Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo Cabrio

Erster Test: Porsche 911 Turbo Cabrio

Lieb und teuer

14.06.2007

Fragt man nach den erfolgreichsten deutschen Unternehmen, fällt früher oder später der Name Porsche. Im bald zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2006/07 werden die Zuffenhausener 36.000 Fahrzeuge der 911er-Baureihe verkauft haben - Mehr denn je zuvor! Mit dem jüngsten Spross der Elfer-Familie, dem Turbo Cabriolet, will Porsche sein Image- sowie Bankkonto weiter auffüllen.

Dass sich mit dem 911er Turbo Cabrio viel Geld verdienen lässt, steht außer Zweifel. Mit einem Grundpreis von 150.862 Euro kostet der schnellste aller offenen Elfer über 13.800 Euro mehr als sein geschlossenes Pendant. Das Cabriolet ist damit das teuerste Pferd im Stall der Stuttgarter.

Saugstark

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioWie das Turbo Coupé unterscheidet sich auch die Frischluft-Version durch große, gierige Lufteinlässe vom Standard-Porsche. Die Öffnungen in Frontschürze und den hinteren Kotflügeln führen den drei Wasserkühlern die nötige Frischluft zu. Auffällig ist auch der einem Vesper-Brett ähnliche, feststehende Spoiler am Heck. Ein zusätzlicher Spaltflügel fährt ab Tempo 120 automatisch um 65 Millimeter (30 Millimeter mehr als beim Coupé) aus und erhöht den Abtrieb.

Bei der Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h wirken an der Vorderachse des 911 Turbo circa 18 Kilogramm Auftrieb, an der Hinterachse aber - und das macht das Turbo Cabrio weltweit einmalig - 27 Kilogramm Abtrieb. All diese aerodynamischen Maßnahmen, zu denen unter anderem auch die nahezu komplette Verkleidung des Unterbodens gehört sollen natürlich der Fahrdynamik dienlich sein. Probieren wir es aus!

Feines Stöffchen

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioMit knapp 1.700 Kilogramm wiegt das Cabrio nur 70 Kilogramm mehr als das Coupé. Porsche blieb dem traditionellen Stoffdach mit Z-Faltung treu und konnte das Gewicht des Verdecks bei nur 42 Kilogramm halten. Zwanzig Sekunden dauert es, bis der Turbo den Blick auf das altbekannte Interieur frei gibt. Immer noch fallen teilweise unschöne Materialien auf. Nach wie vor begeistern die als nahezu perfekt geltenden Sitze. Die Rückbank erweitert immerhin den nur 105 Liter fassenden Gepäckraum - zum Sitzen ist sie ungeeignet.

Dort, wo normale Autos ihren Kofferraum haben, verbirgt sich bei beim Elfer der aus Leichtmetall gefertigte Sechszylinder-Boxermotor. Seine 3,6 Liter Hubraum werden mit Hilfe zweier Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie beatmet, der durchschnittliche Ladedruck beträgt ein bar. Typisch Sportwagen liegt die maximale Leistung von 480 PS erst bei hohen 6.000 Touren an. Seine 620 Newtonmeter Drehmoment aber schickt das Aggregat zwischen 1.950 und 5.000 Umdrehungen an die achtfach gelagerte Kurbelwelle.

Zahlenspiele

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioIn nüchternen Zahlen hört sich dass dann so an: Nach vier Sekunden passiert das Turbo Cabrio die 100-km/h-Marke, um Tempo 200 zu erreichen braucht es 12,8 Sekunden. Maximal läuft der offene Porsche 310 km/h, nach nur 21,7 Sekunden liegt der Startpunkt schon einen Kilometer zurück. Mühsig  zu erwähnen, dass der Porsche spontan Antritt, gut durchzieht und oben raus mächtig Dampf hat. Kurz und emotional gesagt: Das Teil ist wahnsinnig schnell.

Und doch hat der kurzhubige Motor einen kleinen Haken: Die Turbo-Gedenksekunde. Es ist nicht weg zu diskutieren, dass sich das Aggregat ein Weilchen Zeit gönnt, bis es die volle Kraft bereit stellt. Klar, das Cabrio hat auch in dieser Verzögerungs-Phase wahrscheinlich immer noch mehr Kraft als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer, doch das Turboloch ist nun mal da. Und gerade der darauf folgende Punch macht das noch deutlicher. Jetzt sagen die einen, da muss man halt runterschalten. Mag sein, doch der konventionelle Sauger, zum Beispiel im Carrera Cabrio, bietet seine Leistung trotzdem direkter an.

Gekrönt

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioNichts desto trotz gilt der offene Turbo zu Recht als die Krönung der Zuffenhausener Automobilbaukunst. Serienmäßig mit dem Allradsystem "Porsche Traction Management" (kurz PTM) ausgestattet, krallen sich die 235er (hintern 305er) Reifen auf 19-Zoll-Alus regelrecht in den Asphalt.

In Sekundenbruchteilen reagiert das System und verteilt per variabler Lamellenkupplung die Kraft stets stufenlos zwischen den beiden Achsen, um die größtmögliche Traktion zu sichern. Doch das PTM übernimmt auch sicherheitsrelevante Aufgaben: Schiebt der Wagen in Kurven über die Vorderräder (was er gerne mal tut), geht mehr Kraft ins Heck. Umgekehrt korrigiert es das Übersteuern.

Noch mehr Druck

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioWer auf den Genuss des präzisen, knackigen Sechsgang-Getriebes verzichten will, findet in der Fünfstufen-Automatik die Alternative und ist damit sogar 0,2 Sekunden schneller auf Tempo 100. Das optionale Sport Chrono Paket bringt neben der Overboost-Funktion (die 60 Newtonmeter mehr rausholt) ein schärfer ansprechendes Gaspedal mit.

Die straffe, exakte Lenkung macht die Kurvenhatz zum Lieblingssport der Elfer-Fahrer, gefühlvoll und zielgenau lässt sich das Cabrio manövrieren. Fest zu packende Bremsen sorgen im Bedarfsfall für schnellen, sicheren Stand. Wer 8.700 Euro mehr investiert, kommt mit Keramikbremsen noch schneller und fadingfrei zum stehen.  Klingt alles so, als sei der Turbo eine reine Rennmaschine. Ja, kann er sein, muss er aber nicht.

Zum Entspannen

Galerie: Erster Test Porsche 911 Turbo CabrioWahrscheinlich muss man es selber ausprobieren, um zu merken, dass sich mit dem offenen Elfer auch perfekt cruisen lässt. Gemütlich und schaltfaul gleitet der straff aber nie unbequeme Porsche durch die Lande, ohne seinen Fahrer zu hetzen.

Immer mit an Bord ist aber das gute Gefühl, dass die Kraft im Heck ja da ist. Nur falls man sie mal braucht... Wer so fährt, kann die angegebenen 12,9 Liter Superplus im Durchschnitt problemlos erreichen. Dann reicht auch der nur 69 Liter große Tank für gut 500 Kilometer.

Fazit

Während sich die einen für 150.000 Euro ein Reihenhaus kaufen, bestellen die anderen ein Porsche 911 Turbo Cabrio - beides keine schlechte Wahl. Den größeren Spaßfaktor hat sicherlich der Sportwagen, der Turbo hat Kraft ohne Ende und ist verdammt schnell unterwegs. Kombiniert mit dem Frischluft-Feeling bleiben kaum Wünsche offen. Etwas verwunderlich ist die Aufpreispolitik bei Porsche. Das sonst so teuere DVD-Navi ist Serie, Parksensoren oder Gurte in Lederfarbe kosten dagegen unverständlicherweise Extra.  Und dann bleibt noch die Frage, ob nicht der Standard-Elfer auch reichen würde. Eigentlich schon, und für die gesparten 60.000 Euro gibt's ja auch schon schöne Wohnungen...

 

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