kommt die zweite Generation zwar emotionaler und verspielter als sein noch vergleichsweise pragmatisch gestalteter Vorgänger daher, dennoch vermittelt der in England gebaute Nissan trotz des nach hinten abfallenden Dachs auch weiterhin einen vanartigen Einschlag und wirkt eigentlich nicht wie eine klassische Steilheckkarosserie. Wobei die Grenzen hier schwimmend sind.

Entsprechend geht auch der Innenraum in Sachen Platzangebot weit über das hinaus, was im Kleinwagen-Segment üblich ist. Trotz einer 4,10 Meter kurzen Karosserie bietet der Note ein Platzangebot, welches fast schon Kompaktklasse-Niveau erreicht, beziehungsweise dieses sogar deutlich überragt. Vorne wie hinten sitzen die Passagiere mit guter Bein- und Kopffreiheit, lediglich in der Breite fühlt man sich dann doch eher wie in einem Kleinwagen und fehlt außerdem Lenkrad eine Längsverstellbarkeit. Vorbildlich ist der großzügige Einstieg in den Fond, denn die hinteren Türen lassen sich fast im 90-Grad-Winkel öffnen.

Der 2.000-Liter-Schlucker

Galerie: Erster Test Nissan NoteDas Gepäckabteil ist normal für 325 Liter gut und dank der in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank kann dieses Volumen auf über 411 Liter anwachsen, was sich allerdings nachteilig auf die Beinfreiheit im Fond auswirkt. Unterm herausnehmbaren Kofferraumboden ist außerdem noch Platz für viel Kleinkram. In der 30 Liter fassenden Plastikwanne kann man sogar schlammverkrustete Wanderstiefel ablegen, denn eventueller Dreck lässt sich später problemlos wieder raus wischen. Alternativ kann man links und rechts in der Rückbanklehne zwei Hebelchen ziehen und durchs nachfolgende Umlegen selbiger einen ebenen Laderaum schaffen, der dachhoch satte 2.012 Liter Gepäck aufnehmen kann. Da können selbst Kombis der oberen Mittelklasse nicht mithalten.

Ebenfalls referenzverdächtig ist eine selbstreinigende Rückfahrkamera, mit deren Hilfe man beim Zurücksetzen über das im Display in der Mittelkonsole eingespielte Bild sich einen guten Überblick nach hinten verschaffen kann. Und bei Schneematschterror muss man keineswegs eine blinde Kamera befürchten, denn ein von Nissan entwickeltes Selbstreinigungssystem per Kompressor sorgt stets für klare Sicht. Doch die Heckkamera kann noch mehr: Bestellt man das 360-Grad-Sicherheitspaket, kann sie im Konzert mit drei weiteren Kameras (eine vorne, zwei seitlich) eine Rundum-Obendraufsicht ins Display zaubern. Darüber hinaus dient die Heckkamera als Sensor für einen Spurverlassens- und einen Tot-Winkel-Warner. Im Kleinwagen-Segment ist Nissan mit diesen nützlichen Helfern derzeit konkurrenzlos.

Internetdienste zum Mini-Preis

Galerie: Erster Test Nissan NoteDas ist aber nicht die einzige Innovation. Mit Hilfe des Nissan-Connect-Systems kommen zudem noch Internet-Funktionen ins Fahrzeug, die sich mit jedem bluetoothfähigem Handy einspielen lassen. Man muss dafür nicht einmal „online“ sein, um entsprechende Informationen abzurufen, sondern über lokale Telefonanrufe lassen sich die gewünschten Daten übertragen. „Send to Car Technologie“ nennt Nissan diese irgendwie auch eigenwillige Lösung. Bei diesem Anruf-Datentransfer werden allerdings nur kleine Informationsmengen weitergereicht, wie zum Beispiel ein über Google Maps recherchiertes Navigationsziel oder die Spritpreise von Tankstellen in Fahrzeugnähe.

Zwar ist diese Idee ganz charmant und vor allem kostengünstig, doch mit weitergehenden Einbindungen von Online-Funktionen, wie es Opel im Adam mit Intellilink (300 Euro) bietet, kann das Nissan-Pendant nicht aufwarten. Immerhin kostet das Multimedia-Navi-System mit echter GPS-Hardware schmale 550 Euro und setzt dabei weder Smartphone, noch Datenflat voraus und muss auch nicht mit aufpreispflichtigen Apps bestückt werden.

Schön, aber nicht makellos

Galerie: Erster Test Nissan NoteDas Nissan-Connect-System ist damit zwar günstig, verfügt aber jedoch über ein recht kleines und eher grobschlächtig auflösendes Display, welches dem Innenraum nicht unbedingt zu mehr Glanz verhilft. Dabei hat sich Nissan durchaus Mühe gegeben, dem Arbeitsplatz eine gewisse Ausstrahlung mit auf den Weg zu geben. So hat das ansehnliche Kombiinstrument zwei hübsch integrierte Monochrom-Displays mit Zusatzinformationen und sorgt dort zudem ein Ambientelicht im spritsparenden Eco-Modus für eine beruhigende Lichtstimmung und Fahrstilerziehung. Oberflächen und Materialien sind im Cockpit teilweise ganz hübsch anzusehen und anzufassen, manches wirkt hingegen auch profan und die Verarbeitungsqualität könnte an der einen oder anderen Stelle auch noch zulegen. Allerdings handelte es sich bei den Testwagen um Vorserienfahrzeuge, die noch nach einer gewissen Toleranz von kritischen Testeraugen verlangen.

Ebenfalls nicht ganz überzeugen vermochte uns die neue Top-Motorisierung 1.2 DIG-S. Von den 98 PS des 1,2-Liter-Dreizylinder-Kompressor-Benziners glänzen vielen nämlich unten rum mit Abwesenheit und arbeitet das Zylinder-Trio zudem etwas rumpelig. Erst bei 4.400 Touren liegt das Drehmoment von 147 Newtonmeter voll an, die Maximalleistung entfaltet sich bei hohen 5.600 Touren. Auch mit einer Sprintzeit von 11,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h liefert die Performance keineswegs berauschende Werte. Ein VW Polo ist bereits mit 90-PS-Benziner marginal flotter unterwegs. Eigentlich sollte sich Nissans Dreizylinder nicht nur durch ein spritziges, sondern gleich noch sparsames Naturell auszeichnen, doch statt der 4,3 Liter Normverbrauch waren es laut Bordcomputer rund sieben Liter.

Diesel überzeugt

Galerie: Erster Test Nissan NoteMit nur rund fünf Litern sind wir hingegen den 1.5 dCi erfreulich sparsam gefahren. Und außerdem bietet der frisch renovierte Diesel eben jene Kraft von unten heraus, die wir zuvor beim Benziner noch so schmerzlich vermisst haben. Zudem zeichnen den Selbstzünder eine für einen Diesel angenehme Laufkultur und ein spritziges Durchzugsverhalten selbst bis in höhere Drehzahlbereiche aus. Wie der Benziner, so ist auch der Diesel an ein manuelles Fünfgang-Getriebe gekoppelt, welches im Fall des Dreizylinders alternativ durch ein stufenloses CVT-Getriebe ersetzt werden kann. Allerdings: Der ohnehin nicht ganz berauschenden Performance ist das CVT-Getriebe laut Datenblatt eher abträglich.

Als weiteren Vorteil des Dieselmotors haben wir die Fahrwerksabstimmung empfunden, die etwas gelassener als die des Benziners auf Unebenheiten reagierte. Wobei der Note bei tieferen Schlaglöchern grundsätzlich zum Poltern neigt und dann gelegentlich auch leicht versetzen kann. Leichtere Unebenheiten werden hingegen recht feinfühlig weggebügelt und ist der Note ein sogar angenehmer Langstreckengleiter, der sich mit mäßigem Geräuschniveau und bequemen Vordersitzen für mehr als nur den Stadtverkehr empfiehlt. Heftiger Seitenwind verdeutlichte uns aber auch, dass seine etwas kippelige Art eben doch recht typische Kleinwagen-Züge hat.

Auf Nummer sicher

Ruhig eine Spur spaßvoller dürfte es mit dem wendigen Note ums Eck gehen, denn in flott gefahrenen Kurven neigt der Nissan früh zum gutmütigen Untersteuern und wird dann vom früh regelnden ESP spaßhemmend auf Kurs gehalten. Die Rückmeldung der Lenkung geht in Ordnung, könnte aber ebenfalls eine Spur direkter sein.

Galerie: Erster Test Nissan NoteObwohl sich Nissan mit dem neuen Note eigentlich gegen Kleinwagen wie Polo und Fiesta positionieren will, liegt man preislich zunächst über deren Niveau. Für einen Kleinwagen sind 14.000 Euro als Basispreis eine durchaus stolze Ansage, denn ein traditionell ja schon eher hochpreisiger Basis-Polo kostet 1.400 Euro weniger. Allerdings hat die Note-Basis mehr zu bieten: Sie hat einen stärkeren Motor, vier statt zwei Türen und außerdem noch ein paar mehr Extras an Bord. Unter Strich hat der Basis-Note also durchaus mehr fürs Geld zu bieten.

Und der neue Note kann diesen Vorsprung noch ausbauen, denn in der höchsten Ausstattung Tekna bekommt man ein sehr stattliches Ausstattungs-Paket, welches mit dem starken Benziner für 19.590 Euro und mit dem empfehlenswerten Diesel für 20.590 Euro zu haben ist. Für einen gleichwertig motorisierten und ausgestatteten Polo müsste man wiederum etwas mehr bezahlen. So gesehen sollte man den Note durchaus als interessante Alternative zum Platzhirsch im Kleinwagen-Segment ins Kalkül ziehen. Das dürfen übrigens auch weiterhin die Freunde von Kleinwagen-Vans, denn ein klassischer Konkurrent des Note, der Toyota Verso S, kostet in der Basis bereits 1.000 Euro mehr.

 
Fazit

Mario Hommen

Kleinwagen? Minivan? Egal. Der rundum neue Note kann sich sehen und fahren lassen. Seine frische Optik kommt an und mit seinem guten Raumangebot und einer hohen Variabilität ist er zudem für eigentlich alle Fahr- und Lebenssituation ausreichend dimensioniert.

Nebenbei hat Nissan mit dem 360-Grad-Sicherheitssystem, seiner selbstreinigenden Rückfahrkamera und seiner Online-Anbindung durch die Send-to-Car-Technologie gleich drei recht charmante und in dieser Form einzigartige Innovationen zu bieten, deren Nutzen man allerdings nicht überbewerten sollte.

Schließlich sind es der spritzige Diesel und das in der Topversion dann auch preiswerte und attraktive Ausstattungsniveau, mit dem sich Nissan Note zu einer interessanten Alternative zu Polo, Fiesta und Co. empfehlen kann. Zum Ford B-Max oder Toyota Verso S ist er es ohnehin.
 
 

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