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Galerie: Erster Test Opel LPG

Erster Test: Opel LPG

Gib Gas, aber flüssig

23.03.2010

Bislang hat Opel in Sachen alternative Antriebe auf Erdgas gesetzt, doch das lückenhafte Tankstellennetz in Deutschland verhindert den Durchbruch der CNG-Modelle. Seit September 2009 bieten die Rüsselsheimer für vier Modelle ab Werk auch Flüssiggasantrieb an. Billianz nach einem halben Jahr: Bereits 1.500 Autogas-Fahrzeuge konnten allein in Deutschland unters Volk gebracht werden.

Der Vorteil des Flüssig- oder Autogas, kurz LPG, gegenüber seinem gasförmig gelagerten Bruder Erdgas ist vor allem die höhere Tankstellendichte. Zwar gibt es auch auf der Autogas-Landkarte noch ein paar weiße Flecken, doch werden die stetig kleiner. Noch im Jahr 2010 soll es mehr als 6.000 Tankstellen in der Bundesrepublik geben, die den alternativen Treibstoff anbieten. Das sind über 40 Prozent aller Tankstellen.

Bis zu 13  Prozent weniger CO2 als ein konventioneller Benziner soll ein mit Flüssiggas betriebener Opel ausstoßen. Das schont zwar die Umwelt und lässt sich formidabel vermarkten, dürfte aber nur für die wenigsten Kunden der Kaufgrund sein. Die meisten Käufer werden auf die um bis zu 40 Prozent geringeren Kraftstoffkosten spekulieren, denn: Flüssiggas wird kaum besteuert, pro Liter kassiert der Fiskus nur um die neun Eurocent. Mit rund 60 bis 70 Cent liegt der Literpreis für das Propan-Butan-Gemisch fast um die Hälfte niedriger, als für Ottokraftstoff.

Teuer in der Anschaffung,...

Galerie: Erster Test Opel LPGAber: Je nach Modell - Opel bietet ab Werk den Agila, Corsa, Astra Caravan und Zafira an - wird ein Aufschlag von bis zu 2.200 Euro für die LPG-Tauglichkeit erhoben, der sich erst einmal amortisieren muss. Erst wenn diese Kosten wieder reingeholt sind, setzt nämlich das Sparen ein.

In einer Beispielrechnung für den Zafira macht sich der Aufwand zwar schon nach weniger als zwei Jahren bezahlt, allerdings geht Opel bei der Kalkulation von einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 Kilometern aus. Und die schaffen die meisten Privatkunden nicht; die durchschnittliche Laufleistung liegt in Deutschland bei rund 11.000 Kilometern pro Jahr. Flottenfahrzeuge inklusive. Autos in Privathand werden sogar nur rund 6.000 bis 8.000 Kilometer bewegt. Dementsprechend dürfte es gut ein im Mittel sechs bis acht Jahre langes Autoleben dauern, bis die höheren Anschaffungskosten wieder reingefahren sind.

...günstig an der Tanke

Galerie: Erster Test Opel LPGUnberührt davon bleibt freilich der psychologisch äußerst positive Effekt, an der Tankstelle nur 30 Euro zahlen zu müssen, während alle anderen mindestens das Doppelte löhnen. Vorausgesetzt, man füllt nur den rund 40 Liter fassenden, in der Reserveradmulde untergebrachten Flüssiggastank. Denn alle LPG-Opel sind bivalent ausgelegt, können also auch nach wie vor mit konventionellem Benzin betrieben werden und verfügen über den Standard-Benzintank. Vorteil: Die Kombination der beiden Kraftstoffreservoirs erlaubt deutlich größere Reichweiten, beim Agila sind etwa bis zu 1.400 Kilometer drin und damit rund 500 Kilometer mehr als sonst.

Sparen tut freilich nur der, der den Benzinvorrat unberührt lässt und mit Autogas fährt. Steuern lässt sich dies über einen kleinen Schalter links vom Lenkrad, dem man leider immer noch ansieht, dass er - wie die gesamte Anlage - nachträglich eingebaut wurde. Dort ist übrigens auch die Gastankuhr integriert, die mit grünen LEDs den Füllstand anzeigt. Der Wechsel von Gas- auf Benzinbetrieb lässt sich per Tastendruck, auch während der Fahrt, durchführen; spürbar ist er nicht.

Kaum spürbar

Galerie: Erster Test Opel LPGGenerell gilt: Der Fahrer merkt kaum, ob er gerade mit Benzin oder Gas unterwegs ist. Die marginal geringeren Leistungswerte fallen nicht ins Gewicht und das Ansprechverhalten der Motoren ist in beiden Modi gleich. Lediglich im Leerlauf hat sich in allen unseren Testwagen der Gasbetrieb durch ein leises aber fortwährendes Klackern aus dem Motorraum bemerkbar gemacht, das auch bei warmem Motor nicht aufhören wollte. Das ist zwar nicht schön, stört aber auch nicht.

Als nerviger dürfte empfunden werden, dass es sich empfiehlt, eine Reihe von Adaptern mitzuführen. Vor allem, wenn man mit seinem Flüssiggas-Opel ins Ausland fährt. Noch immer - auch in Deutschland  - gibt es keinen einheitlichen Standard für die Tankventile, und so kann es durchaus vorkommen, dass man an der Zapfsäule erst einmal ein paar Adapter durchprobieren muss, bis der Tankrüssel auf das neben dem Benzineinfüllstutzen angebrachte Gas-Schnübbelchen passt. Der Tankvorgang selbst ist kinderleicht und nicht weniger sicher als mit Benzin oder Diesel.

Opel LPG-Modelle, alle mit 5-Gang-Getriebe

Kein Sicherheitsrisiko

Galerie: Erster Test Opel LPGÜberhaupt erfüllen die Autogas-Modelle die gleichen Sicherheitsstandards, wie andere Autos. In mehreren Crashtests hat Opel Unfälle mit LPG-Fahrzeugen simuliert und keine größeren Risiken festgestellt. Sollte es etwa zu einem Brand kommen, wird das Flüssiggas automatisch kontrolliert abgelassen, um jegliche Gefahr einer Explosion auszuschließen. Und auch auf die Wartungsintervalle hat die werkseitige Umrüstung keinen Einfluss, wie gehabt müssen die Autos alle 30.000 Kilometer oder jedes zweite Jahr zur Durchsicht, bei der dann auch der Gasfilter getauscht wird.

Im Gegensatz zu nachträglich eingebauten Flüssiggasanlagen bietet die Umrüstung ab Werk außerdem mehrere Vorteile. Zum einen wird der Motor direkt angepasst und mit verstärkten Ventilsitzringen und Ventilen auf die geänderten Bedingungen im Gasbetrieb vorbereitet. Zum anderen haben die Kunden eine uneingeschränkte Herstellergarantie auf das gesamte Fahrzeug, was bei vielen nachträglich eingebauten Anlagen nicht der Fall ist und im Ernstfall zu hohen Kosten führen kann.

Fazit

Flüssiggas lohnt sich, wenn man viel unterwegs ist. Wer nicht mindestens 20.000 Kilometer im Jahr fährt, braucht lange, bis sich die Kosten amortisiert haben. Etwas schneller gehts mit einem Angebot von Opel: ab 01. April 2010 reduzieren die Rüsselsheimer den Preis für die LPG-Umrüstung um die Hälfte, also auf rund 1.000 Euro. Drei bis vier Jahre dürfte es bei einem durschnittlichen Autokäufer aber trotzdem dauern, bis das Sparen anfängt. Bereits ab dem ersten Kilometer aber darf man sich rühmen, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

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