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Galerie: Erster Test Porsche 911 Targa 4 GTS

Erster Test: Porsche 911 Targa 4 GTS

Halb Cabrio, ganz Sportler

25.03.2015

Seit genau 50 Jahren führt der berühmte Porsche Targa mit seiner herausnehmbaren Dachschale zwischen Windschutzscheibe und Überrollbügel ein Eigenleben der besonderen Art: Kein Cabrio, aber auch kein Coupé. Viel frische Luft, aber beim Blick nach hinten kein blauer Himmel in Sicht. Trotzdem oder gerade deshalb lieben ihn die Fans, wenn sie ihn sich denn leisten können. Denn schon die günstigste Version mit für Stuttgarter Verhältnisse bescheidenen 350 PS kostet mehr als 110.000 Euro. Der „S“ bringt weitere 50 Pferde an den Start, was sich Porsche mit gut 15.000 Euro bezahlen lässt. Und jetzt also der brandneue GTS, der Super-Targa sozusagen.

Vor der ersten Ausfahrt mit dem Teilzeit-Cabrio offenbart ein Blick in die 84 Seiten starke Preisliste erstaunliches Zahlenwirrwarr: 30 PS mehr als im „S“-Modell beschleunigen den Targa-Preis auf 137.422 Euro, also nochmal rund 12.000 Euro mehr. Dieser Zuwachs samt drei Buchstaben am Heck kann doch nicht alleine der Kostentreiber sein?

Das gibt's oben drauf

Galerie: Erster Test Porsche 911 Targa 4 GTS„Natürlich nicht“, beteuert Erhard Mössler und zählt einige feine Extras auf, die der GTS schon eingebaut hat. Die aktive Dämpferverstellung zum Beispiel, die den Neuling zudem einen Zentimeter tiefer auf die Straße drückt. Oder das sogenannte Dynamik-Chassis-Control, das die Seitenneigung bei schneller Kurvenfahrt verringert.

Dazu noch einige optische Highlights, wie den knallroten Drehzahlmesser, das serienmäßige Alcantara-Leder und schwarz gehaltene Elemente an Bug und Heck. Mössler: „Diese Aufpreis-Extras werden häufig auch von Kunden der anderen Targa-Versionen bestellt. Unter Strich spart ein GTS-Käufer rund acht Prozent, weil die Serienausstattung eben deutlich reichhaltiger ist“.

Wie dem auch sei: Dass Porsches Autos nun mal sündhaft teuer sind, ist nicht Neues und ändert auch nichts am enormen Fahrspaß, den die Sportwagen allesamt in Serie bieten. Der Targa 4 GTS, der übrigens nur mit Allradantrieb zu haben ist, macht da keine Ausnahme. Egal ob auf der Autobahn, den Serpentinen-Bergstrecken bei Malaga oder auf der Rennstrecke: Ein „Elfer“ ist immer nahezu perfekt. Es wäre vermessen, einem Normalfahrer zuzutrauen, dass er den Unterschied der 30 Mehr-PS wirklich spürt. Er genießt einfach die unbändige Kraft beim Überholen, die Souveränität beim Durcheilen von Biegungen, die energische, gut dosierbar Bremse und die Lenkung, die je nach Temperament ihres Nutzers Cart-Gefühl oder Komfort ausstrahlt.

Und dann gibt es ja noch die Sporttaste: Sie verstärkt durch einige technische Tricks den Sound der sechs Zylinder, die sich auf 3,8 Liter Hubraum verteilen. Das grollige Röhren klingt gar nicht prollig, sondern einfach nur potent. Das dumpfe Blubbern beim Gaswegnehmen unterstreicht akustisch, dass der Motor in den Schiebebetrieb wechselt. Und das kurze Bellen meldet das automatische Zwischengas beim Herunterschalten. Alles wie gehabt also, alles Porsche pur. Wer sich dann noch die Siebengang-Automatik (4141 Euro extra) gönnt, hat immer die passende Drehzahl unter dem rechten Fuß.

Galerie: Erster Test Porsche 911 Targa 4 GTSWenn die andalusische Sonne durch das Freiluft-Rechteck über den Köpfen der beiden Insassen die Szenerie erhellt, ist die Welt der echten Fans nahezu perfekt. Ein ausfahrbarer Windabweiser verschont obendrein das Haupthaar von den Resten an Zugluft. Und wenn der Himmel grollt, genügt ein Knopfdruck, um das Dach wieder komplett dicht zu machen. Früher musste das von Hand erledigt werden.

Einer mehr in der Porsche-Reihe

Mit seinem zwar teuren, aber starken Auftritt reiht sich der Targa S nahtlos in den Rest der GTS-Familie ein. Wobei es doch deutliche Unterschiede zwischen der Klientel in den einzelnen Baureihen gibt. Der GTS-Anteil bei Boxter oder Cayman, den günstigen Porsche-Modellen, ist recht gering. Beim großen SUV Cayenne sind es dagegen mehr als die Hälfte der Kunden, die im Golfclub ihre drei Buchstaben betonen. Allerdings wächst das einst so übersichtliche Porsche-Modellprogramm damit gewaltig an, allein beim Klassiker 911 auf über 20 Versionen: Man muss wohl schon an einer noch zu gründenden Uni das Fach Porschologie belegen, um da noch durchzublicken. (as/sp-x)

 
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