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Galerie: Erster Test Opel Meriva

Erster Test: Opel Meriva

Bodenständiger Bestseller

21.02.2006

Opel ist mächtig stolz auf den Meriva. Seit drei Jahren ist der kompakte Van inzwischen auf dem Markt, und zwar überaus erfolgreich. Mehr als 500.000 Käufer fand er seitdem in Europa. Alleine in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 56.000 Einheiten verkauft, womit der Meriva hinter dem weit größeren VW Touran Platz zwei der Van-Bestsellerliste einnahm.

Nun wurde das Rüsselsheimer Raumwunder leicht modifiziert. Die Auffrischung fiel optisch sehr dezent aus. Warum? Opel folgte eigenem Bekunden nach den Wünschen der Kunden, die Umfragen zufolge kaum Verbesserungswünsche hatten. So wurde das Exterieur-Design nur marginal an die neue Opel-Formensprache angepasst, unter anderem der Kühlergrill mit einer breiten Chromspange optisch verbreitert. Auch die geänderte Frontschürze mit den chromumrandeten Nebelscheinwerfern erinnert jetzt stärker an die höher positionierten Modelle.

Galerie: Erster Test Opel MerivaEbenso behutsam wurde im Innenraum vorgegangen. Neue Polsterstoffe, Farben, Dekoreinsätze und etwas Chrom sollen für ein edleres Ambiente sorgen. Keine Verbesserung ist in Sachen Übersichtlichkeit zu vermelden. Weiterhin behindert die in der oberen Hälfte sehr dicke A-Säule den Blick des Fahrers beim Anpeilen von Linkskurven. Und eine Längsverstellung für das Lenkrad ist ebenfalls nach wie vor nicht erhältlich.

Flexibles Raumwunder

Galerie: Erster Test Opel MerivaNichts mehr zu verbessern gab es am FlexSpace-Sitzkonzept. Nach wie vor stellt dieses System alles andere im Segment in den Schatten. Im Handumdrehen lässt sich der Mervia vom Fünfsitzer zum Vier-, Drei-, Zwei- oder Einsitzer verwandeln. Besonderer Clou: Im Fünfsitzer-Modus könne die äußeren Sitzplätze der Rückbank um jeweils 13 Zentimeter in der Länge, im Viersitzer-Modus sieben Zentimeter nach hinten und 7,5 Zentimeter nach innen verschoben werden. Damit herrschen im vier Meter kurzen Van Platzverhältnisse wie in einer Mittelklasselimousine.

In jeder Hinsicht beeindruckend ist das Kofferraumvolumen. Je nach Stellung der Rückbank beträgt es regulär 415 bis 570 Liter. Bei komplett umgeklappter Rückbank wächst es auf 1.410 Liter an. Entscheidet man sich für Beifahrersitz mit umklappbarer Lehne (€ 140), lassen sich bis zu 2,40 Meter lange Gegenstände und insgesamt 2.005 Liter transportieren.

Von 75 bis 180 PS

Drei Motoren sind im Rahmen der Modellpflege neu hinzugekommen. Einerseits das Topmodell Meriva OPC mit seinem 180 PS starken 1,6-Liter-Turbomotor, Sportfahrwerk und bulliger Optik. Dieser 222 km/h schnelle und enorm spurtstarke Blitz (0 bis 100 km/h in 8,2 Sekunden) ist was für echte Fans, die sich nicht scheuen, 23.000 Euro in einen kleinen Van zu investieren.

Galerie: Erster Test Opel MerivaFür Otto-Normal-Verbraucher weit interessanter sind die beiden neuen Benzin- und Dieselmotorisierungen 1.6 Twinport Ecotec und 1.3 CDTI. Der 1,6-Liter-Benziner leistet 105 PS und reiht sich zwischen dem 1,4er mit 90 PS und dem 1,8er mit 125 PS ein. Hauptaugenmerk lag auf einem möglichst günstigen Verbrauch. So beträgt der werksseitig angegebene Durchschnittsverbrauch lediglich 6,7 Liter Super je 100 Kilometer. Bei unseren ersten Testfahrten ließen sich diese Werte problemlos bestätigten. Selbst bei schnellen Autobahnetappen mit meist mehr als Tempo 170 errechnete der Bordcomputer lediglich einen Schnitt von 8,5 Liter.

Allerdings ist der Motor weder besonders drehfreudig, noch ein Vorbild an Laufkultur. Am besten ist das Ansprechverhalten zwischen 3.000 und 4.500 U/min, doch geht das Aggregat gerade hier unter Last etwas brummig zu Werke. 13,3 Sekunden für den Standardsprint und eine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h gehen in Ordnung, doch hat das Aggregat stets spürbar zu kämpfen mit den immerhin 1,4 Tonnen Leergewicht.

Partikelfilter serienmäßig

Galerie: Erster Test Opel MerivaGanz anders gibt sich der neue, kleine Vierzylinder-Diesel mit 75 PS, der serienmäßig mit Dieselpartikelfilter ausrüstet ist. Nominell braucht der 1.3 CDTI fast 18 Sekunden, um die hier ebenfalls knapp 1,4 Tonnen auf 100 km/h zu beschleunigen. Doch da das maximale Drehmoment von 170 Newtonmeter konstant im Drehzahlbereich von 1.750 bis 2.500 U/min anliegt, schiebt der Diesel-Meriva subjektiv souveräner an als sein Benzinbruder. Und auch in Sachen Laufruhe überzeugt der kleine Common-Rail-Turbodiesel auf ganzer Linie. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 160 km/h, tatsächlich spitze ist der Durchschnittsverbrauch von rund fünf Liter.

In der Basisausstattung kostet der 1,6-Liter-Benziner 15.445 Euro, der 1,3-Liter-Diesel 16.235 Euro. Front- und Seitenairbags vorne, ESP, das FlexSpace-Konzept und ein höhenverstellbarer Fahrersitz gehören hier zur Serienausstattung. Allemal empfehlenswert ist die nächst höhere und rund 2.000 Euro teurere Linie „Edition“. Neben Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorne und zusätzlichen Ablagefächern ist hier auch ein MP3-fähiges CD-Radio enthalten. Umfangreich ist die Aufpreisliste bezüglich der Luxusextras. Highlights sind unter anderem adaptives Halogen-Kurven- und Abbiegelicht, Bluetooth-Schnittstelle und Sprachsteuerung fürs Mobiltelefon sowie ein zweiteiliges Glasdach.

Fazit

Erfolg verleiht Flügel. Im Falle der OPC-Version trifft das zu, doch sind die übrigen Meriva-Modelle auch nach dem Facelift nicht abgehoben, sondern angenehm bodenständig geblieben. Das günstige Preisleistungsverhältnis blieb erhalten, hinzu kamen zwei neue, sparsame Motoren. Alles in allem ist der Meriva ein grundvernünftiges, modernes Automobil mit außergewöhnlich hohem Praxisnutzen. Darauf kann Opel zu recht stolz sein.

Galerie: Erster Test Opel Meriva

 
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