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Galerie: Erster Test Opel Astra Facelift

Erster Test: Opel Astra Facelift

Heimlich neu

25.01.2007

Geradezu heimlich wertet Opel den Bestseller Astra auf. Erst drei Jahre auf dem Markt, aber weltweit bereits 1,2 Millionen mal verkauft, erhält der Astra nun vier neue Motoren, etwas Schminke um die Augen und neue Materialien im Innenraum. Für erste Testfahrten stand uns der neue 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 180 PS zur Verfügung.

Von Evolution, nicht Revolution, spricht Opel Marketingdirektor Alain Visser bezüglich des Designs. Übersetzt bedeutet das, der Laie wird den „neuen“ Astra kaum vom Vorgänger unterscheiden können. Fünftürer und Caravan kommen mit etwas mehr Chrom im Grill, einer leicht nachgezeichneten Frontschürze und Rückleuchten im so genannten 3-D-Block-Design daher. Den Dreitürer GTC schmückt nun ein sportlicher Wabengrill.

Galerie: Erster Test Opel Astra FaceliftZusätzliche Chromringe um die Klima- und Radioregler sowie neue Dekorleisten sind die auffälligsten Änderungen im Innenraum. Die Top-Ausstattungslinie Cosmo will mit Klavierlack-Applikationen besonders edel auftreten. Nur hat es Opel da etwas zu gut gemeint. Die nun komplett schwarz glänzende Mittelkonsole wirkt wie ein Fremdkörper, setzt sich deutlich vom restlichen Armaturenbrett ab. Weiteres Manko der lackierten Oberfläche ist die Schmutzempfindlichkeit. Schon nach kurzer Zeit sind überall hässliche Fingerabdrücke zu sehen.

Getrübter Durchblick

Galerie: Erster Test Opel Astra FaceliftEinen feinen Eindruck hinterlässt das für den GTC optional erhältliche braune Sattelleder, das farblich mit den Holzzierleisten harmoniert. Immer wieder ein Blickfang ist die Panoramascheibe für 1.435 Euro. Doch so schön es ist, durch die bis weit über die Köpfe von Fahrer und Beifahrer gezogene Windschutzscheibe die Umgebung zu betrachten, knisterfrei ist die gewagte Konstruktion nicht. Auf schlechten Straßen zirpt und vibriert die Abdeckung.

Motorenseitig stehen künftig elf verschiedene Aggregate zur Wahl. Los geht es bei 90 PS, das Topmodell OPC leistet satte 240 PS. Zwei Benziner und zwei Diesel sind neu. Die 1,7-Liter-Dieselmotoren mit 110 PS beziehungsweise 125 PS sind serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe und Partikelfilter ausgerüstet und lösen die 1.9 CDTI-Aggregate mit 100 PS beziehungsweise 120 PS ab. Weniger Hubraum, dafür mehr Leistung, gilt auch für die Benziner: Ein neuer 1,6er Vierzylinder mit 115 PS ergänzt das bisherige Volumentriebwerk mit 105 PS.

Relative Verbrauchsverbesserung

Galerie: Erster Test Opel Astra FaceliftFür unsere ersten Testfahrten stand uns der neue Turbo zur Verfügung. Sein Vierzylinder hat ebenfalls nur 1,6 Liter Hubraum, kommt dank Aufladung aber auf 180 PS, womit er den bisherigen 2,0-Liter-Turbo mit 170 PS ablöst. Und der neue Kleine macht alles besser als der alte Große: In nur 8,2 Sekunden spurtet der Astra Turbo auf Tempo 100 und erreicht im sechsten Gang eine Höchstgeschwindigkeit von 223 km/h. Das alles geschieht denkbar unaufgeregt. Ab 2.000 Touren dreht das Aggregat spielend hoch, untermalt von einem zurückhaltend kernigen Unterton. Das Turboloch ist klein, aber nicht wegzudiskutieren.

Vorderstes Ziel des so genannten Downsizings ist die Reduzierung des Verbrauchs. Im Vergleich zum Vorgänger-Turbo, der in der Praxis zwischen neun und 15 Liter Super auf 100 Kilometer verbrannte, ist das zwar gelungen. Doch objektiv betrachtet ist auch der neue Turbo-Motor zu durstig. Trotz ausgesprochen zurückhaltender Fahrweise brauchten unsere Testwagen - ein GTC und ein Caravan - zwischen acht und zehn Liter. Das kann die Konkurrenz aus Wolfsburg besser. Bei ähnlicher Fahrweise kommt ein VW Golf mit TSI-Motor, der mittels kombinierter Kompressor-Turbo-Aufladung aus nur 1,4 Litern Hubraum 170 PS holt und im unteren Drehzahlbereich noch spritziger ist, mit sechs bis sieben Liter aus.

Agil wie eh und je

Galerie: Erster Test Opel Astra FaceliftFahrwerksseitig konnten sich die Opel-Ingenieur mit dem bereits Erreichten zufrieden geben. Der Astra mit seinem IDS-Fahrwerk überzeugt in allen Belangen. Agil und trotzdem komfortabel schafft er den Spagat zwischen Sportlichkeit und entspannter Alltagstauglichkeit. Nur der bewusst straff abgestimmte GTC reagiert etwas hölzern auf Querfugen und leistet sich auch lautere Abrollgeräusche als etwa der Caravan. Die präzise, angenehm straff ausgelegte Lenkung ist ein Sahnestück. Selbiges lässt sich über das knackig zu schaltende manuelle Sechsganggetriebe mit seinen kurzen, präzisen Schaltwegen sagen.

Mit einem Grundpreis von 23.335 Euro startet der 1,6-Liter Turbo im Fünftürer. Der GTC kostet 210 Euro mehr, der Kombi 24.315 Euro. Die Sonderausstattungsliste umfasst unter anderem das IDS-Plus-Fahrwerk mit elektronischer Dämpferregelung, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht und CD-Radios mit iPod-Zugang.

Fazit

Galerie: Erster Test Opel Astra FaceliftDer Opel Astra ist eine runde Sache, kombiniert agiles Handling mit guten Komforteigenschaften und viel Platz im solide verarbeiteten Innenraum. Doch das war schon zur Markteinführung vor drei Jahren so. Das frühe Facelift bringt jedenfalls kaum Verbesserungen mit sich. Freilich sind die neuen Motoren, etwa der von uns gefahrene 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS, bei verbesserter Leistung sparsamer geworden. Absolut betrachtet ist der Verbrauch aber immer noch hoch, die aufwendigeren Downsizing-Konzepte der Konkurrenten sind effektiver. Aber auch teurer. Preislich stellt der Opel Astra ein sehr attraktives Angebot dar. Aber auch das ist nichts Neues.

 
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