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Galerie: Erster Test Opel Vectra OPC

Erster Test: Opel Vectra OPC

Ohne Grenze

08.11.2005

Ob AMG, BMW M oder Audi RS - Kraft haben deutsche Powerlimousinen ohne Ende. Dennoch zieht der neue Opel Vectra OPC an ihnen vorbei, denn er erreicht 260 km/h Spitze. Seine Leistung von 255 PS spielt er jedoch nicht nur auf der Autobahn voll aus, wie wir auf sizilianischen Bergstraßen erfahren haben.

Nach dem erfolgreichen Facelift im Sommer erhält der Vectra mit der OPC-Variante nun auch einen saftigen Motor. Der 2,8-Liter-V6 mit variabler Ventilsteuerung ist durch einen Doppelturbo aufgeladen. 355 Newtonmeter Drehmoment stehen schon ab 1.800 Touren an, so dass er durchaus schaltfaul gefahren werden kann.

Optisch aufgemöbelt

Galerie: Erster Test Opel Vectra OPCTatsächlich gibt sich der mit Spoilern aufgemöbelte Familienwagen zunächst durchaus handzahm. Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich präzise schalten, der Motor schiebt schon bei geringer Motordrehzahl ordentlich an. Dabei verrät lediglich der sportliche V6-Sound aus den beiden Endrohren, dass der OPC gerne auch mal getreten werden will. Doch noch kann ich mich zurückhalten, es macht einfach zu viel Spaß ohne Gangwechsel die italienischen Kurven zielgenau zu umrunden. Die feinfühlige Lenkung lässt den Wagen sauber einlenken, die Beschleunigung am Kurvenausgang erfolgt ruckfrei und ohne brutalen Turbohammer. Eine gemütliche Landpartie.

Doch die findet bald ihr Ende, denn ich kann es mir nicht verkneifen, den OPC artgerecht zu bewegen. Bei stetig steigendem Tempo umrundet der aufgeladene Vectra Kurve um Kurve in der stoischen Gelassenheit, die sein elektronisch vernetztes Fahrwerk ermöglicht. Das „IDS+“-System der zweiten Generation mit variabler Dämpferkennung lässt den Wagen satt auf der Straße liegen, der Federungskomfort bleibt dennoch erstaunlich hoch: Auch gemeine Buckel und Wellen im Asphalt schluckt das Fahrwerk bei hohem Tempo einfach weg. Dabei vermittelt es immer einen guten Kontakt zur Straße.

Direkt sportlich

Galerie: Erster Test Opel Vectra OPCNoch etwas direkter wird das Fahrvergnügen bei eingeschalteter Sport-Taste. Die Dämpfer verleihen dem Wagen eine sportlichere Grundabstimmung, während sich die Gaspedalkennlinie spürbar verschärft. Die Servolenkung wird straffer, so dass man bei höherem Tempo nochmals mehr Kontakt zur Straße erhält. 255 PS an der Vorderachse setzen dem ungezügelten Spieltrieb jedoch physikalische Grenzen. Bei ungehemmtem Gaseinsatz am Kurvenausgang wird die Traktionskontrolle - trotz 235er Breitreifen mit 40er Querschnitt - über Gebühr in Anspruch genommen. Das lässt sich jedoch dank der gleichmäßigen Leistungsabgabe des Motors leicht vermeiden. Die Power lässt sich sehr sensibel dosieren.

Akustisch überzeugend

Galerie: Erster Test Opel Vectra OPCRichtig Spaß macht der Motor, wenn man ihn ausdreht. Der kernige Auspuffsound verwandelt sich unter Last zu einem aggressiven Trompeten, das auch auf der Rennstrecke glaubhaft wäre. Beruhigend sind die Bremsreserven des stärksten Vectra in der Opel-Geschichte. Trotz knapp 1,6 Tonnen Leergewicht, maximaler Beschleunigung und sportlich angefahrenen Kurven bleibt der Pedaldruck konstant, verzögern die an den blauen Bremssätteln erkennbaren OPC-Zangen ohne Fading auch bei anhaltend forscher Bergabfahrt.

Selbst im hoch angesiedelten Grenzbereich bleibt das Fahrverhalten ungewöhnlich gutmütig. Das ESP setzt spät und sanft ein. Ohne dem Motor die Leistung abzudrehen fängt es ein eventuell schwänzelndes Heck durch gezielte Bremseneingriffe sanft wieder ein.

Fazit

Dem Vectra OPC gelingt der Spagat zwischen alltagstauglichem Familienwagen und sportlicher Limousine mit Leichtigkeit. Wenn sich Papa zurückhält, kann Mama den Sportwagen nur an der Optik erkennen. Und vielleicht daran, dass der Tank schon wieder leer ist. Auf unseren Testfahrten genehmigte sich der stärkste Vectra GTS laut Bordcomputer bis zu 19 Liter auf 100 Kilometer. Doch angesichts der abgeforderten Leistung (die schaltfaule Landpartie dauerte nicht wirklich lang) geht das in Ordnung. Praxisrelevante Verbräuche werden wir in einem späteren Test ermitteln.

Der Vectra OPC ist außer der von uns gefahrenen GTS-Variante (Fließheck) ab 25. November auch als Caravan mit 13 Zentimeter längerem Radstand erhältlich. Zu einem verschärften Signum OPC konnten sich die Rüsselsheimer leider nicht durchringen.

Galerie: Erster Test Opel Vectra OPC

 
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