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Galerie: Erster Test Opel Grandland X

Erster Test: Opel Grandland X

Opel setzt noch einen drauf

13.10.2017

Lang Zeit hat Opel das SUV-Segment eher vernachlässigt. Der Antara war zwar früh am Start, aber ziemlich erfolglos. Erst der Mokka lockte die SUV-Käufer in die Schauräume, allerdings stand der eine ganze Weile ziemlich alleine herum. Doch damit ist jetzt Schluss: Vor kurzem erst lancierten die Rüsselsheimer den Crossland X, nun bauen sie mit dem Grandland X oben an: Mit viel Platz, aber ohne Allradantrieb.

Abgesehen vom X im Namen, das seit seinem Facelift auch der Mokka X trägt, haben alle drei SUV noch eine Gemeinsamkeit: Sie sind keine echten Opel. Als Basis dient dem Mokka ein Chevrolet-Unterbau, die anderen beiden greifen auf Plattformen der neuen Konzernmutter PSA zurück. Unter dem Crossland-Kleid steckt Citroën-C3-Technik, und der neue Grandland X ist ein Zwilling des Peugeot 3008, mit dem er auch gemeinsam in Frankreich vom Band rollt.

Keine Ähnlichkeiten

Galerie: Erster Test Opel Grandland XAllerdings haben sich die hessischen Ingenieure alle Mühe gegeben, die Ähnlichkeiten zu kaschieren. Das gilt auch beim Grandland X: Das Karosserie-Design setzt die von Astra und Insignia vorgegebene Formensprache nahtlos fort und gleich nach dem Einsteigen begrüßt einen ein typisches Opel-Cockpit. Vom Kombiinstrument bis zum Touchscreen-Infotainment, vom Lenkstockhebel bis zum Lichtschalter stammt alles aus Rüsselsheimer Regalen. Auch den zertifizierten Ergonomiesitzen ist Opel treu geblieben. Das Gestühl kostet zwar je nach Ausführung bis zu 2.200 Euro Aufpreis, macht sich aber spätestens nach der ersten entspannten Langstrecken-Fahrt bezahlt.

Dass der 4,48 Meter lange Grandland X seinem Namen alle Ehre macht, merkt man, wenn man auf der Rückbank Platz nimmt. Selbst mit knapp zwei Metern Körperlänge sitzt man nicht nur hinterm Lenkrad optimal, sondern reist auch im Fond noch ausreichend bequem. Dahinter steht Platz für 514 Liter Gepäck zur Verfügung, das allerdings über eine recht hohe Ladekante gewuchtet werden muss. Klappt man die Rückbank um, entsteht ein brettebener Ladeboden und der Stauraum wächst auf über 1.650 Liter.

Viele Schmankerl für viel Geld

Galerie: Erster Test Opel Grandland XTypisch Opel sind nicht nur die Inneneinrichtung, sondern auch die Ausstattungsmöglichkleiten. Schon vor einiger Zeit hat der Hersteller der Oberklasse den Kampf erklärt und macht sich für die Demokratisierung von Luxus-Extras stark: Dementsprechend sind auch im Grandland X Lenkradheizung, Abstands-Tempomat, Panorama-Dach, 360-Grad-Kamera mit Einparkassistent, adaptives LED-Licht und, und und erhältlich. Die Demokratisierung hört beim Preis allerdings auf, denn bezahlt werden müssen all die schönen Dinge natürlich extra. Und: Die meisten Optionen hat nur, wer mindestens zur zweiten Ausstattungslinie greift. Die ab 23.700 Euro erhältliche Basis-Version lässt sich dagegen nur spärlich aufhübschen.

Galerie: Erster Test Opel Grandland XWeder gegen Geld noch gute Worte ist übrigens ein Allradantrieb erhältlich. Wie der Peugeot, verfügt der Grandland X lediglich über eine etwas feiner arbeitende Traktionskontrolle, die das Drehmoment zwischen den Vorderrädern verteilt. Das reicht auf Schotterpisten und Wiesenwegen allemal, macht den Grandland X aber nicht wirklich zu einem vollwertigen SUV. Wer das sucht, muss weiterhin zum Mokka X greifen, der als einziger Opel-Hochbeiner tatsächlich mit 4x4-Technik punkten kann.

Vorerst nur zwei Motoren

Galerie: Erster Test Opel Grandland XWie auf den Allradantrieb, hatte Opel auch keinen Einfluss auf die Triebwerke, alle – genauer gesagt beide – Motoren stammen von Peugeot. Zum Marktstart Ende Oktober können sich die Kunden nur zwischen einem Benziner und einem Diesel entscheiden: Der vierzylindrige 1,6-Liter-Selbstzünder fährt mit 120 PS dem Benziner etwas hinterher, wuchert dafür aber mit satten 300 Newtonmeter Drehmoment, die für starken Antritt und knackige Zwischensprints gut sind. Reizt man die Kraft häufig aus, steigt der niedrige Normverbrauch von vier Litern allerdings leicht nochmal um die Hälfte an. Immerhin: Die Diesel-Abgase werden dank AdBlue-Einspritzung und SCR-Kat gereinigt in die Umwelt geblasen.

Galerie: Erster Test Opel Grandland XDer Benziner begnügt sich auf dem Papier mit 5,1 Litern, aber wie die meisten Turbos langt auch der 1,2-Liter-Dreizylinder bei flotter Fahrt deutlich kräftiger zu. Obwohl er mit 130 PS ebenfalls nicht übertrieben stark ist, bewegt er den nur gut 1,4 Tonnen schweren Grandland X ziemlich leichtfüßig. Untenrum schieben die 230 Newtonmeter kräftig an und wuchten den Opel in knapp über elf Sekunden auf Tempo 100. Wer allerdings auch jenseits des Landstraßentempos noch zügig unterwegs sein will, muss den Benziner mit hohen Drehzahlen aus der Reserve locken – und die treiben nicht nur den Spritverbrauch, sondern auch den Lärmpegel in die Höhe. Immerhin: Mit 188 km/h ist der Grandland X auch für längere Autobahnetappen gerüstet. Und wer nicht selber schalten will, überlässt die Arbeit der optionalen Sechsgang-Automatik; die steht übrigens auch für den Diesel bereit.

Besser abgestimmt

Galerie: Erster Test Opel Grandland XWer sich nicht zwischen den beiden Motoren entscheiden kann, wartet einfach noch ein wenig: Nächstes Jahr will Opel zum einen noch ein paar schwächere, und damit günstigere Triebwerke nachreichen. Zum anderen erweitert ein 180-PS-Diesel das Portfolio nach oben, der zusammen mit einer Achtgang-Automatik schon im Peugeot 308 eine hervorragende Figur macht und sicher auch gut zum Grandland X passt. Der Opel kann schließlich problemlos etwas mehr Leistung vertragen: Anders als die französisch-weiche Abstimmung des Peugeot-Pendants ist der Grandland X deutlich besser austariert und der verbindlichere Unterbau sorgt zusammen mit der direkteren Lenkung für reichlich Fahrspaß.

 
Fazit

Michael Gebhardt (AutoScout24)

Eine Basis, zwei Welten: Während Peugeot mit dem 3008 einen hochbeinigen Van auf die Räder gestellt hat, der relativ gemütlich durch die Lande gleitet, hat Opel den Grandland X zum sportlichen SUV mit guten Platzangebot gemacht. Vor allem das feiner abgestimmte Fahrwerk spricht für den Rüsselsheimer. Allerdings muss man sich vorerst mit zwei Motoren begnügen. Das aber soll sich 2018 ändern. Und irgendwann wird es den Grandland X sogar als Plug-in-Hybrid geben – wann der Teilzeitstromer kommt, ist allerdings noch nicht bekannt.
 
 

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