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Galerie: Erster Test Opel Ampera

Erster Test: Opel Ampera

Die Zukunft fängt schon heute an

08.07.2011

Morgen ist heute schon gestern und die Zukunft beginnt jeden Augenblick. Seit 4. Juli 2011 ist die Zukunft der Elektromobilität in der Gegenwart angekommen: Der Opel Ampera kann zu Preisen ab 42.900 Euro bestellt werden. Wir haben das „erste voll alltagstaugliche Elektroauto in Deutschland“ nicht gekauft, aber getestet.

Kanzlerin Angela Merkel hat die Elektromobilität zur Chefsache gemacht und erwartet eine Million Elektroflitzer auf deutschen Straßen – bis 2020. Opel fängt schon mal an und wird noch in diesem Jahr die ersten Elektroautos ausliefern. Im Gegensatz zu den anderen deutschen Herstellern bietet die GM-Tochter den Ampera auch für ganz normale Kunden zum Kauf an.

Im ersten vollen Produktionsjahr könnte Opel in Deutschland rund 10.000 Autos auszuliefern, bereits über 5.000 Vorbestellungen sind laut Sprecher Patrick Munsch eingegangen.

Ampera ist der Anfang

Galerie: Erster Test Opel AmperaAngesichts der weltweiten Automobilzulassungen ist das auch höchste Zeit. Laut Opel wurden 2010 weltweit 0,9 Milliarden Fahrzeuge weltweit zugelassen, im Jahr 2020 sollen es 1,1 Milliarden werden. Nach dem Ampera will Opel bereits 2013 das nächste eAuto bringen, einen kleinen Batteriestromer für die City. Der Ampera dagegen hat das Zeug zum Alltagsfahrzeug.

Kern des Antriebs sind zwei leistungsfähige Elektromotoren, die zusammen 150 PS Leistung bereitstellen und den Ampera sehr zügig auf bis zu 160 km/h beschleunigen. Die Kapazität der Batterie reicht dabei für Reichweiten um die 60 Kilometer, je nach Strecke und Fahrweise sind aber auch über 80 Kilometer realistisch. Beim Einsatz als Familienfahrzeug kann der Ampera also durchaus einige Tage aus der Batterie leben, bevor er an einer Haushaltssteckdose mit 230 Volt in rund vier Stunden wieder aufgeladen ist.

Kein Reichweitenproblem

Galerie: Erster Test Opel AmperaDoch auch weitere Strecken fährt der Ampera elektrisch: Dank des sogenannten Range-Extenders kann die Batterie auch unterwegs und während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Dazu ist ein handelsüblicher Vierzylinder-Benzinmotor installiert, der nichts anderes tut, als über einen Generator die Batterie zu laden. Dieser 86-PS-Benziner schnurrt dabei so leise, dass er akustisch kaum und schon gar nicht als Verbrennungsmotor wahrgenommen wird.

Bei unserer ersten langen Ausfahrt mit einem Vorserienexemplar konnte die Alltagstauglichkeit dieses fortschrittlichen Konzepts überzeugen. Nicht unerwähnt bleiben sollen daher an dieser Stelle die wenigen Einschränkungen gegenüber einem – beispielsweise – Kompaktwagen oder einer Mittelklasse-Limousine. Zunächst fällt der hinten eingeschränkte Kopf-Raum auf, der der exzellenten Aerodynamik geschuldet ist. Zum Zweiten liegt die Ladekante auf hohen 84 Zentimetern. Und der Kofferraum hat gerade 310 Liter Volumen für das Gepäck, die allerdings dank umklappbarer Rückenlehne auf 590 (Unterkante Fensterlinie) beziehungsweise 1.000 Liter erweitert werden können, die Zuladung liegt bei knappen 270 Kilogramm.

Auch innen gelungen

Galerie: Erster Test Opel AmperaDen Innenraum kann man nur als gelungen bewerten. Zwei große Bildschirme informieren die Insassen über Geschwindigkeit, Verbrauch, Ladezustand und Fahrweise und natürlich (optional) über den aktuellen Song von der 30 Gigabyte-Festplatte oder die aktuelle Routenführung des Navi-Systems, das aus den anderen 30 Gigabyte gespeist wird. Konsequent ist der Verzicht auf eine Tachonadel, Drehzahlmesser oder Öltemperatur sind obsolet.

Wen diese Dinge nicht schrecken, erhält mit dem Ampera einen hochwertigen Viersitzer mit dem besonderen Charme von 40 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.

40 Gramm CO2

Galerie: Erster Test Opel AmperaCO2 bei einem Elektroauto scheint zunächst ein Widerspruch zu sein. Doch abgesehen davon, dass in der gesetzlichen Würdigung der Elektroautos die CO2-Bilanz der Stromproduktion nicht einfließt, sind die anderen bisher vorgestellten Batterie-Autos nicht so leistungsfähig oder alltagstauglich. So gesehen sind die 40 Gramm des Ampera derzeit konkurrenzlos.

Dass die immerhin 1,7 Tonnen Leergewicht nicht einer wirklich flotten Fahrt entgegenstehen, sondern wegen der dadurch komfortabel satten Straßenlage tatsächlich ein Fahrgefühl aufkommen lassen als wäre man zwei Klassen höher unterwegs, kann man angesichts eines Zyklusverbrauchs (laut  Hersteller) von 1,6 Litern auf 100 Kilometern durchaus als Plus verbuchen. Das komfortable Fahrverhalten wird auch durch die Reibwert-optimierten Leichtlaufreifen nicht geschmälert. Außer einem wahrnehmbaren Abrollgeräusch fallen sie durch überzeugenenden Abrollkomfort auf, der gut mit dem gelungenen Fahrwerkssetup harmoniert.

Alltagstauglich

Galerie: Erster Test Opel AmperaMit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern pro Tankfüllung steht dann auch einem elektrisierten Familienurlaub nichts im Wege.

Zyklusverbräuche sind die eine Seite, der Bordcomputer zeigt die andere – und beim Ampera mit bemerkenswerter Detaillierung: Bei voller Batterie und gemischter Strecke (Wohngebiete, Landstraßen und Autobahnen) und durchaus unsinnigen Zwischensprints zeigte das Zentraldisplay  nach exakt 100 Kilometern Fahrt einen Verbrauch von 2,88 Litern Benzin an. Dabei wurden 58,6 % der Strecke batterieelektrisch, die restlichen 41,4 % unter Zuhilfenahme des Range-Extenders zurück gelegt. 10,1 Kilowattstunden wurden aus der Batterie gezogen. In einem anderen Szenario, bei forcierter Nutzung des Range-Extenders (trotz voller Batterie), lag ein Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern an. Für den realen Alltagseinsatz inklusive Langstrecke scheinen also Werte zwischen drei und vier Litern realistisch. Ein gründlicher Test wird es zeigen.

Kosten und Zuverlässigkeit

Galerie: Erster Test Opel AmperaEin wichtiger Aspekt beim Autokauf sind die Unterhaltskosten und die Zuverlässigkeit. Im Betrieb wird der Ampera gegenüber einem konventionellen Verbrenner etwa die Hälfte der Kosten sparen. Zudem ist kein Getriebe an Bord und die Bremsen werden – wegen der sehr starken Rekuperation von Bremsenergie – sehr viel weniger beansprucht. Auf die Batterie selbst gibt Opel eine Garantie  von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern.

Zudem können Ampera-Kunden zu Hause CO2-freien Strom zu vergünstigten Konditionen beziehen und eine 24/7-Hotline nutzen. Auch eine iPhone-App ist, natürlich, angekündigt.

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Fazit

Mit dem Ampera ist Opel ein überzeugender Wurf gelungen. Das Range-Extender Konzept des Elektroautos überzeugt nicht nur durch seine Unmerklichkeit im Hintergrund: Man kann mit diesem Elektroauto so weit fahren, wie es Tankstellen gibt.

Für knapp 43.000 Euro gibt es andere, größere, und schnellere Autos. Es gibt aber kein Auto, das mit 40 Gramm CO2 pro Kilometer derart uneingeschränkt und für die ganze Familie zu nutzen ist. Oder zu kaufen ist.

Galerie: Erster Test Opel Ampera

 
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