Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Opel Agila

Erster Test: Opel Agila

Einerlei

13.03.2008

Einige Wochen nach dem Suzuki Splash stellt Opel den ebenfalls in Ungarn gebauten Zwilling namens Agila vor. Technisch gleichen sich die beiden wie eineiige Zwillinge, optisch differieren sie nur geringfügig.   

Markentypisch, eigene DNA und Designmerkmale: Dinge, auf die viele Automobilhersteller heutzutage größten Wert legen, um ihre Fahrzeuge voneinander abzugrenzen. Technisch gibt es oft nicht mehr allzu viele Unterschiede, also muss das Design herhalten. Und dann kommen Opel und Suzuki und lassen ein fast 100 Prozent identisches Auto vom Band laufen. Den Agila und den bereits vor kurzem gefahrenen Splash.

Aber kommen wir zurück zur DNA der Fahrzeuge. Hier zeigen sich auch bei den vermeintlichen Zwillingen recht markentypische Designzüge, die die Konzerne ihren jüngsten Sprößlingen ganz bewusst ins Gesicht geschnitten haben.

Differenzierung

So erhielt der neue Agila, der nun rund zwanzig Zentimeter länger ist als sein Vorgänger, einen charakteristischen Opel-Kühlergrill mit Blitz. Dieses Abzeichen adelt ihn – so denkt man zumindest – als „echten“ Rüsselsheimer Bubb. Doch weit gefehlt. Auch der zweite Aufguß des Agila wird ausschließlich im fernen Esztergom in Ungarn produziert. Schlimm? Nicht wirklich Die Ungarn wissen, wie man Autos baut. Neben dem Opel Agila und dem Splash lässt Suzuki noch den SX4 und den Swift in Osteuropa produzieren und aus Györ kommen Audi-Modelle.

Auffallend am Agila sind weitere Opel-Designelemente wie beispielsweise die mittig platzierte Bügelfalte auf der außen stark konturierten Motorhaube und die Einsätze um die Nebelscheinwerfer sowie das Design der Scheinwerfer. Diese Merkmale verleihen dem Agila-Gesicht im Gesamten die dynamischere Front unter den Zwillingen.

1:1 von der Seite

Galerie: Erster Test Opel AgilaIn der Seitenansicht gibt es keinerlei Differenzen. Die Fensterlinie steigt auch im Agila nach hinten an und die Radläufe sind deutlich nach außen gewölbt, was dem 3,72 Meter kurzen und 1,68 Meter schmalen Agila zu einem stämmigen Auftritt verhilft. Selbst die Außenspiegel, gern genommene Designobjekte der Automobilhersteller, unterscheiden sich vom Suzuki in keinster Weise.

Am Heck finden sich hingegen einige Unterschiede, die erst bei genauerem Hinsehen auffallen. Hauptunterschied stellt die Platzierung des Kennzeichens dar. Ist beim Splash das Metallteil prominent mittig im Heck untergebracht, rutschte es beim Agila in eine Aussparung im Stoßfänger. Weitere Merkmale: Die zur Mitte hin spitz zulaufende Heckscheibe und die mit Rundelementen versehenen Rückleuchten. That’s it.

Zwilling im Innern

Innen setzt sich die Gleichteile-Strategie fort. Alles ist identisch. Das macht aber nichts, so konnte schon die Bedienung im Suzuki überzeugen. Kein Rätselraten, alles befindet sich dort, wo es hin gehört. Entsprechend ist im Agila nichts opeltypisch. Hinzu kommt eine gelungene Position hinter dem Lenkrad mit Sitzen, die bequem gepolstert sind und dem Körper sogar etwas Seitenhalt mit auf den Weg geben. Der hoch angebrachte Schalthebel ist sowieso perfekt positioniert.

Viel Platz

Galerie: Erster Test Opel AgilaDie Platzverhältnisse sind für ein Fahrzeug mit solch stadttauglichen Maßen hervorragend. Kopf- und Beinfreiheit sind vorne wie hinten prima. Klar, ein echter Fünfsitzer ist der Agila nicht. Dennoch können auf kurzen Strecken selbst drei Erwachsene hinten Platz nehmen. Schnelles und bequemes Aussteigen erleichtern die großen Fondtüren und die hohe Sitzposition.

Nachteil der Kurzbauweise: Ins Heck passen lediglich 225 Liter Gepäck. Klappt man die Rücksitze um (im Verhältnis 60:40), was elegant und einfach funktioniert, ergibt sich eine richtig ebene Ladefläche. Dann macht der Minivan seinem Namen sogar (ein bisschen) Ehre und fasst 1.050 Liter.

Drei Motoren

Beim Motorenangebot herrscht mal wieder Einigkeit. Im Splash fuhren wir noch den exzellenten 1,2-Liter-Suzuki-Benziner. Im Opel lag der Fokus auf dem vom Rußausstoß befreiten 1,3-Liter-Diesel. Dieser Antrieb ist im General-Motors-Konzern – zu dem bekanntlich auch Opel gehört – kein Unbekannter. Der Dreizehnhunderter hat mit der Tonne Leergewicht keine Mühen. Die 75 PS und 190 Newtonmeter Drehmoment des Common-Rail-CDTI treiben den Agila forsch nach vorne. 165 km/h schafft der Kleine mit Anlauf.

Bei all der gebotenen Längsdynamik soll er sich mit nur 4,5 Liter Diesel zufrieden geben. Näher an der Realität ist man, wenn man gar nicht mehr so sparsame sechs Liter einkalkuliert. Damit erweist sich wieder einmal, dass bei aller Aerodynamik – der Agila pfeilt immerhin mit einem für dieses Fahrzeugsegment günstigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,32 durch den Wind – die Stirnfläche für geringen Verbrauch sehr entscheidend ist. Ein Van, auch ein Micro-Modell, hat davon meist mehr als ein „herkömmliches“ Kompaktfahrzeug.

Straff und sicher

Micro ist auch der Wendekreis. 9,4 Meter benötigt der Opel für die Kreisfahrt. Das hilft im Stadtverkehr. Das agile Fahrwerk ist, wie schon beim Splash, recht straff geraten. Gut für flinkes Kurvenwuseln, schlecht für Rückengeschädigte und Bequemfahrer. Hier darf gerne eine etwas sanftere Variante Einzug halten. Dafür gibt es an der Fahrsicherheit nichts zu kritisieren. Das ist auch Voraussetzung, denn ESP kostet beim Agila unverständlicherweise stets 360 Euro Aufpreis.

Mehr Geld

Galerie: Erster Test Opel AgilaDer Agila mit Dieselmotor kostet satte 6.020 Euro mehr als das 9.990 Euro günstige Agila-Einstiegs-Lockangebot mit 65-PS-Benziner. Wer in dieser Klasse Diesel fahren will oder aufgrund der hohen Jahres-Kilometerleistung fahren muss, zahlt deftig drauf.

Die Serienausstattung im CDTI ist umfangreich, so bietet er ab Werk eine Klimaanlage, beheizbare und elektrisch verstellbare Außenspiegel, ein MP3-CD-Radio, auf Knopfdruck bedienbare Fenster vorne, Nebelscheinwerfer und die getrennt umlegbare Rücksitzanlage. Dennoch darf man für einen Grundpreis von exakt 16.010 Euro auch Aluminiumfelgen und vor allem ESP erwarten. Beides kostet selbst im Top-Modell noch extra. Beim Suzuki Splash gibt es den Diesel für zehn Euro weniger. Dann aber inklusive Sitzheizung vorne, Lederlenkrad, ESP und Alufelgen.

Fazit

Ein Kaufargument, das eventuell für den Opel Agila spricht, ist die gute Händlerstruktur und die damit verbundenen kurzen Wege für Opelfahrer. Sonst aber eigentlich nichts, es sei denn, man findet das Design des Agila so viel hübscher als das seines Zwillings.

 
3
64

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.