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Galerie: Erster Test Opel Insignia Ecoflex

Erster Test: Opel Insignia Ecoflex

Economy in der Business-Class

10.06.2009

Wer gehobene Effizienz mit Business-Klasse-Niveau verbinden will, wer Fahrspaß und Sparspaß in einem Auto wünscht – der sollte den Opel Insignia Ecoflex in die engere Wahl ziehen. Die neue Diesel-Variante soll trotz souveräner 160 PS mit fünf Litern Diesel auf 100 Kilometer auskommen. Auf unserer ersten Testfahrt mit dem neuen Power-Sparer konnten wir diesen Verbrauch sogar deutlich unterbieten.

Mit Ecoflex pflegt Opel seit 2008 ein noch junges Effizienz-Label, dass die Rüsselheimer ähnlich positionieren wie VW Bluemotion, Mercedes Blue-Efficiency oder BMW sein Efficient-Dynamics. All diese Maßnahmen-Pakete für gehobenes Spar-Niveau unterscheiden sich jedoch in den eingesetzten Techniken und im Umfang. Derzeit besonders im Trend sind Bremsenergierückgewinnung, Start-Stopp-Automatik oder Hybridtechnik. Im Fall des Insignia Ecoflex verzichtet Opel allerdings auf derart aufwendige Maßnahmen und schafft dennoch eine erwähnenswerte Verbrauchsreduzierung.

Wichtigster Baustein für den Effizienz-Zuwachs ist ein Aerodynamik-Feinschliff. Der ohnehin schon geringe Luftwiderstandsbeiwert des Insignia wurde dabei von 0.28 auf 0.26 gesenkt. Fünf Maßnahmen sind für die schlüpfigere Außenhaut verantwortlich: ein geschlossener Kühlergrill, eine veränderte Frontspoilerlippe, eine Fahrwerkstieferlegung, eine Abdeckung des Kraftstofftanks an der Fahrzeugunterseite sowie rollwiderstandsarme Michelin-Reifen im Format 225/55 R17 mit neuem Schriftzug.

Moderner Diesel

Galerie: Erster Test Opel Insignia EcoflexTrotz dieser Änderungen sieht man zwischen dem normalen Insignia und dem Ecoflex äußerlich keine wesentlichen Unterschiede. Selbst als Öko-Version gefällt das Opel-Flaggschiff mit einer bestechend anregenden Außenhaut. Allein das Ecoflex-Emblem mit seinen zwei unterschiedlichen Typografien verunstaltet das eigentlich sehr attraktive Heck etwas.

Zweiter wichtiger Baustein für die Verbrauchsminderung sind Modifikationen am Antrieb. Beim Motor des Ecoflex handelt es sich um den bereits bekannten 2.0 CDTI in der 160-PS-Ausführung. Dieser verfügt über einen Garret-Turbolader, die neueste Common-Rail-Dieseltechnik und eine Piezo-Einspritzung mit 1.600 bar Ladedruck. Der moderne Vierzylinder ist mit seinem etwas knurrigen Klang als Diesel noch deutlich vernehmbar, bietet ein gutes Ansprechverhalten bei bereits niedrigen Touren und einen fulminanten Durchzug dank seiner 380 Newtonmeter Drehmoment.

Lang übersetzt

Galerie: Erster Test Opel Insignia EcoflexZu mehr Sparsamkeit verhilft dem Diesel neben einer leicht veränderten Motorsteuerung das speziell abgestimmte Getriebe. Gekoppelt ist das Aggregat an ein in den ersten beiden Stufen kurz und in den höheren Gängen relativ lang übersetztes Sechs-Gang-Getriebe. Doch was nützt die beste Getriebeabstimmung, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig hochschaltet? Wer Schwierigkeiten hat, den richtigen Schaltzeitpunkt zu finden, sollte die serienmäßige Gangwahlempfehlung im Multifunktionsdisplay nutzen.

Wer diese Schaltempfehlung beherzigt und zusätzlich noch den Gasfuß zügelt, sollte den von Opel angegebenen Verbrauch von 5,2 Liter problemlos erreichen. Mit diesem Wert spart der Ecoflex gegenüber dem normalen 2.0 CDTI übrigens über zehn Prozent. Doch wie unser erster Praxiseinsatz zeigte, kann man den Verbrauch sogar deutlich unter fünf Liter drücken.

4,5

Galerie: Erster Test Opel Insignia EcoflexAuf einer Fahrt von Frankfurt nach Heidelberg zeigte zumindest der Bordcomputer unseres Testfahrzeugs erfreulich niedrige 4,5 Liter an. Sehr sinniges Beschleunigen, maximal 110 km/h  und der Verzicht auf die Klimaanlage ermöglichten diesen Wert. Wer noch zurückhaltender fährt und dabei zusätzlich Rückenwind und Windschatten nutzt, sollte sogar mit vier Litern hinkommen. Mehr lässt sich allerdings selbst mit bestem Willen nicht sparen.

Nach oben kann der Verbrauch hingegen wesentlich größere Sprünge machen. Wer sich partout nicht zügeln kann, wird locker auch sieben oder acht Liter verfeuern. Immerhin: Mit seiner üppigen Leistung kann der Motor eben auch gehobenen Dynamik-Ansprüchen gerecht werden. Auf Wunsch schafft der 1,6 Tonnen schwere Ecoflex den 100-km/h-Sprint in weniger als zehn Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 220 km/h. Zugeben: Jenseits der 180 km/h wird aufgrund der langen Übersetzung der Geschwindigkeitszuwachs etwas zäh, doch ließ sich die Tachonadel auf der Autobahn mit etwas Geduld sogar bis auf 230 km/h treiben.

Trans-Europa-Express

Galerie: Erster Test Opel Insignia EcoflexSelbst bei Top-Speed wirkt der Insignia kaum angestrengt, übertrieben laut und liegt bemerkenswert ruhig auf der Straße. Immerfort ist im Ecoflex gediegenes Dahingleiten angesagt. Wer mal nachts auf freier Autobahn von München nach Hamburg fahren will, könnte diese Strecke im großen Opel ohne übertriebene Anstrengung in gut vier Stunden abspulen. Dank des 70-Liter-Tanks würde man dabei sogar mit einer Tankfüllung hinkommen. Theoretisch sind sogar Reichweiten von 1.400 Kilometer möglich.

Für den Langstrecken-Einsatz ist der Insignia Ecoflex aber auch hinsichtlich seiner Ausstattung gut geeignet. Diese umfasst in der 27.500 Euro teuren, viertürigen Basisausstattung ein CD-Radio, eine Klimaanlage, eine Mittelarmlehne und elektrische Fensterheber. Attraktive Optionen sind noch das adaptive Fahrwerk Flexride mit seinen drei unterschiedlichen Fahrmodi, ein Tempomat, der Premium-Fahrersitz sowie das adaptive Fahrlicht AFL. Mit diesen Ausstattungsdetails steigt der Preis allerdings auf über 30.000 Euro.

Viel Geld und viel Leistung

Galerie: Erster Test Opel Insignia EcoflexDer Inisignia Ecoflex ist ein dennoch attraktives Angebot. Den Aufpreis gegenüber den normalen Insignia-Diesel mit 160 PS beziffert Opel auf 350 Euro. Angesichts einer niedrigeren Kfz-Steuer und den geringeren Spritkosten spart man mit dem Ecoflex bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern gegenüber dem normalen 2.0 CDTI knapp über 100 Euro per anno. Nach etwa drei Jahren fährt man also die Eco-Gewinnzone.

Im Vergleich zu den Mitbewerbern VW Passat Bluemotion und Ford Mondeo Econetic ist der Spar-Opel zwar etwas teuer. Doch leisten die besagten VW- und Ford-Modelle nur 110 beziehungsweise 115 PS. Der Insignia Ecoflex empfiehlt sich angesichts seiner deutlich höheren Leistung vor allem für diejenigen, die trotz gehobener Spritspar-Ambitionen gleichzeitig auch die Möglichkeit haben wollen, viel Motorleistung abzurufen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Opel Insignia 2.0 CDTI
Ausstattungsvariante   Ecoflex, 4-Türer
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.830 / 1.856 / 1.498
Radstand (mm)   2.737
Wendekreis (m)   11,4
Leergewicht (kg)   1.613
Kofferraum (Liter)   500
Bereifung Testwagen   225/45 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.956 / 4, Reihe
Leistung (PS)   160
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   380 / 1.750 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,2
CO2-Emissionen (g/km)   136
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   221
Preise    
ab (Euro)   27.500
Empfohlene Extras   Premium-Fahrersitz (390 Euro für die Basis) und Tempomat (460 Euro)
 
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Fazit

Zugegeben: Hightech-Lösungen hat Opel nicht eingesetzt, um den Verbrauch des Insignia Ecoflex zu drücken. Dennoch sind 0,6 Liter Spritersparnis gegenüber dem normalen 2.0 CDTI mit 160 PS eine respektable Leistung. Das Schöne: Die 160 PS stehen auch dem Ecoflex zur vollen Verfügung und qualifizieren den Spar-Insignia so auch zu einer niveauvollen Reiselimousine. Und wer möchte, kann mit dem Ecoflex sogar richtig sparsam unterwegs sein und dabei Umwelt und den eigenen Geldbeutel schonen.

Galerie: Erster Test Opel Insignia Ecoflex

 
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