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Galerie: Erster Test Peugeot RCZ

Erster Test: Peugeot RCZ

Eroberer

26.03.2010

Peugeot betritt einmal mehr Neuland: Mit dem RCZ schicken die Franzosen erstmalig ein betont sportliches Herzblut-Coupé auf die Straße. Auf einen Jahrzehnte alten GTI-Kult und eine entsprechende Stamm-Kundschaft kann der Neuling allerdings nicht zurückgreifen. Der RCZ muss sich seine Kundschaft im kleinen und hart umkämpften Segment der Kompaktsportler erst noch erobern. Das Rüstzeug hierfür hat er, wie uns eine erste Ausfahrt zeigte.

Im Jahr 2007 stellte Peugeot den RCZ zunächst noch als Studie vor, die wohl niemanden kalt ließ. Schnell war klar: Diese überaus reizvolle Flunder wird nahezu unverändert auf die Straße kommen. Am 24. April 2010 ist offizieller Startschuss für Deutschland. Mit gestreckter, flacher Silhouette und elegant gebogenem Coupédach will er vor allem Emotionen wecken. Peugeot hat dem RCZ aber noch viele weitere Optik-Schmankerl mit auf den Weg gegeben.

Im Wortsinn ein Höhepunkt ist das Double-Bubble-Dach, das jeweils über Fahrer und Beifahrer gewölbt ist. In der besonders flachen Heckscheibe laufen diese Wölbungen aus. Seitlich werden Dach und Heckscheibe zudem noch von schicken Alubögen gerahmt. Auffällig und wohl der einzige echte Makel der schicken Coupé-Silhouette ist das relativ lange Kofferraum-Plateau.

Scharfe Extras

Peugeot RCZEine kleine Stufe in den Türen, die kräftig herausgestellten Radhäuser oder das Diffusor-Heck mit Doppelrohr-Auspuff – viele weitere Details verleihen dem Neuling eine besondere und sportliche Note. Und dann bietet noch das Individualisierungs-Programm diverse Möglichkeiten, auffällige Akzente zu setzen. So gibt es für den RCZ eine große Auswahl an schicken 18- und 19-Zoll-Leichtmetallrädern, und mit Design-Streifen sowie einer 1.500 Euro teuren Echtkarbon-Dachblende kann man dem Wagen eine extrascharfe Optik verpassen.

Auch innen bietet der RCZ ein betont dynamisches Styling. Sportsitze mit einteiliger Rückenlehne und ordentlicher Seitenführung, Alupedale oder ein unten abgeflachtes Lenkrad gehören zum Serientrimm. Hinzu kommt ein gehobenes Komfort-Niveau und schickes Premium-Ambiente.

308-Derivat

Peugeot RCZDem Innenraum kann man es leicht ansehen, dass der RCZ ein technisch naher Verwandter des 308 ist. Doch es gibt Unterschiede: So haben die Rundinstrumente im stärker geneigten Armaturenträger dunkel hinterlegte Ziffernblätter und am oberen Ende der Mittelkonsole befindet sich zwischen zwei Belüftungsdüsen ein schicker Chronograph. Auf die Spitze getrieben hat es Peugeot im RCZ mit Umrandungen und Einfassungen in Chrom-Optik.

Mit 362 Millimeter Durchmesser ist das unten abgeflachte Lenkrad im 200-PS-Benziner vergleichsweise klein. Für den weniger sportlich ausgelegten Diesel kommt ein um 20 Millimeter größeres Volant zum Einsatz und hinterlässt im Vergleich zur kleineren Ausführung zunächst den Eindruck, man würde einen mächtigen Ozeanriesen manövrieren.

Zwei Charaktere, eine Mission

Peugeot RCZDoch selbst den etwas komfortabler ausgelegten 163-PS-Diesel kann man wie eine kleine, wendige Jolle durchs Kurvengetümmel jagen. Trotz der komfortbetonteren Abstimmung und dem höheren Gewicht auf der Vorderachse ist der Diesel-RCZ auch für hohe Kurvengeschwindigkeiten bestens geeignet, liegt satt auf der Straße und bleibt selbst in sehr flott angegangenen Biegungen überraschend neutral und gut beherrschbar. Die 163 PS sorgen stets für üppigen Vortrieb und bleibt der Motor akustisch dennoch recht zurückhaltend. Auch beim Spritverbrauch soll der Selbstzünder mit knapp über fünf Liter ziemlich genügsam sein. Dennoch schafft der 2.0 HDi den Standardsprint in fast acht Sekunden und wird bis zu 225 km/h schnell.

Unter sieben Liter Benzin soll der spürbar agiler ausgelegte 200 THP verbrauchen. Hier sorgt das Twin-Scroll-Turbolader-System für üppige 200 PS bei nur 1,6 Litern Hubraum. Von 1.700 bis 4.500 Touren liegt das maximale Drehmoment von 275 Newtonmeter an. Den Gasbefehl quittiert der Antrieb also stets mit reichlich Schub. Doch der kleine, aufgeladene Benziner wirkt nicht so fein dosierbar wie die noch vor wenigen Jahren üblichen Saugmotoren und der Antrieb gibt eine seltsam entkoppelte und synthetische Rückmeldung.

Synthetischer Beigeschmack

Peugeot RCZSynthetisch ist übrigens auch das eigentlich sehr angenehm kernige Röhren des Turbobenziners. Beim 200 THP ist nämlich serienmäßig ein Soundgenerator an Bord, der seine ergreifende Akustik an den Innenraum abstrahlt. Doch trotz aller Kunstgriffe bietet der Antrieb handfeste dynamische Qualitäten: Der 100-km/h-Sprint des 1,4-Tonners dauert 7,5 Sekunden, der Vortrieb endet bei 235 km/h. Und bei dem für einen Peugeot ungewöhnlich knackigem Sechs-Gang-Schaltgetriebe sorgen auch die Gang-Wechsel für echtes Sportwagen-Feeling.

Doch richtig breit wird das Grinsen des Fahrers, wenn er den RCZ 200 THP durch mittlere und enge Kurven scheuchen kann. Auf 19-Zoll-Rädern mit 235er Sportcontact-Reifen von Conti ist die Haftungsgrenze weit nach hinten verschoben, die Lenkung ist zudem angenehm spitz ausgelegt und Wankneigungen sind dank des tiefen Schwerpunkts und der extrabreiten Spur kaum spürbar. Auch hinsichtlich der Steifigkeit der Karosserie wird das Top-Modell der Baureihe selbst hohen Dynamik-Ansprüchen gerecht. Und so lässt sich der RCZ sehr spontan, handlich und mit enorm viel Speed durch Biegungen pilotieren. Erst in schnell angegangenen Spitzkehren gerät die Franko-Flunder auch mal ins Untersteuern und dann das sonst recht tolerante ESP eingreifen muss.

Ausfahrbarer Heckspoiler

Trotz Frontantrieb: Wer mit voller Kraft wieder aus der Kurve rausballert, wird nur selten ein störendes Zerren in der Lenkung spüren. Die neu abgestimmte Schlupfregelung bremst die beiden Fronträder individuell und sanft auf ein optimales Traktionsniveau ein. Auch für hohe Autobahn-Tempi ist das straffe, jedoch nur selten unkomfortable Fahrwerk gut gerüstet. Für zusätzlichen Anpressdruck sorgt zudem ein automatisch zweistufig (85 und 155 km/h) ausfahrbarer Heckspoiler.

DPeugeot RCZer Heckspoiler ist Teil der bereits umfangreichen Serien-Ausstattung. Diese umfasst noch elektrische Außenspiegel und Fensterheber, Tempomat, Alu-Pedale, 18-Zoll-Räder. Mittelarmlehne, Alu-Einstiegsleisten, vier Airbags, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, akustische Einparkhilfe, Reifendrucksensoren, ESP und ein Soundsystem. Die recht beengten Sitze der zweiten Reihe verfügen zudem über Isofix-Halterungen. Kleinkinder sind ohnehin die einzigen Passagiere, die sich angesichts der Enge im Fond wohlfühlen dürften. Auch der Kofferaum ist nicht überragend groß, doch dank umklappbarer Rückbank ist eine Erweiterung auf über 600 Liter möglich.

Zwar verfügt der RCZ über eine üppige Basis-Ausstattung, doch qualifiziert ihn dieser Umstand nicht zum Schnäppchen. Das Einstiegsmodell 155 THP ist ab 26.500 Euro zu haben, der Diesel und der 200-PS-Benziner kosten jeweils 29.000 Euro. Zum Vergleich: Der Alfa Romeo Brera ist preislich auf etwa gleichem Niveau, ein VW Scirocco ausstattungsbereinigt sogar etwas günstiger. Erst beim Vergleich mit den bayerischen Mitbewerbern kann auch der RCZ preisliche Vorteile geltend machen. So kostet das BMW 120i Coupé (170 PS) mit vergleichsweise magerer Ausstattung knapp über 28.000 Euro, ein Audi TT mit 160 PS exakt 30.000 Euro.

Fazit

Peugeot RCZMit Peugeots RCZ kommt frischer Wind in das Segment der Kompaktsportler. Bereits optisch provoziert der 2+2-Sitzer Lust auf die ambitionierte Pistengaudi. Auch fahrerisch ist der RCZ dem flotten Kurvenstrich gegenüber äußerst aufgeschlossen. Der Sportwagen bietet dabei aber auch ein gerüttelt Maß an Alltagstauglichkeit, obwohl sein betörendes Coupé-Design mit konzeptionellen Nachteilen wie einem engen Fond und einem nur mäßig großen Kofferraum einhergeht.

Die durchweg starken und zugleich recht genügsamen Motoren, die gute Ausstattung und ein marktübliches Preisniveau sind wiederum Eigenschaften, mit denen sich der frische Franzosen eine größere Fan-Gemeinde durchaus erobern könnte.

Peugeot RCZ

 
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