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Galerie: Erster Test Peugeot 2008

Erster Test: Peugeot 2008

Seniorengerecht

23.05.2013

Die Doppel-Null wird von Peugeot immer dann vergeben, wenn ein Modell die ausgetretenen Pfade verlässt. So auch in der 208-Baureihe: Hier wird künftig statt des SW genannten Kombis ein die Zahlenkombination 2008 tragendes Pseudo-SUV offeriert. Die Händler freut’s unbändig, denn es kommt nur selten vor, was sie gerade erleben: Das neue Modell wird gekauft, obwohl die Leute, die sich dafür entscheiden, das per Unterschrift erworbene Produkt niemals berührt und erst recht nicht bewegt haben .

Wenn ein Fahrzeug so aussieht wie der 2008, nämlich geländegängig, ohne dafür gerüstet zu sein, handelt es sich laut aktueller Branchen-Sprachregelung um einen Crossover, eine Kreuzung aus Kombi und SUV ohne Allradantrieb. Peugeot stellt dieser Bezeichnung beim 2008 das Wörtchen „urban“ voran, weil die Typen-Mischung der Franzosen so kompakt geraten ist, dass sie sich innerorts gut durchschlängeln kann und Chancen hat, einen passenden Parkplatz zu finden.

Höhere Sitzposition

Galerie: Erster Test Peugeot 2008Gemessen am Peugeot 208, auf dem der 2008 basiert, bietet das 4,16 Meter kurze und 1,56 Meter hohe Pseudo-SUV 2,5 Zentimeter mehr Boden- und dank zehn zusätzlicher Höhen-Zentimeter auch mehr Kopffreiheit. Die nach Peugeot-Einschätzung eher ältere als Extremsportarten zuneigende Kundschaft dürfte jedoch vor allem die fünf Zentimeter höhere Sitzposition goutieren, und auch das komfortabel ausgelegte Fahrwerk wird der reifen Jugend mehr zusagen als der tatendurstigen.

Abgerundet wird das seniorengerechte Gesamtpaket von einer geräumigen Kabine und einem Ladeabteil von ausreichender Größe, das zudem schnell zu erweitern ist. 360 Liter fasst es mindestens, und bis zu 1.194 Liter passen rein, wenn die Rücksitzlehnen flachgelegt werden. Dass das Gepäck bereits auf  60 Zentimeter Höhe abgesetzt werden kann, ist ein weiterer Pluspunkt.

Anstrengender Job für den Dreizylinder

Galerie: Erster Test Peugeot 2008Zum Marktstart stehen vier Motoren bereit. Das Diesel-Angebot mobilisiert im 2008 wahlweise 92 oder115 PS, was jeweils in 1,6 Liter Hubraum und vier Zylindern geschieht. Auf der Benziner-Seite werden unter denselben Voraussetzungen 120 PS bereitgestellt. Die meisten Bestellungen werden jedoch, meint die Peugeot-Marketingabteilung, weder auf die zugkräftigen Turbodiesel entfallen, die schon bei 1.750 Touren ihre Drehmomentmaxima von 230 beziehungsweise 270 Newtonmeter freisetzen, noch auf den großen Benziner (160 Newtonmeter bei 4.250 U/min), sondern auf den Vertreter der Downsizing-Bewegung, den neuen, 82 PS bereitstellenden 1,2-Liter-Dreizylinder.

Dieser gezielt geschrumpfte Motor kann viel, doch den idealen Antrieb für einen 1,210 Kilogramm schweren Wagen stellt man sich anders vor. Zumindest dann, wenn der Weg bergauf führt. Steigungen mag der Kleine nämlich gar nicht, und deshalb muss der Fahrer fleißig schalten und darüber hinaus ertragen, dass das bei 2.750 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute lediglich 118 Nm mobilisierende Motörchen akustisch signalisiert, wie sehr ihn sein Job gerade anstrengt.

Unter vier Liter

Galerie: Erster Test Peugeot 2008In der Ebene muss sich das Mini-Aggregat weniger mühen und schafft es - unter besonders günstigen Umständen - vielleicht sogar, den kompakten Neuling mit durchschnittlich 4,9 Liter Super-Kraftstoff, dem nach EU-Norm ermittelten Verbrauch, 100 Kilometer weit zu bringen. Beim zweiten Benziner liegt dieser Wert exakt einen Liter höher liegt, und für die HDI weist Peugeot 3,8 bzw. 4,0 Liter je 100 Kilometer aus.

Die Drei vorm Komma erreicht der schwächere Diesel allerdings nur, wenn ein automatisiertes Schaltgetriebe die Gänge wechselt. Es ist, wie das manuelle Getriebe des 115 PS-Turbodiesels, sechsgängig ausgelegt, während der Rest des 2008-Angebots mit fünf Schaltstufen auskommen muss.

Ab 14.700 Euro

Galerie: Erster Test Peugeot 2008Mit 1,2-Liter-Benziner und Basisausstattung, die laut Peugeot allerdings nur noch selten geordert wird, ist der 2008 für 14 700 Euro zu bekommen. Ausgerüstet ist er dann mit sechs Airbags und allem, was der Sicherheit dient, LED-Tagfahrlicht, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und der 40 zu 60 geteilt umklappbaren Rücksitzlehne. Klima- und Audioanlage verursachen hingegen Zusatzkosten; sie werden im Paket für 1.250 Euro verkauft.

Die nächsthöhere, den Preis um 1750 Euro erhöhende Ausstattungslinie schließt Beschallung, Klimatisierung und Einiges mehr ein, und auf Allure-Niveau wird’s bereits ein bisschen luxuriös. Erkennbar ist diese Variante an der so genannten Ambiente-Beleuchtung, die rund um die Instrumente, im unteren Teil der Mittelkonsole, unter dem Kombi-Instrument und im Fußraum erstrahlt, und selbst den Dachhimmel erhellt, sofern der 2008 nicht mit Panorama-Glasdach bestellt wurde. Außerdem sind die 2008 in Allure-Ausführung ab Werk unter anderem auch noch mit Parksensoren  am Heck, einem automatisch abblendenden Innenspiegel, Regensensor, Kurvenlicht (nicht mitlenkend), automatischer Abblendlicht-Aktivierung und einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik bestückt.

Grip-Control nur für Allure

Dass sich immer mehr Kunden für das ganz große Wohlfühl-Programm entscheiden, das in Gestalt des 2008 je nach Motorisierung zwischen 18.100 und 21.750 Euro kostet, ist ganz im Sinne von Hersteller und Händlern, weil Umsatz und Rendite steigen. Es gibt - nebenbei bemerkt - sogar einen praktischen Grund, soviel Geld anzulegen: Nur den Allure-Käufern erlaubt Peugeot, das „Grip-Control"-Paket  für 250 Euro hinzuzubuchen - eine sinnvolle Investition, da sie - per Modus-Vorwahl - die serienmäßige ESP-Elektronik in die Lage versetzt, die Antriebskräfte so dosieren, dass der 2008 nicht zur Lachnummer wird, wenn er das versucht, wonach er aussieht: Sich auf rutschigem Untergrund wie ein SUV zu benehmen.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Die Crossover-Mode grassiert - wer noch keinen hat, schiebt schnell einen in den Markt, denn das Mischkonzept aus Kombi und SUV ohne Allradantrieb kommt bei den Käufern bestens an und drängt die vor einigen Jahren höchst populären Van-Typen in den Hintergrund. Sie, die neben der erhöhten Sitzposition meist auch noch eine bessere Raumausnutzung bieten, gelten inzwischen als biedere Familienkutschen.

Da gehen selbst ältere Semester auf Abstand und steigen lieber in ein Fahrzeug ein, das nach Ausbruch aus dem Alltag aussieht, obwohl es dafür nicht gerüstet ist. Dieser Etikettenschwindel schadet allerdings nicht, denn bei Fahrten auf Asphalt ist der gewichtige Allradantrieb zumeist entbehrlich. Peugeot hat  das schon früh erkannt und diese den Spritverbrauch erhöhende Zusatztechnik im 2008 genauso wenig eingeplant wie in 3008 und 5008, den beiden anderen Doppelnull-Modellen mit Crossover-Charakter.
 
 
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