Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Nissan X-Trail

Erster Test: Nissan X-Trail

Alles bleibt anders

05.06.2007

Nissan stellt den neuen X-Trail vor und keiner merkt es. Denn: Optisch ist das SUV nahezu unverändert geblieben. Und trotzdem ist der Japaner in fast allen Details komplett neu Entwickelt. Auch der bewährte Allradantrieb wurde weiter verbessert. Wir sind den neuen Alten schon gefahren.

Entworfen wurde der neue X-Trail quasi von den Käufern. Durch Umfragen hat Nissan herausgefunden, dass denen das Design außerordentlich gut gefällt. „Ein neuer Ansatz hätte also keinen Sinn ergeben“, erklärt Pierre Loing, Vizepräsident von Nissan Europa. Es seien optisch nur „geringfügige, aber wirkungsvolle Änderungen“ vorgenommen worden.

Geknickt

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailAm einfachsten erkennt man den Neuling, der auf der Quashqai-Plattform aufbaut, an den hinteren Fenstern. Früher waren diese geradlinig, jetzt macht die Scheibe einen Hofmeister-Knick à la BMW. Das fast waagerecht verlaufende Dach bewahrt die Kastenform. Die tiefe Fensterlinie wurde ebenso beibehalten wie die stehenden Heckleuchten.

Größenzuwächse - der Neue ist mit 4,63 Metern rund 18 Zentimeter länger als der Vorgänger und übertrifft sogar den BMW X3 - bescheren einen geräumigeren Innenraum. Geblieben ist die mit 20 Zentimetern großzügige Bodenfreiheit. Gewachsen ist auch der Kofferraum, er fasst nun zwischen 479 und 1.773 Litern und lässt sich dank der tieferen Ladekante besser beladen. Ein robuster Kunststoff-Bodenbelag stört sich auch an verdreckten Gepäckstücken nicht, zwei Fächer im Ladeboden halten Kleinkram sicher fest.

Linksbewegung  

Die Instrumenteneinheit ist aus der Mitte wieder nach links zum Fahrer gewandert, die Mittelkonsole bietet jetzt mehr Platz für Navi, Radio und Klimaanlage. Viele Tasten überfluten das Cockpit ein wenig. Auch der kleine runde Bordcomputer zwischen Tacho und Drehzahlmesser ist unübersichtlich.

In der ersten Reihe sitzt man auf etwas zu weichen Sesseln, dafür aber mit ausreichend Bewegungsspielraum. Im Fond dagegen trübt mangelnde Kopffreiheit den Fahrspaß, zumindest wenn man das optionale Panoramadach geordert hat. Ein, zwei Ablagen mehr würden dem X-Trail zu noch mehr Praxistauglichkeit verhelfen.

Hoher Dieselanteil

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailWenn der X-Trail am 30.06.2007 zu den Nissan-Händlern rollt, können sich Käufer zwischen vier Aggregaten unterscheiden. Die Benziner sind mit 2,0 und 2,5 Litern Hubraum erhältlich und leisten 141 beziehungsweise 169 PS. Letzterer kann anstelle des manuellen Sechsgang-Getriebes mit einer stufenlosen Automatik gekoppelt werden. Die Preise beginnen bei 26.990 Euro für den kleinen Ottomotor, der größere kostet mindestens 30.040 Euro.

Bei unseren ersten Testfahrten haben wir die beiden angebotenen Selbstzünder auf die Probe gestellt. Schließlich rechnet Nissan in Deutschland mit einem Dieselanteil von über 87 Prozent. Den Einstieg macht für 29.440 Euro ein 150 PS starker 2,0-Liter-Vierzylinder (beim Vorgänger waren es 2,2 Liter) der aus dem rundlichen Pseudo-SUV Quashqai bekannt ist.

Anfahrschwäche

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailSchon beim ersten Anfahren fällt ein ausgeprägtes Turboloch auf. Unser Testwagen ist mit der optionalen Sechs-Stufen-Wandlerautomatik (1.700 Euro) kombiniert, doch auch die kann die kleine Schwäche nicht ausbügeln. Bei 2.000 Touren liegen schließlich 320 Newtonmeter an, ab dann geht’s flott voran. Nach 11,2 Sekunden (12,5 mit Automatik) fährt der X-Trail 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit des 1,7-Tonnen-SUV gibt Nissan mit 188 (181) km/h an.

Mit durchschnittlich 8,1 Liter Diesel je 100 Kilometer gönnt sich der X-Trail mit dem sanft aber etwas langsam schaltenden Automaten einen Liter mehr als mit dem serienmäßigen manuellen Sechsgang-Getriebe. Ein Dieselpartikelfilter ist mittlerweile Standard.

Das zweite Aggregat im Dieselregal bietet bei gleich bleibendem Hubraum 173 PS und 40 Newtonmeter mehr Drehmoment. Die Anfahrschwäche bleibt, oben raus zieht der stärkere Selbstzünder aber besser. Er ist nur mit einem gut geführten Sechsgang-Getriebe erhältlich und soll sich mit 7,4 Litern Diesel zufrieden geben. Erhältlich ist er ab 32.140 Euro.

Schnelle Reaktion

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailIn allen X-Trail-Modellen kommt der verbesserte Allradantrieb All Mode 4x4-i zum Einsatz. Wie gewohnt kann der Nissan als reiner Fronttriebler gefahren werden. Im Automodus dagegen verteilt eine elektrische Mehrscheibenkupplung die Kraft je nach Bedarf zwischen Vorder- und Hinterachse (maximal gehen 50 Prozent an die hinteren Räder). Gegenüber dem Vorgänger soll die Reaktionszeit von 0,6 auf 0,1 Millisekunden gesunken sein.

Die Folge: Das 4x4-System soll schneller reagieren als das ESP, anstatt gezielt einzelne Räder zu Bremsen soll ein kritischer Fahrzustand über die Kraftverteilung stabilisiert werden. Im Gelände ein entscheidender Vorteil, auf der Straße aber schiebt der X-Trail nach wie vor mit Freuden über die Vorderräder und provoziert heftige ESP-Eingriffe. Daran ist auch nicht zuletzt das weiche, komfortbetonte Fahrwerk (der X-Trail verfügt mittlerweile über Einzelradaufhängung) schuld.

Voll Offroad-tauglich

Wer den Nissan tatsächlich Offroad bewegt, was laut einer Umfrage 30 Prozent der Käufer mindestens einmal pro Monat tun, wird sich über die Lock-Funktion freuen. Bis Tempo 40 lässt sich eine 50:50-Kraftverteilung erzwingen. Praktisch sind auch die serienmäßige Berganfahrhilfe und der Bergabfahrassistent. Der X-Trail kriecht dann mit maximal sieben km/h den Hang hinunter - ohne dass der Fahrer bremsen muss. Im unwegsamen Gelände spielt auch die indirekte elektrische Servolenkung ihre Trümpfe aus. Auf der Straße hingegen wäre mehr Präzision wünschenswert.

Zur Basisausstattung XE gehört bei jedem X-Trail eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, 16-Zoll-Aluräder und ein Audiosystem mit CD-Player. In der SE-Linie kommen Extras wie Licht- und Regensensor, Tempomat und ein längsverstellbares Lenkrad dazu. Auch die 40:20:40 umklappbare Rückbank gibt’s erst ab dieser Version. Das Topmodell LE fährt schließlich mit schlüssellosem Zugangsystem, elektrisch einstellbaren Ledersitzen und dem großzügigen Panoramadach vor.

Fazit

Alles bleibt anders - der Nissan X-Trail bewahrt optisch seine Tradition, überzeugt aber durch neue Technik, bessere Verarbeitung und den gewachsenen Innenraum. Die beiden Dieselmotoren laufen etwas rau und haben eine Anfahrschwäche, sind aber mit Sicherheit der beste Antrieb für den Nissan. Wer viel Transportiert, wird über den umständlichen Umklapp-Mechanismus der Rückbank fluchen. Der Allradantrieb dagegen überzeugt, auch abseits der Straße macht der X-Trail eine gute Figur.

 
4
47

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.