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Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2

Erster Test: Nissan Qashqai+2

Reise nach Liliput

19.09.2008

Der Qashqai ist für Nissan ein großer Überraschungserfolg. Um diesen Triumph noch auszubauen, wird jetzt expandiert: Mit der Karosserievariante +2 empfiehlt er sich außerdem als SUV-Alternative zu siebensitzigen Kompaktvans. Wir haben in der neuen XL-Version schon mal Platz genommen.

Bereits der kleine Qashqai überzeugt als geräumiges Kompaktmodell mit einer zumindest klassenüblichen Variabilität. Obwohl ein respektables Allround-Talent, sinnen dennoch viele Autokunden über eine Extraportion Stauraum und eine dritte Sitzreihe. In der Praxis zwar selten genutzt, ist diese Ich-könnte-wenn-ich-wollte-Option ein derzeit gewichtiges Kaufargument.

Um auch diesem Bedürfnis gerecht zu werden, verlängerte Nissan beim +2 den Radstand um 14 und die Gesamtkarosserie um 21 Zentimeter. So kann die XL-Version als Projektionsfläche für gehobene Raumnutzungs-Fantasien dienen. Doch in der Praxis mag diese Variante nicht vollauf überzeugen.

Wie Gulliver fühlen

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Auf den Punkt gebracht: Die dritte Sitzreihe bietet zu wenig Platz. Bereits das Einsteigen verlangt trotz vergrößerter Fondtüren und einer in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank mit umklappbarer Lehne ein Höchstmaß an Gelenkigkeit. Und hat man als unerwartet steifer Erwachsener diese Hürde durchstiegen, wird man in Reihe drei mit einem äußerst knappen Raumangebot konfrontiert.

Personen bis höchstens 1,40 Meter Körperlänge finden nach Aussage von Nissan wohl noch ausreichend Platz. Für Größere sind Kopf- und Kniefreiheit zu gering. Die Not sollte also groß sein, will man als Normalo auch nur wenige Kilometer hier mitreisen. Eine Empfehlung kann der +2 also nur für Familien mit kleinen Kindern sein.

Variabilitäts-Plus

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Die nur bedingt praxistauglichen Notsitze verstauen wir also besser wieder im Kofferraumboden. Das geschieht in Windeseile und lässt den Qashqai+2 mit einem 550 Liter großen Gepäckabteil auftrumpfen. Das sind 140 Liter mehr als beim Kleinen. Wird noch die Lehne der zweiten Reihe umgelegt, wächst der Stauraum auf stolze 1,5 Kubikmeter.

Der +2 bietet weitere Variabilitäts-Boni: Gegenüber dem Fünfsitzer ist die zweite Reihe nicht einfach nur zweigeteilt, sie lässt sich stattdessen im Verhältnis 40:20:40 umlegen. Im umgeklappten Zustand dient der mittlere Teil der Lehne zwischen zwei komfortablen Fondsitzen zudem als Staufach mit zwei Getränkehaltern.

Kleine Anpassungen

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Schließlich zeichnet sich der +2 auf den vorderen Plätzen durch eine geringfügig größere Kopffreiheit aus. Dennoch sind Beifahrer ab etwa 1,80 Meter Größe dem Dachhimmel unerfreulich nah. Leider ist der  Beifahrersitz nicht in der Höhe verstellbar.

Der Längenzuwachs des +2 ist von außen gut erkennbar, der Wagen wirkt deutlich gestreckter. Außerdem fällt das Dach nach hinten weniger stark ab. Es gibt noch weitere Besonderheiten des Langen: Das große Panorama-Glasdach ist serienmäßig und der Kühlergrill hat ein eigenständiges Lamellen-Design. Am Heck fällt schließlich noch die modifizierte Heckklappe auf.

Weiterhin handlich

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Angesichts der rund 100 Kilogramm Mehrgewicht hat Nissan beim +2 die Fahrwerksabstimmung, die Servolenkung und die Bremsleistung angepasst. Trotz über 4,50 Meter Länge bleibt der große Qashqai ein weiterhin handliches und recht agiles Fahrzeug. Allerdings ist der Wendekreis auf elf Meter gewachsen.

Dennoch lässt sich der lange Qashqai mit straffer Lenkung spielerisch wie sein kleiner Bruder durch Kurven dirigieren. Beim flotten Kurvenstrich neigt er jedoch mit spürbarer Seitenneigung bereits früh zum Untersteuern. Entsprechend zeitig bremst das ESP ein. Der längere Radstand dürfte den ohnehin weitgehend überzeugenden Komfort des Qashqai noch erhöhen. Kurze Querfugen bleiben weiterhin spürbar.

Antriebsvarianten

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Entspanntes Cruisen ist also auch die Paradedisziplin des +2. Hierfür stehen dem Langen allerdings nur zwei Motoren mit 141 PS (Benziner) beziehungsweise 150 PS (Diesel) zur Wahl. Der von uns gefahrene Benziner überzeugt mit Laufruhe und ordentlichem Durchzug.

Die Kombination mit Frontantrieb ist trotz optionaler Allradtechnik die sinnigste Wahl. Die ohnehin nur seltenen Geländeausflüge sollte man sich selbst im 4x4-Qashqai sparen – das gilt auch für den +2. Zwar überzeugt der Allradantrieb auf losem Untergrund mit Traktionsvorteilen, die seinem Einsatzzweck angemessene Straßenbereifung und die geringe Bodenfreiheit sorgen allerdings für ein frühes Ende im Gelände. Der 2WD überzeugt hingegen mit besseren Fahrleistungen sowie einen um 0,2 Liter geringeren Spritkonsum. Auch die Anschaffungskosten sind niedriger.

Viel fürs Geld

Galerie: Erster Test Nissan Qashqai+2Apropos: In der Basisversion Visia in Kombination mit dem Zweiliterbenziner und Frontantrieb kostet der Qashqai+2 23.490 Euro. Dies mag nach viel klingen, ist angesichts der umfangreichen Serienausstattung jedoch günstig. Neben einem fast vollständigen Sicherheitspaket gibt es 17-Zoll-Alus, Bordcomputer, Klimaanlage, das riesige Panorama-Glasdach, Dachreling, elektrische Fensterheber und vieles mehr.

Siebensitzige Konkurrenten gibt es unter kompakten SUVs übrigens keine. Selbst ein nur fünfsitziger VW Tiguan kostet einige tausend Euro mehr als der +2. Eine andere Alternative zum großen Qashqai sind siebensitzige Minivans wie der Opel Zafira. Doch auch dieser liegt bei vergleichbarer Ausstattung und Motorisierung gut 4.000 Euro über dem langen Crossover-Nissan, bietet andererseits aber auch mehr Platz in Reihe drei.

Nur Pakete

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Neben dem Ausstattungs-Paket Visia bietet Nissan für den Qashqai+2 gegen Aufpreis noch die höherwertigen Varianten Acenta und Tekna sowie die Antriebs-Optionen Allrad, Automatikgetriebe und den 150 PS starken Diesel. Wer die Top-Version Tekna 2.0 dCI 4WD mit Automatik wünscht, muss knapp 34.000 Euro investieren.

Optional sind für 2.000 Euro noch das Executive-Paket mit DVD-Navi und für 500 Euro ein Metallic-Lack bestellbar. Dann ist bei knapp über 36.000 Euro endgültig alles drin, was Nissan für den Qashqai+2 zu bieten hat. Und dieses Paket lässt nur noch wenige Wünsche offen.

Fazit

Den normalen Qashqai haben wir in unserem jüngsten Test (…mehr) als grundsolides Automobil ohne große Schwächen gelobt. Dieses Urteil bekommt beim +2 eine Einschränkung: Die zusätzlichen Sitze der dritten Reihe sind überflüssig. Damit empfiehlt sich der +2 allein mit seinem satten Plus beim Kofferraumvolumen und einer gehobenen Variabilität.

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