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Galerie: Erster Test Opel Insignia

Erster Test: Opel Insignia

Das neue Gesicht

10.10.2008

Schon viel wurde über den neuen Opel Insignia geschrieben, doch die Rüsselsheimer präsentierten immer nur kleine Häppchen. Mal waren es die Scheinwerfer (…mehr), mal die Sitze (…mehr) und ein anderes Mal wurde das Fahrwerk vorgestellt. Bei unserer ersten Ausfahrt mit der fertigen Serienversion musste der Insignia beweisen, ob er die geweckten Erwartungen erfüllen und bei Opel eine Trendwende einleiten kann.

Als Kulisse für den ersten Auftritt des Opel Insignia dient das malerische Salzkammergut. Zwischen Fuschlsee und Hochkönig können wir die über 4,80 Meter lange Mittelklasselimousine – die sowohl als viertüriges Stufenheckmodell wie auch als Fünftürer mit Fließheck erhältlich ist – genau in Augenschein nehmen. Schon der erste Blick auf den Rüsselsheimer macht deutlich, dass mit dem Insignia eine neue Ära in bei Opel eingeleitet wird.

Elegante Linien

Galerie: Erster Test Opel InsigniaEin großer Kühlergrill dominiert die hohe Front, die neuen Fußgängerschutzvorschriften gerecht wird. Die Scheinwerfer wirken weniger scharf gekennzeichnet als beim Vorgänger Vectra. Generell tritt der Insignia weicher auf, ohne dabei auf Selbstbewusstsein zu verzichten. Geblieben ist ihm die Opel-typische Bügelfalte auf der Motorhaube, die sich am Heck wiederfindet.

Das Hinterteil des Opels scheint spitz zusammen zulaufen und verleiht dem Insignia Eleganz. Rund 500 Liter Gepäck schluckt der Insignia, erweiterbar auf über 1.000 Liter. Der Unterschied zwischen Stufen- und Fließheck beträgt dabei gerade mal zehn Liter. Zum eleganten Heck passt auch die schmale – neudeutsch coupéhafte – Fenstergrafik und die nach hinten abfallende Dachlinie. Die steht dem Opel zwar gut zu Gesicht, zaubert großen Passagieren im Fond aber sicher kein Lächeln auf selbiges.

Sitze mit Prädikat

Galerie: Erster Test Opel InsigniaDamit sind wir auch schon im Interieur angekommen. Sieht man von der mäßigen Kopffreiheit auf der Rückbank ab, bietet der Insignia vorne wie hinten großzügige Platzverhältnisse. Die optional erhältlichen Premium-Sitze sind übrigens mit dem Gütesiegel der „Aktion Gesunder Rücken e.V.“ ausgezeichnet und bieten festen Seitenhalt und gute Lendenwirbelunterstützung. Die Sitzfläche fällt aber trotz Gütesiegel zu kurz und zu niedrig aus.

Hat der Fahrer erst einmal Platz genommen, blickt er auf neu gestaltete, rot beleuchtete Instrumente und auf eine Mittelkonsole mit vielen Schaltern, Knöpfen und Drehreglern. Das Insiginia-Bedienkonzept ist dem BMW iDrive ähnlich, allerdings nicht ganz so perfekt umgesetzt. Inklusive Klimaanlagensteuerung gibt es fünf Drehregler, von denen der Richtige erst einmal gefunden werden will. Auch scheinen die Tasten fast willkürlich über die gesamte Mittelkonsole verstreut.

Kleine Mängel

Galerie: Erster Test Opel InsigniaDer Hauptdrehknubbel befindet sich auf dem Mitteltunnel, zwischen Armablage und Schalthebel, und ist für den Fahrer gut erreichbar. Wenn der allerdings die Hand am Gangwähler hat, versperrt er dem Beifahrer den Zugriff auf das System. Zudem scheint bei allen Bedienelementen die Haptik verbesserungswürdig: Der Druckpunkt der Tasten ist etwas ungenau, manche Drehregler bieten viel, andere nur wenig Widerstand und das Geräusch beim Drehen klingt nach günstigem Plastik. Und das, wo doch der Insignia sonst mit angenehmen Materialien und guter Qualität zu überzeugen vermag.

Bei der Markteinführung am 22. November 2008 stehen für den Insignia vier Benzin- und drei Dieselmotoren zur Wahl. Die Leistungsspanne der Ottos reicht vom 1,6er-Sauger mit 115 PS bis zum 260 PS starken 2,8-Liter-V6 mit Turboaufladung. Dazwischen gibt es einen 1.8er mit 140 PS und einen Zweiliter-Turbo, der 220 PS mobilisiert. Mit Einführung des Kombis im April 2009 soll ein 1,6-Turbo mit 180 PS die Lücke schließen.

Starker Turbo

Galerie: Erster Test Opel InsigniaDer aufgeladene Vierzylinder im 2.0T kann, wie auch der V6, mit Sechsgang-Automatik bestellt werden. Bei unserer ersten Ausfahrt durch die Alpen stellte das Aggregat seinen kräftigen Durchzug eindrucksvoll zur Schau. Zwischen 2.000 und 4.000 Touren liegen seine 350 Newtonmeter voll an, von einem Turboloch ist kaum etwas zu spüren. Allerdings stiehlt der Wandlerautomat dem Triebwerk mitunter die Schau: Er gönnt sich häufiger eine Gedenksekunde und verhaspelt sich mitunter bei der Gangwahl. Den Verbrauch der Automatikversion gibt Opel mit knapp unter zehn Liter an, die Schalter brauchen einen halben Liter weniger.

Der größere Sechszylinder wirkt im Vergleich nur unwesentlich stärker, kann er doch in der Regel auf „nur“ 350 Newtonmeter zurück greifen (zwischen 1.900 und 4.500 U/min). Dank Overboost-Funktion wird das Drehmoment beim Beschleunigen auf  400 Newtonmeter angehoben, der Sprint auf Tempo 100 soll nach rund sieben Sekunden enden. Allerdings wird er nur selten unter elf Liter verbrauchen. Denn: Während der adaptive Allradantrieb für den 2.0T optional ist, verteilt der V6 seine Kraft serienmäßig an alle vier Räder – mit entsprechenden negativen Folgen für den Verbrauch.

Sicherer Halt

Galerie: Erster Test Opel InsigniaDafür sind ihm Traktionsprobleme ein Fremdwort. Anders beim Vierzylinder-Turbo, der als Fronttriebler so seine Probleme hat, beim schnellen Beschleunigen die Kraft sauber auf die Straße zu bringen. Das Drehmoment fällt mitunter so stürmisch über die Vorderachse her, dass es einen Eingriff des ESP provoziert.

Nicht nur beim Beschleunigen, auch in flott angegangenen Kurven erweist sich der Allradantrieb als Trumpf.  Zwar schieben auch die Fronttriebler erst spät über die Vorderachse. Doch beim 4x4-Insignia ist das Fahrverhalten nochmals stabiler und spurtreuer. Manko bei der Kurvenhatz: die Lenkung. Sie ist in der Mittellage zu ungenau, packt dann aber unerwartet scharf zu.

Wer den Insignia sportlich bewegen will, sollte auf das FlexRide-Fahrwerk zurückgreifen (Serie bei Sport-Ausstattung sowie für den V6 und 2.0T mit Allradantrieb). Der Fahrer kann dann per Tastendruck zwischen den Modi Normal, Sport und Tour – der heißt bei anderen Herstellern Komfort – wählen und so neben der Dämpferhärte auch die Gas- und Lenkkennlinie beeinflussen. Im Sportmodus reagieren die Motoren spürbar direkter auf Gasbefehle und die Lenkung präziser.

Kein Spaß-Motor

Galerie: Erster Test Opel InsigniaDieselseitig bietet Opel ein Zweiliter-Triebwerk in den Leistungsstufen 110, 130 und 160 PS an, ein 190 PS starker Bi-Turbo rundet im Frühjahr 2009 das Angebot ab. Wenngleich 160 PS im Grunde völlig ausreichen, sollten ambitionierte Dieselfahrer auf das stärkere Aggregat warten. Das aktuelle Topmodell wirkt trotz 350 Newtonmetern (zwischen 1.700 und 2.200 U/min) nur wenig spritzig. Zudem läuft der Selbstzünder relativ rau und geräuschvoll.

Vorbildlich dagegen sein Verbrauch. Wer ein wenig an sich hält, kann die Werksangabe von 5,8 Litern durchaus unterschreiten. Serienmäßig ist der 2.0 CDTI wie alle anderen Insignia mit einem gut geführten, präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Die beiden stärkeren Diesel lassen sich auch mit Automatikgetriebe kombinieren. Der Konsum steigt dann aber – laut Werksangabe – um fast einen Liter.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Opel Insignia 2.0T Stufenheck   Opel Insignia 2.0 CDTI Fließheck
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe in mm   4.830 / 1.856 / 1.498   4.830 / 1.856 / 1.498
Radstand in mm   2.737   2.737
Wendekreis in m   11,4   11,4
Leergewicht in kg   1.503   1.503
Kofferraum in l   500 - 1.010   530 - 1.020
Bereifung Testwagen   225/55 R17   225/55 R17
Motor        
Hubraum in ccm   1.998   1.956
Leistung in PS   220   160
Drehmoment in Nm   350 zwischen 2.000 und 4.000 U/min   350 zwischen 1.750 und 2.500 U/min
Verbrauch        
Kombiniert laut Werk l/100km   8,9   5,8
Co2-Emissionen in g/km   208   154
AS24-Verbrauchsrunde in l/100km   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h in s   7,6   9,5
AS24-Sprint 0-100km/h in s   k. A.   k. A.
AS24-Stop 100-0km/h in m   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit in km/h   242   218
Preise        
in € ab   32.005   29.755
AS24-Extra-Empfehlung   AFL+ (1.250 Euro), FlexRide-Fahrwerk (930 Euro), Premiumsitze für Fahrer und Beifahrer (im Paket mit 18-Zoll-Rädern 1.125 Euro)   AFL+ (1.250 Euro), FlexRide-Fahrwerk (930 Euro), Premiumsitze für Fahrer und Beifahrer (im Paket mit 18-Zoll-Rädern 1.125 Euro)
 
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Mehr Licht

Galerie: Erster Test Opel InsigniaWie einleitend erwähnt, hat Opel die neuen Scheinwerfer bereits gesondert vorgestellt. Für 1.250 Euro ist das neun Modi umfassende „AFL+“-System erhältlich. Je nach Fahrsituation (Spielstraße, Stadt, Landstraße, Autobahn und Schlechtwetter) variiert das System automatisch Breite und Länge des Lichtkegels sowie die Lichtmenge. Außerdem bietet das AFL+ eine Kurvenlichtfunktion und ein Abbiegelicht, dass Kreuzungen besser ausleuchten soll. LED-Tagfahrlicht und ein Fernlichtassistent, der automatisch auf- und abblendet, runden das System ab.

Nachdem BMW kürzlich im neuen 7er erstmals eine Verkehrszeichenerkennung vorgestellt hat, zieht Opel nun mit dem „Opel Eye“ nach. Eine Kamera in der Windschutzscheibe hält Ausschau nach Tempo- und Überholverbotsschildern und erinnert den Fahrer im Infodisplay zwischen den Instrumenten daran. Außerdem agiert das künstliche Auge als Spurhalteassistent, der bei Geschwindigkeiten über 50 km/h den Fahrstreifen beobachtet und den Fahrer bei unbeabsichtigtem Verlassen warnt.

Vier Versionen

Galerie: Erster Test Opel InsigniaWie immer kosten die kleinen Helfer und Komfortextras alle Aufpreis. So ist es unwahrscheinlich, dass ein Käufer tatsächlich nur 22.700 Euro für den Insignia hinlegt. Soviel kostet der 1,6-Liter-Benziner in der Basisversion „Insignia“ – inklusive elektrischer Außenspiegel, Klimaanlage, CD-Radio, elektrischer Sitzhöhenverstellung für den Fahrer und der im Verhältnis 60:40 geteilten Rückbank.

Zwischen vier Ausstattungslinien müssen sich Käufer entscheiden, die Preise klettern bis auf fast 42.000 Euro für den V6-Benziner in der höchsten Version „Cosmo“. Die Diesel starten bei knapp 24.000 und enden vorläufig bei fast 35.000 Euro. Der für Frühjahr 2009 avisierte 190-PS-Selbstzünder soll noch einige hundert Euro mehr kosten.

Fazit

Opel tritt mit dem Insignia in einem stark umkämpften Segment an. Optisch überzeugt der neue Rüsselsheimer auf der ganzen Linie, sieht elegant und dynamisch zugleich aus. Auch das Interieur ist schick gestaltet, die Bedienung allerdings erfordert Einarbeitung. Ein paar Schalter und Tasten weniger hätten dem Cockpit gut getan. Die breite Motorenpalette von zukünftig neun Aggregaten dürfte für jeden etwas bieten. Vor allem der Zweiliter-Turbo-Benziner gefiel bei unserer ersten Ausfahrt. In Kombination mit Allradantrieb – und bitte ohne Automatik – macht der Insignia richtig Spaß und lässt den ein oder anderen Kritikpunkt vergessen.

Galerie: Erster Test Opel Insignia

 
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