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Galerie: Erster Test Opel Zafira CNG

Erster Test: Opel Zafira CNG

Sauber!

08.11.2006

Genau 20.045 Zafira der alten Generation hat Opel mit Erdgasantrieb unters Volk gebracht. Keine schlechte Quote, wenn man bedenkt, dass zurzeit gerade mal rund 46.000 erdgasbetriebene Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind. Ein Kassenschlager sind die Gas-Autos damit freilich noch nicht. Doch mit dem neuen Zafira CNG will Opel den Erfolg weiter steigern.

Äußerlich sieht man dem Zafira CNG nicht an, was unter dem schicken Blechkleid versteckt ist. Und dank der praktischen Unterflur-Anordnung der vier Erdgastanks sind auch die beim Vorgänger kritisierten Platzeinbußen im Innenraum endgültig passé. Der Kofferraum bietet, je nach Bestuhlung bis zu 1.820 Liter Ladevolumen.

Beim Umdrehen des Zündschlüssels merkt man, dass der Motor kein Benzin verbrennt. Der kleine Vierzylinder schüttelt sich ein paar Mal unruhig, bevor einen harmonischen Leerlauf findet. Dann dreht er leise brummend gleichmäßig seine Runden.

In der Ruhe liegt die Kraft

Die nächste Überraschung folgt beim Anfahren. So wortverspielt es klingt: Man muss viel Gas geben, um mit dem Erdgas-Zafira in die Gänge zu kommen. Der 94 PS starke 1,6-Liter-Motor hat mit dem rund 1,5 Tonnen schweren Siebensitzer zu kämpfen. Wenngleich der neue mit 133 Newtonmeter mehr Drehmoment aufweist als der Vorgänger, ist die Anfahrschwäche nach wie vor da.Galerie: Erster Test Opel Zafira CNG

Hat man es einmal auf die Autobahn geschafft und nach längerem Anlauf die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h erreicht, rollt der Zafira CNG gut im Fluss mit. Zumindest bis zur nächsten Steigung. Von spontanen Überholvorgängen sollte jedoch Abstand genommen werden.

Kein Stadtflitzer

Galerie: Erster Test Opel Zafira CNGUm im hektischen Stadtverkehr mitschwimmen, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als das Gaspedal bis zum Bodenblech durchzutreten. Ist der Zafira CNG dann noch mit bis zu sieben Passagieren vollbesetzt, ist eine große Portion Gelassenheit von Vorteil.

Dabei will Opel mit dem Zafira auch gerade Taxifahrer ansprechen, die viel im Stadtverkehr unterwegs sind und mit ihren hohen Kilometerleistungen echtes Einsparpotential haben. Für das vor sechs Jahren gestartete Projekt „Tausend Umwelttaxis für Berlin“ (kurz TUT) das in diesen Tagen seinen Abschluss fand, stellte Opel mit dem Zafira fast 75 Prozent der Fahrzeuge. Insgesamt konnten dadurch jährlich in Berlin rund 1,4 Tonnen CO2 eingespart werden.

Saubermann

Im Durchschnitt braucht der Opel fünf Kilogramm Gas pro 100 Kilometer. Bei einem momentanen Gaspreis von rund 0,86 Euro pro Kilogramm lassen sich gegenüber dem technisch verwandten 1,6-Liter-Benziner auf 100.000 Kilometer rund 4.000 Euro an Spritkosten einsparen.

Galerie: Erster Test Opel Zafira CNGZwar verlangt Opel für den Zafira CNG gegenüber dem Benziner einen Aufschlag von 3.500 Euro (Grundpreis 24.275 Euro). Viel wichtiger als der finanzielle Faktor ist aber der Umweltschutzgedanke: Der Erdgas-Van emittiert rund 80 Prozent weniger Stickoxide als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Der CO2-Außstoß liegt circa 20 Prozent unter dem des Benzin-Zafira und 15 Prozent unter den Diesel-Werten. Darüber hinaus gibt es so gut wie keine Benzol- und Rußpartikelfreisetzung.

Rechnet man das auf eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometer um, gibt der Zafira CNG ungefähr zwei Tonnen CO2 an die Umwelt ab. Der gleiche 1,6-Liter-Motor mit Benzinbetrieb stößt dagegen an die 2,7 Tonnen aus: Circa 700 Kilogramm mehr, und das pro Fahrzeug. Nimmt man also an, dass jeder der in Deutschland geplanten 2.300 Käufer nur diese Menge einspart, ergibt das 1.610 Tonnen weniger CO2.

Mehr Druck

Galerie: Erster Test Opel Zafira CNGDer Motor ist komplett auf den Gas-Betrieb ausgelegt und kommt mit einer Tankmenge von 21 Kilogramm Erdgas rund 420 Kilometer. Dank einer doppelten Einspritzbank kann das Aggregat zwar weiterhin mit konventionellem Kraftstoff betrieben werden - der 14 Liter fassende Benzintank ist aber nur als Notreserve gedacht. Wichtigstes Merkmal dieses MonovalentPlus genannten Konzepts ist die dadurch mögliche hohe Verdichtung.

Benzinmotoren, die mit SuperPlus-Kraftstoff betrieben werden, erreichen maximal eine Verdichtung von 12:1. Der Zafira CNG arbeitet, aufgrund der hohen Oktanzahl von Erdgas (130 Oktan) mit einem Verhältnis von 13:1 noch klopffrei. Die Faustregel besagt: Erhöht man das Verdichtungsverhältnis um den Wert 1, sinkt der Kraftstoffverbrauch um rund fünf Prozent.

Kleine Probleme

Was viele Kunden bislang von einem Erdgasfahrzeug abhielt, war unter anderem das lückenhafte Tankstellennetz. Mittlerweile zählt Deutschland aber schon über 700 Gas-Zapfsäulen. 350 weitere sind in Planung, viele davon auch an Autobahnen.

Oft werden auch Probleme aufgrund von Verunreinigungen im Gas festgestellt, die auf die Zapfanlage zurückzuführen waren. Immer wieder passiert es, dass Öl (welches den Kompressor schmiert) mit in den Tank gelangte. Dem beugt Opel nun durch einen speziell entwickelten Filter im Fahrzeug vor.

Fazit

Wer nur auf’s Geld schaut, wird mit dem Zafira CNG nicht glücklich werden. Der Mehraufwand amortisiert sich erst bei hohen Laufleistungen. Dafür die schwächelnden Fahrleistungen in Kauf zu nehmen, lohnt nicht wirklich.

Doch darum geht es auch nicht. Im Vordergrund steht ganz klar der Umweltgedanke. Zu wissen, dass man seinen Teil zur Reduzierung der Umweltbelastung beiträgt, ist ein gutes Gefühl. So kann man auch mal den einen oder anderen Kilometer mehr fahren, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

 
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