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Galerie: Erster Test Opel Meriva

Erster Test: Opel Meriva

Mehr als nur Türen

16.04.2010

Alle Welt spricht von den gegenläufigen Fondtüren des neuen Opel Meriva, die zwar keine Neuerfindung, aber durchaus außergwöhnlich sind. Doch scheint es fast so, als würde der Rüsselsheimer allein auf seine Portaltüren reduziert. Ist das alles, was der Mini-Van zu bieten hat? Bei unserer ersten Ausfahrt musste der Opel zeigen, was außerdem in ihm steckt.

Schon 2008 sorgte Opel mit der Studie Meriva Concept für Aufsehen; der Einzug der gegenläufigen Türen in die Serienversion war damals allerdings noch ungewiss. Erste Erlkönigfotos bestätigten aber bald: Der neue Mini-Van bekommt Selbstmördertüren. Und kurz vor der offiziellen Premiere auf dem Genfer Auto Salon 2010 durften wir schließlich die Schmetterlings-Türen und das komplette Flexibilitäts-Konzept des neuen Meriva erstmals en Detail ausprobieren.

Galerie: Erster Test Opel MerivaDass das Ein- und Aussteigen im Fond bequem vonstatten geht, war also schon vor der ersten Ausfahrt klar. Auch dass der überarbeitete Mechanismus der Rückbank, die sich mit wenigen Handgriffen von einer Dreier- zu einer Zweierbank machen und bei Bedarf zusammen mit dem Beifahrersitz gänzlich umklappen lässt, funktioniert, musste nicht noch einmal bewiesen werden. Was uns viel mehr interessierte: Wie schlägt sich der Mini-Van auf der Straße?

Gute Straßenlage

Galerie: Erster Test Opel MerivaMit seinem straffen Fahrwerk liegt der Meriva weitestgehend satt auf der Straße und lässt sich sicher manövrieren, nur bei kurzen Stößen hoppelt es ein wenig und gibt es mitunter Beschwerden von der Rückbank. Die nicht zu weiche Abstimmung erlaubt zusammen mit der zwar etwas leichtgängigen, aber direkten Lenkung auch Abseits der schnurgeraden Autobahn eine flottere Gangart. Wenngleich der typische Meriva-Fahrer die wohl nur selten einschlagen wird.

Denn in der Regel wird der Mini-Van, der mit seinem Längenzuwachs um 23 Zentimeter auf 4,28 Meter gar nicht mehr so Mini ist, als Familientransporter zwischen Kindergarten, Supermarkt und Sportplatz unterwegs sein. Allerdings brachte das Längenplus gar nicht so viel Platzgewinn mit, wie man erwarten möchte. Der Kofferraum wuchs nur leicht auf rund 400 Liter und das Platzangebot für die Fahrgäste ist auch nicht erheblich besser als bisher. Was aber auch nicht schlimm ist, sitzt es sich doch auf allen Plätzen kommod und passt ausreichend Gepäck hinter die große Klappe.

Zu viele Tasten

Galerie: Erster Test Opel MerivaDass die Rücksitze in unserem Testwagen bei jeder Kurve mitsamt ihres Passagiers leicht nach links oder rechts rutschten, wollen wir dem Vorserienstatus der uns zu Verfügung stehenden Autos anlasten. Bis zum Marktstart im Juni 2010 wird Opel das Problem sicher in den Griff bekommen. Und auch die momentan noch nicht ganz perfekte Verarbeitung im Cockpit sollte spätestens dann der Vergangenheit angehören.

Das Cockpit selbst stammt aus dem Astra und hat leider auch im Meriva zu viele zu kleine Tasten, die es ein wenig unübersichtlich machen und die Bedienung erschweren. Die Rundumsicht ist dagegen dank großer Fensterflächen gut. Und auch in der „FlexRail“ genannten Mittelkonsole, mit verschiebbaren Fächern und Ablagen, herrscht Ordnung.

Neuer Turbo

Galerie: Erster Test Opel MerivaAbschied von Vergangenem nimmt Opel mit einem komplett neuen 1,4-Liter-Turbo-Benziner, der zum ersten Mal im Meriva zum Einsatz kommt und  den bisherigen 1,6er-Sauger ablöst. Seine 120 PS sind für das erwähnte Einsatzgebiet des Meriva vollkommen ausreichend, gerade im Stadtverkehr gefällt der gute Durchzug des aufgeladenen Aggregats, dass schon bei 1.750 Umdrehungen seine 175 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt.

Zum Vergleich: Der Einstiegsmotor, ein ebenfalls 1,4 Liter großer Sauger, braucht 4.000 Touren, um gerade einmal 130 Newtonmeter zu entwickeln. In Zahlen ausgedrückt macht das einen Unterschied von fast zweieinhalb Sekunden, die der Turbo dem Sauger beim Standardsprint abnimmt. Zwar ist er mit 11,5 Sekunden auch noch kein Sprintmeister, doch kommt der spritzige Turbo zügig auf Stadttempo und kann flink durch den Verkehr wuseln. Einziger Wehrmutstropfen: Die Kupplung, die sich wie ein Gummiband anfühlt und den Fahrer, wenn beim Anfahren der Motor aufheult, manchmal an seinen Fähigkeiten zweifeln lässt.

Nur fünf Gänge

Galerie: Erster Test Opel MerivaDas Getriebe selbst ist dagegen gut abgestimmt und die Gänge lassen sich leichtgängig wechseln, allerdings gibt es derer leider nur fünf und gerade auf der Autobahn - der Meriva schafft mit reichlich Anlauf bis zu 188 km/h - vermisst man den sechsten Gang mitunter. Genauso wie ein wenig mehr Elastizität bei höherem Tempo. Überholvorgänge sollten nur nach vorherigem Runterschalten gewagt werden; im fünften und selbst im vierten Gang passiert beim Tritt auf‘s Gaspedal nicht viel. Der sechste Gang ist übrigens der stärkeren Ausbaustufe des 1.4 Turbo mit 140 PS vorbehalten, die unter anderem auch im Astra zum Einsatz kommt.

6,7 Liter Benzin soll sich der Top-Motor durchschnittlich auf 100 Kilometer genehmigen, 6,1 sind es bei den beiden schwächeren Varianten. Damit liegt der neue 120-PS-Turbo trotz gestiegener Leistung zwar um bis zu zehn Prozent unter dem Wert seines Vorgängers, wirklich sparsam sind die Ottomotoren allerdings nicht. Nicht wesentlich weniger verbraucht mit 6,4 Litern der 100 PS starke 1,7-Liter-Diesel, der ab Beginn zur Verfügung steht und lediglich mit einer Sechs-Gang-Automatik erhältlich ist. Erst später im Jahr kommen eine 130-PS-Variante und ein 1,3-Liter-Spardiesel mit 75 PS dazu, der dann nur 4,9 Liter konsumieren soll.

Kein Mini-Van mehr

Galerie: Erster Test Opel MerivaNicht nur von den Abmessungen, auch preislich ist der neue Meriva alles andere als ein Mini-Van: Mindestens 15.900 Euro müssen für den 100-PS-Benziner investiert werden. Möchte man den neuen 1.4 Turbo fahren und den Komfort der mittleren Ausstattungslinie Edition genießen (zum Beispiel elektrische Fensterheber und Klimaanlage), müssen bereits 19.320 Euro investiert werden (Basis: 17.270 Euro). Der Top-Benziner kostet ab 20.150 Euro, für den 1.7 CDTI werden 19.400 Euro fällig. Schon jetzt steht der Preis für den 1.3 CTDI fest. Er wird ab 17.350 Euro erhältlich sein.

Praktische Extras: Für 590 Euro gibt es auch im Meriva den FlexFix-Radträger zum Ausziehen aus der Heckschürze; ebenfalls erhältlich sind unter anderem Kurvenlicht, ein Panoramadach und ergonomische Sitze. Eine verbrauchssenkende Stopp-Start-Automatik gibt es derzeit dagegen noch nicht einmal gegen Aufpreis; sie ist aber für 2011 angekündigt.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Opel Meriva 1.4 Turbo   Opel Meriva 1.7 CDTI
Ausstattungslinie   Selection   Selection
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.288 / 1.812 / 1.615   4.288 / 1.812 / 1.615
Radstand (mm)   2.644   2.644
Wendekreis (m)   11,5   11,5
Leergewicht (kg)   1.360   1.360
Kofferraum (Liter)   400 - 1.500   400 - 1.500
Bereifung Testwagen   195/65 R15   205/55 R16
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.364 / R4   1.686 / R4
Leistung (kW / PS)   88 / 120   74 / 100
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   175 / 1.750 - 4.800   260 / 1.700 - 2.550
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Fünf-Gang-Getriebe   Sechs-Gang-Automatik
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,1   6,4
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   143 / Euro 5   168 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,5   13,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   188   172
Preise        
ab (Euro)   17.270 Euro   19.400 Euro
Empfohlene Extras   Flex-Fix-Radträger (590 Euro), Austattung Edition (Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ..., 2.000 Euro), Kurvenlicht (400 Euro), Parksensoren (520 Euro)   Flex-Fix-Radträger (590 Euro), Austattung Edition (Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ..., 2.000 Euro), Kurvenlicht (400 Euro), Parksensoren (520 Euro)
 
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Fazit

Das Türkonzept des deutlich gewachsenen Meriva II ist originell und ermöglicht bequemes Ein- und Aussteigen im Fond, ist aber längst nicht alles, was der Opel zu bieten hat. Punkten kann er vor allem mit seinem variablen Sitzkonzept, dank dessen er spielend vom Fünf- zum Vier-Sitzer wird oder bis zu 1.500 Liter Laderaum bietet, ohne das Sitze ausgebaut werden müssen. Auch der neue Turbo-Benziner macht eine gute Figur und bewegt den Meriva flott und zügig durch die Großstadt.

 
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