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Galerie: Erster Test Peugeot 308 Facelift

Erster Test: Peugeot 308 Facelift

Mit Stopp-Stoppuhr

12.04.2011

Start-Stopp-Systeme haben als eine Stellschraube hin zu mehr Effizienz seit einigen Jahren Hochkonjunktur. Auch Peugeot macht jetzt bei diesem Hype mit und bietet seinen nach gut vier Jahren gleich noch umfangreich aufgehübschten 308 mit einer solchen Motor-Selbstabschaltung erstmalig an. Mit an Bord ist eine Stoppuhr, die die Motorauszeit misst. Die Zeitanzeige hat uns überrascht.

Mit dem im Jahr 2007 eingeführten 308 hat Peugeot das Premium-Niveau deutscher Mitbewerber weitgehend erreicht. Dennoch haben die Franzosen nochmalig Hand an ihr feines Kompaktmodell angelegt und sowohl das Interieur als auch die Außenhaut aufgefrischt und damit die Attraktivität der Baureihe weiter erhöht.

Für ein Facelift sind die äußeren Optik-Maßnahmen durchaus umfangreich. Auffällig ist die gekappte Nase und der etwas dezenter wirkende Kühlergrill, der zudem von schicken bumerang-artigen LED-Tagfahrlichtern flankiert wird. Die LEDs sind allerdings erst ab der höheren Ausstattung Active Serie. Zusammen mit den nun getönten Scheinwerfer-Glasabdeckungen und einem dezent aufgewerteten Heck kommt der 308 in den drei Karosserie-Varianten Limousine, SW und CC insgesamt eleganter daher. Optisch ist die Baureihe zudem näher am jüngst eingeführten 508.

Galerie: Erster Test Peugeot 308 FaceliftAuch innen hat Peugeot für etwas mehr Schick gesorgt, wobei die Änderungen in dem ohnehin schon recht hochwertig  wirkenden Interieur recht bescheiden ausfallen. Geblieben ist das vorzügliche Platzangebot wie auch die ab der Ausstattung Allure weiß hinterlegten Ziffernblätter der Rundinstrumente, die zwar etwas mehr Noblesse vermitteln, hinsichtlich ihrer Ablesbarkeit aber keinen Vorbildcharakter haben.

Weniger Durst

Wichtiger sind jedoch die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Aerodynamik-Verfeinerungen, neue Leichtlaufreifen, rund 25 Kilogramm Gewichtseinsparungen und eine neue Abstimmung der elektrischen Servolenkung sorgen bei allen acht Motorisierungen (90 bis 200 PS) für leichte Verbrauchssenkungen. Der ohnehin schon sparsame, 112 PS starke 1,6er-Diesel in Kombination mit dem Sechs-Gang-Handschaltgetriebe soll sich im Idealfall mit lediglich 4,3 statt bisher 4,6 Liter begnügen. Noch effizienter ist die Variante mit dem automatisierten Schaltgetriebe ESG6, die laut Peugeot mit glatt vier Litern auskommen soll.

Dabei hilft dem Kompakt-Löwen unter anderem das bereits erwähnte, neue Start-Stopp-System, das automatisch bei Ampelstopps den Motor abstellt und bei Bedarf extrem spontan wieder zum Laufen bringt. Dabei geht das Stoppen und Starten in sehr unmerklicher Weise von statten, schaltet sich der Diesel nahezu geräusch- und vibrationsfrei aus. Der Startvorgang ist ebenfalls vibrationsarm und vor allem kurzweilig und kann man so ohne Verzögerung bei grüner Ampel wieder anfahren. Die vorbildlich funktionierende Technik begeistert hier mit ihrer stillen Art.

Unterschwellig sparen

Galerie: Erster Test Peugeot 308 FaceliftEine Besonderheit ist dabei eine serienmäßige Stoppuhr im Kombiinstrument, die die Gesamtzeit misst, die man während einer Fahrt mit abgeschaltetem Motor verweilt. Bereits beim Ausrollen wird der Motor abgeschaltet und funktioniert die Abschaltautomatik außerdem bei einem Temperaturbereich von minus 5 bis plus 30 Grad Celsius. Entsprechend hoch ist die zeitliche Ausbeute. Nach einer gut halbstündigen Tour durch den dichten Verkehr von Nizza zeigte unsere Stoppuhr bereits fünf Minuten an, bei denen der Motor nicht lief. Das Faszinierende: Die Auszeiten haben wir zunächst gar nicht wahrgenommen und mussten wir uns erst explizit vergewissern, ob der Motor auch tatsächlich automatisch an und wieder aus geht. Ganz unterschwellig also schont der 308 im urbanen Verkehr die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.

Insbesondere im Stadtverkehr kann die Start-Stopp-Automatik zum Teil deutliche Einsparungen ermöglichen. Für dieses Einsatzgebiet empfiehlt sich außerdem noch das automatisierte Sechs-Gang-Schaltgetriebe ESG6. Trotz Komfortgewinn und geringerem Spritverbrauch beträgt der Aufpreis im Vergleich zur Handschalter-Version bescheidene 600 Euro. Allerdings: Das Hochschalten geht beim ESG6 mit einer ausgeprägten Nickbewegung einher. Wer den 308 eher gelassen nach vorne treibt, wird diesen Effekt nicht sonderlich stark spüren. Wer hingegen flott unterwegs sein will, der könnte diesen systembedingten Nachteil als durchaus nervig empfinden.

Fast perfekte Sparalternative

Galerie: Erster Test Peugeot 308 FaceliftBei den Fahrleistungen ändert sich im Vergleich zur manuellen Handschalter-Version übrigens nichts: Der Sprint dauert hier wie dort 11,4 Sekunden und bei der Endgeschwindigkeit ist die ESG6-Version mit 194 sogar um zwei km/h schneller. Weniger Verbrauch, mehr Komfort und ein geringfügiger Aufpreis – wäre da nicht das Nicken, das ESG6 wäre die perfekte Getriebealternative.

Denn selbst ein VW Golf 1.6 TDI mit Sieben-Gang-DSG braucht in der Bluemotion-Technologie-Version laut Hersteller immer noch 4,2 Liter. Und dann kann man mit dem 308 e-HDi ESG6 im Vergleich zum Golf auch beim Anschaffungspreis noch deutlich sparen. So kostet der 308 in dieser Antriebsvariante zwar mindestens 22.6000 Euro, wird dann allerdings ab der mittleren Ausstattung Active angeboten. Das mag zunächst nach viel klingen, doch bietet der 308 im Vergleich zum entsprechenden Golf 1.6 TDI mit DSG mit ähnlicher guter Ausstattung einen Preisvorteil von über 4.000 Euro.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Peugeot 308 e-HDi 110 Stop & Start
    Active
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.560 / R4
Leistung (kW / PS)   82 / 112
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   270 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   automatisiertes Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.276 / 1.815 / 1.498
Radstand (mm)   2.608
Wendekreis (m)   11,1
Leergewicht (kg)   1.462
Kofferraum (Liter)   348 - 1.201
Bereifung Testwagen   205/55 R16
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,0 (mit Start-Stopp)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   104 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   194
Preise    
ab (Euro)   22.600,00
Empfohlene Extras   1.300 Euro Aufpreis kostet die Ausstattung Allure, die 17-Zoll-Räder, Panorama-Glasdach, Parkpiepser und Sportlederlenkrad bietet
 
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Fazit

Toll gemacht: Der geliftete Peugeot 308 hat ein vorbildliches Start-Stopp-System erhalten. Technisch bietet es im Vergleich zu ähnlichen Systemen anderer Hersteller den wohl höchsten Reifegrad, denn es arbeitet sehr unmerklich, besonders schnell und vibrationsarm. Und dann bietet Peugeot noch diesen besonderen Clou: Wer wissen will, wie lange der Motor während einer Tour ausgeschaltet war, kann dies dank einer Stoppuhr genau überprüfen.

Unter anderem dank dieser neuen Motorselbstabschaltung verbraucht der 112 PS starke e-HDI mit automatisiertem Sechs-Gang-Schaltgetriebe lediglich vier Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ein vorbildlicher Wert. Ein vergleichbarer VW Golf 1.6 TDI Bluemotion Technology braucht etwas mehr und kostet mit vergleichbarem Ausstattungsniveau sogar deutlich mehr. Ganz nebenbei hat der Peugeot 308 noch ein wirklich gelungenes Optik-Update erhalten, was seine Attraktivität zusätzlich  erhöht.

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