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Galerie: Erster Test Opel Adam

Erster Test: Opel Adam

Kunterbunte Kampfansage

09.11.2012

Geht es um neue Automodelle, werden bei deren Präsentationen zumeist Lobesarien zu Motor-, Fahrwerks- oder Sicherheits-Innovationen vorgetragen. Nicht so beim neuen Opel Adam, der vielmehr mit Design und einer gewaltigen Farb- und Individualisierungs-Vielfalt begeistern soll. Zusammen mit einer neuen Multimedia-Plattform will der fesche Lifestyle-Zwerg neue und jüngere Kundenkreise erobern und gleich noch Opels angekratztes Image aufpolieren.

Erfrischend anders sieht der Adam aus und kommt für einen Opel mit einer erstaunlich emotionalen Außenhaut daher. Manches Detail weckt Erinnerungen an den Fiat 500 oder den Mini, doch insgesamt ist der freundlich dreinblickende und zugleich durchaus maskulin wirkende Zweitürer eine eigenständige und im Straßenverkehr präsente Erscheinung. Bei der internationalen Fahrvorstellung in Lissabon haben viele Passanten entzückt auf den Adam reagiert.

Auffallen kann der kleine Opel vor allem mit expressiven Farben, die sich zudem in erfrischender Weise mit anderen Akzenten kombinieren lassen. Zum Marktstart hat man neben zwölf Außenlacken noch die Wahl zwischen drei verschiedenen Dachfarben. Zusätzliche Außendekors, eine breite Auswahl an Felgen und knallbunte Plastikclips für die Räder machen praktisch jeden Adam zum Unikat, das elegant oder auch schrill daherkommen kann. Doch Obacht beim Konfigurieren, denn so manche Kombination könnte den Geschmacksnerv überstrapazieren.

Alles ist möglich

Galerie: Erster Test Opel AdamBeim Innenraum haben die Kunden ebenfalls die Qual der Wahl: Neben der namenlosen Basisversion gibt es die Ausstattungspakete Jam, Glam und Slam, die jeweils eigene Akzente setzen. Darüber hinaus kann man das Interieur mit kuriosen Dachhimmel-Dekors, hochwertig anmutenden Plastik-Applikationen oder grell dekorierten Sitzbezügen aufhübschen. Das Schöne: Hat man ein Farbthema satt, kann man einfach ein neues bestellen und damit dem Innenraum auch Jahre nach dem Kauf eine ganz neue Note verpassen.

Galerie: Erster Test Opel AdamDoch zeichnet sich der Adam nicht allein durch Farbspiele aus, es handelt sich außerdem um ein echtes Alltagsauto. So finden die vorderen Insassen ein angenehm großzügiges Platzangebot vor, die Bedienelemente sind perfekt angeordnet, der Arbeitsplatz funktional, modern und übersichtlich gestaltet. Hinten ist die Raumausbeute hingegen dürftig und der 170 Liter große Kofferraum ist ein tiefer und enger Schacht, der sich dank umlegbarer Rückbank immerhin auf über 600 Liter erweitern lässt. Für Singles und Pärchen reicht das allemal.

Rolls-Royce-Feeling

Dank der vielen optionalen Komfortextras kann man den Adam mit einigen feinen Luxus-Details aufpeppen. Im Wortsinn ein Highlight sind die im Dachhimmel eingelassenen LED-Leuchten, die wie beim Rolls-Royce Phantom ein herrliches Sternenambiente schaffen. Ebenfalls für etwas mehr Noblesse können das beheizbare Lenkrad oder die ebenfalls in vielen Farbversionen bestellbaren Ledersitzbezüge sorgen.

Galerie: Erster Test Opel AdamDas allerdings eindrucksvollste Feature ist das neue Multimedia-System Intellilink. Hier bekommt man für nur 300 Euro Aufpreis einen feinauflösenden Touchscreen in der Mittelkonsole, der in cleverer Weise die Möglichkeiten von Smart-Phones einbindet. Ob nun iPhone oder ein Android-Gerät, die kleinen Alleskönner übertragen viele ihrer Fähigkeiten auf das 7-Zoll-Display im Adam. So kann man sich mit der speziellen Navigations-App BringGo (40 Euro) unterstützt von GPS-Satelliten den Weg weisen lassen. Auf den Handy gespeicherte Musik- oder Video-Daten lassen sich dank des optionalen Infinity-Soundsystems besonders klangvoll abspielen, und sogar Internet-Radio ist möglich. Der einzige Haken an der Sache: Ohne ein angestöpseltes Smartphone läuft nichts.

Ausreichend

Galerie: Erster Test Opel AdamOhne Motor selbstredend auch nicht. Wobei Opel hier auf innovative Ansätze verzichtet hat. Die drei Saugbenziner mit 70, 87 oder 100 PS sind alte Bekannte und weder als Spar- noch als Vortriebswunder berühmt. Dennoch konnte uns der 1,4-Liter-Benziner mit 87 PS durchaus positiv überraschen. Von unten raus gibt sich der 1.135 Kilogramm leichte Adam sogar recht spritzig. Dreht man allerdings die Gänge aus, wirkt der Vierzylinder nach oben hin zugeschnürt und ist im maximal fünften Gang der Durchzug auf der Autobahn nicht sonderlich prickelnd. Laut Datenblatt soll der Adam in 12,5 Sekunden auf Tempo 100 sprinten und maximal 176 km/h schnell werden.

Mit den derzeit so angesagten Downsizing-Turbos lässt sich Opel noch ein wenig Zeit: Wohl erst ein Jahr nach der für Januar 2013 angepeilten Markteinführung könnte ein Dreizylinder mit Zwangsbeatmung die Motorenpalette ergänzen, der dann mit ordentlich Drehmoment auch mehr Spritzigkeit bieten und sich zudem beim Normverbrauch mit bescheidenen Werten empfehlen könnte. Allerdings langen die kleinen Turbos beim Realverbrauch dann doch meist ziemlich zu und ist mit dem Turbolader eine weitere Baugruppe an Bord, die kaputt gehen kann. Insofern könnte der klassische Saugbenziner eine durchaus vernünftige Wahl sein. Nach unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer für den 1,4-Liter-Benziner mit Start-Stopp-Automatik glatt acht Liter an.

Beschwingt aber polterig

Galerie: Erster Test Opel AdamEtwas durchwachsen fällt unsere Bilanz vom Sportfahrwerk unseres Testexemplars aus. Zusammen mit den 17-Zoll-Rädern zeigte dieses zumindest bei tieferen Schlaglöchern bisweilen recht unsanfte Polterneigungen an der Hinterachse. Bei leichten Unebenheiten bleibt der Unterbau hingegen recht geschmeidig und bietet der Adam im Gegenzug dafür gehobene dynamische Talente. Zwar gibt die leichtgängige Lenkung eine eher teigige Rückmeldung und ist der Bremspunkt etwas ungenau, dennoch kann man mit dem kleinen Opel durchaus zackig und spielerisch durch Kurven fegen. Wenn auch keine begnadete Pistensau wie ein Mini, hat der Adam einen agil-beschwingten Eindruck hinterlassen.

Obwohl ein A-Segment-Vertreter, hebt sich der Adam auch preislich etwas vom klassenüblichen Niveau ab. Die noch recht nackte Basisversion mit 69 PS kostet immerhin schon 11.500 Euro und landet man mit einer etwas besseren Ausstattung und der 87-PS-Version locker bei 16.000 bis 17.000 Euro. Für ein Kleinstwagen ein gewiss deftiger Kurs, im Vergleich zu Lifestyle-Mitbewerbern wie dem Fiat 500, Mini oder Audi A1 aber ein absolut konkurrenzfähiges Angebot.

 
Fazit

Mario Hommen

Das kleine Segment der Lifestyle-Minis hat einen erfrischend neuen Akteur, der auch ganz ohne Retro-Anleihen das Zeug zum kultigen Stadtflitzer hat. Zusammen mit einigen extravaganten Details außen und innen und einigen feineren Komfortlösungen dürfte der Opel Adam vor allem junge und nicht unbedingt Opel-affine Kunden ansprechen, die etwas mehr als nur einen fahrbare Untersatz wollen, dafür allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Vielleicht hat Opel damit das richtige Modell zur richtigen Zeit gebracht.

Besonders hervorheben kann sich der Adam mit seinem neuen Multimedia-System Intellilink, welches in Kombination mit einem Smartphone zum Multimedia-Alleskönner mutiert, aber nur 300 Euro Aufpreis kostet. Smartphone-Nutzer bekommen also für wenig Geld viele Funktionen ins Auto.

Den im Fond recht beengten Adam bekommt man vorläufig mit bewährten aber nicht sonderlich innovativen Benzinmotoren. Das mittlere Aggregat mit 87 PS vermag mit seinem Vortrieb vielleicht nicht begeistern, längsdynamisch reicht er aber völlig aus. Insofern muss man nicht mit dem Kauf eines Adam warten, bis die neuen Downsizing-Turbobenziner kommen, sondern kann schon jetzt mit dem sympathischen Zwerg die volle Aufmerksamkeit im Straßenverkehr genießen.
 
 

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