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Galerie: Erster Test Nissan X-Trail

Erster Test: Nissan X-Trail

Auf dem Crossover-Pfad

15.05.2014

Die dritte Generation des Nissan X-Trail markiert eine radikale Abkehr vom erfolgreichen bisherigen SUV-Konzept. Die Fahrzeuge sind zwar immer noch hoch und breit, haben aber den Wagenburg-Charakter abgelegt.

Angesichts der sanft gerundeten Karosserie fällt es schwer zu glauben, dass der auf den Crossover-Pfad geschickte Neuling genauso robust und vielseitig geraten ist wie seine Vorgänger. Das aber, versichert Nissan, sei weiterhin der Fall. Wer den Wagen mit Allradantrieb ordere, könne sich dank 21 Zentimeter Bodenfreiheit bedenkenlos auf Landpartie begeben.

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailDie Technik, die es dazu braucht, versteckt sich allerdings hinter einem Erscheinungsbild, das gegen derartige Ausflüge spricht. Der 4,64 Meter lange, 1,82 Meter breite und 1,70 Meter hohe X-Trail ist ein SUV auf Landflucht: Ihm fehlen die typischen Merkmale eines Offroaders, die vom Fahrerplatz aus einsehbaren Ecken.

Ein Fahrzeuglenker, der im X-Trail den Feldweg verlässt und sich in ein mit kleinen Hindernissen gespicktes Gebiet traut, muss daher viel Gespür für die Außenabmessungen entwickeln oder sich auf die mitbestellten Sensoren verlassen. Allerdings sind die von ihnen erzeugten Warnsignale eher Nervensägen als echte Helfer, weil sie abseits der Straße, des Wildwuchses im Umfeld wegen, dauernd Alarm schlagen.

Rundum abgesichert

Eine andere Orientierungshilfe, die 360-Grad-Rundumsicht-Technik, ist besser geeignet, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Diese Option wird für 1.250 Euro zusammen mit Navigationsystem samt großformatigem Touchscreen, Audio-Anlage mit Digitalradio, Smartphone-Integration, USB- und iPod-Schnittstelle und Ähnlichem mehr offeriert und bringt in einer zweiten Variante, für die der Händler 2.000 Euro verlangt, zusätzliche Sicherheitssysteme in Stellung.

Sensoren erfassen sodann auch Bewegungen im Fahrzeugumfeld sowie Anzeichen von Müdigkeit beim Fahrer und warnen vor Fahrzeugen im toten Winkel. Andere Assistenten stehen sogar serienmäßig bereit, um beim Einparken, Spurhalten und Verkehrszeichen-Erkennen zu helfen, oder die Bremse automatisch zu aktivieren, wenn Gefahr droht. Sogar ein Tempomat gehört beim X-Trail zur Grundausstattung.

Durchgestyltes Interieur

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailDie Inneneinrichtung spiegelt das aktuelle, Pkw- über Geländewagen-Gene stellende Crossover-Ideal ebenfalls wider. Das beginnt bei der Materialauswahl: Chrom, Metall und Klavierlack verbreiten, wenn erwünscht, Glanz in der Hütte, und alle Oberflächen, mit denen die Insassen in Berührung kommen, wirken hochwertig.

In der Formgebung setzt sich luxuriöse Neuausrichtung fort. Noch stärker tritt sie im Angebot zu Tage, via NissanConnect nie den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren, und zeigt sich nicht zuletzt darin, dass der Allradantrieb genauso eine Option ist wie das stufenlose Automatikgetriebe, Xtronic genannt. Wer sich für die geländetaugliche Variante entscheidet, wird allerdings richtig gut bedient: Er kann vom 2WD- auf 4WD-Betrieb umschalten und das System dort, wo die variable Antriebskraftverteilung an ihre Grenzen stößt, sogar traktionsverbessernd in einen starren 50-zu-50-Modus versetzen.

Kein Verzicht

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailDie Komfortpakete sind gleichfalls umfangreich; ab der zweiten Ausstattungsstufe wird die Raumtemperatur automatisch konstant gehalten, stecken in Fahrer- und Beifahrersitz Heizkissen, und nicht nur die Haupt-, sondern auch die Fernlicht-Scheinwerfer schalten sich selbsttätig ein und aus. Außerdem ist der X-Trail mit großem Panorama-Glasdach zu bekommen, das sich sogar öffnen lässt. All das belegt: Heutige SUV-Käufer müssen auf nichts verzichten, was einen Pkw attraktiv macht.

Übrigens auch nicht in puncto Fahrsicherheit und Straßenlage. Trotz der Fahrzeughöhe lässt sich die Karosserie ebenso sicher wie schnell durch Kurven zirkeln, und das Fahrwerk bemüht sich auch auf holprigen Strecken erfolgreich um Wirbelsäulenschonung. Um das zu erreichen, verfügt der X-Trail über eine aktive Fahrkomfortregelung und  eine aktive Spurkontrolle, die durch gezieltes Abbremsen der Räder die Tendenz zum Untersteuern unterdrückt.

Damit im X-Trail auch die Passagiere auf der Fondbank bequem sitzen, hat Nissan den Radstand um 7,6 Zentimeter auf 2,71 Meter gestreckt. Dennoch wiegt die Neuauflage 90 Kilogramm weniger als das Vorgängermodell. Leichter geworden ist unter anderem die Heckklappe, die überwiegend aus Kunststoff statt Stahlblech besteht, und auch die Front- und Heckstoßfänger leisten einen Beitrag: Hier hat Nissan die Materialstärken reduziert.

Wahlweise mit sieben Sitzen

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailDie im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rücksitzbank ist in allen Varianten um 26 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar und bei Bedarf zusammenzufalten. Danach beträgt das Stauvolumen 1.982 statt 550 Liter. Macht sich die Lehne auf der Beifahrerseite laderaumverlängernd klein, können bis zu 2,60 Meter lange Gegenstände befördert werden. Eine weitere Sitz-Option - 800 Euro teuer - verwandelt den Fünf- in einen  Sieben-Personen-Transporter. Mit diesem Angebot will Nissan die Qashqai+2-Kunden binden.

Erhältlich ist das neue Modell zunächst nur mit 130 PS-Turbodiesel. Er stellt bei 1.750 Touren ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter  bereit, beschleunigt das 1,5-Tonnen-Gefährt in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist, wenn er nicht allzu heftig gefordert wird, ein erfreulich bescheidener Kraftstoff-Konsument. Nur eines darf der Käufer nicht erwarten: Dass sich die im Test nach EU-Norm ermittelten 4,9 Liter je 100 Kilometer im Verkehrsalltag bestätigen: Was ein Auto verbraucht, wird derzeit nach arg wirklichkeitsfremden Kriterien ermittelt.

Ausstattungslinien und -Pakete

Galerie: Erster Test Nissan X-TrailKombinieren lässt sich der 1,6-Liter dCi mit drei Ausstattungslinien. Der Einstieg erfolgt bei 26.550 Euro, die leicht zu steigern sind; am oberen Ende der offiziellen Preisskala, bei 34.650 Euro, rangiert der X-Trail Tekna, für den Nissan nur noch wenige Extras bereithält. Der Allradantrieb erhöht den Preis um 2.000, das stufenlose Automatikgetriebe um 1.900 Euro. Auf die zulässige Anhängelast wirkt sich die 4WD-Technik nicht aus; die nur in den 2WD-Modellen verfügbare Xtronic senkt sie hingegen von 2.000 auf 1.500 Kilogramm.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Der Nissan X-Trail ist ein neues, gutes Beispiel dafür, wie weit sich moderne SUV- Fahrzeuge von ihren rustikalen Vorfahren entfernt haben: Alles, was im Vorgänger noch kantig und geradlinig Offroad-Tauglichkeit signalisierte, präsentiert sich bei der Neuentwicklung sanft gerundet und stadtfein eingekleidet.

Der Richtungswechsel wird den Erfolg eher befördern als  behindern, denn kaum ein SUV wird heutzutage noch mit der Absicht gekauft, damit über Stock und Stein zu fahren. Gefragt sind sie vielmehr als großvolumige Kombis, die vor einen Wohn-,  Pferde- oder Bootsanhänger gespannt werden können oder Familien mit viel Gepäck mobil machen. Einen Allradantrieb braucht man dafür nicht unbedingt und auch nicht die typische Offroader-Optik, sondern Pkw-Qualitäten mit viel Komfort und einem unproblematischen Fahrverhalten auf Asphalt - und all das haben die Nissan-Leute sehr gut hinbekommen.  
 
 
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