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Galerie: Erster Test Opel Corsa (Facelift)

Erster Test: Opel Corsa (Facelift)

Corsa für alle

01.02.2011

Mit dem Corsa hat Opel seit 1982 einen Bestseller im Programm. Elf Millionen wurden seitdem in Europa verkauft, viel mehr noch sollen es werden. Damit das gelingt, gibt es nur knapp ein Jahr nach einigen technischen Neuerungen ein optisches Facelift. Zudem besitzen die beiden 1.3 CDTI eine Stopp-Start-Automatik, die den Verbrauch auf 3,5 Liter senken soll. Dummerweise kostet das Aufpreis und wird nicht nur deshalb wenig Anklang finden.

Den Großteil der Verkäufe machen in dieser Klasse nach wie vor kleine Benziner zwischen 70 und 100 PS aus. Kaum verwunderlich, dass andere Hersteller im Kleinwagen-Segment gar keinen Diesel mehr anbieten. Denn ein Langstreckenrenner, wo sich ein sparsamer aber teurer Dieselmotor rechnen würde, ist weder der Corsa noch ein anderes Fahrzeug dieser Klasse.

Daher besticht der renovierte Rüsselsheimer vor allem wieder mit seiner ausgewogenen Art, und dazu trägt auch das neue Aussehen bei. Von vorne wurde das 2006 eingeführte Modell deutlich verfeinert und harmoniert nun mit den Gesichtern von Insignia, Astra und Mervia. In der Seitenlinie veränderten die Designer nichts, am Heck nur Marginalien.

Neues Navi zum Schnäppchenpreis, aber …

Ein bisschen Neues gibt’s hingegen vom noch immer überdurchschnittlich großzügig geschnittenen Innenraum zu berichten. Hier ändert sich nicht nur das Muster auf Sitzen und Armaturenbrett.

Galerie: Erster Test Opel Corsa (Facelift)Ganz neu sind zum Beispiel der USB-Adapter sowie der Aux-Anschluss. Leider lassen sich diese, vor allem für jüngere Kunden so elementare Dinge, nur mit einer Freisprecheinrichtung und dem neuen Bosch-Navigationssystem Touch & Connect mit Kartendaten für 28 Länder Europas koppeln. Glücklicherweise kostet das Universaltalent schlappe 695 Euro, vorausgesetzt, man bestellt es nicht in der Basisversion Selection, die ab Werk gänzlich ohne Radio daherrollt.

Ein grober Schnitzer ist den Innenraumarchitekten beim Integrieren des Systems aber dennoch unterlaufen: Das Navi sitzt viel zu tief. Wer auf das Display guckt, muss den Blick fast in den Fußraum schweifen lassen. Besser wäre es, das Display in den unschönen und aus billigem Plastik bestehenden Höcker auf dem Armaturenbrett zu platzieren, der lediglich bei Bestellung des Bordcomputers montiert wird und auch nur Verbrauchsdaten und die üblichen BC-Infos anzeigen kann. Laut Opel wäre die Integration der Kartendarstellung an dieser Stelle zu teuer geworden – schade. Gemessen am Preis ist das Touch & Connect-System dennoch ein faires und empfehlenswertes Angebot.

Auf Stopp-Start besser verzichten

Weniger empfehlenswert ist die zweite echte Neuerung, die der Corsa zu bieten hat: Die Stopp-Start-Funktion beim Halten kann und sollte man sich sparen. Diese Spritspar-Technik gibt es als zusätzliche Variante bei den 1.3 CDTI Ecoflex-Modellen mit 75 und 95 PS. 3,5 Liter Verbrauch respektive 94 Gramm CO2-Ausstoß gibt Opel für den sparsamsten Corsa (95-PS-Diesel) an.

Galerie: Erster Test Opel Corsa (Facelift)Um diesen Traumwert theoretisch zu erreichen, muss der Kunde aber erst einmal tief in die Tasche greifen. 300 Euro verlangen die Rüsselsheimer für die Stopp-Start-Technik, die auf dem Prüfstand immerhin 0,9 Liter Kraftstoff einsparen soll. Was sich beispielsweise in Frankreich steuerlich positiv auswirkt (CO2-Ausstoß unter 100 Gramm), honoriert unser Fiskus indes nicht. Bis 120 Gramm CO2-Emissionen sind alle gleich.

In den 300 Euro inbegriffen sind ein um 20 Millimeter abgesenktes Fahrwerk, das allerdings auch zur ungewohnten Straffheit des Corsas beiträgt. Weiterhin gibt es eine aerodynamisch optimierte Frontlippe und ein länger übersetztes Fünf-Gang-Getriebe (Standard besitzt sechs Gänge!). Außerdem haben die Stopp-Start-Modelle eine verstärkte Starterbatterie sowie einen haltbareren Anlasser, der die häufigen Motorstarts besser mitmachen soll. Weniger gut: Das Tankvolumen wurde um fünf auf 40 Liter verringert.

Die Investition von 300 Euro könnte sich rein rechnerisch (0,9 Liter Minderverbrauch bei einem Dieselpreis von 1,35 Euro/Liter) nach rund 25.000 Kilometer amortisieren – könnte, wohlgemerkt. Die Realität sieht meist anders aus und der Vorsprung in der Theorie schmilzt in der Praxis oft dahin.

Grundmotor bekannt

Egal, ob mit oder ohne Stopp-Funktion, egal, ob 75 oder 95 PS, der 1,3-Liter-Dieselmotor ist ein alter Bekannter bei Opel und erledigt seit Jahren, immer wieder modernisiert, zuverlässige Arbeit. Dass die Triebwerke nicht mehr taufrisch sind, fühlt und hört man dennoch. Denn sie sind ruppig, rau und laut. An der Antrittsstärke und der Leistungsausbeute, speziell beim stärkeren Modell, gibt es nichts zu meckern. Er ist flott, beschleunigt gleichmäßig und befähigt den 1,2-Tonner zu attraktiven Fahrleistungen.

Galerie: Erster Test Opel Corsa (Facelift)Nichtsdestotrotz ist der alte wie der neue Corsa insbesondere als Diesel kein Schnäppchen. Etwa 350 Euro hat Opel im Vergleich zum letztjährigen Technik-Facelift aufgeschlagen, was unter anderem mit dem nun serienmäßigen und Opel-typischen Tagfahrlicht argumentiert werden kann.

Mindestens 14.450 Euro werden für den schwachen 1.3 CDTI ab sofort fällig. Für 15.330 Euro gibt es den 95-PS-Diesel ohne Stopp-Start-Technik, dafür aber mit Sechs-Gang-Getriebe. Ein 100-PS-Benziner mit grundsolidem 1,4-Liter-Saugmotor startet bereits bei 13.000 Euro. Aktuell bietet Opel für den Corsa sieben Benziner-Getriebe-Kombinationen und fünf Diesel-Versionen, ausschließlich mit Handschaltung an. Eine Flüssiggas-Version wird im Frühjahr 2011 das Angebot ergänzen.

Gute Ausstattung ab Stallite

Egal, welcher Motor es werden soll, bei den Ausstattungslinien gilt unsere Empfehlung der neu eingeführten Linie Satellite (plus 1.400 Euro). Laut Hersteller wollen sich rund 60 Prozent der Käufer für dieses Ausstattungsniveau entscheiden. Eine gute Wahl, denn bereits inbegriffen sind unter anderem eine völlig ausreichende, manuell einstellbare Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ein MP3-CD-Radio, ESP sowie vier Airbags. 55 Prozent wählen übrigens den Zwei-Türer, dementsprechend 45 Prozent die 730 Euro teurere Vier-Tür-Variante.

Galerie: Erster Test Opel Corsa (Facelift)Wer es ab und an mal eilig hat, sollte zum ehemals GSI genannten Sportmotor greifen. Der 1.6 Turbo generiert 150 PS und kostet in der einzig erhältlichen Version Innovation ab 19.770 Euro, inklusive Krawall-Beplankung.

Fazit

Schicker ist der Corsa geworden. Besser nicht wirklich. Denn bereits vor einem Jahr haben die Techniker sich der Motoren und des Fahrwerks angenommen.

So ist auch die einzige technische Neuerung, die Stopp-Start-Funktion keine Weltneuheit und ebenso wenig eine Empfehlung. Zwar funktioniert das System tadellos, aber 300 Euro sind viel Geld, die nur in der Theorie innerhalb von 25.000 Kilometern wieder reingefahren werden können.

In der Verkaufsstatistik spielen die Dieseltriebwerke im Corsa sowieso keine Rolle (sieben Prozent Anteil). Die meisten Kunden werden, wie bisher, einen kleinen Benziner wählen und sich primär am guten Platzangebot und dem ausgereiften Fahrwerk erfreuen und damit eine gute Wahl treffen. Wer das neue Touch & Connect-Navi wählt, macht auch nichts falsch.

 
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