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Galerie: Erster Test Opel Antara

Erster Test: Opel Antara

Erster...

20.10.2006

Spät sind sie dran die Opelaner und dennoch Erster. Denn noch vor VW und Ford bringen sie als deutscher Volumenhersteller im Segment der kompakten SUV ein Vielzweck-Freizeitgerät auf den immer noch wachsenden Markt. Nach ersten Testfahrten rund um Athen können wir uns eine erste Einordnung im Konkurrenzumfeld leisten.

Der Opel Antara hat als Studie „Antara GTC“ in Frankfurt (2003) für mächtig Wirbel gesorgt. Riesen-Räder und ein kleines Heck, stark abfallende Dachlinie und Schmetterlingstüren. Und alles für die Streichliste: Unsere getesteten Serien-Antara (2-Liter Diesel und 3,2-Liter V6 Benziner) rollen auf 18-Zoll Rädern mit Reifen der Dimension 235/55. Das Heck ist zwar noch knackig, doch die Dachlinie ist die eines Kombis. Und es gibt vier ganz normale Türen.

Ernüchtert

Galerie: Erster Test Opel AntaraSo weit zur ersten Ernüchterung. Beim Einsteigen gleich die zweite: Die Kopfstützen sind für meine 189 Zentimeter zu kurz. Ansonsten finde ich rasch eine gute Sitzposition, das Lenkrad ist in weiten Bereichen und zwei Ebenen einstellbar und die Bedienelemente der Mittelkonsole liegen gut zur Hand.

Ein bisschen Chromfinish hier, Holzzierleisten dort und etwas Alu obendrauf geben dem mit Leder ausgeschlagenen Innenraum einen gediegenen Charakter. Drei runde Lüftungsdüsen unterstreichen den Abschied im Opel-Innenraumdesign von den strengen Linien eines Astra oder Vectra: Jetzt wird es wohnlicher.

Fahrstunden

Galerie: Erster Test Opel AntaraDoch einziehen will ich nicht in den Antara, vielmehr interessiert mich, ob er sich auch wie ein Opel fährt. Mir schwirren Begriffe wie IDS, sportlich-direkte Lenkung und zackiges Kurvenverhalten durch den Kopf, doch ahne ich insgeheim, dass ich hier keinen Konkurrenten des BMW X3 vor mir habe.

Und so ist die erste Ausfahrt im 150 PS Diesel (eine 127 PS Version wird nachgeschoben) dann auch gemütlicher als das „S“ in „SUV“ suggerierte. Der Commonrail-Diesel brummt vernehmlich, doch zieht er ab 2.000 Umdrehungen wacker los - 320 Newtonmeter stehen an, die über das 5-Gang Getriebe an die Antriebsräder geleitet zu werden.

Automatischer Allrad

Galerie: Erster Test Opel AntaraDas werden normalerweise die Vorderräder sein, denn eigentlich ist der Antara ein Fronttriebler. Bemerkt die Antriebselektronik jedoch einen Schlupf an der Vorderachse, wird per Hydraulikkupplung die Hinterachse zugeschaltet. Sie kann dann bis zu 50% der Kraft auf die Straße bringen.

Einsteigen und losfahren ist also die Devise, keine fummeligen Regler oder verwirrenden Schalter: Der Allrad ist da, wenn ich ihn brauchen sollte. So sind grobe Schotterpisten, hügelige Wiesen und sonstiges leichtes Gelände eher dem Fahrspaß im Antara zuträglich als irgendwelche Dynamik-Wettbewerbe. Auch die Bodenfreiheit von klassenüblichen 20 Zentimetern leistet ihren Beitrag dazu.

Strecke gemacht

Galerie: Erster Test Opel AntaraAuf der Autobahn gefällt der rüstige Rüsselsheimer mit seinem Fahrkomfort. Den konnte er bereits auf üblem Geläuf unter Beweis stellen, doch auf der Langstrecke und bei flotten Landstraßenkilometern paart er sich mit erfreulich wenig Karosserieschwanken. Die Lenkung  ist zwar indirekt ausgelegt, doch vermittelt sie einen guten Fahrbahnkontakt ist angenehm präzise.

In engen Kehren bietet das Fahrwerk also alles, was man zur zügigen Fortbewegung braucht. Der Motor glänzt hierbei jedoch durch eine unausgewogene Leistungscharakteristik. Der Turbo legt tatsächlich erst ab 2.000 Touren ordentlich Brickets drauf. Und keine halbe Umdrehung früher. Denn darunter tut sich gar nichts. Beschleunigt man also bei Bergauffahrt aus einer Serpentine im ersten Gang heraus, sollte man den Motor bis 4.000 drehen, um im nachfolgenden 2ten noch das nötige Drehmoment zu haben, um weiter zu beschleunigen. Andererseits soll nicht verschwiegen sein, dass das Turboloch des 2-Liter Vierzylinders angenehm klein ausfällt.

Motorische Alternativen

Wem der Punch des Diesels nicht reicht, kann noch zum V6 greifen, der immerhin 227 PS bietet. Diese sind jedoch an eine leicht unmoderne 5-Gang Automatik gekoppelt. Und die zählt noch zur Gattung der sprichwörtlichen Drehmoment-Wandler - selbst im manuellen Modus vernichtet sie noch Motorleistung.

Galerie: Erster Test Opel AntaraDas ist schade, denn der Motor kann bei Drehzahlen oberhalb von 3.000 dem Antara ordentlich Dampf machen. Opel gibt die Vmax mit gut 200 Sachen an. Dabei klingt der Motor kernig ohne aufdringlich zu werden, ein typischer V6 eben.

Zu den Verbräuchen sei an dieser Stelle nur so viel gesagt: Wir haben die EU-Werte von 7,5 bis 11,6 Litern (2.0 cdti und 3.2 V6 im Schnitt) bei weitem nicht erreicht. Was einerseits am praxisfernen EU-Zyklus liegt und andererseits an unserer ebenso praxisfernen Fahrweise.

Fazit

Das Segment der kompakten SUV ist momentan heiß umkämpft und es wird noch heißer: Die drei französischen Hersteller nehmen den Markt aufs Korn, ebenso Ford und VW. Außerdem gibt es noch die Trendsetter von Toyota (RAV4) und Land Rover (Freelander). So gesehen ist es verwunderlich, dass Opel mit dem Antara hier nicht deutlichere eigene Zeichen in punkto Design oder Fahrdynamik setzt.

Galerie: Erster Test Opel AntaraAndererseits macht der Antara seine Sache als familientauglicher Freizeitbegleiter sehr ordentlich. Der Allradantrieb ist da, wenn man ihn braucht und wird die meisten Antara-Besitzer weiter bringen als diese vermuten würden. Der Innenraum bietet auf allen Sitzplätzen ordentliche Platzverhältnisse, die Bedienbarkeit ist sehr gut und der Kofferraum ist mit 370 bis 1.420 Litern der Klasse angemessen.

Für den Geldbeutel hält Opel noch einen 2,4 Liter Vierzylinder (Benziner) als Basismotor mit 140 PS bereit (ab 26.850 Euro). Den Löwenanteil im Verkauf wird der 150-PS-Diesel (ab 30.765 Euro als 2.0 cdti „Edition“) stellen, während sich nur wenige einen Antara für 37.000 Euro Einstiegspreis (3.2 V6 „Cosmo“) gönnen werden.

Die Aufpreisliste wiederum ist angenehm kurz.

 
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