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Galerie: Erster Test Peugeot Expert Tepee

Erster Test: Peugeot Expert Tepee

Mit Kind(ern) und Kegel

19.12.2007

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für viele Autokäufer entscheidend. Großfamilien, Taxiunternehmer und Hotelbesitzer sollten beim Peugeot Expert Tepee hellhörig werden. Ab 25.500 Euro erhält man hier einen bis zu neunsitzigen Großraumvan, der nicht nach schnödem Transporter aussieht und sich fast wie eine Limousine bewegen lässt.

Der Expert Tepee ist der zivilste Vertreter unter den sonst eher robusten und als Lastesel ausgelegten Expert-Modellen von Peugeot. Glücklicherweise hat der Tepee nicht mehr viel von einem biederen Transporter und erinnert eher an einen modernen Van. Vor allem mit der (je nach Version) rundum-Volllackierung, mit fast schon eingebildet riesigem Peugeot-Logo über dem Kühlergrill und kecker Schnauze. Die Seitenlinie und das Heck sind pragmatisch quadratisch. Der Expert Tepee kann gefallen.

Gut für alle Neune

Galerie: Erster Test Peugeot Expert TepeeIn „Maximalkonfiguration“, also mit einem Radstand von 3,12 Metern, bietet der dann 5,14 Meter lange Tepee massig Platz. Mit kurzem Radstand sind es übrigens auch schon 4,81 Meter Außenlänge. Neun Personen können bequem untergebracht werden. Idealerweise verzichtet man jedoch auf den mittleren Platz ganz vorne, dann kommt man sich tatsächlich wie in einem bequemen Van vor. Die Sitzposition ist sowieso urgemütlich. Mitverantwortlich dafür sind der höhenverstellbare, komfortable Fahrersitz und das Lenkrad, das sowohl in der Weite als auch in der Höhe flexibel ist.

Im Fond gibt es wahlweise drei, fünf oder sechs Sitzplätze. Wählt man den Achtsitzer, also drei Sitze jeweils in der zweiten und dritten Sitzreihe, wird allerdings das Einsteigen nach ganz hinten zur Tortour. Jedes Mal muss der äußere Sitz um- und vorgeklappt werden. Der Aus- und Einbau dieses Einzelsitzes gerät zudem zum Kraftakt. Die Mechanik sieht im Prinzip einfach und solide aus, sträubt sich aber vor allem beim Wiedereinbau des Einzelsitzes und verkompliziert diese Angelegenheit erheblich. Schade, denn ansonsten gibt es im Innenraum nichts zu meckern. Klar, die Verarbeitung darf nicht mit einem Mercedes verglichen werden, aber den meisten Ansprüchen trägt sie Genüge.

Bequem sind auch die hinteren Sitze. Der Abstand zum Vordermann ist größer als in Billigfliegern. Ganz hinten verbleiben selbst beim kurzen Modell und voller Bestuhlung 327 Liter Kofferraumvolumen bis zur Fensterunterkante – bei der Langversion sogar 770 Liter. Viele Ablagen erleichtern außerdem das Unterbringen von Kleinigkeiten. So auch über den Köpfen. Ähnlich wie im Renault Kangoo, gibt es auch im Tepee Überkopf-Stauräume mit Klappen, wie man sie aus dem Flugzeug kennt.

Einfache Bedienung

Galerie: Erster Test Peugeot Expert TepeeDas sympathisch gestaltete Armaturenbrett ähnelt mehr dem eines Pkw als dem eines Transporters. Es gitbt gut ablesbare Instrumente, die über alles Notwendige informieren. Typisch französisch ist die Tachobeschriftung in Dreißiger-Schritten. Logisch platzierte und wenige Schalter lassen nie die Frage nach deren Sinn aufkommen. Schön, dass die Hupe nun auch in Frankreich den Weg in den Lenkrad-Pralltopf gefunden hat und nicht mehr umständlich im Blinkerhebel sitzt.

Super platziert wurde der hoch angebrachte Schalthebel, der je nach Motor in fünf oder sechs Vorwärtsgängen durch die Ebenen gleitet. Die Gänge des gefahrenen Sechsfach-Getriebes lassen sich erstaunlich präzise und leichtgängig durch die Schaltgassen jagen. Manchmal wünscht man sich solch eine Performance von einem „normalen“ Pkw.

Angenehmes Fahrwerk

Galerie: Erster Test Peugeot Expert TepeeÄhnliches ist übrigens vom Fahrwerk zu vermelden. Klar, die rund 1,9 Tonnen Leergewicht sind zu spüren, in Kurven schiebt die Fuhre schon recht früh über die Vorderachse und Wendigkeit hat der Frachter auch nicht gepachtet. Dennoch und trotz gut zwölf Meter Wendekreis lässt sich der 1,90 Meter breite Tepee leicht und locker bewegen.  

Die Dämpfer sprechen auch ohne Beladung sanft an und nicht, wie bei Transportern oft der Fall, erst zu hart und dann mit Beladung meist schwammig. Selbst hinten werden grobe Stöße und kleine Unebenheiten gut entschärft. Knapp 900 Kilogramm dürfen übrigens insgesamt im Tepee mitfahren. Ein Mercedes Sprinter in Standardausführung darf auch nur 910 Kilogramm transportieren. Ach ja, nützliches Extra für 480 Euro ist die Luftfederung an der Hinterachse. Sie sichert einen stets identischen Federweg und damit auch gleichbleibenden Fahrkomfort. Die rundum mit Scheiben agierende Bremsanlage macht einen vertrauenserweckenden Eindruck. ESP ist übrigens in allen Modellen serienmäßig.

Nur der 136 PS Diesel hat Rußfilter

Damit die maximal gut 2,7 Tonnen Gesamtgewicht ausreichend Vortrieb erhält, bietet sich ein drehmomentstarker Dieselmotor an. Peugeot hat drei HDis zur Auswahl. Auf den 90-PS-Motor mit 1,6 Liter Hubraum sollte jedoch nur zurückgreifen, wer selten mit Zuladung unterwegs ist. Der 120-PS-HDi wäre der perfekte Partner. Angenehm laufruhig und ausreichend kräftig treibt er den Tepee bis 160 km/h. Aber: Ein Rußfilter ist nicht erhältlich.

Bessere Wahl: Der 170 km/h schnelle und um 1.250 Euro teurere 2.0 HDi mit 136 PS (320 Newtonmeter). Er besitzt serienmäßig den Rußfilter. Berechnet man alleine den Feinstaubbremser mit rund 600 Euro, wie mancherorts noch üblich, kosten die nützlichen Extra-PS nur 650 Euro. Das ist angesichts der Vorteile zu verschmerzen. Hinzu kommt, dass auch der stärkste HDi ein kultivierter Bursche ist, der sich zwar immer nach Diesel anhört, aber nie nervig wird. Knapp 30.000 Euro werden für den 2.0 HDi FAP 136 mit guter Ausstattung fällig. Für die Statistik: Ein Benziner mit 140 PS ist auch erhältlich.

Fazit

Galerie: Erster Test Peugeot Expert TepeeDas freundliche Exterieur- und Interieur-Design, der gelungene Fahrkomfort, die ordentliche Verarbeitung mit nett gewählten Materialien und das riesige Platzangebot kombiniert mit akzeptablen Preisen machen den Peugeot Expert Tepee attraktiv. Er ist ein gelungener Maxi-Van für Großfamilien und Taxiunternehmer und eignet sich bestens als Hotel-Shuttle. Einziger echter Schwachpunkt bei gewählter Acht- oder Neunsitzbestuhlung ist der Einstieg zu den hinteren drei Plätzen. Der Klappmechanismus des rechten Einzelsitzes ist verbesserungsfähig. Richtig nervig ist der fummelige Ein- und Ausbau der Sitzbank. Wer das oft nutzen muss, wird sich auf Dauer über diese Lösung ärgern.

Galerie: Erster Test Peugeot Expert Tepee

 
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