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Galerie: Erster Test Passat GTE

Erster Test: Passat GTE

Elektrisiert

17.07.2015

Im Zeitalter immer schärfer werdenden EU-Auflagen bezüglich Emissionswertee und steigender Spritpreise, müssen Automobilhersteller sich immer mehr einfallen lassen, um Kunden und Gesetzgeber zufrieden zu stellen. Volkswagen setzt hier verstärkt sein Hauptaugenmerk auf die Elektromobilität. Die Mutterkonzernflotte hält mit e-Golf und e-Up bereits zwei rein elektrobetriebene Fahrzeuge bereit. Doch nicht jeder will sich auf die noch eingeschränkte Reichweite einlassen. Eine Lösung muss her und die heißt: Plug-In-Hybrid. Nachdem schon der Golf GTE die Doppelmotorisierung gut verkraftet hat, sollen nun auch Passat GTE und Passat Variant GTE dieses Konzept weiter vorantreiben.

Galerie: Erster Test Passat GTEWer auf die rein elektrische Mobilität setzen will, der muss sich drüber im Klaren sein, dass gerade weitere Strecken am heimischen Tisch gut vorgeplant sein wollen. Mit Reichweiten von 190 Kilometern im e-Golf und 160 Kilometern im e-Up ist man zwar im Stadtverkehr gut unterwegs, bei längeren Fahrten hingegen sind Zwischenstops an Ladesäulen nicht zu vermeiden. Dafür ist die Infrastruktur in Deutschland aber leider noch nicht optimal aufgestellt. Weniger Sorgen über verbleibende Reichweite muss man sich in Plug-In-Hybriden machen. Denn hier springt bei leerer Batterie der Verbrennungsmotor in die Bresche.

Aber technische Neuheiten haben ihren Preis. Mit einem durchaus happigen Einstiegspreis von 44.250 Euro für die Limousine ist er im Vergleich zum günstigsten Modell seiner Un-Gepluggten Brüder 18.175 Euro teurer. Für den Variant werden noch mal 1.000 Euro mehr fällig.

Doppelt hält besser

Galerie: Erster Test Passat GTEDie Liaison zwischen dem 1,4-Liter-TSI-Motor mit 156 PS und dem Elektromotor mit 115 PS, verschmilzt im neuen Passat GTE zu einem 218 PS-starken System, das das wegen der Hybridtechnik fast 1,7 Tonnen schwere Modell leichtfüßig binnen 7,4 Sekunden (Limousine) und 7,6 Sekunden (Variant) von Null auf Hundert beschleunigt. Wie die Motoren untereinander zusammenarbeiten sollen, wird mittels Knopfdruck bestimmt. Zur Wahl stehen neben dem rein elektrische Fahren, der klassische Hybrid-Modus, bei dem beide Motoren gefordert sind, eine Funktion um die Batterie während des Fahrens zu laden - nicht sonderlich effizient, da der Verbrauch ansteigt - und der digital klangunterstützten GTE-Modus, wo der Spargedanke dem Fahrvergnügen weichen muss. Bei letzterem stehen dem Motor die vollen 218 PS zur Verfügung; Gasannahme und Lenkung werden zusätzlich an die Sportlichkeit angepasst.

Im rein elektrischen Betrieb schafft der GTE bis zu 50 Kilometer bei einer Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h. Die hybride Kombination beider Motoren kommt, zumindest auf dem Papier, mit 1,7 Litern auf 100 Kilometern aus - dies dürfte aber selbst für sehr umweltbewussten Fahrer nur schwer realisierbar sein. Der Blick auf den Bordcomputer zeigt uns einen Durchschnittsverbrauch von 2,8 Litern, obwohl wir auf der ersten Etappe recht entspannt gefahren sind und die Batterie voll geladen war.

Ob der Wolfsburger die angegebene Gesamtreichweite von 1.114 Kilometern tatsächlich annähernd leisten kann, muss sich bei einer ausführlichen Testfahrt zeigen - dafür war leider keine Zeit.

  • Technische Daten

Länge: 4,77 Meter, Breite: 2,10 Meter, Höhe: 1,46 (148) Meter. Radstand: 2,79 Meter, Ladevolumen: 586 bis 1.152 (650 bis 1.780) Liter

1,4-Liter-Turbobenziner, 115 kW/156 PS plus Elektromotor 85 kW/115 PS, Systemleistung: 160 kW/218 PS, Systemdrehmoment: 400 Nm. Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Vmax: 225 km/h, 0-100 km/h: 7,4 (7,6) s, Durchschnittsverbrauch nach Norm: 1,7-1,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 39-37 g/km, Reichweite elektrisch: 50 Kilometer, Gesamtreichweite: 1.114-1.070 (1.050) km,  Lithium-Ionen-Batterie mit 9,9 kWh, Ladedauer bei 2,3 kW: 04:15 h, bei 3,6 kW 02:30 h, Emissionsklasse: Euro 6, Preis: 44.250 (45.250) Euro

Abgehoben

Galerie: Erster Test Passat GTEUm sich von seinen Geschwistern auch optisch etwas abzuheben, hat man beim spezifischen Kühlergrill aus Chrom eine zusätzlich blaue Linie als Charaktereigenschaft mit eingezogen und C-förmige LED-Tagfahrlichter verbaut. Blau ist im Volkswagenkonzern die E-Mobilitätsfarbe und zusammen mit den typischen Tagfahrlichtern das prägende Erkennungsmerkmal für alle Elektro- und Plug-In-Hybridmodelle der Marke.

Bleibt zu beachten

Durch die im Kofferraum verbauten Batterien, die den Elektromotor des GTEs nun einmal antreiben müssen, ist dieser um 180 Liter geschrumpft. Ebenfalls musste der Tank verkleinert werden. Mit 50 Litern fasst dieser jetzt 16 Liter weniger im Vergleich zum konventionell angetriebenen Passat.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Ob man sich für den Passat GTE aus Umweltgründen oder wegen des Elektrofahrspaßes entscheidet, befriedigen kann er beide Kunden in vollem Umfang: Die emissionsfreie Fahrt im reinen Elektromodus für das grüne Gewissen auf der einen, optimaler Fahrspaß mit Elektrounterstützung im GTE-Modus auf der anderen Seite. Seinen Besitzer wird er in jedem Fall von sich überzeugen. Ob dieser allerdings wirklich 44.250 Euro aufbringen will, bleibt abzuwarten.
 
 

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