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Galerie: Erster Test Peugeot 308 SW

Erster Test: Peugeot 308 SW

Gemischte Gefühle

25.04.2008

Ein halbes Jahr nach der Limousine bringt Peugeot den 308 SW auf den Markt. Ab 17. Mai 2008 steht der um 22 Zentimeter gegenüber der Limousine gewachsene Kombi bei den Händlern. Wahlweise mit fünf oder „5+2“-Sitzen: Von einem vollwertigen Siebensitzer trauen sich die Franzosen gar nicht erst zu sprechen, schließlich sind die beiden Plätze in der dritten Reihe höchsten für zwei kleine Passagiere auf dem Weg zum Kindergarten geeignet.

Gegenüber dem Vorgänger verfügt der 308 SW nun in der mittleren Reihe über drei gleichbreite Sitze. Nachteil: Durch den vollwertigen Mittelsitz wird es auf den Außenplätzen enger, vor allem die Kopffreiheit ist so - nahe am Fenster - eingeschränkt. Hier hilft nur eins: den mittleren Sitz ausbauen, und die beiden äußeren ein Stück nach innen rücken. Der übrig gebliebene Sessel lässt sich dann zum Beispiel in der dritten Reihe montieren, so schafft man ein luftigeres Ambiente. Seltsam: Während die Sitze aus Reihe zwei auch im Kofferraum fixiert werden können, passen die optionalen Notsitze nicht in der zweiten Reihe.

Flexible Bestuhlung

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWJe nach Bestuhlung variiert das Kofferraumvolumen zwischen 508 beim herkömmlichen Fünfsitzer und 1.736 Litern ohne Rücksitze. In der „5+2“-Konfiguration ist de facto kein Stauraum mehr vorhanden. Da nützt auch die separat zu öffnende Heckklappe nicht mehr viel, die ab der Ausstattungslinie Sport serienmäßig ist. Generell gilt: Der 308 SW bietet einen variablen Laderaum, doch es hapert an Kleinigkeiten.

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWDie Sitze etwa lassen sich zwar umklappen und auch nach vorne „rollen“, ebenerdig im Ladeboden verschwinden sie jedoch nie. Und mit gut 19 Kilogramm ist auch der Ausbau eines Sitzes kein Kinderspiel. Durch die ausladende Seitenverkleidung wirkt der Kofferraum zudem zerklüftet. Aufgeräumt dagegen präsentiert sich das von der Limousine stammende Cockpit, einzig die vielen kleinen Tasten an der Mittelkonsole stören den Gesamteindruck.

Verkaufsschlager Diesel

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWMit vier Benzinern und zwei Dieseln bietet die Motorenpalette genügend Auswahl, wobei das Hauptaugenmerk liegt im deutschen Markt auf dem 109-PS-Selbstzünder. Ihm wird ein Verkaufsanteil von gut 40 Prozent prognostiziert. Zu recht, denn der 1,6-Liter-Vierzylinder erwies sich in unserem Test als ausgesprochen angenehme Motorisierung.

Mit 240 Newtonmetern bei 1.750 Touren dauert es knapp zwölf Sekunden, bis der Tacho 100 km/h anzeigt. Für den Fahrer deutlich interessanter ist der kräftige Durchzug, der einer schaltfaulen Fahrweise entgegen kommt. Nur bergauf muss man das knackige, exakt geführte Sechsgang-Getriebe häufiger bemühen. Immerhin schleppt der Kombi allein schon eineinhalb Tonnen mit sich rum.

Durstige Automatik

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWWas den Verbrauch anbelangt, liegt er mit 5,1 Litern je 100 Kilometer auf niedrigem Niveau. Zusammen mit dem optionalen, neu entwickelten Michelin „Energy Saver“-Reifen soll der Konsum sogar auf 4,9 Liter sinken. Gut einen Liter mehr gönnst sich der zweite Selbstzünder im Angebot, ein 136 PS starker Zweiliter mit 320 Newtonmetern. Auch dieses Aggregat ist serienmäßig mit einem Sechsgang-Getriebe bestückt, gegen Aufpreis ist eine Sechsstufen-Automatik verfügbar. Der Verbrauch steigt dann aber signifikant auf 7,1 Liter an.

Die angebotenen Ottomotoren stammen allesamt aus der Kooperation mit BMW und sind aus anderen Peugeot-Modellen bekannt. Mit dem Kombi hält in der gesamten 308-Baureihe der 175 PS starke THP-Motor Einzug, der auch den 207 RC befeuert. Basis ist ein turbogeladener 1,6-Liter-Vierzylinder, der auch mit 150 PS lieferbar ist. Hauptverantwortlich für das Leistungsplus ist das überarbeite Motorkennfeld: So konnten die Entwickler die zusätzlichen 25 PS aus dem Aggregat kitzeln. Erkennbar ist das Topmodell an einem speziell gestalteten Kühlergrill und einem dezenten Heckspoiler.

Die Kombination aus Direkteinspritzung und TwinScroll-Turbolader ermöglicht den niedrigen Verbrauch von 7,8 Litern je 100 Kilometer - zumindest, wenn man moderat fährt. Doch der THP 175 verleitet nicht gerade zur niedertourigen Gangart. Durch seine Drehfreude und den spontanen Antritt animiert er zur flotten Fahrweise. Schon bei 1.600 Newtonmeter liegen 240 Newtonmeter an der Kurbelwelle an, für den Sprint auf Tempo 100 veranschlagt Peugeot 8,3 Sekunden.

Sauger mit fünf Gängen

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWNeben den beiden Turbomodellen bietet Peugeot den 1.6er auch als 120 PS starken Sauger an. Den Einstieg markiert ein 1,4-Liter-Motor mit 95 PS. Die beiden Saugmotoren sind mit einem Fünfgang-Getriebe gekoppelt, die Turbo-Versionen verfügen serienmäßig über sechs Gänge. Eine Automatik ist für den 1,6-Liter mit 120 und 150 PS lieferbar. Letzterem kostet der Wandler aber sage und schreibe zehn PS, die maximal Leistung liegt dann bei 140 PS.

Schon in der Limousine überzeugte das gegenüber dem 307 deutlich verbesserte Fahrwerk, davon profitiert jetzt auch der Kombi. Ausreichend straff setzt es der Ära der schwammigen Franzosen ein Ende und sorgt auch in flott gefahrenen Kurven für sicheren Halt. Allerdings neigt der SW bei Querfugen zum stuckern, die Insassen bekommen die Unebenheit spürbar mit.

Fünf Varianten

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWJe nach Ausstattungsvariante - Peugeot bietet fünf Linien an - verfügt der 308 SW über allerlei Komfortextras. Zwar sind serienmäßig neben ESP und sieben Airbags nur elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, eine manuelle Klimaanlage und Tagfahrlicht an Bord. Ein Radio gibt es erst ab der zweiten Stufe, das modulare Sitzsystem ist den drei höchsten Serien vorbehalten. Doch lassen sich bei entsprechendem Budget auch Annehmlichkeiten wie Parfümspender, Panormadach, Bi-Xenon-Licht, Sportsitze oder LED-Deckenleuchten ordern.

Zum Thema Budget: Erhältlich ist der 95-PS-Benziner als Filou-Einstiegs-Model zu Preisen ab 16.700 Euro. Der Diesel mit 110 PS kostet in dieser Version 19.850 Euro. In der höheren Tendance-Linie starten ab 19.550 Euro der 120 PS starke 1.6er beziehungsweise für 23.000 Euro der große Diesel. Den 150-PS-Benziner gibt es ab Version Sport für 23.250 Euro und der 175-PS-Turbo beginnt bei 25.850 Euro inklusive Sport-Plus-Ausstattung. Darüber thront die nahezu komplett bestückte Platinum-Linie mit Preisen bis zu 29.000 Euro für einen Diesel mit Automatik.

Fazit

In diesem Jahr will Peugeot noch rund 8.000 Kombis in Deutschland absetzen, zusammen mit der Limousine sollen 21.000 308er zu den Kunden gehen. Verschwindend gering ist dabei der Anteil des THP 175: Gerade mal 650 Fahrzeuge plant Peugeot zu verkaufen. Schließlich empfehlen sich die beiden Dieselmotoren auch deutlich besser, gerade für den SW. Die 110-PS-Variante bietet ausreichend Leistung und erfreut den Fahrer nicht nur an der Tankstelle. Wer kleine Kinder hat, wird sicher über die zwei optionalen Sitzplätze im Kofferraum freuen, alle anderen sollten davon Abstand nehmen. Manko ist das etwas unpraktische Sitzsystem im Fond. Wer allerdings nur selten größere Gegenstände transportiert kann darüber hinweg sehen.

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