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Galerie: Erster Test Peugeot 308 SW

Erster Test: Peugeot 308 SW

Zur rechten Zeit

11.04.2014

Der 308 kam für Peugeot im rechten Moment. In Zeiten da der französische Autobauer am Straucheln ist - 2013 verkauften sie in Europa so wenig Autos wie seit 20 Jahren nicht - hilft der Kompakte mit ansehnlichen Verkaufszahlen, den Weg zurück in ruhigere Fahrwasser zu finden. Unterstützung erhält der Fünftürer dabei zukünftig vom SW genannten Kombi, der nicht zuletzt in Deutschland eine wichtige Rolle spielt.

Auf einen verkauften Fünftürer sollen hierzulande zwei Kombis kommen; im ersten vollen Verkaufsjahr 2015 rechnet Peugeot demnach mit 6.000 Kompakten und 12.000 SW, die ihren Weg zu den deutschen Kunden finden werden. Und die Entscheidung für den Kombi ist durchaus nachzuvollziehen. Für nur 900 Euro Aufpreis gibt es deutlich mehr Auto.

Deutlich größer

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWZwar ist der SW mit einer auf 4,58 Meter gewachsenen Gesamtlänge nicht ganz so handlich wie der über 30 Zentimeter kürzere Fünftürer, doch beschert der Zuwachs ein deutliches Plus an Platz für Passagiere und Gepäck. Die Hinterbänkler profitieren vor allem von dem um elf Zentimeter gewachsenen Radstand, der gegenüber dem „normalen“ 308 größere Türöffnungen und eine um drei Zentimeter nach hinten versetzte Rückbank, sprich mehr Beinfreiheit, erlaubt.

Zusammen mit dem um 22 Zentimeter verlängerten hinteren Überhang - was übrigens nicht zu Lasten der Optik geht - wächst auch das Kofferraumvolumen auf stattliche 556 Liter; zusätzliche Staufächer unter dem Laderaumboden nehmen weitere 54 Liter auf. Und es reicht ein Zug an den kleinen Hebelchen in den Seitenwänden, um die Rücksitze nach vorn klappen zu lassen und damit einen brettebenen Gepäckraum mit bis zu 1.606 Liter Fassungsvermögen zu bekommen.

Niedrige Ladekante

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWPraktisch: Eben jener ebene Laderaum liegt nur 33 Millimeter tiefer als die knapp 61 Zentimeter hohe Ladekante, so dass man kaum mehr von einer Stufe sprechen kann. Und damit nichts umherfliegt, gibt es an der linken Seitenwand ein Gummiband, das Kleinkram festhält und am Boden zwei Aluschienen mit vier Verzurrösen, an denen sich auch ein Gepäcknetz befestigen lässt. Benötigt man diese nicht, verschwinden sie ebenso wie die Laderaumabdeckung unter dem Boden.

Bis zur B-Säule gleicht der Kombi freilich dem Hatchback - inklusive des äußerst tastenreduzierten Cockpits, bei dem fast alles über einen Touchscreen bedient wird und man sich hin und wieder Direktwahltasten, zum Beispiel für die Klimaanlage, wünscht. Aber der SW profitiert ebenso wie der Fünftürer von Peugeots neuer, modularen EMP2-Plattform, die durch ihre Konzeption, optimierte Fertigungsprozesse und neue Stahlsorten immerhin 70 Kilogramm zu den insgesamt 140 Kilogramm beiträgt, die der neue SW gegenüber seinem Vorgänger leichter wurde. Der Rest geht auf das Konto vieler kleinere Maßnahmen; überarbeitete Sitzgestelle etwa sparen 15 Kilogramm, eine Heckklappe aus thermoplastischem Verbundwerkstoff 4 Kilogramm.

Leichtfüßig

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWWie schon bei der Limousine wirkt sich das zum einen auf den Verbrauch der drei angebotenen Benziner und vier Diesel aus. Zum anderen aber profitieren auch die Fahreigenschaften davon; sprichwörtlich leichtfüßiger ist der neue 308 SW unterwegs und lässt sich dadurch flotter und zielgenauer manövrieren als bisher. Das unterstreicht auch das äußerst kleine Lenkrad, dass mittlerweile in mehreren Peugeot-Modellen Einzug gehalten hat. Trotz ordentlicher dynamischer Talente haben die Franzosen ihren Kompakt-Kombi aber nicht zu einer harten Rappelkiste werden lassen; das Fahrwerk tastet den Untergrund feinfühlig ab und reagiert gelassen auf Anregungen, auch gröbere Schnitzer im Asphalt verdaut es gut und lässt die Passgiere, die zumindest in der ersten Reihe wahlweise auf Massagesesseln sitzen, davon weitgehend unbehelligt.

Wer es übrigens besonders dynamischer mag, dem seien die Benziner mit 110 und 130 PS oder der 150 PS starke Diesel empfohlen, für die Peugeot jeweils ein Sport-Paket anbietet. Per Tastendruck kann der Fahrer dann die Kennlinien von Gaspedal und Lenkung straffen und gleichzeitig das Motorengeräusch verstärken - zumindest im Inneren, da das Ganze über die Lautsprecher passiert. Außerdem wechselt die Instrumentenbeleuchtung von Weiß auf Rot und eine spezielle Anzeige im Kombiinstrument informiert über Leistung, Ladedruck, Längs- und Querbeschleunigung.

Ordentliche Basis

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWFür den Preis des nur in der höchsten Ausstattungsstufe Allure erhältlichen Pakets (450 Euro) bekommen gesittetere Zeitgenossen allerdings auch ein Sicherheitspaket mit adaptivem Tempomat, automatischer Notbremsfunktion und Kollisionswarner oder das Clever-Paket (400 Euro) mit automatischem Einparkassistenten und Tot-Winkel-Warner. Schon in der mittleren Linie Active steht zum Beispiel das City-Paket zur Wahl, das immerhin Parksensoren liefert sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel und Nebelleuchten. Wer sich dagegen für die Basis-Version Access entscheidet, kann außer dem Gepäckraumtrennnetz, Einparkhilfe und Sitzheizung keine Extras wählen, muss aber dank serienmäßigem Tempomat, Klimaanlage, CD-Radio mit USB-Anschluss und elektrischen Fensterhebern vorn nicht darben.

Will man die günstigste Möglichkeit, 308 SW zu fahren, nutzen, muss man zum 1.2 e-THP greifen, der ab 19.250 Euro zu haben ist und ab September 2014, also wenige Monate nach dem Marktstart im Juni, verfügbar sein soll. Allein die technischen Daten des Dreizylinder-Benziner (110 PS und trotz Turbo nur 118 Newtonmeter bei hohen 2.750 Umdrehungen) versprechen aber in Anbetracht von 4,60 Meter Auto und immerhin 1,3 Tonnen Leergewicht keine allzu großen Sprünge; Peugeot gibt den Standardsprint mit 13,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit mit 171 km/h und den Verbrauch mit 4,8 Litern an.

Flotter Antritt

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWZur Ausfahrt stand die stärkere Ausbaustufe des Basisbenziners und damit der mittlere von drei Ottos (Top-Modell ist der 1,6-Liter-Turbo mit 156 PS) zur Verfügung, der seine Kraft ebenfalls aus nur drei Zylindern schöpft, aber auf immerhin 130 PS und - mit Blick auf flotten Antritt deutlich wichtigere - 230 Newtonmeter Drehmoment kommt, die schon bei 1.750 Touren anliegen.

Besetzt mit zwei Passagieren machte der Peugeot auf den ersten Kilometern einen ordentlichen Eindruck und hing bis Tempo 130 gut am Gas, danach wird die Kraftentfaltung spürbar zäher. Maximal soll der 1,2 Liter große Motor den Kombi 199 km/h schnell machen, während der EU-Normverbrauch bei fünf Litern liegt. Gegenüber der Einstiegsversion kommen Käufer der Stark-Variante in den Genuss eines Sechs- statt Fünfganggetriebes und ab Juli soll auch ein sechsstufiger Automat zur Verfügung stehen.

Neue Automatik

Dieses Selbstschaltgetriebe konnten wir bereits mit dem Stärksten von vier Dieseln, dem 2.0 Blue-HDi, erfahren, der es auf 150 PS und 370 Newtonmeter Drehmoment (bei 2.000 Umdrehungen) bringt. Als Handschalter mit sechs Gängen ist der Selbstzünder ab der mittleren Ausstattung zu haben, für mindestens 25.900 Euro, will man nicht selbst Schalten, muss man 29.250 Euro investieren, da der Automat an die höchste Ausstattungsstufe gekoppelt ist.

Galerie: Erster Test Peugeot 308 SWDas Wandler-Getriebe, das Peugeot bei Aisin einkauft, hat sich auf  unserer ersten Runde allerdings nicht immer von seiner besten Seite gezeigt. Vor allem beim Anfahren braucht die Automatik eine merkliche Weile, um den Gasbefehl in Vorwärtsdrang umzusetzen und den Kombi dann leider ruppig lossprinten zu lassen. Einmal in Fahrt, schaltet die Technik aber sanft und zielsicher von einer zur nächsten Übersetzungsstufe. Die Sprintzeit von 10,1 Sekunden verbessert sich durch das Schalten-lassen um ein Zehntel, dafür sinkt die Vmax um zwei Zähler auf 209 km/h, der Verbrauch steigt indes um die gleiche Differenz auf 4,2 Liter Diesel je 100 Kilometer.

Neben dem Zweiliter-Diesel stehen noch 1,6-Liter-Vierzylinder mit 100, 115 und 120 PS zur Wahl, letzterer ist mit 3,3 Liter Verbrauch derzeit der Sparsamste. Bis auf den mittleren der kleinen Diesel sowie den Top-Benziner erfüllen alle Motoren die Euro-6-Norm, Stopp-Start beherrscht allein der stärkste Otto-Motor nicht. Über eine Hybrid-Version macht Peugeot derzeit noch keine Angaben, da der 308 SW aber auf der EMP2-Plattform aufbaut, sei eine Hybridisierung prinzipiell möglich.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Der 308 ist - nicht nur - in Deutschland erfolgreich unterwegs und der Kombi wird der Baureihe weiteren Aufschwung verleihen. Für nur 900 Euro mehr bekommt man deutlich mehr Auto; einzig muss man in Kauf nehmen, dass er mit knapp 4,60 Metern nicht mehr wirklich handlich ist - dafür gibt es aber einen Assistenten, der das Einparken übernimmt.

Zwar wartet der SW nicht mit ausgebufften Tricks à la Heckklappenentriegelung per Fußtritt (nicht mal eine elektrisch betätigte Heckklappe gibt es) auf, doch bietet er solide Kombi-Tugenden: eine ebene Ladefläche, reichlich Stauraum, ein vom Kofferraum aus zu bedienender Umklappmechanismus, Fächer unter dem Ladeboden und Befestigungsschienen. Und den Hunger nach technischen Spielereien stillt Peugeot mit Extras wie Voll-LED-Scheinwerfern, Massagesitzen oder Onlinezugang inklusive diverser Apps.
 
 

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